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Acrylglas bohren ohne Risse: Loch sauber setzen

DIY vs. ProfiSeptember 20267 Min. Lesezeit
Acrylglasplatte wird mit Opferunterlage und Kunststoffbohrer gebohrt

Acrylglas bohren ohne Risse: Bohrer, Opferplatte und Durchbruch so steuern, dass die Unterseite nicht ausbricht – inkl. Randabstand und Spanbild.

Testsieger AMON Acrylglas 80 × 80 cm, 2 mm
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Das Loch sitzt auf der Folie schon als Punkt, und genau dort reißt später die Unterseite sternförmig aus. Wenn Sie Acrylglas bohren ohne Risse wollen, entscheiden Schneidgeometrie, Opferplatte und der letzte Millimeter vor dem Durchbruch – nicht mehr Druck auf der Bohrmaschine. Werkstoff und Dicke ordnen der Acrylglasscheiben-Vergleich und die Seite Acrylglas bohren ein.

Kurz gesagt

Ohne Schlag bohren, schabenden Bohrer wählen, Platte vollflächig auf eine Opferplatte legen und am Austritt den Druck wegnehmen. Randabstand und späteres Schraubenspiel gehören zur Planung, nicht zur Nacharbeit. Unbekanntes Material nicht lasern; überhitzte Späne sind ein Stoppsignal.

Lochposition und Randabstand planen

Zeichnen Sie auf der Schutzfolie, nicht mit einem Körner in die Sichtfläche. Ein Schlag setzt genau die Kerbe, aus der Haarrisse laufen. Der Randabstand muss die Restbreite tragen: Fachpraxis nennt oft mindestens das Doppelte des Lochdurchmessers. In 3-mm-DIN-A4 ist ein 5-mm-Loch mit 12 mm Rand alltagstauglich; in 1-mm-Platten 20 × 25 cm wird dasselbe Loch zur Schwachstelle.

Mehrere Löcher für Griffe oder Scharniere messen Sie am Beschlag, nicht freihand. Ein um zwei Millimeter versetztes zweites Loch zwingt zum Aufweiten und schwächt den Steg. Außenverschraubung plant das Wärmespiel gleich mit: Das Loch in der Platte größer als der Schaft, damit sich PMMA bewegen kann, ohne gegen die Schraube zu pressen. Die Montage dazu steht unter Acrylglas außen befestigen.

GS-Platten gelten als spannungsärmer, XT und unsortierte Ware als empfindlicher unter Klemme und Wärme. Klären Sie die Sorte vor dem ersten Loch. Ein Reststück als Probe ist keine Spielerei – wer die Sichtscheibe zuerst anbohrt, übt am teuren Teil.

Schabenden Bohrer auswählen

PMMA will geschabt werden. Richtlinien für Markenware nennen Spitzenwinkel 60–90 Grad und Spanwinkel nahe null bis wenige Grad. Der Bohrer schneidet eine dünne Spanlocke, statt Materialbrocken herauszubrechen. Spezielle Kunststoffbohrer sind so geschliffen. Ein neuer HSS-Bohrer kann funktionieren, ein stumpfer Mauerbohrer nie.

Schlagbohren ist der schnellste Weg zum Sternbruch. Schalten Sie den Schlag aus – auch wenn die Maschine nur leicht hämmert.

Drehzahl sinkt mit dem Durchmesser: Ein 3-mm-Loch in 2 mm Platte verträgt mehr Umdrehungen als ein 10-mm-Loch in 3 mm. Die Messgröße ist das Spanbild. Kommt ein Span, stimmt der Prozess. Kommt eine glänzende Raupe, ist zu viel Wärme im Spiel. Stufenbohrer weiten dünne Platten in kleinen Stufen und schonen die Kante, wenn Sie senkrecht bleiben. Forstner und grobe Holzspiralen zerfasern.

