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70-200 oder 100-400? Der Vergleich der beiden Telezoom-Klassen

Aktualisiert: Oktober 2026

Im Laden liegen zwei Zooms nebeneinander, beide heißen Tele, und beide versprechen nähere Bilder. Das eine bleibt bei 200 mm lichtstark, das andere reicht bis 400 mm und wird dabei dunkler. Die Frage 70-200 oder 100-400 entscheidet nicht über ein besseres Objektiv, sondern darüber, welche Aufnahmen Ihnen heute fehlen. Ein Hallenspiel am Abend und ein Reh am Waldrand am Vormittag stellen nicht dieselbe Anforderung an Blende und Brennweite. Auf der [Teleobjektiv-Auswahl](/hub/kameraobjektive/teleobjektiv) sehen Sie das ganze Feld; hier stehen die beiden Bauformen gegeneinander. Licht, Reichweite, Gewicht und ein möglicher Telekonverter ergeben am Ende eine Richtung, die zu Porträt, Halle oder Tier passt.

Im Laden liegen zwei Zooms nebeneinander, beide heißen Tele, und beide versprechen nähere Bilder. Das eine bleibt bei 200 mm lichtstark, das andere reicht bis 400 mm und wird dabei dunkler.

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Inhalt

Lichtstärke gegen Reichweite: Das fundamentale Konzept-Duell

Ein 70–200 mm mit durchgehend f/2.8 ist für kurze Wege und wenig Licht gebaut. Das Sony FE 70–200 mm GM hält diese Blende über den gesamten Zoombereich, wiegt rund 1.480 Gramm und bringt Stabilisator sowie schnellen Dual-Autofokus mit. Ein 100–400 mm tauscht Licht gegen Distanz. Das Canon RF 100–400 mm wiegt 635 Gramm und öffnet von f/5.6 bis f/8. Das Sony FE 100–400 mm GM bleibt mit rund 1.395 Gramm und f/4.5 bis f/5.6 näher an der Profiklasse, erreicht aber ebenfalls keine durchgehende f/2.8. Zwei Stufen zwischen f/2.8 und f/5.6 bedeuten, dass Sie bei gleicher Verschlusszeit die Empfindlichkeit vierfach niedriger halten können. Dafür verdoppelt 400 mm den Abbildungsmaßstab gegenüber 200 mm. Die Kaufberatung ordnet dazu Bajonett und Stabilisator ein.

Bildwirkung und Freistellung: Warum das 70-200 mm bei Porträt und Event dominiert

Bei 200 mm und f/2.8 löst sich ein Hintergrund aus Zuschauern oder Laub sichtbar auf. Elf Blendenlamellen, wie beim Sony FE 70–200 mm GM, unterstützen ein ruhiges Bokeh; Gesicht oder Oberkörper heben sich ab. In einer Sporthalle verlangt schnelle Bewegung mindestens etwa 1/1000 Sekunde. Mit f/2.8 erreichen Sie diese Zeit bei niedrigerer Empfindlichkeit als mit f/5.6 oder f/8. Bei Trauungen und Familienfesten bleibt 70 mm noch brauchbar, während 100 mm als kürzestes Ende eines 100–400 mm schon eng werden kann. Ein 100–400 mm stellt Porträts meist bei f/5.6 bis f/8 und aus größerer Distanz frei.

Maximale Distanz: Wo das 100-400 mm im Freien seine Stärken ausspielt

Am Spielfeldrand, auf der Tribüne oder vor einem Gehege endet 200 mm oft mitten im Motiv. Ein Fußballer am anderen Strafraum oder ein Reh, das auf 40 bis 80 Metern stehen bleibt, wird bei 400 mm deutlich größer, ohne dass Sie den Platz wechseln. Fluchtdistanzen mitteleuropäischer Wildtiere liegen häufig bei 50 bis 150 Metern; dort ist 200 mm für formatfüllende Tierbilder die kürzere Seite. Das Canon RF 100–400 mm liefert diese Reichweite bei Tageslicht mit bis zu 5,5 Stufen Stabilisierung. Für kleine Vögel reicht auch 400 mm nicht immer; dann ist ein 200–600 mm die konsequentere Fortsetzung. Wie sich das im Revier auswirkt, zeigt Teleobjektiv für Tierfotografie.

Rucksack-Realität: Packmaß, Tragegewicht und Naheinstellgrenzen im Vergleich

635 Gramm gegen etwa 1.480 Gramm ist auf einer Tagestour kein Detail. Das leichte Canon-Zoom bleibt auch nach drei Stunden noch in der Hand. Das Sony 70–200 mm GM und das Sony 100–400 mm GM liegen beide nahe bei 1,4 Kilogramm; 100–400 mm bedeutet also nicht automatisch Reisegewicht. Ein ausfahrender Tubus packt kürzer, verändert beim Zoomen aber die Balance. Ein Innenzoom bleibt lang, auch wenn Sie ihn nicht benutzen. Das Canon RF 100–400 mm stellt bis 88 Zentimeter scharf, das Sony FE 100–400 mm GM bis 98 Zentimeter. Ein 70–200 mm bleibt das Werkzeug für Menschen und Action auf mittlere Distanz.

