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Linearmotor kaufen: Last, Hub und ED in Reihenfolge

Aktualisiert: August 2026

Wer einen Linearmotor kaufen will, starrt oft auf die größte Newton-Zahl im Titel und landet bei einem trägen, stromhungrigen Antrieb – oder bei einem zu schwachen. Diese Kaufberatung setzt eine feste Reihenfolge: Lastfall und Hebel, Hub plus eingefahrene Länge, Spannung und Strom, Schutzart, Einschaltdauer – erst danach die Produktwahl. Die Modellzahlen stehen im [Linearmotor-Vergleich](/hub/elektrotechnik/linearmotor). Hier zählt die Methodik, damit Specs dort überhaupt Sinn ergeben. Schreib den Job in einem Satz auf: Klappe, Bettplatte oder TV-Schlitten. Ohne diesen Satz bleibt jede Kraftangabe Marketing.

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Inhalt

In welcher Reihenfolge du auslegst

Zuerst beschreibst du, was sich bewegt und ob die Last axial hängt oder über ein Scharnier läuft. Bei angelenkten Klappen ist die Aktuatorkraft selten gleich der Gewichtskraft; Hebelarme treiben den Bedarf nach oben. Erst wenn Kraftbedarf und Zuschlag stehen, lohnt der Blick auf Hub und Tempo. Als Faustregel gelten 10 N grob 1 kg Gewichtskraft unter Idealbedingungen – axial geführt, kurzzeitig, innerhalb der ED. Reibung, Schräglage und weiche Halterungen fressen Reserve. Deshalb planen viele Auslegungen mit Faktor 1,5 bis 2. Notiere Newton und Millimeter getrennt, bevor du Amazontitel mit lbs vergleichst.

Hubkraft, Hublänge und eingefahrene Länge

Der Hub ist der nutzbare Weg, nicht die Gehäuselänge. Einbauraum ist eingefahrene Länge plus Hub plus Gelenkspiel. Fehlt Platz, hilft kein starker Motor. Consumer-Aktuatoren liegen typisch bei 100 bis 760 mm; Micro mit 30 mm löst andere Jobs. Kraftklassen im Set: Einstieg um 750 N, DIY-Mitte 1000–1500 N, Schwerlast-Consumer 3000–6000 N. Mehr Newton heißt hier oft weniger mm/s. Fehlende eingefahrene Länge ist ein Warnsignal: Dann planst du den Schacht blind. Kuratierte Szenarien stehen unter bester Linearmotor.
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Geschwindigkeit, Einschaltdauer und 12 V

Listings nennen häufig 5–14 mm/s. Unter Last sinkt das Tempo; wer Leerlauf und Lastwert trennt, ist transparenter. Einschaltdauer um 10 % oder 25 % bezogen auf zehn Minuten heißt: kurze Fahrten, lange Pausen. Consumer-Spindeln sind keine Dauerläufer. Ein Aktuator mit 5 mm/s und ED 10 % braucht für lange Hübe Geduld – wer alle paar Minuten voll ausfährt, verlässt das Fenster. 12 V dominiert Fahrzeug und DIY. Schwerlastmodelle ziehen mehrere Ampere – Querschnitt und Absicherung müssen passen. Kits mit Fernbedienung erleichtern den Start, koppeln dich aber an die Box. Taster statt rastendem Schalter, wenn Personen im Hubfeld sind.

IP, Selbsthemmung und wann Planung nötig ist

IP44, IP54 und IP65 sind Prüfklassen, kein Freibrief für Dauerregen. Die Einordnung steht unter Linearmotor IP-Schutz. Selbsthemmung hält viele Trapezantriebe ohne Strom – sie ersetzt keine Personenhaltebremse und keine mechanische Bettsicherung. Fachplanung ist angesagt bei CE-pflichtigen Maschinen, großen Synchronplattformen und Über-Kopf-Lasten mit Personenrisiko. Fehlt ED oder Einbaulänge im Listing, rechne konservativ und behandle die Lücke als Risiko.

Fazit: Satz notieren, dann Specs filtern

Wenn der Job leicht und kurz ist, filterst du nach 750–1000 N und kurzem Hub. Wenn die Last schwer und geführt ist, zählt dokumentierte Kraft plus ED, nicht der Werbetitel. Zwei Zylinder ohne Führung sind kein Sync. Die Tabelle hier ist Anker; die Vergleichsseite bleibt die Zahlenbasis.

Häufige Fragen

Wie rechne ich Kilogramm in Newton um?
Faustregel: 10 N entsprechen grob 1 kg Gewichtskraft. 80 kg sind also etwa 800 N Idealbedarf – zuzüglich Hebel, Reibung und Reserve. Bei Klappen mit Scharnier lohnt eine kurze Hebelrechnung, bevor du die Kraftklasse festlegst.
Was bedeutet Einschaltdauer 10 Prozent?
In einem 10-Minuten-Fenster etwa eine Minute fahren und neun Minuten Pause. Wer den Aktuator hintereinander voll aus- und einfährt, verlässt das Fenster. Überhitzen von Motor und Getriebe ist dann kein Defekt, sondern Fehlpassung zum Use-Case.
Brauche ich immer den stärksten Aktuator?
Nein. Überdimensionierte Kraft bei gleicher Baugröße kostet oft Tempo und Strom. Passende Kraft mit Reserve ist besser als Maximalmarketing. Micro-Aktuatoren mit 30 N gehören nicht in denselben Korb wie Möbel- oder Camper-Hub.
Wann zwei Linearmotoren?
Bei breiten Platten oder ungünstiger Lastverteilung. Dann Führung und möglichst gleiche Typen planen. Ohne Sync-Konzept droht Verkanten, auch wenn beide Listings baugleich aussehen.
Was, wenn lbs und Newton im Titel nicht zusammenpassen?
lbs in Newton rückrechnen und mit der N-Angabe in den technischen Details abgleichen. Den fettesten Marketingwert ignorieren. Widersprüche behandelst du wie fehlende Specs: konservativ auslegen.
Linearmotor oder Rohrmotor?
Ein Linearmotor schiebt oder zieht linear. Ein Rohrmotor sitzt in der Welle und wickelt Jalousie, Rollo oder Markise. Für Beschattung ist der Rohrmotor-Vergleich zuständig, nicht diese Spindel-Auslegung.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 30.08.2026.

  1. S+R Auslegung Elektrohubzylinder – Kraft, Hub, ED, Umgebung (abgerufen am 30.08.2026)
  2. S+R Wissen Elektrohubzylinder – Trapez vs. Kugelgewinde (abgerufen am 30.08.2026)
  3. TEA Linearaktuator vs. Spindelhubgetriebe – Bauartengrenzen (abgerufen am 30.08.2026)
  4. ATM MecVel Standard AC – Auswahlkriterien Elektrohubzylinder (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  5. Eaton – Änderungen in EN 60204-1 (abgerufen am 30.08.2026)
  6. CTB – EN 60204-1 elektrische Maschinen, Not-Halt (abgerufen am 30.08.2026)
  7. HAUTAU – Ermittlung notwendiger Hübe und Kräfte (abgerufen am 30.08.2026)
  8. BAuA – 9. ProdSV, elektrische Produkte, Maschinen- vs. Niederspannungsrichtlinie (abgerufen am 30.08.2026)