Rohrreinigung: Hausmittel vs. Profi-Werkzeuge – Was hilft wirklich?

Rohrreinigung: Hausmittel vs. Profi-Werkzeuge – was hilft wirklich? Wir vergleichen Wirksamkeit, Kosten und Risiken. Test-Ergebnisse zeigen: Beide haben ihre Berechtigung.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
Hausmittel und Profi-Werkzeuge haben beide ihre Berechtigung, aber sie funktionieren bei unterschiedlichen Problemen. Hausmittel sind kostenlos oder günstig, Natron plus Essig kostet nichts, ein Pömpel kostet 5 bis 15 Euro, und funktionieren bei leichten Verstopfungen wie organische Ablagerungen, Fett, wenn das Wasser noch langsam abfließt. Profi-Werkzeuge sind wirksamer, eine Spirale kostet 10 bis 25 Euro, ein Pressluft-Rohrreiniger kostet 17 bis 60 Euro, bei hartnäckigen Verstopfungen und tief sitzenden Blockaden.
Die Wirksamkeit von Hausmitteln ist begrenzt, bei Fremdkörpern, starken Kalkablagerungen oder tief sitzenden Blockaden sind sie meist wirkungslos. Die Kombination ist möglich, erst Hausmittel versuchen, dann Profi-Werkzeuge. Bei wiederkehrenden Verstopfungen oder Beschädigungen am Rohr sollte ein Profi gerufen werden. Wenn du häufiger mit Verstopfungen zu kämpfen hast, lohnt sich die Investition in eine Rohrreinigungsspirale oder einen Pressluft-Rohrreiniger schnell, sowohl finanziell als auch zeitlich.
Hausmittel: Was funktioniert wirklich?
Wenn der Abfluss verstopft ist, greifen die meisten Menschen zuerst zu Hausmitteln. Das ist verständlich, sie sind meist bereits im Haushalt vorhanden, kosten nichts oder nur wenige Euro, und versprechen eine schnelle Lösung ohne Chemikalien. Aber nicht alle Hausmittel funktionieren gleich gut, und manche können sogar schaden. Hier ist, was wirklich hilft und was du besser vermeidest.
Natron + Essig: Die Kontroverse
Die Kombination aus Natron oder Backpulver und Essig ist wohl das bekannteste Hausmittel gegen verstopfte Abflüsse. In unzähligen Haushaltstipps wird empfohlen, vier Esslöffel Backpulver in den Abfluss zu geben und dann sofort eine halbe Tasse Essigessenz nachzugießen. Die chemische Reaktion erzeugt CO₂-Gas, das spektakulär sprudelt und Blasen bildet. Diese Blasen sollen Ablagerungen mechanisch lockern, zumindest in der Theorie.
Das Problem: Die Verbraucherzentrale NRW warnt jedoch, dass Säure Essig und Base Natron sich neutralisieren. Das beeindruckende Schäumen durch CO₂-Freisetzung ersetzt keine echte Reinigungsleistung, die säuerliche Wirkung gegen Kalk und die basische Wirkung gegen Fett gehen teilweise verloren. In der Praxis bedeutet das: Die Methode funktioniert bei leichten Verschmutzungen durchaus, weil das entstehende Kohlendioxid kleinere Ablagerungen mechanisch lockert und der Essig Seifen- und Spülmittelreste löst. Aber bei hartnäckigen Verstopfungen oder tief sitzenden Blockaden ist sie meist wirkungslos.
Wann funktioniert es? Bei leichten, organischen Verstopfungen, wenn das Wasser noch langsam abfließt, und bei oberflächlichen Blockaden im Siphon-Bereich. Wann nicht? Bei hartnäckigen Verstopfungen, tief sitzenden Blockaden, Fremdkörpern oder starken Kalkablagerungen.
Empfehlung: Experten raten zur getrennten Anwendung je nach Aufgabe: Kalk und Urinstein mit Haushaltsessig oder Zitronensäure, Fett und Seifenreste sowie Gerüche mit Natron in warmem Wasser. Nur Natron in heißem Wasser, ein Esslöffel auf 250 bis 300 Milliliter, kann für leicht verschlammte Abflüsse hilfreich sein.
