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DIN EN ISO 20345 erklärt: Sicherheitsschuhe-Normen und Kurzzeichen

Aktualisiert: August 2026

Wer nur auf „S3“ oder „SRC“ im Titel starrt, kauft oft am Risiko vorbei – die Buchstaben sind ohne Kontext missverständlich. Diese DIN EN ISO 20345 Erklärung zeigt, wie du Kategorie, Zusatzsymbole und Normjahr so liest, dass Schutzklasse und Einsatz zusammenpassen. S1P ist kein „fast wasserdichter“ S3, antistatisch „A“ nicht automatisch ESD, und SRC/SRA stehen neben neueren SR-Angaben im Markt. Modelle und Specs ordnen wir im [Strauss Sicherheitsschuhe Vergleich](/hub/arbeitsschutz/strauss-sicherheitsschuhe) ein. Hier bleibt der Fokus auf den Normen – die Gefährdungsbeurteilung hat Vorrang.

Wer nur auf „S3“ oder „SRC“ im Titel starrt, kauft oft am Risiko vorbei – die Buchstaben sind ohne Kontext missverständlich. Diese DIN EN ISO 20345 Erklärung zeigt, wie du Kategorie, Zusatzsymbole und Normjahr so liest,…

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Inhalt

S, P und O: Drei Schutzniveaus richtig trennen

Bevor Kategorien wie S1P oder S3 Sinn ergeben, trennst du die Normfamilie. Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 tragen eine Zehenkappe und sind auf hohe Beanspruchung ausgelegt – typisch 200 J Stoßenergie und 15 kN Druckkraft. Schutzschuhe nach EN ISO 20346 liegen darunter (u. a. 100 J). Berufsschuhe nach EN ISO 20347 kommen ohne Pflichtkappe aus. Im Alltag heißen alle drei oft „Arbeitsschuhe“ – fachlich riskant: Fordert die Tätigkeit Zehenschutz, reicht kein Berufsschuh, nur weil er robust aussieht. Kennzeichnungen liest du zweistufig: zuerst Normenreihe (20345 / 20346 / 20347), dann Kategorie und Zusatzsymbole. Listings nur mit „Stahlkappe“ ohne klare Klasse solltest du skeptisch prüfen.

Kategorien von SB bis S7: Was die Buchstaben abdecken

Die Kategorien der EN ISO 20345 beschreiben Mindestpakete – nicht „gut / besser / am besten“. SB ist die Basis mit Zehenkappe. S1 ergänzt u. a. geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich und kraftstoffbeständige Sohle (FO). S1P fügt Durchtrittschutz hinzu. S2 betont wasserabweisendes Obermaterial (nicht voll wasserdicht). S3 kombiniert typischerweise S2-Logik mit Durchtritt und profilierter Laufsohle. Die Revision 2022 differenziert Durchtritt feiner (P / PL / PS) und führt u. a. S6 und S7 mit WR ein. S3L markiert oft Durchtritt mit nichtmetallischer Einlage – im Cluster etwa der uvex 1 Sport. S3L „schlägt“ S1P nicht generell; es deckt andere Risiken ab. Den Klassenvergleich vertiefst du unter S1 oder S3.
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Zusatzsymbole: ESD, HRO, FO, SR/SRC

FO betrifft die Kraftstoffbeständigkeit der Sohle und steckt in vielen S1/S2/S3-Paketen. HRO meint Kontaktwärme der Laufsohle gegen eine heiße Oberfläche – nicht Schweißerschutz für den Fußrücken. ESD ist enger als das Norm-Kurzzeichen A (antistatisch): Baham listet antistatisch, uvex signalisiert ESD klarer; Socken, Einlagen und Boden bleiben Teil der Kette. Bei der Rutschhemmung begegnen dir SRA, SRC und SR. SRA/SRC stammen aus älterer Kennzeichnungslogik; SR gehört zur neueren Normfassung. Beide Welten können parallel im Handel stehen – Angabe am Produkt prüfen. Listing-Widersprüche (etwa „metallfrei“ vs. Stahlkappe in Reviews) gehören zur Spec-Prüfung: Etikett und Herstellerinfo schlagen Werbetitel.

Norm 2011/2012 vs. 2022: Parallel existierende Kennzeichnungen

Die Revision 2022 bringt feinere Durchtrittsdifferenzierung, angepasste Rutschkennzeichnung (SR) und Kategorien wie S6/S7 mit WR. Gleichzeitig bleiben ältere Baumuster im Markt – Lagerbestände und laufende Zertifizierungen ändern sich nicht über Nacht. Im Sample ist die Koexistenz konkret: Baham mit EN ISO 20345:2011 S1 und SRA; Goodyear mit S1P und SRA; uvex mit S3L und SR. SRC/SRA auf einem älteren Baumuster ist nicht „ungültig“, nur weil SR die neuere Schreibweise ist. Vergleiche Modelle über Kennzeichnung und Normjahr, nicht nur über Amazon-Titelbuchstaben.

