Garnbanderole lesen: Meter, Partie und Nadel vorm Pullover

Garnbanderole lesen: Lauflänge auf 100 g, Partie und Nadelstärke. So prüfen Sie Meter, Farbe und Pflegezeichen, bevor das erste Knäuel auf die Nadel kommt.
Inhaltsverzeichnis

Drei Knäuel für den ersten Pullover liegen auf dem Tisch, die Farbe stimmt, und der Papierstreifen ist noch nicht gelesen. Garnbanderole lesen heißt hier, drei Zeilen vor dem Anschlag ernst zu nehmen: die Lauflänge, die Nadel als Richtwert und die Partie. Wer nur Farbname und Grammzahl mitnimmt, merkt den Fehler oft erst mitten auf der Vorderseite.
Auf dem Streifen stehen Marke, Garnname, Prozentzeile, Gewicht, Meter, Nadelspanne, Maschenprobe auf 10 cm, Pflegezeichen, Farbnummer und Partie. Manche Banderolen nennen ein Siegel, eine US-Größe oder Yards statt Meter. Faser und Pflege gehören an dieses Knäuel; Nadel und Probe sind der Startwert des Herstellers. Zwei Minuten mit dem Zettel verhindern den häufigsten Fehlkauf: gleiche Farbe, anderes Farbbad, und eine Lauflänge, die sich über die Grammzahl nicht vergleichen lässt.
Kurz gesagt
Die wichtigste Zahl zum Vergleichen ist die Lauflänge je 100 g, nicht das Gewicht der Packung. Farbnummer und Partie halten Sie zusammen, weil dieselbe Farbe aus einem anderen Farbbad auf einer glatten Fläche streifen kann. Nadelstärke und Maschenprobe auf der Banderole sind Richtwerte für Ihre Probe. Die Pflegezeichen gelten für dieses Garn und wandern nicht von einem Polyacryl-Knäuel auf Schurwolle.
Garnbanderole lesen: die Zeilen in einer festen Reihenfolge
Lesen Sie den Streifen in einer festen Reihenfolge. Die Farbe kommt zuletzt. Vorher entscheiden Faser, Meter, Partie, Nadel und Pflege, ob dieses Garn zu der Anleitung gehört, die Sie aufgeschlagen haben.
- Lesen Sie die Prozentzeile und schreiben Sie jede Faser mit ihrer Zahl ab, absteigend, so wie sie dasteht.
- Rechnen Sie die Lauflänge auf 100 g um, bevor Sie dieses Knäuel mit einer anderen Packung vergleichen.
- Notieren Sie Farbnummer und Partie, und heben Sie mindestens eine Banderole auf, bis das Stück fertig ist.
- Nehmen Sie Nadelspanne und Maschenprobe als Start für eine Probe von 10 mal 10 cm, und gleichen Sie das Ergebnis mit der Anleitung ab.
- Lesen Sie die Pflegezeichen, bevor das fertige Teil in ein Programm kommt, das ein anderes Garn vertragen hat.
Die Prozentzeile schlägt den Garnnamen. „Acryl“, „Wolle“ oder „Baumwolle“ im Titel ist der Handelsname. Die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 verlangt am Textilerzeugnis die Faserbezeichnung aus dem Anhang, in Gewichtsprozent und absteigend. Polyacryl meint dort eine Faser mit mindestens 85 Prozent Acrylnitril in der Kette. „Schurwolle“ ist enger als „Wolle“ und war noch nicht in einem fertigen Erzeugnis verarbeitet.
Ein Mischgarn trägt beide Grenzen, die engere Pflege gilt. 80 Prozent Polyacryl und 20 Prozent Wolle können im Schonwaschgang eines reinen Polyacryls verfilzen. Ein Viertel Polyamid schützt bei Sockenwolle die Sohle und macht daraus keine Pulloverwolle. Baumwollgarn liegt bei Feuchte und Wäsche dazwischen, sobald die Prozentzeile Baumwolle nennt. In einem Set kann jede Farbe eine eigene Partie tragen – der oberste Zettel gilt nicht für die übrigen.
