FI-Schalter Typ A oder Typ B: Haus & Baustelle

FI-Schalter Typ A oder Typ B erklärt: 30 mA, Typ AC unzulässig, Wallbox nach 0100-722, Baustelle 0100-704 und wann der Errichter den Typ wählt.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
FI-Schalter Typ A oder Typ B ist keine Geschmacksfrage und kein „je teurer desto sicherer“. Im Wohnungsbau ist Typ A mit 30 mA die Normalantwort; Typ AC ist in Deutschland für neue Errichtung unzulässig. Typ B wird Pflicht, wo glatte Gleichfehlerströme oder die Baustellennorm 0100-704 das verlangen – nicht hinter jedem Toaster. Der Buchstabe auf dem Gerät entscheidet, welche Fehlerkurven der Schalter überhaupt sieht.
Was der Typ auf dem Schild bedeutet
Der Fehlerstrom-Schutzschalter vergleicht, was hinausfließt und zurückkommt. Wird die Differenz größer als der Bemessungsdifferenzstrom – im Haus meist 30 mA – trennt er allpolig. Der Typ sagt, welche Kurvenform er sieht: Typ AC im Wesentlichen 50-Hertz-Sinus, Typ A zusätzlich pulsierende Gleichfehlerströme von Schaltnetzteilen und Dimmern, Typ B auch glatte Gleichfehlerströme und höhere Frequenzen.
In der Praxis steht das als Buchstabe im Rechteck auf dem Gerät, nicht als Werbespruch. Unser FI-Schalter-Vergleich sortiert nach Typ und Polzahl; der Typ-B-Vergleich ist die andere Schublade. Vierpolig oder zweipolig folgt dem Netz: TN-S mit N braucht den N-Pfad durch den FI. Ein FI ersetzt weder den Leitungsschutzschalter noch den Überspannungsschutz.
Wer nur „FI“ im Amazon-Titel liest, kauft oft Typ A oder eine unklare Importbezeichnung – Typ und IΔn vom Schild ablesen.
Wohnen: Typ A, 30 mA, kein AC
DIN VDE 0100-410 verlangt zusätzlichen Schutz durch RCD ≤ 30 mA für Steckdosen bis 32 A, die Laien nutzen, und für viele Außen- und Feuchtraumkreise. DIN VDE 0100-530 schließt Typ AC für die Errichtung in Deutschland aus. Alte Anlagen dürfen weiterlaufen, bis jemand wesentlich ändert – „weiterlaufen“ ist kein Freibrief, im Baumarkt AC nachzukaufen.
Für den Standardhaushalt ohne Wallbox und ohne trafolosen Wechselrichter reicht Typ A. Bad, Küche, Gartensteckdose: weiterhin 30 mA Typ A, nicht 300 mA als einzige Stufe. Selektivität bedeutet oft einen 300-mA-Vor-FI vor mehreren 30-mA-Endstromkreisen – das ist Komfort und Brandschutz, nicht Doppelpersonenschutz an der Dose.
Elektronik im Haus erzeugt Ableitströme im Normalbetrieb. Die Summe kann sich dem Auslösewert nähern. Dann Kreise trennen oder kurzzeitverzögerte Typ-A-Geräte nach Datenblatt – nicht die Taste blockieren. Oft reicht schon, den Gefrierschrank vom Garten-FI zu trennen.
Wallbox, PV und Frequenzumrichter
Glatte Gleichfehlerströme können einen Typ A so vormagnetisieren, dass er im echten Fehler nicht mehr auslöst. DIN VDE 0100-722 verlangt für jeden Ladepunkt einen eigenen Stromkreis und einen RCD ≤ 30 mA, der DC-Anteile abdeckt: Typ B oder Typ A plus DC-Fehlerstromerkennung ab 6 mA in der Wallbox. Fehlt die Angabe im Datenblatt, ist Typ B die konservative Lösung – nicht der Wohnungs-FI der Küche.
