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Stichsägeblatt für Holz oder Metall: Werkstoff und Zahnung

Aktualisiert: September 2026

Sie setzen ein Blatt ein, beginnen den Schnitt in einem Stahlwinkel und wundern sich nach wenigen Zentimetern über Hitze und stumpfe Zähne. Häufig steckt dann ein Holzblatt in der Maschine, obwohl auf der Verpackung des Sets „Holz und Metall“ steht. Ein Stichsägeblatt für Holz oder Metall unterscheidet sich nicht nur durch die Beschriftung, sondern vor allem durch Blattwerkstoff und Zahnung. Im [Stichsägeblatt-Vergleich](/hub/werkzeugzubehoer/stichsaegeblatt) sehen Sie komplette Sets; hier klären wir, welches Blatt aus dem Mix zum Werkstück passt. Entscheidend ist die Kombination: HCS, HSS oder BIM bestimmt die Belastbarkeit, während Zahnteilung und Schnittgeometrie festlegen, ob das Blatt grob durch Holz arbeitet oder kontrolliert durch dünnes Blech läuft.

Sie setzen ein Blatt ein, beginnen den Schnitt in einem Stahlwinkel und wundern sich nach wenigen Zentimetern über Hitze und stumpfe Zähne.

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Inhalt

HCS, HSS, BIM oder HM: Welcher Blattwerkstoff passt?

HCS steht für hochlegierten Kohlenstoffstahl und ist die übliche Wahl für weichere Werkstoffe wie Massivholz, Spanplatte und viele Kunststoffe. Das Blatt ist vergleichsweise elastisch und preisgünstig, seine Zähne sind für Stahl jedoch nicht hart genug. Ein HCS-Holzblatt kann ein sehr dünnes Metallstück vielleicht anritzen, wird dabei aber schnell heiß und stumpf. Für einen 20 Millimeter starken Fichtenzuschnitt ist HCS sinnvoll; für einen zwei Millimeter starken Stahlwinkel ist es die falsche Wahl. HSS-Blätter aus Schnellarbeitsstahl besitzen härtere Zähne und eignen sich für Metall. Sie schneiden Stahlblech besser als HCS, sind weniger flexibel und können bei Verkanten eher brechen. BIM verbindet eine flexible Trägerzone mit einer harten Zahnleiste – interessant bei Holz mit Nägeln oder wechselnden Materialien, meist teurer als HSS. HM bezeichnet hartmetallbestückte Ausführungen für abrasive Spezialwerkstoffe. Das ist keine Premiumwahl für normale Holz- und Metallarbeiten und im günstigen Universalset weder vorauszusetzen noch nötig.

Grobe Holzzähne, feine Metallzähne: Die Zahnung entscheidet

Bei Holz geht es um Spanraum und Tempo. Grobe Zahnung (etwa 6 bis 8 TPI) schneidet schnell und rauer; 10 bis 12 TPI arbeiten kontrollierter. Ein grobes Blatt trennt eine 30-mm-Leiste zügig; an beschichteter Möbelplatte steigen Ausrisse. Metallblätter sind feiner gezahnt, häufig im Bereich von etwa 18 bis 32 TPI. Der Grund ist nicht bloß eine glattere Kante: Im Werkstück sollen gleichzeitig mindestens zwei Zähne greifen. Trifft bei dünnem Blech immer nur ein Zahn auf das Material, hakt das Blatt ein, vibriert stark und kann Zähne verlieren. Bei einem ein Millimeter dünnen Blech ist daher eine deutlich feinere Zahnung nötig als bei einem massiven Metallprofil. Mehr TPI ist trotzdem nicht pauschal besser: In dickem Material führt zu feine Zahnung den Span schlecht ab. Wählen Sie zuerst den Werkstoff, danach die Zahnteilung zur Materialdicke. Ein Reverse-Blatt wie T101BR reduziert Ausrisse auf der gewünschten Seite; es ersetzt keine Metallzahnung.

T101, T144 und T118: Codes im gemischten Set lesen

Typcodes helfen bei der Vorauswahl, sind aber keine vollständige Beschreibung. T101B zielt eher auf saubere Holzschnitte, T144D auf Tempo, T118A häufig auf dünneres Blech. Prüfen Sie Aufdruck und Materialdicke, nicht nur die Nummer. Große Mix-Sets wirken oft vielseitiger, als sie sind. Ein 50-teiliges BGTEC-Beispiel verteilt 40 Blätter auf Holz und 10 auf Metall; ein 30-teiliges Bosch-Beispiel enthält 10× T118A. Für zehn Stahlzuschnitte ist ein kleines, klar deklariertes Metallpaket oft nützlicher als ein Karton voll grober Holzblätter. Farben erleichtern die Sortierung innerhalb eines Herstellers, sind aber kein markenübergreifender Code. Lesen Sie Anzahl, Typnummer, Blattwerkstoff und Materialbereich einzeln. Die Stichsägeblatt-Kaufberatung hilft beim Filtern kompletter Sortimente; Set-Klassen stehen unter bestes Stichsägeblatt-Set.