Kochendes Wasser: Einfach und effektiv
Kochendes Wasser ist vermutlich das einfachste Hausmittel überhaupt, kein Mischen, kein Werkzeug, einfach nur heißes Wasser in den Abfluss gießen. Aber genau hier liegt auch die Einschränkung: Es funktioniert nur bei bestimmten Verstopfungen.
Heißes Wasser verflüssigt Fettablagerungen, besonders in Küchenspülen, wo sich Fett und Öl sammeln. Oft reicht eine Kanne kochendes Wasser aus, um den Abfluss wieder frei zu bekommen. Die Wirksamkeit ist bei leichten Fettablagerungen durchaus beeindruckend, aber sie hat klare Grenzen.
Vorsicht bei PVC-Rohren, kochendes Wasser kann Kunststoffrohre beschädigen oder verformen. Bei älteren Rohren oder beschädigten Rohren sollte vorsichtig vorgegangen werden. Am besten verwendest du kochendes Wasser bei leichten Fettablagerungen in der Küche, wenn das Wasser noch langsam abfließt, und als erste Maßnahme vor anderen Methoden. Bei hartnäckigen Verstopfungen, bei PVC-Rohren mit Risiko von Beschädigungen oder wenn das Wasser komplett verstopft ist, solltest du auf andere Methoden zurückgreifen.
Pömpel oder Saugglocke: Mechanisches Hausmittel
Der Pömpel, auch Saugglocke genannt, ist das klassischste mechanische Hausmittel und eines der wirksamsten. Im Gegensatz zu chemischen Methoden wirkt er durch rein mechanische Kraft: Das Waschbecken wird mit Wasser gefüllt, der Pömpel über dem Abfluss positioniert und kräftig gepumpt. Der Unterdruck löst grobe Verschmutzungen wie Essensreste und Haare.
Der Pömpel ist sehr effektiv bei groben Verschmutzungen, besonders bei Haaren, Essensresten und oberflächlichen Blockaden. Oft reichen 10 bis 15 Pumpstöße aus, um die Verstopfung zu lösen. Mit 5 bis 15 Euro ist er eine einmalige Investition, die sich schnell lohnt. Am besten verwendest du ihn bei groben Verschmutzungen wie Haare oder Essensreste, bei oberflächlichen Blockaden im Siphon-Bereich, und als erste mechanische Maßnahme vor Profi-Werkzeugen.
Wichtig zu wissen: Der Pömpel steht zwischen Hausmittel und Profi-Werkzeug, günstig, einfach anzuwenden, aber bei hartnäckigeren Problemen sind Rohrreinigungsspiralen oder Pressluft-Rohrreiniger besser. Bei tief sitzenden Blockaden, mehr als 1 bis 2 Meter vom Abfluss entfernt, oder sehr hartnäckigen Verstopfungen reicht der Pömpel oft nicht aus.
Was nicht funktioniert
Nicht jedes vermeintliche Hausmittel hilft wirklich. Kaffeesatz ist zum Beispiel kein wirksames Hausmittel, die fetthaltige Substanz verschlimmert Verstopfungen eher, statt sie zu lösen. Kaffeesatz sollte nicht in den Abfluss gegeben werden, auch wenn er manchmal als natürlicher Reiniger beworben wird.
Bei zu viel Natron plus Essig kann es zu Klumpenbildung kommen, die die Verstopfung verschlimmert. Die konzentrierten Chemikalien verhärten sich und erschweren die Reinigung später. Hier zeigt sich: Mehr ist nicht immer besser.
Fazit: Hausmittel funktionieren hauptsächlich bei leichten, organischen oder fetthaltigen Verstopfungen. Bei Fremdkörpern, starken Kalkablagerungen oder tief sitzenden Blockaden sind sie meist wirkungslos – mehr zum Vergleich Spirale vs. Chemie findest du in unserem Ratgeber.
Profi-Werkzeuge: Wann sind sie nötig?
Wenn Hausmittel nicht mehr helfen, kommen Profi-Werkzeuge ins Spiel. Sie sind die Lösung bei hartnäckigen Verstopfungen, aber wann sind sie wirklich nötig? Und lohnt sich die Investition? Die Antwort hängt von der Art der Verstopfung ab, aber auch von der Häufigkeit des Problems.