Photovoltaik und dreiphasige Frequenzumrichter folgen Hersteller und 0100-530: wo glatte DC zu erwarten sind, Typ B. Pauschal „PV gleich Typ B fürs ganze Haus“ ist zu grob und teuer. In Stromflussrichtung darf Typ B nicht hinter Typ A liegen; hinter Typ B darf Typ A folgen. Zwei Typ-B-Geräte in Serie plant der Errichter am Stromlauf, nicht der Amazon-Einkauf.
Baustelle 704 und der Kompaktkasten
DIN VDE 0100-704 verlangt für Drehstromsteckdosen bis 63 A allstromsensitive RCDs Typ B. Schuko darf weiter Typ A 30 mA. Hat der Verteiler nur einen FI für alles, muss dieser Typ B sein. Das ist die Welt von ACS, Prüfung und abschließbarem Trenner – nicht automatisch der Amazon-Baustromverteiler mit Typ A oder ohne Typangabe.
Wer den Kompaktkasten in den Garten steckt, kauft Personenschutz für Schuko und CEE im Kleinen. Wer eine gewerbliche Montagestelle betreibt, braucht Errichter und 704-Gerät. Ein einziger FI im BV dann Typ B; Typ B niemals hinter Typ A. CE auf dem Kompaktkasten ist kein 704-Nachweis.
Hutschiene, Selektivität und Testtaste
Der FI sitzt auf der Hutschiene in der Unterverteilung, selten als Steckdosen-FI allein. FI/LS kombiniert Personenschutz und Überstrom in einem TE-Raster – das spart Platz im Sicherungskasten, erschwert aber die Suche nach dem ausgefallenen Zweig. Vorgeordnet oft 300 mA Typ S, nachgeordnet 30 mA.
Die Testtaste erzeugt einen künstlichen Fehlerstrom. Auf Baustellen fordert die Praxis häufig tägliches Drücken; im Haushalt ein festes Intervall plus Wiederholungsprüfung durch Befähigte. Ein FI, der bei der Taste nicht fällt, ist defekt oder falsch verdrahtet – weiterbetreiben ist kein Kompromiss. Kurzzeitverzögerte Geräte dämpfen Einschaltspitzen; sie ersetzen nicht Typ B.
- Typ und IΔn vom Schild ablesen, nicht vom Karton
- Anwendung zuordnen: Wohnen, Wallbox-Datenblatt, Baustelle
- Reihenfolge im Stromlauf prüfen: kein B hinter A
- Errichter beauftragen, sobald geklemmt wird
- Nach der Arbeit Taste und Messung dokumentieren
Warnungen und Grenzen
Laien tauschen keinen FI im Kasten. Heiße Geräte, wiederholtes Auslösen, Brandgeruch: Anlage spannungsfrei durch Fachkraft. Der teure Typ B löst nicht jedes Nuisance-Tripping – oft hilft Aufteilen der Kreise. Ein defekter Neutralleiter oder eine Brücke N-PE hinter dem FI bringt Dauerauslösung; das ist Verdrahtung, kein falscher Typ.
Wer unsicher ist, fotografiert Typenschild und Stromlaufschema für den Errichter. Der Blogartikel Laien und NAV zieht die rechtliche Grenze; dieser Text endet bei der Typwahl. Preise grob: Typ A oft deutlich unter Typ B. Der Aufpreis lohnt, wo die Norm ihn verlangt – nicht als Statussymbol im Zählerschrank.
Häufiger Fehler: Typ B in den bestehenden Typ-A-Endstromkreis klemmen, ohne die vorgeschaltete Ebene zu ändern.
Häufige Fragen
Reicht ein FI Typ A im Einfamilienhaus?
Ist FI Typ AC noch erlaubt?
Wann ist Typ B Pflicht?
Darf Typ B hinter Typ A sitzen?
30 mA oder 300 mA?
Darf ich den FI selbst tauschen?
Reicht der FI im Amazon-Baustromverteiler für die BG-Baustelle?

Als Technik- und Gaming-Enthusiast betreut er Vergleiche zu Elektronik, Gadgets und Unterhaltungstechnik – getestet am Alltagsnutzen.


