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Acrylglas bohren: Löcher ohne Ausbruch und Risse

Aktualisiert: 23.09.2026

Sie brauchen ein Befestigungsloch in einer klaren Platte und wollen die Unterseite nicht sternförmig ausbrechen. Acrylglas bohren gelingt, wenn Schneidgeometrie, Opferplatte und Durchbruch zusammenpassen – nicht durch mehr Drehzahl. Ob die Scheibe überhaupt PMMA ist, klären Vergleich und [Kaufberatung](/hub/werkstatt/acrylglasscheibe/sub/acrylglasscheibe-kaufberatung); Zuschnitte vorher stehen unter [Acrylglas schneiden](/hub/werkstatt/acrylglasscheibe/sub/acrylglasscheibe-schneiden). Produkte: [Acrylglasscheiben im Vergleich](/hub/werkstatt/acrylglasscheibe).

Sie brauchen ein Befestigungsloch in einer klaren Platte und wollen die Unterseite nicht sternförmig ausbrechen.

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Inhalt

Bohrung und Randabstand planen

Zeichnen Sie das Loch auf der Schutzfolie. Der Randabstand muss groß genug sein, damit die Restbreite nicht als Kerbe reißt; Herstellerpraxis nennt oft mindestens das Doppelte des Lochdurchmessers, bei dünnen Platten eher mehr. 1-mm-Ware wie die TXXATX-Platten 20 × 25 cm bleibt randempfindlich: Ein 5-mm-Loch nahe der Kante ist dort riskanter als dasselbe Loch in 3-mm-A4. Bei zwei Löchern für einen Griffbügel messen Sie den Achsabstand am Beschlag, nicht freihand auf der Folie – ein versetztes zweites Loch zwingt zum Aufweiten und schwächt den Steg. Schlagen Sie nicht vor. Körner und Schlagbohrer erzeugen genau die Kerbe, aus der Risse laufen. Markieren Sie mit Folienstift oder einem sehr leichten Anriss, der die Folie nicht durchstößt. Mehrere Löcher in einer Reihe brauchen Abstand untereinander, sonst bricht die Stegbreite. Außenverschraubung zusätzlich mit Wärmespiel planen: Die Bohrung im Acryl größer als der Schaftdurchmesser, damit sich die Platte bewegen kann. GS-Platten gelten als spannungsärmer, XT und unsortierte Ware als empfindlicher, sobald Sie klemmen. Sortendetails: GS oder XT. Ein Probestück aus dem Verschnitt ist Pflicht, bevor Sie die Sichtscheibe anbohren.

Bohrer und Einstellungen wählen

PMMA will geschabt, nicht gehackt werden. Fachrichtlinien für PLEXIGLAS nennen Spitzenwinkel 60–90°, Spanwinkel etwa 0–4°, geringen Freiwinkel. Spezielle Kunststoff- oder Acrylbohrer sind so geschliffen. Ein neuer HSS-Metallbohrer kann funktionieren, wenn Sie die Spitze entsprechend nachschleifen oder sehr vorsichtig mit geringem Druck arbeiten; ein stumpfer Steinbohrer oder ein Schlagbohrer reißt die Lochwand. Drehzahl sinkt mit dem Durchmesser. Kleine Löcher in 2–3 mm vertragen höhere Drehzahl als ein 10-mm-Loch, aber hoch heißt nicht Leerlauf der Schlagbohrmaschine. Ohne Schlag, kontrollierter Vorschub, Span muss als Span kommen, nicht als Schmelzraupe. Schmilzt der Span, ist zu viel Wärme im Spiel: Drehzahl runter, Druck weg, Bohrung lüften. Stufenbohrer eignen sich für mittlere Löcher in dünnen Platten, weil sie die Kante schrittweise aufweiten. Forstner und grobe Holzbohrer sind ungeeignet. Lochsägen nur mit feiner Zahnung, niedriger Drehzahl und fester Führung, sonst tanzt die Krone und schlägt die Folie auf.

Platte vorbereiten und bohren

Unterlage: plane Opferplatte aus Holz oder Kunststoff, durchgehend. Die Acrylplatte liegt vollflächig auf, Schutzfolie beidseitig drauf, keine Hohlräume unter dem Loch. Spannen außerhalb der Bohrung, weich unterlegt, ohne die Scheibe zu wölben. 2-mm-Großformat (AMON 80 × 80 cm) braucht mehr Auflagepunkte als ein A4-Blatt, sonst federt die Fläche und der Bohrer hakelt. Ein Schraubstock, der nur die Kante fasst, knickt 2 mm Ware und erzeugt genau die Spannung, die später vom Loch aus weiterreißt. Anbohren senkrecht, dann gleichmäßig vorschieben. Sobald der Bohrer die Unterseite fast erreicht, Druck reduzieren und die letzten Zehntel langsam durchtreten – das ist der Moment, in dem die klassische Ausbruchkrone entsteht. Alternativ von beiden Seiten zur Mitte bohren, wenn die Zentrierung sitzt. Späne aus der Bohrung halten, nicht mit dem Finger in das laufende Futter. Ab Dicken über etwa 5 mm – im aktuellen Displayfeld kommen Sie darauf nicht, in der Praxis schon – regelmäßig ausheben und nach Herstellervorgabe kühlen. Wasser oder geeignete Kühlmittel nur, wenn Elektrik und Werkstofffreigabe das erlauben. Ungeprüfte Schneidöle und Alkoholgemische können Spannungsrisse auslösen.