Rohrreinigungsspirale: Für hartnäckige Verstopfungen
Die Rohrreinigungsspirale ist eine bewährte mechanische Lösung für Rohrverstopfungen, besonders bei hartnäckigen Problemen, die Hausmittel nicht lösen können. Die flexible Metallspirale wird langsam in den Abfluss eingeführt und durch Drehen mit einer Kurbel in die Verstopfung gebohrt. Die Kralle oder der Haken an der Spitze greift Verschmutzungen wie Haare oder Textilien und zieht sie heraus. Manuelle Modelle werden per Hand gekurbelt, elektrische Modelle können mit einer Bohrmaschine betrieben werden.
Die Spirale erreicht 100 Prozent Reinigungswirkung bei hartnäckigen Verstopfungen, besonders bei Haaren, Textilien und tief sitzenden Blockaden. Sie kann bis zu 20 Meter tief in Leitungen vordringen, was sie deutlich überlegen macht gegenüber Hausmitteln. Eine manuelle Spirale kostet 10 bis 25 Euro für 3 bis 7,5 Meter Länge, Premium-Modelle mit Trommelgehäuse und Bohrmaschinenaufsatz kosten 30 bis 140 Euro für 15 bis 30 Meter Länge.
Wann sinnvoll? Bei hartnäckigen Verstopfungen, die Hausmittel nicht lösen, bei tief sitzenden Blockaden, mehr als 1 bis 2 Meter vom Abfluss entfernt, und bei wiederkehrenden Verstopfungen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Umweltfreundlich ohne Chemikalien, wirksam auch bei Totalverstopfung, erreicht tiefe Blockaden, schonend für Rohre. Eine Rohrreinigungsspirale ist die beste Wahl für hartnäckige Verstopfungen, umweltfreundlich, wirksam und kosteneffizient.
Pressluft-Rohrreiniger: Schnell und kraftvoll
Der Pressluft-Rohrreiniger ist ideal für schnelle Lösungen bei nahen Verstopfungen. Eine Handpumpe baut Druck auf, bis zu 3 bis 4 bar, dieser Druck wird schnell freigesetzt und löst die Verstopfung. Verschiedene Adapter passen für unterschiedliche Abflüsse wie Waschbecken, Dusche oder WC, was ihn vielseitig einsetzbar macht.
Der Pressluft-Rohrreiniger ist sehr effektiv bei nahen Verstopfungen im Siphon-Bereich, besonders bei Fett- und Seifenablagerungen. Oft reichen 1 bis 2 Pumpstöße aus, um das Problem zu lösen. Budget-Modelle kosten 17 bis 25 Euro, Premium-Modelle 30 bis 60 Euro, Kombi-Sets mit Spirale 60 Euro oder mehr.
Wann sinnvoll? Bei leichten bis mittleren Verstopfungen, die nah am Abfluss sind, besonders im Siphon-Bereich, und wenn Schnelligkeit gefragt ist. Die Vorteile: Schnell, oft unter 10 Minuten, kraftvoll, umweltfreundlich ohne Chemikalien, saubere Anwendung ohne direkten Kontakt mit Abwasser. Ein Pressluft-Rohrreiniger ist ideal für schnelle Lösungen bei nahen Verstopfungen, schnell, kraftvoll und umweltfreundlich.
Rohrreinigungsmaschine: Für Profis
Rohrreinigungsmaschinen sind für Profis gedacht, aber wann sind sie wirklich nötig? In den meisten Fällen reichen handelsübliche Profi-Werkzeuge wie Spiralen oder Pressluft-Rohrreiniger aus. Eine Profi-Reinigung kostet 50 bis 100 Euro pro Einsatz, Notdienst teurer, und bei regelmäßigen Verstopfungen sind eigene Profi-Werkzeuge deutlich kosteneffizienter.
Wann sinnvoll? Bei wiederkehrenden Verstopfungen, die Ursache muss gefunden werden, bei tief sitzenden Blockaden, die normale Profi-Werkzeuge nicht erreichen, und bei komplexen Fällen mit mehreren betroffenen Abflüssen. In solchen Situationen ist es oft besser, einen Profi zu rufen, als selbst zu experimentieren.
Fazit: Profi-Werkzeuge sind nötig bei hartnäckigen Verstopfungen, die Hausmittel nicht lösen. Die Investition amortisiert sich schnell im Vergleich zu Profi-Reinigungen, besonders bei regelmäßigen Verstopfungen.
