Kernloch-Tabelle metrisch: M3 bis M12 schnell finden
Aktualisiert: Juli 2026
Das Kernloch ist die Vorbohrung, aus der später das Innengewinde entsteht. Bohrst du zu groß, sitzt die Schraube locker oder das Gewinde hat zu wenig Profiltiefe. Bohrst du zu klein, steigt die Schnittkraft explosionsartig – und der Gewindebohrer bricht. Mit der richtigen Kernloch-Tabelle metrisch vermeidest du beides. Die Grundformel ist einfach: Nenndurchmesser minus Steigung. In der Praxis kommen Toleranzen, Sacklochtiefe und Sonderfälle dazu. Im Gewindebohrer-Vergleich findest du Sets mit passenden Kernlochbohrern. Diese Referenz hilft dir, den Vorbohrdurchmesser für M3 bis M12 sicher zu bestimmen.
Unsere Top-Empfehlungen
| Badge | Produkt | Einsatzbereich | Material | Set-Umfang | Note | Preis | Aktion |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Testsieger | Ruko Ruko Maschinengewindebohrer-Set 14-teilig | Hand und Maschine | HSS | 14-teilig mit Kernlochbohrern | 9.4 | ca. 56 € | Angebot → |
| Preis-Tipp | BAER BAER Gewindebohrer-Set M3-M12 | Hand und semimaschinell | HSS | M3-M12 mit Kernlochbohrern | 8.8 | ca. 33 € | Angebot → |
| Alternative | Brüder Mannesmann Mannesmann Gewindeschneidset 32-teilig | Handgeführt | Metall | 32-teiliges Set | 8.2 | ca. 25 € | Angebot → |

Ruko
Ruko Maschinengewindebohrer-Set 14-teilig
Einsatzbereich: Hand und Maschine
Material: HSS
Preis: ca. 56 €
Set-Umfang: 14-teilig mit Kernlochbohrern

BAER
BAER Gewindebohrer-Set M3-M12
Einsatzbereich: Hand und semimaschinell
Material: HSS
Preis: ca. 33 €
Set-Umfang: M3-M12 mit Kernlochbohrern

Brüder Mannesmann
Mannesmann Gewindeschneidset 32-teilig
Einsatzbereich: Handgeführt
Material: Metall
Preis: ca. 25 €
Set-Umfang: 32-teiliges Set
Die Formel: Kernloch = d − P
Für metrisches Regelgewinde nach DIN 13 gilt die Faustformel:
Kernlochdurchmesser = Nenndurchmesser (d) − Steigung (P)
Beispiel M10 mit Steigung 1,5 mm: 10 − 1,5 = 8,5 mm Kernloch.
Die Steigung P ist der Abstand zwischen zwei benachbarten Gewindegängen, gemessen parallel zur Gewindeachse. Bei metrischem Regelgewinde sind die Steigungen genormt – M6 hat immer 1,0 mm, M8 hat 1,25 mm, M10 hat 1,5 mm.
Warum funktioniert die Formel? Das Gewindeprofil schneidet rings um das Kernloch Material weg, bis die Flanken die volle Profiltiefe erreichen. Das Kernloch entspricht ungefähr dem Kerndurchmesser des fertigen Gewindes – dem Durchmesser an der schmalsten Stelle des Profils.
Wichtig: Diese Formel gilt für spanende Gewindebohrer. Bei Gewindeformern (spanloses Formen) brauchst du ein größeres Kernloch – typischerweise etwa 10–20 % mehr Durchmesser. Gewindeformer sind ein anderes Werkzeugprinzip und gehören nicht in dieselbe Tabelle.
Kernloch-Tabelle M3 bis M12 (Regelgewinde)
M3 (Steigung 0,5 mm): Kernloch 2,5 mm – üblicher Bohrer 2,5 mm.
M4 (Steigung 0,7 mm): Kernloch 3,3 mm – üblicher Bohrer 3,3 mm.
M5 (Steigung 0,8 mm): Kernloch 4,2 mm – üblicher Bohrer 4,2 mm.
M6 (Steigung 1,0 mm): Kernloch 5,0 mm – üblicher Bohrer 5,0 mm.
