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Schnittmuster abpausen

Aktualisiert: 13.10.2026

Sie haben ein Heft oder einen Ausdruck und wollen eine Größe nähen, ohne den Bogen zu zerschneiden. Abgepaust wird eine vollständige Arbeitskopie. Zerschnitten wird nur sie. Diese Seite führt Linie, Fadenlauf, Knipse und Nahtzugabe auf diese Kopie. Sie ist kein Produktvergleich. Welche Rolle zur Vorlage passt, steht in der [Kaufberatung](/hub/papier-und-folien/schnittmusterpapier/sub/schnittmusterpapier-kaufberatung). Die Rollen selbst liegen auf der [Hauptseite](/hub/papier-und-folien/schnittmusterpapier). Den Maßstab eines PDF prüfen Sie vorher auf der Seite [PDF-Schnittmuster ausdrucken](/hub/papier-und-folien/schnittmusterpapier/sub/schnittmusterpapier-pdf-ausdrucken). Liegt der Ausdruck daneben, pausen Sie den Fehler mit ab. Durchsichtiges oder halbtransparentes Papier ist die Voraussetzung. Alles Weitere ist Sorgfalt: die Bahn stilllegen, nur die eigene Größe mitnehmen, Markierungen vollständig beschriften, die Nahtzugabe nur einmal ansetzen.

Sie haben ein Heft oder einen Ausdruck und wollen eine Größe nähen, ohne den Bogen zu zerschneiden. Abgepaust wird eine vollständige Arbeitskopie. Zerschnitten wird nur sie.

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Inhalt

Warum der Bogen ganz bleibt

Heftbögen sind oft beidseitig bedruckt und tragen mehrere Größen in verschiedenen Farben übereinander. Schneiden Sie eine Größe aus, fehlt die Rückseite, und die Nachbargröße ist angeschnitten. Ein Mehrgrößenschnitt bleibt nur brauchbar, solange der Bogen ganz bleibt. Die Arbeitskopie auf der Rolle ist das Stück, das an die Schere darf. Sie legen die Bahn größer als das Teil auf die Vorlage, damit Linie und Beschriftung nicht am Rand abbrechen. Ein aufgedrucktes Raster ist dafür oft die schlechtere Bahn, weil dunkle Kästchen feine Striche verdecken. Wann das Karo trotzdem sinnvoll ist, steht bei gerastert oder blanko. Sehr dünnes Papier lässt die Linie gut sehen und locht sich an der Nadel. Gewichte halten die Lagen, ohne das Papier zu durchstechen. Eine gekaufte Vorlage dürfen Sie für den eigenen Gebrauch in einer einzelnen Kopie abpausen. Paragraf 53 des Urheberrechtsgesetzes meint diese Privatkopie. Die Kopie ist nicht für den Verkauf bestimmt. Das ist die gesetzliche Einordnung, kein Rechtsrat für Ihren Fall.

Fixieren und die eine Linie

Verrutscht die Bahn, wandert die Größe, ohne dass der Stift wackelig aussieht. Sie beschweren die Ecken und die Mitte mit Gewichten, Büchern oder einem Lineal, bevor der Stift aufsetzt. Stecknadeln sind die schlechtere Fixierung, wo das Papier an der Einstichstelle einreißt. Erst wenn alles stillliegt, suchen Sie Ihre Größenlinie. Liegen mehrere Farben übereinander, gehört nur Ihre Größe auf die Kopie. Die Nachbarlinie ist eine andere Konfektionsgröße, kein Saum und keine Nahtzugabe. Arbeiten Sie an einem Fenster, auf einem Leuchttisch oder unter einer Lampe, die durch die Lagen fällt. Sieht noch nichts durch, helfen Andrücken und mehr Licht. Mehr Grammatur wäre der falsche nächste Schritt, denn schwereres Papier wird milchiger, nicht klarer. Eine leichtere blanko Bahn ist dann die passendere Wahl, nicht ein dunkleres Karo. Der Bleistift auf der Bahn ist für feine Heftlinien der sicherere Weg. Ein Kopierrädchen braucht Durchschlagpapier und locht dünnes Papier. Es spart Zeit bei langen Geraden und kostet die feine Markierung, sobald das Loch die Linie ersetzt. Ein knittriges Original bügeln Sie nur vorsichtig. Leichte Bahnen wellen sich unter Hitze.

