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Spanngurt richtig anwenden: spannen, schließen, nachziehen

Aktualisiert: Oktober 2026

Der Gurt liegt schon im Kofferraum, die Ladung steht auf der Fläche, und die Ratsche soll jetzt halten. Spanngurt richtig anwenden heißt: Band unverdreht in den Zurrpunkt, Hebel eingerastet, Winkel steil, loses Ende fest, nach kurzer Fahrt noch einmal prüfen. Welches Set Sie kaufen, entscheidet die [Spanngurt Kaufberatung](/hub/transportzubehoer/spanngurt/sub/spanngurt-kaufberatung). Die Produkte selbst stehen im [Vergleich Spanngurt](/hub/transportzubehoer/spanngurt). Diese Seite bleibt bei der Bedienung.

Der Gurt liegt schon im Kofferraum, die Ladung steht auf der Fläche, und die Ratsche soll jetzt halten.

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Inhalt

Vor dem ersten Zug

Lesen Sie das Etikett, bevor das Band Kraft aufnimmt. Fürs Niederzurren braucht der Gurt eine ausgewiesene STF. Das BGL-Fahrer-Merkblatt lässt diese Methode nur mit dieser Kennzeichnung zu. Reine Direktzurrung arbeitet mit der LC. Fehlt das Schild, ist der Gurt ablegereif, auch ohne abgelaufenes Datum. Ein Verfallsdatum gibt es nicht. Legen Sie den Gurt beiseite bei Einschnitt, Nahtschaden, verbogener Ratsche oder korrodiertem Haken. Prüfen Sie das Band auf Verdrehung und den Zurrpunkt auf festen Sitz. Der Haken gehört in die gekennzeichnete Öse, nicht unter die Bordwand und nicht in einen Planehaken. Fädeln Sie das Losende von der Rückseite in den Schlitz der Ratsche, sodass das Band gerade auf der Welle liegt.

Spannen und Schließen

Die Bedienungsanleitung von SpanSet, gespiegelt bei Evers, nennt 1,5 bis 3 Wicklungen auf der Welle. Das ist eine Herstelleranleitung, kein Gesetz, und nicht jedes Set im Vergleich hat dieselbe Ratsche. Mehr Lagen machen den Hebel schwergängig, zu wenig Lage rutscht aus dem Schlitz. Spannen Sie mit der Handkraft, für die das Etikett die SHF angibt, üblich 50 daN, und nicht mit dem Körpergewicht auf dem Hebel. Schließen Sie, bis der Schieber einrastet. Ein offener Hebel ist kein gesicherter Gurt. Das lose Ende wickeln Sie auf oder legen es fest. Es darf nicht flattern und nicht unter ein Rad geraten. Knoten Sie das Band nicht. Keines der Sets in diesem Vergleich weist ein ABS aus. Mindestens zwei Gurte nennt die Betriebsanleitung als Untergrenze beim Niederzurren. Die Anzahl folgt aus EN 12195-1, sobald die Last schwer oder hoch wird.

Winkel, Kante, Nachspannen

Deutlich unter etwa 30 Grad wird die senkrechte Wirkung schwach. ladungssicherung.eu empfiehlt einen steilen Winkel, mindestens etwa 35 Grad. Ein fast waagerechter Gurt über eine hohe Kiste presst nur einen kleinen Teil seiner STF auf die Ladung. Eine scharfe Kante liegt nach der Sandax-Betriebsanleitung vor, wenn der Radius kleiner ist als die Banddicke. Legen Sie Kantenschutz auf die Kante, bevor Sie den letzten Hub spannen. Eine Antirutschmatte erhöht die Reibung, oft mit µ etwa 0,6 angesetzt, und nur auf sauberer, trockener Fläche. Das BGL-Merkblatt sagt ausdrücklich, dass sie kein Kantenschutz ist. Kartons und Bretter setzen sich in den ersten Kilometern. Kontrollieren Sie nach kurzer Strecke und spannen Sie nach, solange der Hebel einrastet und das Etikett lesbar ist.

Lösen, ohne dass die Ladung kippt

Öffnen Sie die Ratsche über die 180-Grad-Stellung des Hebels und halten Sie das Band, während die Spannung abfällt. Stehen Sie nicht im Fallweg der Ladung. Lösen Sie über Kreuz und Stück für Stück, nicht alle Hebel auf einmal. Bei einem Klemmschloss drücken Sie die Nocke und ziehen das Band zurück. Schäden, die erst beim Öffnen sichtbar werden, beenden den Einsatz: aufgezogene Naht, geknicktes Band, Ratsche, die nicht mehr einrastet. Ein Gurt mit gerissenem Etikett gilt als nicht mehr gekennzeichnet. Lagern Sie das Band trocken und ohne Knick in der Ratsche.