Große Löcher und Verschraubungen

Große Öffnungen stufenweise: erst klein vorbohren, dann aufweiten, oder Stufenbohrer. Kreisschneider und Fräser nur mit fester Spannung und angepasster Drehzahl. Innenkonturen für Kabeldurchführungen sägen Sie oft schneller mit vorgebohrter Ecke und Stichsäge als mit einer überforderten Lochsäge; das bleibt ein Schnittverfahren, kein Bohrersatz. Verschraubung: Loch im Acryl größer als der Schaft, Schraubenkopf auf großer, weicher Unterlegscheibe oder Dichtscheibe, nicht metallisch in die Fläche fressen. Anzugsmoment: fest genug gegen Klappern, locker genug gegen Quetschen. Starre Direktverschraubung auf Holz ohne Spiel reißt bei Temperaturwechsel, besonders außen. Wellplatten-Montageanleitungen nennen übergroße Löcher und leichtes Anziehen; Werte nicht blind auf jede Massivplatte übertragen, das Prinzip Spiel bleibt. Gewinde direkt in dünnes PMMA sind unzuverlässig. Lieber Durchgangsloch und Mutter mit großer Auflage oder ein eingebettetes Insert nach Systemfreigabe. 3-mm-A4 (GSHUR, Langaelex) trägt kleine Schrauben; 1 mm trägt sie kaum.

Fehler erkennen

Ausbruch unten: zu viel Druck am Durchtritt, keine Opferplatte, stumpfer Bohrer, Schlag. Schmelze in der Bohrung: Drehzahl zu hoch, Vorschub zu gering, stumpfe Schneide. Haarrisse vom Lochrand: Körner, Klemme, Lösemittel, zu geringer Randabstand, innere Spannung. Ovaler Eintritt: Platte hat gefedert oder der Bohrer ist gewandert. Wenn ein Riss läuft, sofort stoppen. Weiterbohren verlängert ihn. Entgraten Sie die Kante leicht, entlasten Sie die Einspannung und entscheiden Sie, ob das Teil noch tragend sein darf. Tragende oder Überkopf-Löcher in unsortiertem Marketplace-PMMA sind kein Heimwerker-Statikersatz. Ein Haarriss, der nach Stunden erscheint, hängt oft mit Reiniger oder zu fest angezogener Schraube zusammen, nicht mit dem Bohrer allein.

Häufige Fragen

Welcher Bohrer ist für PMMA geeignet?
Kunststoff- oder Acrylbohrer mit 60–90° Spitzenwinkel und kleinem Spanwinkel. Geschärfter HSS-Bohrer ohne Schlag als Notlösung, Stein- und Holzbohrer nicht.
Kann ein normaler Metallbohrer verwendet werden?
Ja, wenn er scharf ist, Sie ohne Schlag arbeiten und den Druck am Austritt wegnehmen. Besser ist ein auf Kunststoff geschliffener Bohrer.
Welche Drehzahl ist richtig?
Keine Universalzahl. Kleiner Durchmesser höher, großer niedriger; Span muss kommen, Schmelze heißt zu heiß. Immer ohne Schlag.
Warum reißt die Platte beim Austritt?
Der Bohrer schiebt die letzte Haut weg statt sie zu schneiden. Opferplatte, Druck reduzieren oder von zwei Seiten bohren.
Wann ist Kühlung nötig?
Wenn Späne schmelzen oder bei größeren Tiefen. Lüften, Drehzahl anpassen, nur freigegebene Kühlung. Dünne 2–3-mm-Platten oft ohne Flüssigkeit, aber nicht ohne Pause bei Hitze.
Wie groß muss der Randabstand sein?
Praxis oft mindestens das Doppelte des Lochdurchmessers, bei 1 mm eher mehr. Das ist ein Mindestwert gegen Kantenbruch, keine statische Bemessung.
Wie bohrt man größere Löcher?
Stufenweise oder mit Stufenbohrer, feste Führung, niedrige Drehzahl. Grobe Lochkronen ohne Auflage vermeiden.
Wie viel Bewegungsspiel braucht eine Schraubverbindung?
Das Acrylloch größer als der Schaft, Kopf nicht starr einklemmen. Außen zwingend wegen Wärmeausdehnung; Innen bei großen Platten ebenfalls sinnvoll.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. PLEXIGLAS GS/XT – Technische Informationen (211-1) (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Bearbeiten von PLEXIGLAS (311-1) (abgerufen am 23.09.2026)
  3. Fügen von PLEXIGLAS (311-3) (abgerufen am 23.09.2026)
  4. DIN EN ISO 7823-1 – gegossene PMMA-Tafeln (abgerufen am 23.09.2026)
  5. DIN EN ISO 7823-2 – extrudierte PMMA-Tafeln (abgerufen am 23.09.2026)
  6. PLEXIGLAS Brandzulassungen (abgerufen am 23.09.2026)
  7. PLEXIGLAS reinigen (abgerufen am 23.09.2026)
  8. Trotec: ungeeignete Materialien für die Laserbearbeitung (abgerufen am 23.09.2026)