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Relay Attack Keyless Go: was Abschirmung kann und wo sie endet

Aktualisiert: 04.10.2026

Ihr Wagen steht vor der Tür, der Keyless-Schlüssel liegt in der Wohnung, und Sie lesen, Diebe bräuchten keine Spur am Schloss. Eine Relay Attack bei Keyless Go verlängert die Funkstrecke zwischen Schlüssel und Fahrzeug, sodass der Wagen entriegelt und startet, als stünden Sie daneben. Diese Seite erklärt das Prinzip ohne Bauanleitung, ordnet ein, was ADAC und Polizei dazu sagen, und grenzt Faraday-Box, Ablage, UWB und das Abschalten im Menü gegeneinander ab. Konkrete Modelle stehen im [Vergleich](/hub/autozubehoer/keyless-go-schutz-box); welche Bauart Sie brauchen, in der [Kaufberatung](/hub/autozubehoer/keyless-go-schutz-box/sub/keyless-go-schutz-box-kaufberatung). Die Modelle im Überblick stehen im [Keyless-Go-Schutz-Boxen Vergleich](/hub/autozubehoer/keyless-go-schutz-box).

Ihr Wagen steht vor der Tür, der Keyless-Schlüssel liegt in der Wohnung, und Sie lesen, Diebe bräuchten keine Spur am Schloss.

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Inhalt

So funktioniert die Relay-Attacke

Keyless-Systeme wecken den Schlüssel mit einem Nahfeld und tauschen danach Daten über eine weitere Funkstrecke. Solange der Schlüssel in Reichweite antwortet, behandelt das Auto ihn wie in Ihrer Hand. Ein Relais verlängert genau diese Strecke: ein Gerät in der Nähe des Schlüssels, ein zweites am Wagen. Es wird kein Schloss geknackt und keine Scheibe eingeschlagen – deshalb fehlen oft Einbruchsspuren. Das ist das Prinzip, das Francillon und Kollegen wissenschaftlich beschrieben haben und das der Chaos Computer Club Aachen für die Öffentlichkeit nachzeichnet. Mehr brauchen Sie als Halter nicht. Reichweiten, Antennenbau oder Frequenzpaare helfen Ihnen nicht beim Schutz und gehören nicht in eine Gebrauchsanweisung. Die Faraday-Box oder -Tasche nimmt den Schlüssel offline, indem sie das Funksignal dämpft, sobald der Käfig geschlossen ist. Sie verlängert nichts und blockiert keinen Angriff „am Auto“, wenn der Schlüssel danebenliegt. Ein Spalt, ein zweiter ungeschützter Schlüssel auf der Fensterbank oder ein nur angedockter Magnetdeckel lässt die Strecke wieder zu. Deshalb ist der Selbsttest an der Fahrertür der Laiennachweis, nicht der Werbesatz „100 Prozent“. Alufolie kann im Zufall dasselbe Prinzip zeigen. Sie reißt, hat keinen Verschluss und keine Routine. Als Gedankenmodell reicht sie; als Dauerschutz nicht.

Was Tests und Behörden sagen

Der ADAC beschreibt Keyless als angreifbar, solange der Funkschlüssel antwortet, und testet seit Jahren Fahrzeuge auf Relais. In der Zehn-Jahres-Bilanz blieb ein hoher Anteil der geprüften Wagen im jeweiligen Sample öffenbar; Modelle mit Ultra-Wideband hielten in diesen Setups. Das ist eine Einordnung des Fahrzeugschutzes, kein Ranking von Amazon-Boxen und keine bundesweite Diebstahlstatistik für Ihre Straße. Polizei NRW empfiehlt funkabschirmende Hüllen oder Dosen, den Selbsttest (geschützter Schlüssel dicht an die Tür; öffnet das Auto, ist die Hülle unwirksam) und eine Ablage weg von Fenster und Haustür. Das ist Nutzerschutz in Schichten, kein Versprechen, der Wagen sei danach unverwundbar. UWB misst Distanz über Laufzeit statt nur über Signalpräsenz. In den ADAC-Relais-Setups widerstand das. Bewegungssensoren im Schlüssel können ein Zeitfenster offen lassen, sobald der Schlüssel bewegt wurde. Ob Ihr Wagen UWB hat, steht im Handbuch oder bei der Marke, nicht im Titel einer Faraday-Box. Pauschal „bei UWB überflüssig“ oder „immer Pflicht“ ist beides falsch. Versicherungen behandeln Keyless-Diebstahl unterschiedlich. Ein pauschaler Beitragsvorteil durch eine Box oder eine automatische Anerkennung jeder Hülle ist nicht belegt. Nach einem Diebstahl koordinieren Polizei und Versicherer den Fall; die Box im Schrank ist dann ein Indiz für Vorsorge, kein Freibrief.