Direkter Vergleich: Wirksamkeit, Kosten, Zeitaufwand
Wie schneiden Hausmittel und Profi-Werkzeuge im direkten Vergleich ab? Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede und hilft dir, die richtige Entscheidung zu treffen.
Wirksamkeit im Vergleich
Bei der Wirksamkeit zeigen sich deutliche Unterschiede. Natron plus Essig erreicht nur 30 bis 50 Prozent Wirksamkeit bei leichten Verschmutzungen und 0 Prozent bei hartnäckigen Verstopfungen. Kochendes Wasser schafft 40 bis 60 Prozent bei leichten Fettablagerungen, versagt aber komplett bei hartnäckigen Verstopfungen. Der Pömpel liegt mit 60 bis 80 Prozent Wirksamkeit bei groben Verschmutzungen deutlich höher, erreicht aber 0 Prozent bei tief sitzenden Blockaden.
Profi-Werkzeuge schneiden deutlich besser ab: Eine Rohrreinigungsspirale erreicht 80 bis 100 Prozent Wirksamkeit bei den meisten Verstopfungen und kann tiefe Blockaden erreichen. Ein Pressluft-Rohrreiniger schafft 70 bis 90 Prozent bei nahen Verstopfungen im Siphon-Bereich, ist aber begrenzt bei tiefen Blockaden. Kombi-Sets erreichen 90 bis 100 Prozent Wirksamkeit durch Kombination beider Methoden.
Fazit: Profi-Werkzeuge sind deutlich wirksamer, besonders bei hartnäckigen Verstopfungen und tief sitzenden Blockaden. Hausmittel reichen nur bei leichten Problemen. Wenn du häufiger mit Verstopfungen zu kämpfen hast, lohnt sich die Investition in eine Rohrreinigungsspirale oder einen Pressluft-Rohrreiniger schnell.
Kostenvergleich
Bei den Kosten scheinen Hausmittel zunächst im Vorteil zu sein. Natron plus Essig kostet nichts oder nur 1 bis 2 Euro für Zutaten, meist bereits im Haushalt vorhanden. Kochendes Wasser ist kostenlos, nur Energie für Wasserkocher. Ein Pömpel kostet 5 bis 15 Euro einmalig und kann jahrelang verwendet werden.
Profi-Werkzeuge erfordern eine höhere Anfangsinvestition: Eine Rohrreinigungsspirale kostet 10 bis 25 Euro manuell oder 30 bis 140 Euro Premium einmalig. Ein Pressluft-Rohrreiniger kostet 17 bis 60 Euro einmalig, Kombi-Sets 60 Euro oder mehr einmalig.
Aber hier kommt der entscheidende Punkt: Eine Profi-Reinigung kostet 50 bis 100 Euro pro Einsatz, Notdienst teurer. Profi-Werkzeuge amortisieren sich bereits nach 1 bis 2 Anwendungen, 50 bis 100 Euro Profi-Kosten gespart. Bei regelmäßigen Verstopfungen, beispielsweise 4 bis 6 Mal pro Jahr, sparen Profi-Werkzeuge 200 bis 500 Euro pro Jahr im Vergleich zu Profi-Reinigungen.
Beispielrechnung: Bei einer Familie mit häufigen Verstopfungen, 6 Mal pro Jahr, kostet die Profi-Reinigung 300 bis 600 Euro pro Jahr. Ein Kombi-Set für 60 Euro spart bereits im ersten Jahr 240 bis 540 Euro, und das bei besserer Kontrolle und schnellerer Lösung.
Fazit: Profi-Werkzeuge sind langfristig kosteneffizienter, besonders bei regelmäßigen Verstopfungen. Die einmalige Investition spart langfristig Geld. Wenn du also häufiger mit Verstopfungen zu kämpfen hast, lohnt sich die Anschaffung einer Rohrreinigungsspirale oder eines Pressluft-Rohrreinigers schnell.
Zeitaufwand
Auch beim Zeitaufwand zeigen sich Unterschiede. Natron plus Essig benötigt 15 bis 30 Minuten Einwirkzeit, dann Nachspülen. Kochendes Wasser wirkt zwar sofort, aber oft sind mehrere Durchgänge nötig. Ein Pömpel schafft es oft unter 5 Minuten, aber bei hartnäckigen Verstopfungen sind mehrere Versuche nötig.
