Rohrreinigungsspirale gegen Fett: Hartnäckige Fettverstopfungen lösen

Aktualisiert: Februar 2026

Fett ist der hartnäckigste Gegner unter den Verstopfungsursachen. Anders als Haare oder Papier lässt sich Fett nicht einfach wegschieben. Es klebt an den Rohrwänden, verhärtet mit der Zeit und verengt den Durchmesser Schicht für Schicht. Für Fettverstopfungen brauchst du eine Spirale mit Durchhaltevermögen: Genug Drehmoment, um Fettschichten abzukratzen. Einen Kopf, der Material löst statt nur durchzustechen. Und idealerweise einen Bohraufsatz, weil die Arbeit per Hand anstrengend wird. Vor-Tipp: Bevor du spiralst, gieß 2 bis 3 Liter heißes Wasser zwischen 60 und 80 Grad Celsius in den Abfluss, 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Fett wird weicher und die Spirale arbeitet leichter. Bei Komplettverstopfung: Siphon abschrauben und von dort aus arbeiten. Alle getesteten Modelle findest du in unserem Rohrreinigungsspiralen-Vergleich. Mehr zur Rohrreinigung in der Küche findest du in unserem Ratgeber.

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Kaufkriterien bei Fettverstopfungen

Fett erfordert andere Eigenschaften als Haare. Hier zählt Kraft mehr als Feinheit. Der Spiralkopf sollte eine Kralle oder Bohrspitze sein. Krallen kratzen Fettschichten von den Wänden. Bohrspitzen durchbrechen verhärtete Pfropfen. Spiralkörbe wickeln Fett auf, haben aber weniger Kratzwirkung. Für hartnäckiges Fett gilt: Kralle ist besser als Bohrspitze, Bohrspitze ist besser als Spiralkorb. Der Durchmesser sollte dicker sein für mehr Kraft. Dickere Spiralen zwischen 9 und 12 Millimeter haben mehr Drehmoment und können mehr Material abtragen. 6 bis 7 Millimeter reicht für frisches Fett, aber bei jahrelangen Ablagerungen bringt mehr Durchmesser mehr Wirkung. Achtung: Zu dick passt nicht durch enge Abflüsse. Ein Bohraufsatz ist fast Pflicht bei Fett. Fett erfordert viele Umdrehungen, oft über längere Zeit. Per Handkurbel wird das schnell anstrengend. Ein Akkuschrauber mit niedrigerer Drehzahl spart Kraft und Zeit. Die meisten Trommelmodelle haben bereits einen Bohraufsatz. Die Länge sollte Standard sein. Fett sammelt sich meist im Siphon und den ersten 2 bis 3 Metern dahinter. 5 bis 7 Meter reichen für die meisten Küchenfälle. Längere Spiralen über 15 Meter nur bei bekannt tiefen Verstopfungen oder Fallrohren.

Warum Fett so hartnäckig ist

Das Problem ist, dass Fett bei Körpertemperatur von 37 Grad Celsius flüssig ist. Im Abflussrohr kühlt es auf Raumtemperatur von 20 Grad Celsius oder Kaltwassertemperatur von 10 bis 15 Grad Celsius ab. Dabei erstarrt es und haftet an der Rohrwand. Neue Fettportionen lagern sich auf alten ab. Über Monate entsteht eine immer dickere Schicht, die den Durchmesser verengt. Im Extremfall bleibt nur noch ein kleiner Kanal in der Mitte. Warum Spirale besser als Chemie: Chemische Reiniger verseifen Fett durch Laugen wie Natriumhydroxid. Das funktioniert – aber nur bei direktem Kontakt. Bei dicker Fettschicht erreicht die Lauge nur die Oberfläche. Die Spirale kratzt mechanisch Schicht für Schicht ab. Auch verhärtetes, mehrjähriges Fett wird so entfernt. Chemie kann danach als Nachbehandlung helfen, um Reste aufzulösen. Die drei Fett-Stufen sind: Stufe 1 mit frischem Fett, weich und schmierig, Standard-Spirale reicht. Stufe 2 mit verhärtetem Fett, waxy und fest, heißes Wasser plus Spirale mit Kralle. Stufe 3 mit verkalktem Fett, hart wie Stein, Maschine oder Fachmann.

Risiken und typische Fehler

Ein häufiger Fehler ist, nur durchzustoßen. Wenn du nur ein Loch durchstößt, fließt Wasser wieder ab – aber die Fettschicht bleibt. Spirale mehrmals durchführen und drehen. Ohne Vorbereitung zu arbeiten ist ebenfalls ein Fehler. Kaltes, hartes Fett ist schwer zu lösen. Heißes Wasser vorher weicht das Fett an und macht die Arbeit leichter. Zu hohe Drehzahl ist problematisch. Bei Fett muss der Kopf Zeit haben, Material abzutragen. Zu schnell bedeutet, dass die Spirale über das Fett rutscht. Maximal 300 Umdrehungen pro Minute. Zu früh aufgeben ist ein weiterer Fehler. Fett braucht mehrere Durchgänge. 5 bis 10 Wiederholungen sind normal. Nach 10 Mal keine Verbesserung: Fachmann rufen. Diese Fehler können dazu führen, dass die Reinigung nicht erfolgreich ist oder länger dauert als nötig.

