Unabhängiger Vergleich, ggf. Vergütung durch Shop-Links. Mehr Infos

Winterreifenpflicht Alpine-Symbol: Profiltiefe in DE, AT und CH

Aktualisiert: 23.09.2026

Der erste Schneefall kommt, und Sie hören drei Zahlen: 1,6 mm, 4 mm, „ab Oktober“. Sie gelten nicht im selben Land und nicht für dieselbe Frage. Winterreifenpflicht und Alpine-Symbol trennen Deutschland (situativ, 3PMSF), Österreich (Zeitfenster plus 4 mm Radial) und die Schweiz (keine generelle Pflicht, trotzdem Haftung). Dieser Text ist die Rechts- und Messtrecke für den Alltag plus Alpenfahrt, keine Angebotsliste. Größe und Indizes bleiben in der [Kaufberatung](/hub/16-18-zoll-winterreifen/winterreifen-18-zoll/sub/winterreifen-18-zoll-kaufberatung); die [Hauptseite Winterreifen 18 Zoll](/hub/16-18-zoll-winterreifen/winterreifen-18-zoll) vergleicht ASINs.

Der erste Schneefall kommt, und Sie hören drei Zahlen: 1,6 mm, 4 mm, „ab Oktober“. Sie gelten nicht im selben Land und nicht für dieselbe Frage.

Unsere Top-Empfehlungen

Inhalt

Deutschland: situativ, Alpine, Bußgeld

§ 2 Abs. 3a StVO knüpft die Pflicht an das Wetter, nicht an den Kalender. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte dürfen Sie nur mit Reifen fahren, die das Alpine-Symbol (3PMSF) tragen – auf allen Rädern. Seit 1. Oktober 2024 reicht reines M+S nicht mehr. Allwetter mit 3PMSF erfüllt die Kennzeichnung analog. Details zum Kompromiss stehen unter Winterreifen oder Ganzjahresreifen. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe nach § 36 StVZO beträgt 1,6 mm im Hauptprofil. Clubs empfehlen für Winterreifen etwa 4 mm – Empfehlung, kein zweites Gesetz in Deutschland. Bußgeldkatalog: 60 € plus Punkt ohne Behinderung, 80 € bei Behinderung, in der Praxis 100 € bei Gefährdung und 120 € bei Unfall; der Halter 75 € plus Punkt. Hankook, Continental, Westlake, Atlas und Bridgestone weisen 3PMSF aus. Beim Michelin Pilot Alpin 5 ist 3PMSF in den Produktdaten nicht explizit – Flanke prüfen.

Österreich: Fenster, 4 mm, M+S noch anerkannt

Österreich verlangt vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen Winterreifen auf allen Rädern. Anerkannt sind M+S oder das Schneeflockensymbol – das ist weiter als die deutsche 3PMSF-Regel nach Oktober 2024. Radialreifen für Pkw brauchen 4 mm Profil; 3 mm reichen nicht, auch nicht mit frischem Alpine-Symbol. Ketten sind nur bei durchgehend geschlossener Schnee- oder Eisschicht eine Alternative und nur, wenn das Fahrzeug Ketten erlaubt. Wer aus Deutschland mit 3 mm Restprofil und 3PMSF nach Tirol fährt, erfüllt oft die deutsche Kennzeichnung und verfehlt die österreichische Profilschwelle. Messen Sie vor der Fahrt in der Profilrille des Hauptprofils, nicht am Randsteg. Ein 18-Zoll-UHP mit 40er-Serie hat wenig Gummi; 4 mm sind dort schneller unterschritten als auf einem 55er-SUV-Reifen. Angegebene Profiltiefen (Hankook 6 mm, Michelin 7,3 mm, Continental 8,6 mm, Bridgestone 8,3 mm) sind Liefer- bzw. Listingwerte, keine Garantie nach zwei Wintern. Geschwindigkeitsindex: In Deutschland darf mit Alpine ein niedrigerer SI als die Höchstgeschwindigkeit stehen, wenn ein Aufkleber warnt. Lastindex kennt diese Ausnahme nicht – auch nicht im Urlaub. SUV-Last und Runflat ändert an der 4-mm-Regel nichts; Bauartflags erklärt SUV, XL und Runflat.

