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Tatami pflegen und richtig lüften

Aktualisiert: 13.10.2026

Nach dem Auspacken riecht die neue Matte nach Gras, ihre Oberfläche ist sattgrün und der erste Fleck löst sofort die Frage nach Wasser und Reiniger aus. Eine Tatami zu pflegen bedeutet jedoch vor allem, Feuchte zu vermeiden, in Webrichtung zu saugen und die Fläche regelmäßig freizulegen. Nassmopp, Dampfreiniger und pralle Sonne richten an Igusa oft mehr Schaden an als ein paar trockene Staubpartikel. Welche Produkte tatsächlich aus Igusa bestehen, zeigt der [Tatami-Vergleich](/hub/schlafzimmer/tatami). Für die Alltagspflege genügt eine einfache Routine; Moder, nasser Kern oder Schimmel an Wand und Sockel verlangen dagegen eine Ursachenprüfung.

Nach dem Auspacken riecht die neue Matte nach Gras, ihre Oberfläche ist sattgrün und der erste Fleck löst sofort die Frage nach Wasser und Reiniger aus.

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Inhalt

Der erste Geruch und die erste Farbe

Frisches Igusa besitzt einen deutlichen pflanzlichen Geruch. Nach Transport in Folie kann er konzentriert wirken und erst über Tage oder Wochen nachlassen. Stellen Sie die Matte nach dem Auspacken trocken und luftig auf, ohne sie in Regen oder direkte Mittagssonne zu legen. Ein geöffnetes Fenster hilft mehr als Duftspray auf dem Gewebe. Grasgeruch ist nicht dasselbe wie Moder. Ein muffiger Geruch zusammen mit feuchten Stellen, dunklen Punkten oder einem klammen Kern spricht für ein Feuchteproblem. Prüfen Sie dann auch Boden, Wandanschluss und Raumluft. Bleibt die Ursache ungeklärt, sollte die Matte nicht wieder unter einem Futon verschwinden. Natürliches Igusa wandelt sich mit Licht und Alter von Grün zu gelblichen oder goldenen Tönen. Das ist kein automatischer Materialfehler. Direkte Sonne kann ungleichmäßige Streifen erzeugen. Bei Washi oder Kunstharz ist das Alterungsverhalten anders: weniger Feuchteaufnahme, gleichmäßigere Farbe, kein Grasgeruch. Wenn Sie noch zwischen den Materialien wählen, hilft Igusa oder Schaumkern.
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Saugen, tupfen, nicht baden

Für die regelmäßige Reinigung reicht ein Staubsauger mit weicher Düse und niedriger bis mittlerer Leistung. Führen Sie ihn in Richtung der gewebten Halme, nicht quer dagegen. Bei einem Saugroboter muss die Nassfunktion ausgeschaltet bleiben; rotierende Wischpads verteilen Feuchte und arbeiten häufig quer zur Struktur. Harte Bürsten und kräftiges Reiben rauen die Halme auf. Gehen Sie vorsichtig an Bordüren und Faltkanten vor. Eine vierfach gefaltete Matte sollten Sie vollständig öffnen, damit auch die Übergänge trocknen. Verschüttete Flüssigkeit wird sofort mit einem saugfähigen, hellen Tuch aufgenommen. Tupfen Sie, statt die Flüssigkeit in die Webung einzureiben. Ein leicht feuchtes Tuch, das ein Hersteller erlaubt, bedeutet nicht Nasswischen. Waschmaschine, Nasssauger und Dampfreiniger sind für eine Igusa-Tatami ungeeignet. Wasser kann in den Kern ziehen und Klebestellen lösen. Bei einem hartnäckigen Fleck gilt die Pflegeanweisung des konkreten Herstellers.

Luftfeuchte und der Futon obenauf

Im Schlafzimmer ist eine relative Luftfeuchte von ungefähr 40 bis 60 Prozent ein brauchbarer Zielbereich. Ein Hygrometer zeigt mehr als das Gefühl, der Raum sei trocken. Nach der Nacht steigt die Feuchte durch Atemluft und den belegten Futon. Öffnen Sie morgens die Fenster für etwa fünf bis zehn Minuten weit, statt sie stundenlang zu kippen. Die Tatami muss dabei frei liegen. Klappen Sie den Futon zurück oder stellen Sie ihn entsprechend seiner Pflegefreigabe auf. Eine rutschhemmende Unterseite hält die Matte auf Parkett, erzeugt aber keinen Luftspalt. Zwei Fachhändler bewerten die Lüftungswirkung unterschiedlich: Der eine schreibt der Matte eine gewisse Atmung gegenüber dem nackten Boden zu, der andere sieht keine relevante Belüftung. Für den Alltag führt beides zur gleichen Handlung. Futon und Matte werden morgens getrennt und der Raum stoßgelüftet. Den Schlafaufbau erklärt Tatami unter dem Futon. Steht die Luftfeuchte dauerhaft darüber oder bleibt der Kern klamm, reicht Mattenpflege nicht. Dann muss die Feuchteursache geklärt werden.

