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Laborwaage kalibrieren: Justieren, CAL-Gewicht und was die Taste wirklich tut

Aktualisiert: Oktober 2026

Die Anzeige liegt neben einem bekannten Gewicht, und die Anleitung sagt nur CAL. Sie wollen die Waage nach dem Auspacken oder nach dem Umstellen geradeziehen und wissen nicht, ob Sie justieren, kalibrieren oder etwas tun, das nur das Eichamt darf. Bei den meisten Kompaktwaagen stellt die CAL-Taste den Bezug zu einem Gewicht neu her. Sie schreibt keinen Prüfschein. Der [Vergleich Laborwaage](/hub/buerotechnik/laborwaage/) zeigt, welche Modelle überhaupt ein Gewicht nennen. Hier geht es um die drei Begriffe, den Ablauf und die Grenze, ab der Sie aufhören sollten, selbst nachzustellen.

Die Anzeige liegt neben einem bekannten Gewicht, und die Anleitung sagt nur CAL.

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Inhalt

Drei Begriffe, die der Shop in einen Topf wirft

Justieren heißt, die Waage so nachzustellen, dass sie am Referenzgewicht den Sollwert anzeigt. Genau das startet bei externen Geräten die CAL-Taste: Sie legen das geforderte Gewicht auf, das Gerät speichert den neuen Bezug. Manche Laborwaagen justieren mit einem eingebauten Gewicht, oft als isoCAL oder interne Justierung beschrieben, sobald Temperatur oder Zeit eine Schwelle überschreiten. Kalibrieren heißt etwas anderes. Sie vergleichen die Anzeige mit einem bekannten Gewicht und dokumentieren die Abweichung, ohne sie wegzudrehen. Ein Protokoll mit Datum, Gewicht und Differenz ist eine Kalibrierung. Ein stilles CAL ist eine Justierung. Eichen ist der dritte Begriff und kein Menüpunkt. Im gesetzlichen Messwesen bestätigt eine zuständige Stelle, dass das Gerät die Anforderungen für bestimmte Verwendungen einhält. Eine justierte Marktplatzwaage ist deshalb nicht geeicht, auch wenn die Anzeige am 200-g-Stück stimmt. Fachquellen, etwa Zentrallabor und A1-ESD, trennen die drei Schritte in genau dieser Reihenfolge der Bedeutung: CAL justiert meist, Kalibrieren misst die Abweichung, Eichen bleibt behördlich. Wenn eine Anzeige „Calibration“ sagt und danach den Faktor überschreibt, haben Sie justiert. Ein Beispiel: Ein 100-g-Prüfstück liegt auf, die Waage zeigt 100,03 g. Schreiben Sie.

Internes Gewicht oder externes CAL

Interne Justierung nimmt ein Gewicht, das im Gehäuse sitzt. Sie müssen kein Stück auflegen, Sie müssen aber den Vorgang abwarten und das Gerät stehen lassen. Externe Justierung verlangt ein Gewicht mit passendem Nennwert. Die Waage gibt den Wert oft selbst vor, etwa 100 g, 200 g oder die halbe Höchstlast. Zwei aufeinanderfolgende Punkte, wie die Zweischritt-Justierung der Dipse mit zwei mal 200 g, sind immer noch extern, nur in zwei Stufen. Der Lieferumfang im aktuellen Set ist uneinheitlich. Die JINXUAN nennt ein 200-g-Gewicht. Die Dipse TP-500 verlangt zwei 200-g-Stücke und führt sie nicht als enthalten. Ein VEVOR-Bericht setzt ein 2-kg-Stück voraus. Bei der G&G steht das Gewicht nicht in der Umfangsliste, ein Review fand ein 100-g-Stück trotzdem im Karton. Die JoanLab-Zeilen sagen nur „Gewicht“, ohne Klasse und ohne Grammzahl. Steht bei einer 5-kg-Waage nichts Brauchbares dabei, können Sie nicht justieren, bis das Stück da ist. Ein Münzstapel oder eine Packung Mehl ist kein CAL-Gewicht. Nach einem Transport justieren Sie am neuen Ort, nicht im Flur davor. Die Erdbeschleunigung und die Lage ändern den Bezug, den die Zelle gelernt hat. KERN beschreibt das in den Bedienungsanleitungen als Grund, nach einem Standortwechsel neu zu justieren. Vorher müssen Libelle und Temperatur stimmen. Eine Justierung auf schiefer Waage speichert die Schräge mit. Den Aufstellablauf davor lesen Sie unter Laborwaage richtig wiegen.