Opferplatte und Werkstück vorbereiten

Die Opferplatte ist keine Unterlage irgendwie darunter, sondern eine plane Platte, die über das Loch hinausreicht und mit durchbohrt wird. Ohne sie tritt der Bohrer in Luft aus und reißt die letzte Haut mit. Holz oder dichter Kunststoff eignen sich; Wellpappe federt. Die Acrylplatte liegt vollflächig auf. 80 × 80 cm bei 2 mm braucht mehrere Auflagepunkte, sonst entsteht ein Trampolin.

Spannen Sie weich und außerhalb der Bohrung. Ein Schraubstock an der Kante knickt 2-mm-Ware und erzeugt Spannung, die später vom Loch aus weiterläuft. Schutzfolie bleibt beidseitig drauf. Halten Sie die Maschine senkrecht – schräger Eintritt macht ein ovales Loch und eine Kerbe auf einer Seite. Vor dem Start Späne der vorherigen Bohrung entfernen, damit nichts zwischen Opferplatte und Acryl liegt.

Kontrolliert bohren und Spanbild lesen

Anbohren mit geringem Druck, dann gleichmäßig vorschieben. Sobald der Bohrer die Unterseite fast erreicht, Druck reduzieren und die letzten Zehntel langsam durchtreten. Alternativ von beiden Seiten zur Mitte bohren, wenn die Zentrierung sitzt. Das ist der Moment, in dem die klassische Ausbruchkrone entsteht oder ausbleibt.

Späne müssen aus der Bohrung, nicht mit dem Finger im laufenden Futter. Schmelze an der Wand heißt: anhalten, abkühlen, Drehzahl oder Druck ändern. Weiterbohren in der Schmelze poliert ein überlanges Loch und startet Risse, die erst Stunden später sichtbar werden. Nach dem Durchtritt entgraten Sie leicht, ohne die Folie von der Fläche zu reißen. Ungeprüfte Bohröle und Isopropanol sind ein bekanntes Rezept für Spannungsrisse; Pflegegrenzen stehen unter Acrylglas reinigen.

Große Löcher und Verschraubungen

Große Öffnungen stufenweise: klein vorbohren, dann aufweiten. Ein Stufenbohrer ersetzt mehrere Wechsel, wenn Sie senkrecht bleiben. Für Kabeldurchführungen ist eine vorgebohrte Ecke plus Stichsäge oft sauberer als eine tanzende Lochkrone – das führen Sie wie unter Acrylglas schneiden ohne Schmelzen.

Verschraubung: Loch größer als der Schaft, Kopf auf großer Scheibe, nicht metallisch in die Fläche. Anzug bis die Platte anliegt, nicht bis das Holz unter der Scheibe quietscht. Starre Direktverschraubung ohne Spiel reißt bei Temperaturwechsel. Gewinde direkt in 2–3 mm PMMA halten schlecht; Durchgangsloch und Mutter mit Auflage sind ehrlicher. Tragende und Überkopf-Löcher in unsortiertem Marketplace-PMMA sind kein Statikersatz.

Ablauf an einer 3-mm-DIN-A4-Platte

Ein konkreter Gang macht die Regeln sichtbar. Sie brauchen vier Löcher für Distanzhülsen an den Ecken. Zuerst Randabstand: 8-mm-Loch, mindestens 16 mm zur Kante, besser 20 mm. Markieren auf der Folie mit einem weichen Stift, Beschlag als Schablone. Bohrer: 8 mm Kunststoff- oder nachgeschliffener HSS, Schlag aus. Unterlage ein glattes Brett größer als A4, Klemme mit Filz außerhalb der Lochreihe.

Anbohren, Span beobachten, vor dem Durchtritt Druck weg. Nach dem ersten Loch die Unterseite prüfen: sauberer Kreis oder Krone? Krone heißt Opferplatte hat nicht angelegen oder Druck war zu hoch – bevor Sie die restlichen Löcher ruinieren. 3 mm A4 wird in wenigen Sekunden durchbohrt; Hitze entsteht eher durch stehenden Bohrer. Entgraten leicht, Folie auf der Fläche lassen, bis alle Löcher sitzen.