M8 (Steigung 1,25 mm): Kernloch 6,8 mm – üblicher Bohrer 6,8 mm.
M10 (Steigung 1,5 mm): Kernloch 8,5 mm – üblicher Bohrer 8,5 mm.
M12 (Steigung 1,75 mm): Kernloch 10,2 mm – üblicher Bohrer 10,2 mm.
Die Angabe „Üblicher Bohrer" entspricht dem handelsüblichen Vorbohrer in den meisten Gewindebohrer-Sets. Das BAER-Set M3–M12 (ca. 33 €) und das Mannesmann 32-teilige Set (ca. 25 €) enthalten laut Produktdaten passende Kernlochbohrer – praktisch, weil du nicht einzeln nachrechnen musst.
Feinsteigungen und Abweichungen
Die Tabelle gilt für metrisches Regelgewinde (ISO-Kurzbezeichnung). Feinsteigungen wie M10×1,0 oder M12×1,5 haben andere Steigungen und damit andere Kernlöcher:
- M10×1,0 → Kernloch 9,0 mm
- M12×1,5 → Kernloch 10,5 mm
Wenn du unsicher bist, welche Steigung deine Schraube hat, miss sie mit einer Schraubenlehre oder schau in die Schraubenbezeichnung. Eine M10-Schraube ohne Zusatzangabe hat Regelsteigung 1,5 mm.
Kernloch richtig bohren: Tiefe und Qualität
Der Durchmesser ist nur die halbe Miete. Auch die Bohrtiefe und die Qualität des Kernlochs bestimmen, ob das Gewindeschneiden gelingt.
Tiefe bei Durchgangsloch
Bei einer Durchgangsbohrung muss das Kernloch mindestens so tief sein wie die benötigte Gewindetiefe plus etwas Reserve für den Anschnitt des Gewindebohrers. Praktisch: Durchbohren reicht meist, wenn das Werkstück nicht viel dicker ist als die Schraubenlänge.
Tiefe bei Sackloch
Hier wird es kritisch. Die Gewindetiefe allein reicht nicht – du brauchst zusätzlich Reserve für den Anschnitt (Einstichbereich des Bohrers) und Spanraum am Bohrungsboden. Faustregel:
Bohrtiefe = Gewindetiefe + 2 bis 3 Steigungen Reserve
Bei M8 in einem Sackloch mit 15 mm Gewindetiefe: 15 + 2,5 bis 4 mm Reserve = mindestens 17,5–19 mm Kernlochtiefe. Ohne diese Reserve klemmt der Bohrer am Boden, Späne stauen sich, und das Bruchrisiko steigt massiv. Mehr dazu unter Sackloch vs. Durchgangsloch.
Senkrecht und ohne Grat
Bohre senkrecht zur Oberfläche. Ein schiefes Kernloch erzeugt ein schiefes Gewinde – und das lässt sich kaum korrigieren. Ansenken vor dem Gewindeschneiden ist Pflicht: Eine leichte 90°-Fase an der Bohrungsoberfläche gibt dem Gewindebohrer eine saubere Führung beim Einstich.
Typische Fehler bei der Kernlochwahl
Kernloch zu klein
Das ist die gefährlichste Abweichung. Die Schnittkraft steigt überproportional, der Gewindebohrer klemmt, und bei zähen Werkstoffen wie Edelstahl bricht er ab. Symptome: plötzlich hoher Widerstand, Werkzeug dreht nicht weiter, Knacken.
Ursachen: Falscher Bohrer gewählt, Verwechslung ähnlicher Durchmesser (6,8 mm vs. 7,0 mm), oder „sicherheitshalber" kleiner gebohrt.
Lösung: Mit dem korrekten Bohrer nachbohren – aber nur, wenn das Werkstück das noch zulässt. Bei Grenzfall lieber neu anfangen.
Kernloch zu groß
Weniger dramatisch, aber ärgerlich. Das Gewinde hat zu wenig Profiltiefe, die Schraube sitzt locker oder reißt das Gewinde bei Belastung aus. Die Passung entspricht nicht der Toleranzklasse 6H.
Ursachen: Abgenutzter Bohrer (bohrt über Maß), falscher Durchmesser, oder Material, das sich beim Bohren ausdehnt und danach zusammenschrumpft.