Was auf der Kopie stehen muss

Die Außenlinie allein ist keine Arbeitskopie. Der Fadenlauf steht mit beiden Enden auf dem Teil, weil Sie beim Zuschnitt die Pfeilrichtung parallel zur Webkante legen. Ein Pfeil ohne Spitze oder ohne Ansatz lässt sich auf dem Stoff drehen, ohne dass Sie es an der Kopie merken. Knipse verbinden Vorderteil und Seitenteil an der richtigen Höhe. Fehlen sie, raten Sie an der Maschine, welche Höhe zusammengehört. Abnäher brauchen Spitze und Ansatz. Eine Bruchlinie muss als solche beschriftet sein. Schneiden Sie sie wie eine Naht, fehlt die halbe Breite. Auf jedes Teil gehören Name, Größe und Zuschnittzahl. Zweimal im Stoffbruch und einmal als Paar sind verschiedene Zuschnitte. Was Sie nicht mitnehmen, fehlt auf dem Stoff, sobald das Original wieder im Schrank liegt.

Nahtzugabe einmal, nicht zweimal

Ob die Nahtzugabe schon in der Außenlinie steckt, steht in der Anleitung des Schnitts, nicht in einer allgemeinen Norm. Bei manchen Heften und bei vielen eigenen Schnitten ist die Zugabe bereits enthalten. Dann zeichnen Sie sie nicht noch einmal außen herum. Sonst wird das Teil um die doppelte Zugabe zu groß. Fehlt die Zugabe, ergänzen Sie sie auf der Kopie um die Nahtlinie herum und schreiben den Wert dazu. Häufig nennen Anleitungen 1,5 cm. Dieser Wert gilt nur, wenn Ihre Anleitung ihn nennt. Dieselbe Anleitung kann am Saum, am Ausschnitt oder an einer Naht einen anderen Wert setzen. Eine größere Zugabe am Saum schreiben Sie als Saum auf die Kopie, nicht als versteckte Naht. Erst wenn Linie, Markierungen und Zugabe auf der Kopie stehen, schneiden Sie die Kopie aus. Das Original bleibt ganz. Legen Sie die Kopie beim Zuschnitt so auf den Stoff, dass der Fadenlauf zur Webkante parallel liegt. An einer sehr leichten Bahn halten Gewichte besser als ein dichter Nadelwald. Die Kopie darf danach knittern. Der Bogen im Heft nicht.

Häufige Fragen

Warum das Heft nicht einfach ausschneiden?
Weil Mehrgrößen und beidseitiger Druck mit dem ersten Schnitt verloren gehen. Die Arbeitskopie darf zerschnitten werden, der Bogen bleibt ganz, damit die nächste Größe noch auf dem Papier steht.
Ist die Nahtzugabe schon drin?
Das steht in der Anleitung Ihres Schnitts. Ist sie enthalten, zeichnen Sie keine zweite. Fehlt sie, ergänzen Sie sie auf der Kopie und vermerken den Wert. 1,5 cm ist ein häufiger Hinweis, keine Norm, die jede Anleitung überschreibt.
Gewichte oder Stecknadeln?
Gewichte, solange die Bahn dünn ist und an der Nadel einreißt. Nadeln erst auf der Kopie, wenn Sie auf den Stoff stecken, und auch dort sparsam auf leichtem Papier. Verrutschen während des Abpausens verändert die Größe leiser als ein sichtbarer Knick.
Bleistift oder Kopierrädchen?
Bleistift unter Licht für feine Linien, Abnäher und Knipse. Das Rädchen nur mit Durchschlagpapier und im Wissen, dass es dünnes Papier locht und die Linie durch eine Perforation ersetzt.
Darf ich ein gekauftes Schnittmuster für mich abpausen?
Eine einzelne Privatkopie für den eigenen Gebrauch ist der Rahmen von Paragraf 53 des Urheberrechtsgesetzes. Verkaufen dürfen Sie diese Kopie nicht. Das ersetzt keine Beratung zu Ihrem Fall.
Wann ist das Papier zu milchig, und was dann?
Wenn unter Licht und mit Andrücken keine Linie kommt. Dann ist eine leichtere blanko Bahn die passendere Wahl. Ein dunkles Raster verschlechtert die Sicht oft zusätzlich. Schwereres Papier macht die Bahn nicht klarer.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 13.10.2026.

  1. DIN EN ISO 536:2020, flächenbezogene Masse (abgerufen am 13.10.2026)
  2. DIN 6730:2011-02, Papier, Pappe und Faserstoff (abgerufen am 13.10.2026)
  3. Wikipedia: Pauspapier (abgerufen am 13.10.2026)
  4. Prym: Schnittmusterpapier neutral oder gerastert (abgerufen am 13.10.2026)
  5. Stoeffler: Schnittmusterpapier Sorte 111-51 (abgerufen am 13.10.2026)
  6. BurdaStyle: A0-Schnittmuster (abgerufen am 13.10.2026)
  7. § 53 UrhG, Vervielfältigungen zum privaten Gebrauch (abgerufen am 13.10.2026)
  8. Oma Schmidts Masche: Schnittmuster abpausen (abgerufen am 13.10.2026)