Profi-Werkzeuge sind deutlich schneller: Eine Rohrreinigungsspirale schafft es unter 10 Minuten bei den meisten Verstopfungen. Ein Pressluft-Rohrreiniger benötigt ebenfalls unter 10 Minuten, oft nur 1 bis 2 Pumpstöße. Kombi-Sets schaffen es unter 15 Minuten durch Kombination beider Methoden.
Fazit: Profi-Werkzeuge sind schneller, besonders bei hartnäckigen Verstopfungen. Hausmittel benötigen mehr Zeit und oft mehrere Versuche. Wenn Zeit ein Faktor ist, lohnt sich die Investition in Profi-Werkzeuge allein schon deshalb.
Wann welche Methode wählen? Eine Entscheidungshilfe
Die Entscheidung zwischen Hausmitteln und Profi-Werkzeugen hängt von der Art der Verstopfung ab. Diese Entscheidungshilfe zeigt dir, wann welche Methode besser ist und hilft dir, Zeit und Geld zu sparen.
Szenarien für Hausmittel
Hausmittel sind ideal für Verstopfungen, die nah am Abfluss sind, besonders im Siphon-Bereich. Organische Ablagerungen, Fett und Seifenreste können oft mit Hausmitteln gelöst werden. Wenn das Wasser noch langsam abfließt, sind Hausmittel oft ausreichend. Die Verstopfung ist noch nicht komplett, und Hausmittel können sie lösen.
Hausmittel können als erste Maßnahme verwendet werden, wenn sie nicht ausreichen, können Profi-Werkzeuge folgen. Die Kombination ist besonders effektiv. Aber es gibt klare Grenzen: Bei hartnäckigen Verstopfungen, die Hausmittel nicht lösen, bei tief sitzenden Blockaden, mehr als 1 bis 2 Meter vom Abfluss entfernt, bei Fremdkörpern oder starken Kalkablagerungen, oder bei Totalverstopfung, wenn das Wasser komplett blockiert ist, reichen Hausmittel nicht aus.
Szenarien für Profi-Werkzeuge
Profi-Werkzeuge sind nötig bei Verstopfungen, die Hausmittel nicht lösen, besonders bei Haaren, Textilien und tief sitzenden Blockaden. Sie erreichen bis zu 20 Meter tief, ideal für Verstopfungen, die Hausmittel nicht erreichen. Bei wiederkehrenden Verstopfungen sind Profi-Werkzeuge sinnvoll, sie lösen das Problem zuverlässiger und langfristiger.
Aber auch Profi-Werkzeuge haben ihre Grenzen: Bei sehr komplexen Fällen mit mehreren betroffenen Abflüssen oder bei Beschädigungen am Rohr wie Risse oder Undichtigkeit solltest du einen Profi rufen.
Kombinationsstrategien
Die Kombination von Hausmitteln und Profi-Werkzeugen ist besonders effektiv. Erst Hausmittel versuchen, beispielsweise kochendes Wasser oder Natron plus Essig, dann Profi-Werkzeuge wie Pömpel, Spirale oder Pressluft-Rohrreiniger verwenden. Diese Strategie spart Zeit und Geld, du startest mit den günstigsten Methoden und steigerst dich nur, wenn nötig.
Beispiel-Ablauf: Als erste Maßnahme kochendes Wasser oder Natron plus Essig versuchen. Wenn das nicht hilft, einen Pömpel verwenden. Wenn das nicht hilft, eine Rohrreinigungsspirale oder einen Pressluft-Rohrreiniger verwenden. Als letzte Maßnahme, wenn nichts hilft, einen Profi rufen.
Entscheidungsbaum: Ist die Verstopfung leicht, Wasser fließt noch langsam? Dann Hausmittel versuchen, kochendes Wasser oder Natron plus Essig. Hat das Hausmittel geholfen? Fertig. Wenn nicht: Ist die Verstopfung nah am Abfluss, Siphon-Bereich? Dann Pömpel oder Pressluft-Rohrreiniger verwenden. Wenn nicht: Ist die Verstopfung tief oder hartnäckig? Dann Rohrreinigungsspirale verwenden. Wenn nicht: Profi rufen.