Dasselbe in 1 mm 20 × 25 cm: Randabstand vergrößern, Durchmesser kleiner halten, Schraubenlast reduzieren. In 2 mm 80 × 80 cm zusätzlich die Fläche unterfüttern, sonst federt der Bohrer und das Loch wird oval. Nach der Serie nicht sofort die Folie reißen und die Platte hochkant stellen – Bohrungen sind Kerben; eine Biegebelastung in der noch warmen Zone verlängert unsichtbare Anrisse.

Ein 20-mm-Loch in 2 mm Ware ist kein Bohrloch mehr, sondern ein Ausschnitt: Stufenbohrer bis zu einer Grenze, danach vorbohren und sägen. Scharfe Innenecken in PMMA sind Kerben mit Ansage. Der Span muss trocken und spanförmig sein, nicht gummiartig – dann hilft ein schärferer Bohrer und weniger Druck, keine höhere Drehzahl.

Häufige Fragen

Welcher Bohrer eignet sich für Acrylglas?
Ein Kunststoff- oder Acrylbohrer mit Spitzenwinkel etwa 60–90 Grad und kleinem Spanwinkel schabt die Bohrung statt sie zu hacken. Ein scharfer HSS-Metallbohrer kann notfalls dienen, wenn Sie ohne Schlag und mit reduziertem Druck am Austritt arbeiten. Stein-, Holz- und Schlagbohrer reißen die Lochwand.
Kann ich einen normalen HSS-Bohrer nutzen?
Ja, wenn er scharf ist und Sie die Schlagfunktion auslassen. Der Durchtritt bleibt die kritische Stelle: Druck wegnehmen oder von zwei Seiten zur Mitte bohren. Ein extra auf Kunststoff nachgeschliffener Bohrer bleibt die zuverlässigere Lösung.
Welche Drehzahl ist richtig?
Es gibt keine Universalzahl. Kleine Durchmesser vertragen mehr Drehzahl als große, solange der Span als Span kommt. Schmelzraupen heißen: zu heiß – Drehzahl senken, lüften, Druck reduzieren. Immer ohne Schlag bohren.
Warum bricht die Unterseite aus?
Der Bohrer schiebt die letzte Materialhaut weg, statt sie zu schneiden. Eine durchgehende Opferplatte, geringerer Druck am Austritt und ein scharfer Bohrer verhindern die Krone. Flattert die Platte, wandert der Bohrer und reißt zusätzlich.
Wann muss gekühlt werden?
Wenn Späne kleben oder die Bohrung glänzend schmilzt. Dünne 2- bis 3-mm-Platten brauchen oft nur Pausen und Lüften. Tiefere Löcher nach Herstellervorgabe kühlen. Ungeprüfte Öle und Alkoholgemische können Spannungsrisse auslösen.
Wie groß muss der Randabstand sein?
In der Praxis oft mindestens das Doppelte des Lochdurchmessers, bei 1-mm-Platten eher mehr. Das schützt vor Kantenbruch, ersetzt aber keine statische Bemessung. Außen kommt Wärmespiel im Loch hinzu.
Womit bohre ich große Löcher?
Stufenweise vorbohren und aufweiten oder einen Stufenbohrer verwenden. Grobe Lochkronen ohne Führung tanzen und schlagen die Folie auf. Innenkonturen oft mit vorgebohrter Ecke und Stichsäge sauberer als mit überforderter Krone.
Wie erkenne ich Überhitzung?
An klebrigen, fadenförmigen Spänen, glänzender Lochwand und Geruch nach heißem Kunststoff. Sofort anhalten, Span entfernen, abkühlen lassen. Weiterbohren in der Schmelze vergrößert das Loch unkontrolliert und startet Risse.
Peter F.
BaumarktWerkstatt

Als Handwerksmeister mit jahrzehntelanger Erfahrung betreut er Vergleiche zu Werkzeug, DIY und Baumarktprodukten. Qualität und Langlebigkeit stehen bei seinen Empfehlungen an erster Stelle.

15 Artikel verfasst
Aktualisiert: September 2026

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