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DIN EN ISO 20345: S1 bis S7, SR und Fußschutz-Kurzzeichen

Aktualisiert: August 2026

Wer DIN EN ISO 20345 auf dem Etikett sieht, hält oft nur „S3“ für die ganze Wahrheit. Tatsächlich stecken hinter den Kurzzeichen Kombinationen aus Grund- und Zusatzanforderungen – und seit der Normfassung 2022 neue Differenzierungen beim Durchtritt (P/PL/PS, S3L/S3S) sowie eine geänderte Rutschkennzeichnung (SR statt des früheren SRA/SRB/SRC-Vokabulars). Dieser Guide macht die Zeichen lesbar und verbindet sie mit Kaufpraxis sowie DGUV-Hinweisen zur Benutzung. Konkrete Modelle ordnest du im [Atlas Sicherheitsschuhe Vergleich](/hub/arbeitsschutz/atlas-sicherheitsschuhe) ein. Kein Ersatz für die Gefährdungsbeurteilung.

Wer DIN EN ISO 20345 auf dem Etikett sieht, hält oft nur „S3“ für die ganze Wahrheit. Tatsächlich stecken hinter den Kurzzeichen Kombinationen aus Grund- und Zusatzanforderungen – und seit der Normfassung 2022 neue Diffe…

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Inhalt

Sicherheitsschuh, Schutzschuh, Berufsschuh

Sicherheitsschuhe (S) nach EN ISO 20345 tragen eine Zehenschutzkappe für hohe Belastungen (200 J / 15 kN). Schutzschuhe (P) nach EN ISO 20346 liegen darunter. Berufsschuhe (O) nach EN ISO 20347 kommen ohne Schutzkappe aus. Im Alltag werden die Begriffe vermischt – Etikett und Normnummer entscheiden, nicht der Shop-Titel „Arbeitsschuh“. Kategorien wie SB, S1, S2, S3 bündeln typische Zusatzanforderungen. Ab 2022 u. a. S3L/S3S sowie S6/S7 für Wasserdichtheit des Gesamtschuhs. FO (Kraftstoffbeständigkeit) ist nicht mehr automatisch in S1–S5 „eingebaut“, sondern eigenes Symbol – Listings können alt und neu mischen. Tipp: Notiere das Normjahr auf dem Etikett (2011 vs. 2022). Koexistenz im Markt ist normal; vergleiche Äpfel mit Äpfeln. Wenn dein Risiko herabfallende Lasten an den Zehen umfasst, ist O die falsche Produktfamilie – egal wie robust das Listing klingt.

Was S1, S1P, S3 und S3L praktisch heißen

S1: Basis inkl. geschlossener Ferse, antistatisch und Energieaufnahme in der Ferse – ohne Durchtritt. S1P: plus Durchtritt. S3: wasserabweisendere Obermaterial-Logik plus Durchtritt plus Profil. S3L: S3-Familie mit nichtmetallischem Durchtritt bestimmter Prüfung – im Set z. B. Uvex 1 Sport S3L. Die Kaufentscheidung Feuchte vs. Durchtritt vertiefst du unter S1P oder S3. Zusatzsymbole nur wählen, was die Gefährdung verlangt: ESD (eigene Prüfung, nicht identisch mit antistatisch „A“), SR (optionale Rutschprüfung 2022), älter SRC, HRO, CI, WR, FO. Lange Symbolketten verkaufen sich gut, erhöhen aber nicht automatisch die Passung. Für das Atlas-Set reicht zum Einstieg: ANATOMIC BAU ≈ S3, SL 465 ≈ S1P, Uvex ≈ S3L. Immer Etikett gegenlesen, weil Varianten wechseln. Fehlende Klasse im Titel – wie teils beim Maddox – ist ein Stopp-Signal, kein Schnäppchenargument.
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DGUV 112-191: Einlagen und Ablegereife

DGUV Regel 112-191 regelt die Benutzung von Fuß- und Knieschutz. Orthopädische Einlagen und Veränderungen nur in freigegebenen, baumustergeprüften Kombinationen – sonst können Abstände und elektrische Eigenschaften kippen. Ablegereife bei Verschleiß oder Beschädigung: Profil, Kappe, Nähte, Verschluss. Sichtprüfung vor Nutzung; Mängel melden. Ablegereife ist Sicherheitsarbeit, kein Sparpotenzial. Wer abgelaufene Profile „noch aufbraucht“, akzeptiert Rutschrisiko. „Orthopädisch sinnvoll“ medizinisch heißt nicht automatisch „im Sicherheitsschuh erlaubt“. Restweite und ESD-Verhalten nach dem Einlegen neu beurteilen – Details zur Ableitung unter ESD Sicherheitsschuhe. Produktinfo aufbewahren – im Betrieb relevant für Nachweise. Dieser Text ersetzt keine SiFa.

