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Maschinenschraubstock zum Fräsen: sicher befestigen und ausrichten

Aktualisiert: 23.09.2026

Sobald Sie auf einer kleinen Fräsmaschine eine Nut oder Schulter bearbeiten, wirken andere Kräfte als beim Bohren: Der Fräser drückt das Werkstück seitlich, während der Tisch verfährt. Ein lose aufgestellter Bohrmaschinenstock kann dabei verrutschen oder kippen. Ein geeigneter Maschinenschraubstock zum Fräsen muss deshalb fest mit dem Tisch verbunden, zur Maschinenachse ausgerichtet und passend zur Schnittrichtung gespannt sein. Die [Maschinenschraubstock-Hauptseite](/hub/werkstatt/maschinenschraubstock) ordnet die verschiedenen Bauarten grundsätzlich ein. Hier geht es um die praktische Einrichtung auf dem Frästisch – von der T-Nut bis zur festen Backe.

Sobald Sie auf einer kleinen Fräsmaschine eine Nut oder Schulter bearbeiten, wirken andere Kräfte als beim Bohren: Der Fräser drückt das Werkstück seitlich, während der Tisch verfährt.

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Inhalt

Warum ein Bohrmaschinenstock zum Fräsen oft nicht reicht

Beim Bohren wirkt die Hauptkraft axial nach unten. Ein einfacher Gussstock kann diese Belastung bei sachgerechter Befestigung aufnehmen, solange Werkstück, Bohrer und Maschine zu seinen Abmessungen passen. Beim Fräsen entsteht dagegen eine wechselnde seitliche Schnittkraft. Sie belastet nicht nur die Backen, sondern auch Spindel, Führung, Grundkörper und Befestigung des Schraubstocks. Die Angabe für Bohr- und Fräsmaschinen in einem Angebot ersetzt keinen Nachweis, dass das Spannmittel für diese Kräfte ausgelegt ist. Besonders kritisch wird es, wenn der Stock nur auf dem Tisch steht oder sein Grundkörper viel Spiel in den Führungen hat. Schon ein leichter Schlichtschnitt kann ihn verschieben; bei einem stärkeren Eingriff drohen ein beschädigter Fräser und ein herausgeschleudertes Werkstück. Auch ein günstiger Bohrstock mit 100 oder 125 Millimeter breiten Backen wird nicht durch seine Größe zum Frässpanner. Wie sich die Bauarten unterscheiden, zeigt der Maschinenschraubstock-Vergleich.

Pratze, Langloch und T-Nut richtig kombinieren

Vor der Montage müssen Frästisch und Unterseite des Schraubstocks frei von Spänen, Graten und Kühlschmierstoffresten sein. Ein einzelner Span unter der Sohle genügt, damit der Stock kippelt und später nicht zuverlässig parallel ausgerichtet werden kann. Legen Sie ihn daher erst nach der Reinigung auf. Eine feste Verschraubung ist Pflicht; bloßes Eigengewicht schützt nicht gegen seitliche Schnittkräfte. Viele Maschinenschraubstöcke besitzen Langlöcher. Dann führen Sie passende Schrauben durch die Langlöcher in Nutensteine im Tisch. Alternativ greifen Spannpratzen in seitliche Nuten oder auf vorgesehene Flächen. Die Pratze lässt Platz zum Ausrichten, darf aber nicht an einer ungeeigneten Gusskante drücken. Weitere Auswahlkriterien finden Sie unter Maschinenschraubstock kaufen. Die T-Nut des Maschinentisches richtet sich nach DIN 650, der dazu passende Nutenstein typischerweise nach DIN 508. Entscheidend ist die tatsächliche Nutbreite Ihrer Maschine. Bei kleinen Maschinen kommen beispielsweise Sets für 10, 12 oder 14 Millimeter breite Nuten vor. Der Stein muss sich ohne Klemmen bewegen; eine improvisierte Mutter ist kein Ersatz. Ziehen Sie die Befestigung zunächst nur so weit an, dass sich der Stock noch kontrolliert ausrichten lässt.

Maschinenschraubstock auf dem Frästisch ausrichten

Für gerade Fräsbahnen muss die feste Backe parallel zu einer Maschinenachse stehen. Setzen Sie eine Messuhr in Spindel oder Halter ein und fahren Sie mit dem Taster an einer sauberen, unbeschädigten Bezugsfläche der festen Backe entlang. Die Messfläche sollte frei von Graten sein; eine angeschlagene Backenkante verfälscht das Ergebnis. Verfahren Sie den Tisch über möglichst viel nutzbare Backenbreite, beispielsweise über 80 Millimeter statt nur über einen kurzen Abschnitt. Zeigt die Uhr von einem Ende zum anderen eine Abweichung, korrigieren Sie die Stellung mit leichten Schlägen eines Schonhammers. Wiederholen Sie Abfahren und Korrigieren, bis die Abweichung zur geplanten Bearbeitung passt. Eine Herstellervorgabe unter 0,01 Millimeter bei einem Präzisionsspanner lässt sich nicht pauschal auf einen Gussstock übertragen. Ziehen Sie anschließend die Befestigung über Kreuz und schrittweise an. Kontrollieren Sie danach noch einmal mit der Messuhr, weil sich der Körper beim Festziehen geringfügig verdrehen kann. Verlängern Sie Schlüssel oder Spindelkurbel nicht mit einem Rohr. Verzieht sich der Stock oder ist die Messung nicht wiederholbar, löst mehr Kraft das Problem nicht.