Welches Prüfgewicht zur Waage passt

Der Nennwert soll zur CAL-Vorgabe der Waage passen und nahe an der Last liegen, die Sie wirklich wiegen, wenn die Anleitung nur einen Punkt erlaubt. Ein 200-g-Stück auf einer 500-g-Waage prüft die Mitte, nicht automatisch die letzten 20 g und nicht eine Überlast. Klasse kommt aus OIML R 111. Für hohe Analyseauflösung werden E1 oder E2 genannt, im Präzisionsbereich häufig F1. Ein grobes Werkstattgewicht ohne Klasse reicht nicht, um eine 0,1-mg-Anzeige zu beurteilen. Umgekehrt ist ein E1-Stück für eine 0,1-g-Schulwaage Aufwand ohne Nutzen. Halten Sie das Gewicht mit Pinzette oder Handschuh und stellen Sie es mittig ab. Ein Treffer direkt nach CAL zeigt vor allem, dass die Waage das soeben gelernte Gewicht wiederholt. Eine zweite Masse abseits des Justierpunkts sagt mehr über den übrigen Bereich. Linearitätsangaben aus dem Listing, etwa plus/minus 0,03 g bei einer 5-kg-Bonvoisin, sind ein Herstellerrahmen und kein von uns gemessenes Protokoll. Fehlt das Gewicht im Karton, beschaffen Sie den Nennwert, den die CAL-Routine verlangt, bevor Sie die Waage im Unterricht oder in der Werkstatt für bare Werte nehmen. Die Kaufberatung Laborwaage zählt das zum Lieferumfang, nicht zum Zubehör für später.

Wann Sie aufhören und eine Fachstelle brauchen

Selbst justieren ist der normale Weg für Hobby, Schule und interne Werkstatt, solange niemand mit dem Ergebnis handelt oder rezeptiert. Sobald die Waage geeicht im Verkehr eingesetzt wird, können Eingriffe in die Justierung eingeschränkt oder unzulässig sein. Ob Ihr Exemplar das betrifft, steht an Kennzeichnung und Verwendungszweck, nicht in diesem Text. Eine pauschale Eichfrist für alle Laborwaagen gibt es nicht. Für bestimmte Feinwaagen in der Apotheke nennen Fachquellen oft zwei Jahre; das prüfen Sie im konkreten Fall bei der zuständigen Stelle. Aufhören sollten Sie auch, wenn die Anzeige nach ruhigem Aufbau, geschlossener Haube und frischer Justierung weiter läuft. Ein halbes Gramm Zuwachs in einer Viertelstunde ohne Zulage, wie bei einer Bonvoisin mit 0,001 g berichtet, ist kein Justierproblem mehr, das ein weiteres CAL löst. Dann ist Service oder Austausch der ehrliche Schritt. Dokumentationspflicht, DAkkS-Kalibrierschein oder Audit ersetzt ein selbst geführtes Heft nicht, wenn der Auftrag genau diesen Schein verlangt. Dieser Text ist keine Arbeitsanweisung für eine Apotheke und kein Ersatz für die Bedienungsanleitung Ihres Modells.

Checkliste nach dem Auspacken

- Stellen Sie die Waage an den endgültigen Platz, nivellieren Sie die Libelle und warten Sie den Warmlauf ab, den die Anleitung nennt. - Schließen Sie den Windschutz, falls einer da ist, und setzen Sie die leere Platte auf null. - Lesen Sie, welches externe Gewicht die CAL-Routine verlangt, und legen Sie nur dieses Stück auf. - Starten Sie CAL erst, wenn die Anzeige vor dem Auflegen ruhig ist, und brechen Sie ab, wenn das Gerät einen anderen Nennwert fordert als den, den Sie in der Hand haben. - Prüfen Sie danach mit dem Justiergewicht und, wenn vorhanden, mit einer zweiten bekannten Masse, und notieren Sie die Differenz, wenn Sie wirklich kalibrieren wollen. - Wiederholen Sie Justierung und Stichprobe nach einem Umzug, nicht nach jeder einzelnen Probe am selben Tag. - Liegt kein passendes Gewicht bei, wie bei vielen 5-kg-Listings, beschaffen Sie es, bevor Sie die Werte verwenden.