Faraday, Ablage, UWB, Deaktivieren

Die erste Schicht ist die Hülle. Geschlossene Box zu Hause, geschlossene Tasche unterwegs, Zweit-schlüssel ebenfalls. Ob Box oder Tasche, entscheidet der Alltag, nicht die Härte des Gehäuses – das steht unter Faraday-Box vs. Tasche. Abschirmung gilt nur für den Schlüssel, den Sie hineingelegt haben. Die zweite Schicht ist die Ablage. Innen, nicht auf der Fensterbank zur Straße, nicht direkt hinter der Haustür. Eine dichte Box am falschen Ort bleibt ein kurzer Weg für ein Relais, das am Fenster ansetzt. Eine leere Box im Auto, während der Schlüssel in der Jacke sendet, schützt nichts.

Die dritte Schicht sitzt im Fahrzeug

Die dritte Schicht sitzt im Fahrzeug. Manche Hersteller erlauben, Keyless im Menü abzuschalten; dann brauchen Sie die klassische Taste oder den Notstart. Das ist die wirksamste Nutzermaßnahme, wenn sie Ihr Modell anbietet – und sie ersetzt die Box nicht bei jedem Zweitwagen ohne diese Option. UWB ist Herstellerschutz, den Sie nicht nachrüsten, indem Sie ein 10-Euro-Set kaufen. Die vierte Schicht ist mechanisch: Lenkradschloss, zusätzliche Wegfahrsperre, sicherer Stellplatz. Faraday ersetzt das nicht. Werkstatt oder Fachbetrieb sind gefragt, wenn die Deaktivierung unklar ist, eine Nachrüstung geplant wird oder nach einem Diebstahl die Kette aus Anzeige und Versicherung läuft. Die Box „einmessen“ lässt sich dort nicht. Nichts davon ist absolut. Eine undichte Naht, ein vergessener Reserveschlüssel, ein Wagen ohne UWB und ein offenes Fenster zur Straße können die Schichten einzeln aushebeln. Deshalb testen Sie die Hülle nach dem Kauf und nach Verschleiß. Die Schrittfolge steht unter Keyless-Go-Schutz testen.

Häufige Fragen

Was ist eine Relay-Attacke?
Eine Verlängerung der Funkstrecke zwischen Keyless-Schlüssel und Fahrzeug, sodass der Wagen entriegelt und startet, ohne dass jemand den Schlüssel in der Hand hat. Es wird kein Schloss aufgebohrt. Technische Details zur Nachahmung gehören nicht hierher.
Hilft eine Faraday-Box dagegen?
Sie dämpft das Signal des Schlüssels, der vollständig in der geschlossenen Hülle liegt. Sie hilft nicht gegen einen zweiten, offenen Schlüssel und nicht gegen Diebstahlarten ohne Funk. Nach dem Kauf an der eigenen Tür testen.
Was ist UWB?
Ultra-Wideband prüft Distanz über Laufzeit. In ADAC-Relais-Setups hielten entsprechende Fahrzeuge. Ob Ihr Modell das hat, steht in der Fahrzeugdokumentation. Eine Amazon-Box rüstet UWB nicht nach.
Reicht Alufolie?
Als grober Nachweis, dass Metall dämpfen kann, manchmal. Als Alltagsschutz nein: kein Verschluss, reißt, keine Routine. Eine getestete Box oder Tasche ist die wiederholbare Variante desselben Prinzips.
Kann ich Keyless abschalten?
Viele, nicht alle Fahrzeuge bieten das im Menü. Prüfen Sie das Handbuch. Abschalten ist eine starke Schicht und schließt die Box nicht aus, wenn ein Zweitwagen oder ein Gastschlüssel weiter sendet.
Warum fehlen Einbruchsspuren?
Weil Relais das Funkprotokoll nutzen, nicht das Türschloss. Fehlende Kratzer bedeuten nicht, dass der Wagen „von allein“ offen war. Anzeige und Versicherung laufen trotzdem über den konkreten Fall, nicht über diese Seite.
Zahlt die Versicherung?
Das hängt vom Vertrag, vom Nachweis und vom Versicherer ab. Eine Faraday-Box begründet keinen pauschalen Schutz oder Beitragsrabatt. Nach einem Diebstahl Polizei und Versicherer direkt fragen, keine Forenregel als Zusage nehmen.
Was tun zusätzlich zur Box?
Zweit-schlüssel schließen, Ablage nach innen legen, Keyless abschalten wenn möglich, UWB-Status im Handbuch prüfen, unterwegs eine Tasche nutzen, mechanische Sicherung nach Bedarf. Die Hülle ist eine Schicht, nicht der ganze Schutz.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zu Keyless-Go und Relay-Angriffen; Stand 02.10.2026.

  1. ADAC: Keyless-Systeme (abgerufen am 02.10.2026)
  2. ADAC Presse: Zehn Jahre Keyless-Test (abgerufen am 02.10.2026)
  3. Polizei NRW: Keyless-Go (abgerufen am 02.10.2026)
  4. AUTO ZEITUNG: Keyless-Go-Schlüsselschützer im Test (abgerufen am 02.10.2026)
  5. Wikipedia: Keyless Go (abgerufen am 02.10.2026)
  6. CCCAC: Keyless Klau (abgerufen am 02.10.2026)
  7. Francillon et al.: Relay Attacks (NDSS) (abgerufen am 02.10.2026)
  8. ADAC Württemberg: Keyless-Expertenrat (abgerufen am 02.10.2026)