Risiken und Grenzen: Was du wissen musst
Beide Methoden bergen Risiken, aber bei richtiger Anwendung sind sie sicher. Verstehen, welche Risiken bestehen, hilft dir, Schäden zu vermeiden und die richtige Entscheidung zu treffen.
Risiken von Hausmitteln
Bei falscher Anwendung von Natron plus Essig reduziert die Neutralisation von Säure und Base die Wirksamkeit. Bei Überdosierung kann es zu Klumpenbildung kommen, die die Verstopfung verschlimmert. Kochendes Wasser kann Kunststoffrohre beschädigen oder verformen, besonders bei PVC-Rohren. Vorsicht bei älteren Rohren oder beschädigten Rohren. Ein Pömpel kann Dichtungen beschädigen bei falscher Anwendung, besonders bei älteren Armaturen. Zu viel Gewalt kann zu Undichtigkeit führen.
Grenzen von Hausmitteln: Bei Fremdkörpern, starken Kalkablagerungen oder tief sitzenden Blockaden sind Hausmittel meist wirkungslos. Hier braucht man Profi-Werkzeuge wie eine Rohrreinigungsspirale oder einen Pressluft-Rohrreiniger.
Risiken von Profi-Werkzeugen
Auch Profi-Werkzeuge bergen Risiken bei falscher Anwendung. Eine Rohrreinigungsspirale kann bei zu viel Gewalt oder falscher Drehrichtung Kratzer oder Lecks verursachen. Die Spirale kann sich auch im Rohr festhaken, besonders bei engen Kurven oder alten Rohren. Ein Pressluft-Rohrreiniger kann bei zu hohem Druck oder alten, beschädigten Rohren zu Rohrbruch führen. Vorsicht bei PVC-Rohren, immer schrittweise Druck aufbauen.
Schutzmaßnahmen: Die richtige Anwendung ist entscheidend, bei Unsicherheit lieber einen Profi rufen. Handschuhe und Brille tragen, Schutz vor Schmutz und Rückstoß. Schrittweise vorgehen, nicht zu aggressiv, mehrere leichte Versuche sind besser als ein starker Versuch.
Wann Profi rufen?
Bei wiederkehrenden Verstopfungen muss die Ursache gefunden werden, oft liegt das Problem tiefer im System oder es gibt strukturelle Probleme. Bei Beschädigungen am Rohr wie Risse oder Undichtigkeit erfordern professionelle Hilfe. Wenn Profi-Werkzeuge die Verstopfung nicht erreichen, ist ein Profi nötig. Wenn mehrere Abflüsse betroffen sind, liegt das Problem oft tiefer im System, ein Profi kann die Ursache finden.
Wichtig zu wissen: Bei Unsicherheit lieber einen Profi rufen – wann ein Klempner nötig ist, erfährst du in unserem Ratgeber.
Fazit: Hausmittel und Profi-Werkzeuge haben beide ihre Berechtigung, Hausmittel für leichte Verstopfungen, Profi-Werkzeuge für hartnäckige Probleme. Die Kombination ist möglich und oft besonders effektiv. Bei wiederkehrenden Verstopfungen oder Beschädigungen am Rohr sollte ein Profi gerufen werden. Wenn du häufiger mit Verstopfungen zu kämpfen hast, lohnt sich die Investition in eine Rohrreinigungsspirale oder einen Pressluft-Rohrreiniger schnell, sowohl finanziell als auch zeitlich.
Häufige Fragen
Was ist besser: Hausmittel oder Profi-Werkzeuge für die Rohrreinigung?
Wie wirksam sind Hausmittel wie Natron + Essig wirklich?
Welche Hausmittel funktionieren wirklich bei Rohrverstopfung?
Wann brauche ich Profi-Werkzeuge?
Was kostet eine Rohrreinigung mit Hausmitteln vs. Profi-Werkzeugen?
Kann ich Hausmittel und Profi-Werkzeuge kombinieren?
Wann sollte ich einen Profi rufen statt Hausmittel oder Profi-Werkzeuge zu verwenden?

Als gelernter Installateur schreibe ich Vergleiche zu Sanitärprodukten, Rohrreinigung und allem rund um Bad und WC. Meine praktische Erfahrung hilft mir, die wirklich wichtigen Produkteigenschaften zu erkennen.
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