70-200 mm mit Telekonverter oder echtes 100-400 mm?

Ein 2-fach-Konverter an einem 70–200 mm f/2.8 ergibt rechnerisch 140–400 mm bei f/5.6. Damit erreichen Sie die Brennweite, verlieren aber zwei Lichtstufen, oft Tempo im Autofokus und einen Teil der Randschärfe. Ein 1,4-fach-Konverter bleibt bei etwa 98–280 mm und f/4 und schließt die Lücke zum langen Ende nicht. Fehlen Ihnen scharfe Gesichter in der Halle und ein ruhiger Hintergrund, nehmen Sie das 70–200 mm. Fehlen Ihnen Tiere und entfernte Sportler bei Tageslicht, nehmen Sie das 100–400 mm. Sobald Vögel das Hauptmotiv werden, ist ein echtes 100–400 mm oder ein 200–600 mm die ehrlichere Lösung.

Häufige Fragen

Wann reicht ein 70–200 mm nicht mehr aus?
Sobald das Motiv bei 200 mm zu klein bleibt und Sie den Standort nicht wechseln können. Das gilt für Tiere auf 50 bis 150 Metern, für Sport auf der anderen Platzhälfte und für Details in der Landschaft. In der Halle, beim Porträt und bei Events auf mittlere Distanz reicht 200 mm meistens. Die Grenze ist der Bildausschnitt, nicht die Schärfe des Objektivs.
Ist ein 70–200 mm mit 2-fach-Telekonverter gleichwertig zu einem 100–400 mm?
Nein. Aus 70–200 mm f/2.8 werden 140–400 mm bei f/5.6, mit Lichtverlust und oft langsameren Fokus. Die Leistung eines für 400 mm gerechneten Zooms erreichen Sie damit nicht zuverlässig. Ein 1,4-fach-Konverter bleibt bei etwa 280 mm und f/4 und ersetzt das lange Ende nicht. Der Konverter hilft auf einzelnen Touren, er ist kein zweites Objektiv.
Welches Objektiv ist die bessere Wahl für Reisen und Wandern?
Wenn Sie bei Tageslicht Tiere und Details mischen, spricht das Gewicht für ein leichtes 100–400 mm wie das Canon RF mit 635 Gramm und 5,5 Stufen Stabilisierung. Die Blende fällt am langen Ende auf f/8. Ein 70–200 mm f/2.8 lohnt, wenn Abendlicht und Innenräume häufiger sind als ferne Tiere. Ein Profi-100–400 mm nahe 1,4 Kilogramm spart gegenüber dem f/2.8-Zoom kaum Gewicht.
Welches eignet sich besser für Porträts und Familienfeste?
Das 70–200 mm mit f/2.8. Sie behalten bei 70 mm einen weiteren Bildwinkel für Gruppen und gewinnen bei 200 mm die Freistellung. Ein 100–400 mm startet oft erst bei 100 mm und wird in kleinen Räumen schnell zu lang. Bei Kerzenlicht zwingt die geringere Lichtstärke zu höheren ISO-Werten. Im Freien bei Sonne trägt es einzelne Porträts nur nebenbei.
Eignet sich das 100–400 mm auch für Nahaufnahmen von Blumen oder Insekten?
Ja, im Rahmen der angegebenen Vergrößerung. Das Canon RF 100–400 mm geht bis 88 Zentimeter und 0,41-fach, das Sony FE 100–400 mm GM bis 98 Zentimeter und 0,35-fach. Damit gelingen Blüten und größere Insekten, kein Maßstab eines Makroobjektivs mit 1,0-fach. Winzige Details verlangen weiterhin ein Makro oder einen stärkeren Beschnitt.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zu Bildstabilisierung, Telebrennweite und Wildlife-Fotografie; Zuordnung am 13.10.2026.

  1. CIPA DC-011-2015: Standard for Image Stabilization Performance of Digital Cameras (abgerufen am 13.10.2026)
  2. fotoMAGAZIN: Klassische Teleobjektive – Einsatzbereiche und Auswahl (abgerufen am 13.10.2026)
  3. fotoMAGAZIN: Telezooms Kaufberatung: 500mm und mehr (abgerufen am 13.10.2026)
  4. fotowissen.eu: Ratgeber Teleobjektive für die Wildlife-Fotografie (abgerufen am 13.10.2026)
  5. Testberichte.de: Die besten Teleobjektive im Test (abgerufen am 13.10.2026)