Metall sägen: Pendelhub und Hitze beherrschen

Selbst das richtige Metallblatt verschleißt schnell, wenn Sie wie bei grobem Holz führen. Für Metall Pendelhub aus oder niedrig, mäßiger Vorschub, das Blatt schneiden lassen. Zu hoher Vorschub in 1,5-mm-Stahlblech zeigt sich als Rattern, Verlaufen und Hitze. Welche Drehzahl, Kühlung oder Schmierung zulässig ist, hängt von Maschine, Blatt und Werkstoff ab. Folgen Sie deshalb der Bedienungsanleitung und den Angaben des Blattherstellers, statt pauschal Öl aufzutragen. Ein stark verfärbtes Blatt, abgeriebene Zähne oder nachlassender Schnittfortschritt sind Gründe für einen Wechsel, nicht für mehr Druck. Hinweise zu Einsetzen, Pendelhub und typischen Bedienfehlern stehen in Stichsägeblatt anwenden. Für Holz darf der Pendelhub höher ausfallen, wenn Tempo vor Feinheit geht. Bei sichtbaren Kanten oder engen Kurven ist niedriger meist kontrollierbarer.

Fazit: Werkstoff zuerst, dann Zahnung

HCS mit gröberer Zahnung für gewöhnliche Holzschnitte, HSS oder BIM mit feiner, zur Materialdicke passender Zahnung für Metall. Ein Mix-Set ist nur dann wirklich universell, wenn genau diese benötigten Blätter in ausreichender Zahl enthalten sind.

Häufige Fragen

Kann ich ein HCS-Holzblatt für Blech verwenden?
Für Stahlblech sollten Sie HCS nicht einplanen. Die Zähne sind dafür zu weich und verlieren unter Hitze schnell ihre Schneidfähigkeit. Wählen Sie stattdessen ein fein gezahntes HSS- oder BIM-Blatt, das ausdrücklich für die betreffende Metallart und Materialdicke vorgesehen ist.
Was bedeutet T118A?
T118A ist eine verbreitete Typbezeichnung für ein fein gezahntes Stichsägeblatt zum Schneiden dünnerer Metalle. Die Kennung erleichtert das Sortieren, ersetzt aber nicht die Herstellerangaben zu Blattwerkstoff und zulässiger Materialdicke. Diese Angaben sollten zu Ihrem konkreten Werkstück passen.
Sollte ich für Holz T101B oder T144D nehmen?
T101B ist eher für einen kontrollierten, saubereren Holzschnitt gedacht, T144D eher für schnellen Vorschub mit gröberem Schnittbild. Für eine sichtbare Möbelkante spricht mehr für T101B; beim raschen Ablängen einer Bauholzleiste kann T144D zweckmäßiger sein.
Wann lohnt sich ein BIM-Stichsägeblatt?
BIM lohnt sich vor allem bei regelmäßigem Metallschnitt, wechselnden Belastungen oder Holz mit Nägeln. Die Kombination aus flexiblerem Blattkörper und harter Zahnleiste ist widerstandsfähiger als reines HSS, allerdings meist teurer als HCS und für schlichtes, sauberes Weichholz nicht zwingend nötig.
Welchen Pendelhub verwende ich bei Metall?
Wählen Sie bei Metall üblicherweise keinen oder nur einen niedrigen Pendelhub. So bleibt der Zahneingriff kontrollierter und das Blatt läuft ruhiger. Die konkrete Einstellung richtet sich nach Maschine und Werkstück; die Bedienungsanleitung hat Vorrang vor einer allgemeinen Faustregel.
Was besagt die Zwei-Zähne-Regel?
Mindestens zwei Zähne sollten gleichzeitig im Material greifen. Ist das Blech im Verhältnis zur Zahnteilung zu dünn, kann ein einzelner Zahn einhaken und ausbrechen. Deshalb benötigen dünne Bleche ein feiner gezahntes Blatt als dicke Profile.
Reicht das Metallfach eines 50-teiligen Sets?
Das hängt nicht von der Gesamtzahl, sondern von Art und Anzahl der Metallblätter ab. Zehn passende Blätter können für gelegentliche Arbeiten reichen, wenn Zahnung und Materialbereich stimmen. Für häufige Schnitte in unterschiedlichen Profilstärken ist ein separates, abgestuftes Metallset allerdings meist die bessere Ergänzung.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. WerkzeugABC – Sägeblätter für Stichsägen (T/U, TPI, Kauf) (abgerufen am 23.09.2026)
  2. Dictum – Geeignetes Stichsägeblatt (HCS/HSS/BIM/HM) (abgerufen am 23.09.2026)
  3. Fein – Das richtige Stichsägeblatt auswählen (TPI, zwei Zähne) (abgerufen am 23.09.2026)
  4. Bosch Professional T 101 BR Clean for Wood (abgerufen am 23.09.2026)
  5. Bosch Professional – 10-teilige All-in-One-Stichsägeblatt-Sets (abgerufen am 23.09.2026)
  6. OBI – Bosch Stichsägeblatt-Set Pro T-Schaft 10-teilig (abgerufen am 23.09.2026)
  7. BGHM kompakt 106 – Arbeiten mit der Stichsägemaschine (abgerufen am 23.09.2026)
  8. DIN EN 62841-2-11 – Handgeführte motorbetriebene Elektrowerkzeuge (abgerufen am 23.09.2026)