Häufige Fragen

Was macht die CAL-Taste wirklich?
Sie startet bei den üblichen externen Kompaktwaagen eine Justierung. Das Gerät verlangt ein bestimmtes Gewicht und setzt die Anzeige auf diesen Sollwert. Es erzeugt kein Kalibrierprotokoll und keine Eichung. Zeigt das Menü danach wieder die normale Wägung, ist der Bezug neu gesetzt, nicht dokumentiert.
Brauche ich Justieren oder Kalibrieren?
Zum Arbeiten am eigenen Tisch meist das Justieren, damit die Anzeige am Referenzpunkt stimmt. Zum Nachweisen einer Abweichung das Kalibrieren, also Vergleich und Notiz ohne Verstellen. Viele Anleitungen sagen Kalibrieren und meinen den CAL-Ablauf, der justiert. Lesen Sie, ob am Ende ein Faktor überschrieben wird.
Welches Prüfgewicht, welche Klasse?
Den Nennwert, den die Waage im CAL-Schritt verlangt. Klasse E2 eher für hohe Analyseauflösung, F1 häufig für Präzisionswaagen, grobe Stücke ohne Klasse nicht für 0,1 mg. Ein Gewicht aus der Küche trifft weder Nennwert noch Klasse zuverlässig. Steht nur „Gewicht“ im Lieferumfang, fehlt Ihnen die entscheidende Angabe.
Darf ich eine geeichte Waage selbst justieren?
Das hängt von Kennzeichnung und Einsatz ab. Im Hobby ja, im eichpflichtigen Verkehr oft nein oder nur in dem Rahmen, den die Bauart zulässt. Die CAL-Taste macht aus einem nicht konformen Gerät kein geeichtes. Wenn Sie abrechnen, rezeptieren oder amtlich wiegen, klären Sie den Eingriff vorher, statt ihn zu versuchen.
Wann nach dem Auspacken justieren?
Nachdem die Waage am Einsatzort steht, die Libelle sitzt und der Warmlauf um ist. Nicht im Karton, nicht auf dem schiefen Sideboard und nicht, solange das Gerät noch die Temperatur des Transporters hat. Nach jedem echten Standortwechsel wiederholen Sie den Vorgang.
Internes Gewicht oder externes Stück?
Intern, wenn die Waage ein eingebautes Gewicht fährt und die Anleitung diesen Ablauf beschreibt. Extern, wenn Sie ein Stück auflegen müssen. Beides justiert. Nur das externe Stück können Sie auch für eine eigene Kontrollwägung abseits des CAL-Punkts verwenden, und nur, wenn Klasse und Nennwert stimmen.
Was tun, wenn kein Gewicht im Karton liegt?
Nicht mit einem Ersatzgegenstand justieren. Besorgen Sie den geforderten Nennwert in einer passenden Klasse, oder nutzen Sie die Waage nicht für Werte, auf die Sie sich verlassen. Bei mehreren 5-kg-Geräten in diesem Set ist genau das der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ein Review, der ein Gewicht vorfand, ersetzt die Lieferumfangszeile Ihres Kartons nicht.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; Stand Oktober 2026.

  1. LabSPX: Auswahl einer Laborwaage (abgerufen am 03.10.2026)
  2. Häberle: Analysenwaage vs. Präzisionswaage (abgerufen am 03.10.2026)
  3. Mettler Toledo: Genauigkeit von Analysenwaagen (abgerufen am 03.10.2026)
  4. Mess- und Eichverordnung (MessEV) (abgerufen am 03.10.2026)
  5. MessEV § 15 Aufschriften (abgerufen am 03.10.2026)
  6. OIML R 76-1 (abgerufen am 03.10.2026)
  7. A1-ESD: Analysenwaage aufstellen (abgerufen am 03.10.2026)
  8. M.u.T.: Laborwaage kaufen (abgerufen am 03.10.2026)