Eine einfache Wochenroutine

Legen Sie den Futon jeden Morgen frei und prüfen Sie kurz Geruch sowie Oberfläche. Saugen Sie je nach Staubanfall ungefähr wöchentlich in Webrichtung und kontrollieren Sie Faltkanten, Bordüren und die Unterseite. Drehen Sie Kopf- und Fußende in größeren Abständen, damit Licht und Belastung gleichmäßiger wirken. Bei einer faltbaren Matte öffnen Sie alle Segmente, bevor sie verstaut wird. Falten Sie keine noch warme oder klamme Fläche direkt zusammen. Eine feste Matte kann an einem trockenen Tag kurz aufgestellt werden, wenn Größe und Gewicht das sicher erlauben; pralle Sonne und feuchter Außenbereich bleiben tabu. Welche Bauarten sich für häufiges Bewegen eignen, zeigt die Tatami-Kaufberatung. Ein gleichmäßiger Wechsel von Grün zu Gold ist normale Alterung. Ein einzelner frischer Flüssigkeitsfleck verlangt rasches Tupfen. Wiederkehrender Moder, dunkle Punkte oder feuchte Unterseiten sind Warnsignale, bei denen Sie Nutzung und Raum untersuchen sollten.

Häufige Fragen

Darf eine Tatami in die Waschmaschine?
Nein. Selbst eine faltbare Matte ist kein waschbarer Textilbezug. Wasser und Bewegung können Igusa, Kern, Nähte und Klebestellen beschädigen. Reinigen Sie trocken und behandeln Sie verschüttete Flüssigkeit nur lokal nach der Herstellerangabe.
Wie lange soll die Matte nach dem Auspacken lüften?
Es gibt keine feste Stundenzahl. Lassen Sie sie trocken und vollständig geöffnet liegen, bis der konzentrierte Transport- und Grasgeruch deutlich nachlässt; das kann Tage bis Wochen dauern. Muffiger Moder oder feuchte Stellen sind dagegen kein normaler Neugeruch.
Ist eine gelbe Tatami kaputt?
Nicht allein wegen der Farbe. Igusa wird mit Alter und Licht gelb bis goldfarben. Unregelmäßige helle Streifen können von direkter Sonne stammen. Prüfen Sie zusätzlich Festigkeit, Geruch und Feuchte, bevor Sie einen Mangel annehmen.
Darf ein Saugroboter über die Tatami fahren?
Trockenes Saugen kann funktionieren, wenn Bürste und Räder die Webung nicht aufrauen. Die Nass- oder Wischfunktion muss ausgeschaltet bleiben. Beobachten Sie die ersten Fahrten besonders an Bordüren und Faltkanten.
Was tun bei sichtbarem Schimmel?
Nehmen Sie den Futon herunter, isolieren Sie die betroffene Matte und prüfen Sie Boden, Sockel und Wand. Bei größerem oder wiederkehrendem Befall sollte die Ursache fachlich bewertet werden. Eine oberflächliche Sonnen- oder Essigbehandlung ersetzt keine Feuchtesanierung.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 09.10.2026.

  1. Japanwelt, Tatami Standard 4,5 cm (abgerufen am 09.10.2026)
  2. Japanwelt, Tatami High Quality 5,5 cm (abgerufen am 09.10.2026)
  3. Japanwelt, Futon mit oder ohne Tatami (abgerufen am 09.10.2026)
  4. Futonwerk, Tatami-Info (abgerufen am 09.10.2026)
  5. Umweltbundesamt, Richtig lüften (abgerufen am 09.10.2026)
  6. JIS A 5902:2009, Fertigmatte (abgerufen am 09.10.2026)
  7. JIS A 5901:2018, Tatami-Kern (abgerufen am 09.10.2026)
  8. DIN EN 12503-3, Judomatte (ÖNORM-Nachweis) (abgerufen am 09.10.2026)