Die richtige Technik gegen Fett

Die richtige Technik ist entscheidend für erfolgreiche Fett-Entfernung. Schritt 1: Vorbereitung mit heißem Wasser. 2 bis 3 Liter heißes Wasser zwischen 60 und 80 Grad Celsius in den Abfluss gießen, 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Das weicht Fett an und macht die Arbeit leichter. Schritt 2: Spirale einführen bis Widerstand. Ohne Drehung gerade einführen, bis du Widerstand spürst. Das ist die Fettschicht. Schritt 3: Langsam im Uhrzeigersinn drehen. Gleichmäßig drehen – der Spiralkopf kratzt Fett ab. Nicht zu schnell, sonst rutscht die Spirale über das Fett. Schritt 4: Mehrmals vor und zurück. Mehrmals durchführen und drehen, um alle Fettschichten zu entfernen. Schritt 5: Mit heißem Wasser nachspülen. Heißes Wasser durchlaufen lassen, um gelöste Reste wegzuspülen. Die richtige Technik macht den Unterschied zwischen erfolgreicher Reinigung und frustrierendem Versuch.

Wann lohnt sich eine Rohrreinigungsmaschine?

Manuelle Spiralen haben Grenzen. Bei extrem hartnäckigen Fällen kann eine elektrische Rohrreinigungsmaschine die bessere Wahl sein. Maschine lohnt sich, wenn die Verstopfung tiefer als 10 Meter sitzt, das Problem regelmäßig wiederkehrt monatlich, verhärtetes Fett nach 10 Spiraldurchgängen bleibt, du mehrere Objekte oder Wohnungen versorgst oder große Rohre über 100 Millimeter im Außenbereich vorhanden sind. Maschine lohnt sich nicht, wenn es ein einmaliges Problem im Haushalt ist, die Verstopfung nicht tiefer als 5 Meter ist, das Budget unter 200 Euro liegt, da gute Maschinen 200 bis 500 Euro kosten, keine Erfahrung mit Elektrowerkzeug vorhanden ist oder enge Standard-Haushaltsrohre von 40 Millimeter vorhanden sind. Alternative: Maschine beim Baumarkt mieten für etwa 30 bis 50 Euro pro Tag statt kaufen. Oder direkt Fachmann rufen – oft günstiger als Maschinenkauf für Einzelanwendung.

Fettverstopfungen vorbeugen

Die beste Lösung ist, Verstopfungen von vornherein zu vermeiden. Kein flüssiges Fett in den Abfluss – in Glas sammeln, in den Müll. Teller vor dem Spülen abwischen. Regelmäßig heißes Wasser mit Spülmittel nachspülen. Alle 6 Monate präventiv spiralen. Diese einfachen Maßnahmen können die meisten Fettverstopfungen verhindern und sparen Zeit und Mühe. Wenn du diese Regeln befolgst, brauchst du die Spirale nur noch selten. Die regelmäßige Pflege verlängert auch die Lebensdauer deiner Rohre und verhindert teure Reparaturen.

Fazit: Die richtige Spirale gegen Fett

Für Fettverstopfungen ist eine Spirale mit Kralle oder Bohrspitze ideal, die zwischen 5 und 7 Metern lang ist. Ein Durchmesser von 9 Millimetern bietet mehr Kraft. Ein Bohraufsatz ist fast Pflicht, da die Arbeit per Hand anstrengend wird. Die richtige Technik ist entscheidend: Heißes Wasser vorher, langsam drehen, mehrmals durchführen. Mit der richtigen Spirale und Technik lassen sich die meisten Fettverstopfungen erfolgreich lösen. Vorbeugung mit richtigem Fett-Entsorgen ist die beste Lösung, um Verstopfungen zu vermeiden.

Häufige Fragen

Welcher Spiralkopf gegen Fett?
Krallen und Bohrspitzen sind für Fett effektiver als Spiralkörbe. Sie kratzen die Fettschicht von den Rohrwänden. Spiralkörbe können Fett aufwickeln, aber bei verhärtetem Fett fehlt ihnen die Kratz-Kraft.
Hilft heißes Wasser vor dem Spiralen?
Ja, sehr. 2 bis 3 Liter heißes, nicht kochendes Wasser weichen Fett an. 10 bis 15 Minuten warten, dann spiralen. Das macht die Arbeit deutlich leichter. Kochend heißes Wasser kann PVC-Rohre aufweichen – lieber 60 bis 80 Grad Celsius.
Brauche ich einen dickeren Spiraldraht für Fett?
Nicht zwingend, aber es hilft bei hartnäckigen Fällen. 6 bis 7 Millimeter reichen für normales Küchenfett. Bei stark verhärteten, mehrjährigen Ablagerungen bieten 9 Millimeter und mehr mehr Drehmoment und Kratzwirkung.
Akkuschrauber oder Handkurbel bei Fett?
Akkuschrauber spart Kraft und Zeit. Bei Fett muss die Spirale oft lange drehen, um Schichten abzutragen. Per Hand wird das anstrengend. Niedrige Drehzahl, maximal 300 Umdrehungen pro Minute, reicht.
Wann ist eine Rohrreinigungsmaschine besser?
Wenn die Verstopfung länger als 10 Meter ist, regelmäßig wiederkehrt oder die Handspirale nach 3 Versuchen versagt. Maschinen haben mehr Kraft und längere Spiralen. Für einmalige Haushalts-Verstopfungen lohnt der Kauf über 200 Euro selten.
Kann chemischer Reiniger Fett lösen?
Bedingt. Starke Laugen verseifen Fett, brauchen aber Zeit und Konzentration. Bei vollständiger Verstopfung steht der Reiniger im Rohr ohne zu wirken. Spirale ist schneller und zuverlässiger – Chemie als Nachbehandlung.
Wie verhindere ich zukünftige Fettverstopfungen?
Kein flüssiges Fett in den Abfluss, in Glas sammeln, in den Müll. Teller vor dem Spülen abwischen. Regelmäßig heißes Wasser mit Spülmittel nachspülen. Alle 6 Monate präventiv spiralen.

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