Häufige Fragen

Wie fädele ich das Band in die Ratsche?
Von der Rückseite durch den Schlitz, gerade und ohne Dreher, dann 1,5 bis 3 Wicklungen nach der SpanSet-Anleitung. Das Band soll auf der Welle liegen und nicht neben dem Schlitz herausquellen. Liegt es falsch, hakt das Lösen. Ziehen Sie die erste Lage mit der Hand fest, bevor Sie den Hebel benutzen, sonst rutscht das Ende beim ersten Hub wieder heraus.
Wie viele Lagen dürfen auf der Welle liegen?
Die genannte Herstelleranleitung bleibt bei 1,5 bis 3 Wicklungen. Weniger hält oft nicht im Schlitz, mehr macht den Hebel schwer und quetscht das Gewebe. Das ist keine gesetzliche Wickelzahl und gilt nicht automatisch für jede Druckratsche im Handel. Wenn sich der Hebel nicht mehr schließen lässt, nehmen Sie eine Lage herunter, statt mit Gewalt zu drücken.
Welcher Winkel ist noch brauchbar?
Deutlich unter etwa 30 Grad wird die Anpresswirkung schwach. Eine Praxisempfehlung liegt bei mindestens etwa 35 Grad, steil zur Ladefläche. Mitteln Sie daraus keine neue Pflichtzahl. Ein fast waagerechter Gurt über eine hohe Kiste sichert schlechter als derselbe Gurt in einer höheren Öse, auch wenn die Ratsche beide Male einrastet.
Wann spanne ich nach?
Nachdem die Ladung die ersten Kilometer gefahren ist und sich gesetzt hat. Kartons und Holz geben nach, die Vorspannung fällt. Prüfen Sie Hebel, Haken und Band. Spannen Sie nach, solange Etikett und Ratsche in Ordnung sind. Eine Kontrolle erst am Ziel kommt zu spät, wenn das Stück schon in der Kurve gewandert ist.
Was mache ich mit dem losen Ende?
Aufwickeln oder festlegen, sodass es nicht flattert, nicht schleift und nicht in bewegliche Teile gerät. Knoten am Gurt sind zum Kürzen und Flicken ungeeignet. Sie beschädigen das Band und gelten nicht als Sicherung. Ein Ende, das in der Ratsche aus der letzten Wicklung rutscht, fädeln Sie neu ein, statt es zu verknoten.
Wann brauche ich Kantenschutz?
Sobald der Radius an der Kante kleiner ist als die Banddicke. Das ist die Sandax-Definition einer scharfen Kante. Legen Sie den Schutz auf, bevor Sie fertig spannen. Eine Antirutschmatte unter der Ladung erhöht die Reibung und ersetzt diesen Schutz nicht. Ohne Schutz scheuert das Band oft auf der abgewandten Seite durch.
Darf ich niederzurren, wenn keine STF auf dem Etikett steht?
Nach dem BGL-Merkblatt ist Niederzurren nur mit STF-Kennzeichnung die vorgesehene Methode. Ohne diese Zahl auf dem Schild können Sie die Anpresskraft nicht ansetzen. Direktzurren richtet sich nach der LC. Ein Klemmschloss hat in der Regel keine definierte STF. Fehlt beides, ist der Gurt für eine gerechnete Sicherung auf der Straße nicht belegt, auch wenn er sich von Hand festziehen lässt.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zur Ladungssicherung und zu Zurrgurten; zuletzt abgerufen am 03.10.2026.

  1. § 22 StVO (Ladung) (abgerufen am 03.10.2026)
  2. § 23 StVO (Fahrzeugführer) (abgerufen am 03.10.2026)
  3. BKat-Auszug § 22 StVO (abgerufen am 03.10.2026)
  4. SpanSet: STF und LC (abgerufen am 03.10.2026)
  5. TIS Ladungssicherungshandbuch (abgerufen am 03.10.2026)
  6. KomNet Dialog 27095 (Etikett) (abgerufen am 03.10.2026)
  7. BGL Fahrer-Merkblatt, Dezember 2023 (abgerufen am 03.10.2026)
  8. VDI 2700 Blatt 3.1 (2023-03) (abgerufen am 03.10.2026)