Lösung: Größere Schraube oder Reparaturgewinde (Gewindeeinsatz/Helicoil). Prävention: Bohrer regelmäßig prüfen.
Kernloch nicht gemessen
Verlasse dich nicht auf „sieht richtig aus". Ein Messschieber oder eine Lehre kostet wenig und verhindert teure Fehler. Besonders bei kritischen Teilen: Nach dem Bohren den Durchmesser kontrollieren.
Sonderfälle und Praxistipps
Dünne Bleche: Unter etwa 1,5× der Steigung Materialstärke wird Gewindeschneiden schwierig – das Gewinde hat zu wenig Halt. Besser: Muttern verschweißen oder Nietmuttern setzen.
Schrägbohrungen vermeiden: Nutze einen Bohrständer oder eine Führungsbuchse. Bei Handbohrmaschinen hilft ein Winkel als visuelle Hilfe.
Schmierung beim Kernlochbohren: Schneidöl reduziert Reibung und verbessert die Oberfläche – das erleichtert das nachfolgende Gewindeschneiden.
Sets mit Kernlochbohrern: Wenn du keinen einzelnen Bohrer hast, prüfe ob dein Set welche enthält. Im Vergleich ist die Spalte „Kernlochbohrer enthalten" der schnellste Filter.
Von der Tabelle zum fertigen Gewinde
Die Kernloch-Tabelle ist Schritt eins. Danach folgen Ansenken, Schmieren und Gewindeschneiden – die Schrittfolge findest du in unserer Gewinde-schneiden-Anleitung. Bei Problemen mit dem Werkzeug hilft der Ratgeber zu abgebrochenen Gewindebohrern.
Feingewinde: Erweiterte Kernlochwerte
Für Feingewinde gelten andere Steigungen – und damit andere Kernlöcher:
M8×1,0 (Steigung 1,0 mm): Kernloch 7,0 mm.
M10×1,25 (Steigung 1,25 mm): Kernloch 8,75 mm.
M10×1,0 (Steigung 1,0 mm): Kernloch 9,0 mm.
M12×1,5 (Steigung 1,5 mm): Kernloch 10,5 mm.
Feingewinde-Bohrer sind nicht in jedem Standard-Set enthalten. Wer regelmäßig Feingewinde schneidet, kauft Einzelbohrer und Gewindebohrer passend zur Steigung.
Häufige Fragen
Kann ich ein Kernloch mit dem Gewindebohrer „aufweiten"?
Nein. Der Gewindebohrer schneidet das Profil, er bohrt kein Kernloch. Zu kleines Kernloch = zu hohe Kraft = Bruch.
Was ist der Unterschied zwischen 6,8 mm und 7,0 mm bei M8?
6,8 mm ist korrekt (8 − 1,25). 7,0 mm ist zu groß – das Gewinde wird zu schwach.
Gilt die Tabelle für Aluminium?
Ja, der Durchmesser ist derselbe. Aluminium lässt sich leichter bearbeiten, aber das Kernloch bleibt identisch.
Brauche ich bei Hand- und Maschinengewindebohrer verschiedene Kernlöcher?
Nein. Das Kernloch hängt vom Gewinde ab, nicht vom Werkzeugtyp.
Was tun, wenn mein Set keinen passenden Bohrer hat?
Einzelbohrer im Fachhandel nach Durchmesser kaufen – oder ein Set mit Kernlochbohrern wie BAER oder Mannesmann.
Wie tief muss ich bei M6 in 10 mm dickem Stahl bohren?
Gewindetiefe abhängig von der Schraube – bei Durchgang oft durchbohren. Bei Sackloch: Gewindetiefe + 2–3 mm Reserve.
Was ist, wenn ich keinen exakten Bohrer habe?
Nimm nie den nächstkleineren Bohrer – ein zu kleines Kernloch ist gefährlicher als ein minimal zu großes. Fehlt z. B. der 6,8-mm-Bohrer für M8, lieber im Fachhandel den exakten Durchmesser besorgen als mit 6,5 mm „auskommen". Einzelbohrer kosten wenige Euro und verhindern Bruch.