Mit fester Backe und Niederzug gegen die Schnittkraft spannen

Richten Sie die Bearbeitung nach Möglichkeit so ein, dass die resultierende Schnittkraft das Werkstück gegen die feste Backe drückt. Die feste Backe ist unmittelbar mit dem Körper verbunden und gibt unter Last gewöhnlich weniger nach als die bewegliche. Wirkt die Kraft überwiegend von ihr weg, muss die bewegliche Backe die Belastung allein halten. Das kann bei einem hohen oder knapp eingespannten Werkstück zu Wandern, Kippen oder Rattern führen. Beim normalen Schraubstock kann die bewegliche Backe das Werkstück beim Anziehen leicht anheben. Ein Niederzugmechanismus lenkt einen Teil der Spannkraft nach unten und zieht den Rohling auf die Auflage. Das verbessert die Wiederholbarkeit, ersetzt aber weder saubere Parallelunterlagen noch eine ausreichende Einspanntiefe. Prüfen Sie nach dem Spannen beispielsweise mit einem dünnen Papierstreifen, ob das Werkstück auf beiden Unterlagen tatsächlich aufliegt. Lässt sich der Streifen herausziehen, müssen Sie neu spannen, statt den Fehler beim Fräsen hinzunehmen. Für hohe Zerspanleistung oder Serienmaße kommen Präzisions- und Hochdruckspanner infrage. Hersteller nennen für einzelne Systeme etwa 10 bis 40 Kilonewton; diese Werte dürfen nicht auf einen einfachen Gussstock übertragen werden. Bei sichtbarer Verformung oder wiederkehrendem Werkstückwandern die Bearbeitung stoppen.

Häufige Fragen

Reicht ein Bohrmaschinenstock für leichte Fräsarbeiten?
Nur wenn der Hersteller die Anwendung zulässt, der Stock fest verschraubt ist und die Kräfte sicher beherrscht werden. Eine Werbeangabe allein genügt dafür nicht. Ein einfacher Bohrstock ist gegenüber einem Frässpanner bei Seitenkräften meist im Nachteil.
Hält eine Pratze besser als eine Schraube im Langloch?
Beide Lösungen können sicher halten, wenn sie vorgesehen und korrekt dimensioniert sind. Langlochschrauben übertragen die Kraft direkt, Pratzen lassen sich flexibler positionieren. Entscheidend sind passende Nutensteine, tragfähige Auflagen und das vorgeschriebene Anzugsmoment.
Wie genau muss der Schraubstock ausgerichtet sein?
Die zulässige Abweichung hängt von Werkstück, Fräsweg und gewünschter Maßhaltigkeit ab. Eine Kante über 100 Millimeter verlangt mehr Sorgfalt als eine kurze, grobe Aussparung. Messen Sie über eine möglichst große Strecke und übernehmen Sie keine fremde Präzisionsangabe als allgemeine Toleranz.
Was bewirkt der Niederzug?
Der Niederzug führt die bewegliche Backe beim Spannen kontrolliert nach unten und drückt das Werkstück auf seine Auflage. Dadurch sinkt die Gefahr, dass der Rohling angehoben wird. Er gleicht allerdings weder Späne unter dem Werkstück noch schiefe Auflagen oder eine zu geringe Einspanntiefe aus.
Warum soll die Schnittkraft zur festen Backe zeigen?
Die feste Backe stützt sich direkt am Schraubstockkörper ab und bewegt sich unter Belastung meist weniger. Drückt der Fräser das Werkstück zu ihr, wird die Last günstiger in den Körper geleitet. Je nach Fräsrichtung und Geometrie ändern sich die Kräfte jedoch, weshalb diese Regel die konkrete Prozessplanung nicht ersetzt.
Darf die Kurbel während des Fräsens stecken bleiben?
Nehmen Sie eine lose oder abnehmbare Kurbel vor dem Maschinenlauf aus dem Arbeitsraum. Sie kann durch Vibration herausfallen, von bewegten Teilen erfasst werden oder den Verfahrweg blockieren. Prüfen Sie vor dem Start außerdem Befestigung, Spannlage und freie Bewegung des Tisches über den gesamten geplanten Weg.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. RÖHM Bohrmaschinen-Schraubstöcke (abgerufen am 23.09.2026)
  2. RÖHM DPV-1 Daten (Contorion) (abgerufen am 23.09.2026)
  3. Wikipedia Schraubstock (abgerufen am 23.09.2026)
  4. SCHUNK KSG 125 (abgerufen am 23.09.2026)
  5. HILMA.NC Römheld (abgerufen am 23.09.2026)
  6. GARANT Hochdruck-BA (abgerufen am 23.09.2026)
  7. Hoffmann Montage-BA (abgerufen am 23.09.2026)
  8. DGUV 209-066 (abgerufen am 23.09.2026)