Vom Etikett zum Kauf: sechs Schritte

1. Gefährdung klären (Betrieb: SiFa). 2. Mindestkategorie ableiten. 3. Zusatzsymbole nur bei Bedarf. 4. Passform und Weite. 5. Material von Kappe und Durchtritt als Komfort- bzw. Detektor-Thema. 6. Ablegereife und Wechselpaar einplanen. Wer diese Reihenfolge einhält, verhindert die typischen Fallen: erst Sterne, dann Preis, dann erst Kennzeichnung. Normenwissen ist Werkzeug, kein Selbstzweck. Den praktischen Entscheidungsweg findest du in der Sicherheitsschuhe Kaufberatung. Wenn Etikett und Einsatz klar sind, führt der Weg zurück zur Vergleichsseite – nicht zur längsten Symbolzeile im Titel.

Fazit: Zeichen lesen, dann Modell wählen

EN ISO 20345 sagt, was ein Sicherheitsschuh typgeprüft können soll – nicht, welches Paar für dich passt. Trenne zuerst S/P/O, dann Kategorie (S1/S1P/S3/S3L …), dann Zusatzsymbole. Alte und neue Kennzeichnung (SRC vs. SR, S1P vs. S1PS) koexistieren; vergleiche Bedeutung statt Panik. Uvex 1 Sport zeigt klar dokumentiertes S3L mit ESD und SR. ANATOMIC BAU bleibt das klassische S3-Beispiel. Beim Preis-Tipp zuerst Klasse und Etikett verifizieren. Affiliate-Vergleiche ersetzen keine Gefährdungsbeurteilung – Kennzeichnung am konkreten Produkt schlägt Marketing.

Häufige Fragen

Was bedeutet EN ISO 20345?
Es ist die Norm für Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappe (200 J). Kategorien und Zusatzsymbole beschreiben Anforderungspakete. Ohne Etikett oder klare Normangabe ist keine belastbare Aussage möglich – Shop-Titel allein reicht nicht.
Ist S3 immer die beste Wahl?
Nein. S3 ist stark bei Feuchte, Profil und Durchtritt outdoor, kann indoor unnötig steif oder profilig sein. Tätigkeitsbezogen wählen – pauschales „immer S3“ ist oft Überdimensionierung.
Was ist der Unterschied zwischen SRC und SR?
Ältere Kennzeichnung nutzte SRA/SRB/SRC. Seit der Fassung 2022 ist Rutschen auf Keramik/Nass stärker in der Grundlogik verankert; die optionale Glycerin-Prüfung erscheint als SR. Listings können Mischformen zeigen – Angaben am Produkt lesen.
Was bedeuten P, PL und PS?
Durchtrittvarianten (metallisch/nichtmetallisch, unterschiedliche Prüflogik). S3L und S3S hängen damit zusammen. Nicht nur „S3“ im Fließtext glauben – die genaue Variante steht am Etikett bzw. in der Herstellerinfo.
Reicht antistatisch statt ESD?
Nicht automatisch. Antistatisch „A“ in der Schuhnorm ist nicht dasselbe wie ein ESD-System nach IEC 61340. Für EPA/Montage die Ableitvorgabe und die ESD-Kennzeichnung getrennt prüfen.
Darf ich beliebige Einlagen nutzen?
Nein – bei Sicherheitsschuhen nur freigegebene Kombinationen laut DGUV 112-191 und Hersteller. Sonst Risiko für Schutzabstände und Ableitung.
Wann ist der Schuh ablegereif?
Bei sicherheitsrelevantem Verschleiß oder Beschädigung: Profil, Kappe, Nähte, Verschluss. Im Zweifel ersetzen – „noch tragbar für den Hof“ ist keine betriebliche Freigabe.
Ersetzt dieser Text die SiFa?
Nein. Er erklärt Zeichen und Lesereihenfolge. Betriebliche Auswahl folgt der Gefährdungsbeurteilung; privat hilft die gleiche Logik gegen Fehlkäufe.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Deep Research; zuletzt abgerufen am 12.08.2026.

  1. DGUV – Kurzzeichen Fußschutz (abgerufen am 12.08.2026)
  2. DGUV – FAQ Fußschutz (abgerufen am 12.08.2026)
  3. DGUV Regel 112-191 (Publikation) (abgerufen am 12.08.2026)
  4. BG Bau – DGUV Regel 112-191 (PDF) (abgerufen am 12.08.2026)
  5. ATLAS Schuhe (Hersteller) (abgerufen am 12.08.2026)
  6. Lemaitre – Normen 20345 (abgerufen am 12.08.2026)
  7. bauredakteur – S1 vs S3 (abgerufen am 12.08.2026)
  8. bau.bi – Ergonomie Fußschutz (abgerufen am 12.08.2026)
  9. Strenge – Atlas alu-tec (abgerufen am 12.08.2026)
  10. DGUV Fachbereich PSA – Fußschutz (Portal) (abgerufen am 12.08.2026)