DGUV 112-191, Einlagen und Ablegereife

EN ISO 20345 sagt, was ein Schuh typgeprüft können soll. Die DGUV Regel 112-191 und betriebliche Vorgaben sagen, wie Fußschutz ausgewählt und instandgehalten wird. Notiere die geforderte Normenreihe und Kategorie aus Gefährdungsbeurteilung – nicht erst das Modell, das gut aussieht. Beliebige Einlagen können Passform, Kappenfreiheit, Durchtrittaufbau und Ableitfähigkeit verändern; freigegeben sind nur vorgesehene Kombinationen. Ablegereife hängt am Zustand: abgelaufenes Profil, Risse, durchgetretene Sohle, deformierte Kappe, defekte Verschlüsse – keine pauschale Jahreszahl. Wer mit glatter Sohle weiterschleicht, ignoriert Rutschhemmung als Schutzziel.

Fazit: Von der Norm zur passenden Klasse

Trockene Montage ohne Durchtrittbedarf → typisch S1. Trocken mit Stichgefahr → S1P. Feuchte, Profil und Durchtritt → S3 bzw. S3L. Die „höchste“ Kategorie ist nicht automatisch die richtige. Nutze diesen Text als Glossar und die Kaufberatung als Entscheidungsweg: erst Risiko und Vorgabe, dann Kategorie und Symbole am Listing und Etikett, danach Passform – Optik und Preis zuletzt.

Häufige Fragen

Was bedeutet DIN EN ISO 20345 genau?
Die abgestimmte Norm für Sicherheitsschuhe mit Zehenkappe und hohen Anforderungen (u. a. 200 J Stoßprüfung). Sie definiert Grundanforderungen, Kategorien und Zusatzkennzeichnungen – keine Garantie gegen jede Verletzung und kein Ersatz für die Gefährdungsbeurteilung. Kategorie und Symbole am konkreten Modell prüfen und mit dem Einsatz abgleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsschuh, Schutzschuh und Berufsschuh?
Sicherheitsschuhe (EN ISO 20345) haben Kappe und hohe Prüfenergie. Schutzschuhe (EN ISO 20346) liegen darunter (u. a. 100 J). Berufsschuhe (EN ISO 20347) kommen ohne Pflichtkappe aus. „Arbeitsschuh“ ist unscharf. Verlangt die Tätigkeit Zehenschutz, brauchst du die passende 20345-Kategorie.
Reicht S1 immer für die Werkstatt?
Oft ja bei trockenem Innenbereich ohne Stichgefahr – aber nicht pauschal. Mit Durchtritt ist S1P näher; bei Feuchtigkeit eher S2/S3/S3L. S1 ist nicht wasserdicht und hat keinen Durchtrittschutz. Ob ESD nötig ist, hängt von Ableitvorgaben ab.
Was bedeuten S3L, PL und PS?
Feinere Kennzeichnung von Durchtrittschutz – oft im Kontext neuerer Normlogik bzw. nichtmetallischer Einlagen. S3L bedeutet nicht „schwächer als S3“, sondern eine andere Durchtrittskennzeichnung. Lies Herstellerinfo und Etikett, nicht nur den Titelbuchstaben.
Was bedeuten SRC, SRA und SR?
SRA/SRC sind ältere Rutschkennzeichnungen; SR gehört zur neueren Logik nach der 2022er Fassung. Beide Welten können je nach Baumuster im Markt vorkommen. Angabe am Produkt lesen; fehlt jede Kennzeichnung, weißt du weniger über die dokumentierte Prüfung.
Darf ich eigene Einlagen in Sicherheitsschuhe legen?
Nur wenn die Kombination freigegeben ist. Beliebige Einlagen können Volumen, Kappenfreiheit, Durchtrittaufbau und ESD-Ableitung verändern. DGUV 112-191 und Herstellerfreigaben sind maßgeblich – Komfort allein reicht nicht.
Wie erkenne ich Ablegereife?
Am Zustand, nicht am Kalenderjahr: abgelaufenes Profil, Risse, durchgetretene Sohle, freiliegende oder deformierte Kappe, defekte Verschlüsse, Funktionsverlust. Besonders glatte Sohlen sind ein klares Signal – Rutschhemmung ist Teil des Schutzes.
Ersetzt die Norm die Gefährdungsbeurteilung?
Nein. Die Norm beschreibt Produktanforderungen und Kennzeichnung. Die Gefährdungsbeurteilung bestimmt, welcher Fußschutz am Arbeitsplatz nötig ist. Erst Risiko, dann Kategorie und Passform.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Deep Research; zuletzt abgerufen am 12.08.2026.

  1. DGUV – Kurzzeichen Fußschutz (FAQ) (abgerufen am 12.08.2026)
  2. DGUV Beispielsammlung Fußschutz (Normenreihe 2022) (abgerufen am 12.08.2026)
  3. uvex Safety Blog – Sicherheitsklassen (abgerufen am 12.08.2026)
  4. Industrie-Fachwissen – Schutzklassen S1–S3 Vergleich (abgerufen am 12.08.2026)
  5. Engelbert Strauss – Sicherheitsschuhe Sortiment (abgerufen am 12.08.2026)
  6. Bau.bi – Kastra II und Nembus Härtetest-Bericht (abgerufen am 12.08.2026)
  7. Sievi – Sicherheitsschuhnorm EN ISO 20345:2022 (abgerufen am 12.08.2026)
  8. Elten – Technologien / Normen (abgerufen am 12.08.2026)
  9. BG ETEM – Schützen nur, wenn sie richtig passen (abgerufen am 12.08.2026)
  10. DGUV Sachgebiet Fußschutz (Portal) (abgerufen am 12.08.2026)