Schweiz: keine generelle Pflicht, trotzdem Risiko

Die Schweiz schreibt keine bundesweite Winterreifenpflicht vor. Sie müssen das Fahrzeug beherrschen; Schilder können Ketten anordnen. Buße und Ausweismassnahmen sind möglich, wenn Sie den Verkehr behindern. Versicherer können bei grober Fahrlässigkeit regressieren; Insurer-Zitate nennen Bandbreiten von 10 bis 50 %, immer Einzelfall. „Die Versicherung zahlt nie“ ist falsch, „die Versicherung zahlt immer“ ebenfalls. Für die Praxis heißt das: Ein 18-Zoll-Sommerreifen auf der Passstraße bei Schnee kann teurer werden als ein Bußgeld in Deutschland, ohne dass ein Datum im Gesetz steht. 3PMSF und ausreichend Profil bleiben die sichere Wahl, nicht weil Bern es kalendarisch verlangt, sondern weil Haftung und Kontrollen das Fahrverhalten bewerten. DOT und Alter sind kein CH-Sonderrecht: Neukauf möglichst 18–24 Monate jung, Nutzung Wintereigenschaften ab etwa sechs Jahren rückläufig, eher nicht älter als acht, Pkw nach zehn Jahren ersetzen.

Messen, nicht behaupten – und was 18 Zoll daran nicht ändert

Rechtlich ist 18 Zoll unsichtbar: dieselben Paragrafen wie bei 16 Zoll. Praktisch ist der Niederquerschnitt ungeduldiger. Der Indikator bei 1,6 mm liegt tiefer als die AT-Schwelle; wer nur den Steg kennt, unterschätzt 4 mm. Münze oder Profiltiefenmesser in mehreren Rillen, Innen- und Außenschulter, alle vier Räder. Laufrichtungsgebundene Profile nach Pfeil montieren, sonst nützt das Restprofil wenig. Versicherung: Regress und Kürzung sind möglich, nicht automatisch. Schreiben Sie im Schadenprotokoll keine Gewissheit „ohne Winterreifen zahlt niemand“. Schreiben Sie Wetter, Profilmaß, Kennzeichnung. 18-Zoll-Listings mit unplausiblen Preisen oder fehlendem 3PMSF nicht als „legal günstig“ lesen.

Fazit: Land, Millimeter, Flanke

In Deutschland zählt das Wetter plus 3PMSF, nicht der Oktober. In Österreich zählen Fenster, M+S oder Schneeflocke und 4 mm Radial. In der Schweiz zählt Beherrschbarkeit, nicht ein Pflichtkalender. Wenn Kennzeichnung und Millimeter stimmen, folgt die passende ISO-Größe – nicht ein dritter Rechtsraum.

Häufige Fragen

Ab welchem Datum gelten in Deutschland Winterreifen?
Es gibt kein Pflicht-Datum. Die Pflicht ist situativ bei den genannten Winterfahrbahnen. „Ab Oktober“ ist eine Faust für den Räderwechsel, kein StVO-Satz. 3PMSF muss bei Glätte an allen Rädern stehen.
Reicht M+S 2026 noch?
In Deutschland bei Winterwetter nein, seit 1. Oktober 2024. In Österreich im Winterfenster bei Winterfahrbahn sind M+S oder Schneeflocke anerkannt. Die Flanke lesen, nicht nur den Shop-Titel.
Gelten 1,6 mm oder 4 mm?
In Deutschland gesetzlich 1,6 mm Hauptprofil, Clubs empfehlen für Winter etwa 4 mm. In Österreich sind 4 mm bei Pkw-Radial-Winterreifen gesetzlich. 3 mm sind in AT zu wenig, in DE über dem gesetzlichen Minimum, aber ohne Winterreserve.
Was kostet der Verstoß – Fahrer und Halter?
Fahrer typischerweise 60 € plus Punkt, 80 € bei Behinderung, Praxis 100/120 € bei Gefährdung bzw. Unfall. Halter 75 € plus Punkt. Haftpflichtregress bis 5.000 € und Kaskokürzung möglich, Einzelfall.
Reicht Allwetter mit Alpine?
Für die deutsche Kennzeichnungspflicht ja, wenn 3PMSF auf allen Rädern liegt. Profilgrenzen und Physik bleiben. In AT zählen 4 mm und das Winterfenster zusätzlich.
Zahlt die Versicherung in der Schweiz bei Sommerreifen nie?
Nein, nicht „nie“. Es gibt keine generelle Winterreifenpflicht; bei mangelnder Beherrschbarkeit drohen Buße und möglicher Regress wegen grober Fahrlässigkeit. Die Quote ist Einzelfall, keine feste 50-Prozent-Regel.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. ADAC Reifenkennzeichnung (abgerufen am 23.09.2026)
  2. § 36 StVZO (abgerufen am 23.09.2026)
  3. StVO (u. a. § 2 Abs. 3a) (abgerufen am 23.09.2026)
  4. ADAC Alpine-Regel (M+S-Ende 01.10.2024) (abgerufen am 23.09.2026)
  5. ADAC Winterreifentest 2025 (abgerufen am 23.09.2026)
  6. oesterreich.gv.at Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)
  7. oesterreich.gv.at Profiltiefe (abgerufen am 23.09.2026)
  8. BRV FAQ Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)