Lauflänge: aus 133 m je 50 g werden 266 m je 100 g
Zwei Packungen mit 50 g können verschieden feine Garne sein. Die Lauflänge sagt, wie viele Meter in diesem Gewicht stecken, und damit grob die Dicke. Die Drehung des Zwirns steht dort nicht. „4-fach“ oder „3-fädig“ ist eine eigene Zeile neben den Metern. Stehen 133 m auf 50 g, sind das auf 100 g genau 266 m. Ein Knäuel mit 100 g und 266 m gehört in dieselbe Feinheitsklasse. Vier Knäuel à 50 g und 133 m sind 200 g und 532 m – für einen Erwachsenenpullover in dieser mittelfeinen Klasse reicht das in den meisten Größen nicht.
Im Acrylwolle-Vergleich steht das Beispiel an Wollidu Mila: 100 Prozent Polyacryl, 133 m je 50 g, Nadel 3,5–4,5 mm, Maschenprobe 20 Maschen mal 27 Reihen auf 10 cm, Schonwaschgang bei 30 °C, nicht bleichen, flach trocknen. OEKO-TEX ist genannt, eine Produktklasse nicht. Sockenwolle mit rund 380 bis 425 m je 100 g und Nadeln um 2 bis 3 mm ist feiner, oft vierfach mit etwa einem Viertel Polyamid. Deutlich unter 200 m je 100 g bei Nadeln ab 5 mm ist dicker.
Ein Yard entspricht 0,9144 m. 145 Yards mal 0,9144 ergeben 132,6 m, gerundet 133 m. 1,76 oz sind rund 50 g. Vergleichen Sie die beiden Zeilen erst nach dieser Umrechnung. Die Reserve planen Sie in derselben Partie: zehn bis fünfzehn Prozent über der Anleitung, bei acht Knäueln eines extra. Mehr Knäuel einer anderen Partie füllen die Meter und lösen den Farbunterschied nicht. Fehlt die Lauflänge, hilft auch die untere Preisklasse nicht, weil der Vergleich über die Meter ausfällt.
Partienummer, Farbnummer und Pflegezeichen
Die Farbnummer nennt die Farbe in der Serie. Die Partienummer, auch Lot oder Farbbad, nennt die Charge. Dieselbe Farbnummer aus einem anderen Bad kann im Tageslicht einen Tick heller oder dunkler sein. Auf Glattrechts wird daraus eine Kante genau an der Wechselstelle. Heben Sie eine Banderole auf oder machen Sie ein scharfes Foto davon, bis das Stück fertig ist und die erste Wäsche hinter Ihnen liegt. Beim Nachkauf nennen Sie Farbe und Partie – nur den Farbnamen zu wiederholen, trifft die Serie und verfehlt das Bad.
Zwei Partien mischen Sie nur, wenn Sie die Knäuel im Tageslicht nebeneinander gehalten haben. Ein kleiner Unterschied lässt sich über zwei Reihen abwechselnd verziehen, ein großer bleibt als Sprenkel. Bündchen und Kragen verstecken einen Wechsel besser als die Brust. Fünf Symbole stehen meist nebeneinander: Bottich, Dreieck, Quadrat, Eisen und Kreis. Durchgestrichen heißt verboten. Die Zahl im Bottich ist die Obergrenze dieses Garns.
Ein Schonwaschgang bei 30 °C auf Polyacryl gilt für dieses Polyacryl. Wolle trägt ihr eigenes Zeichen. Superwash kann einen Maschinenbottich zeigen, den unbehandelte Schurwolle nicht hat. Bei einer Mischung gilt der empfindlichere Anteil, auch bei nur 20 Prozent. OEKO-TEX Standard 100 ist freiwillig; Klasse I gilt für Babyartikel. Steht nur das Wort ohne Standard und ohne Klasse, ist die Klasse offen. Das Siegel ersetzt weder Prozentzeile noch Bio-Nachweis.
Nadelstärke und Maschenprobe auf der Banderole
Die Nadelspanne ist die Nadel zur abgedruckten Probe. 3,5–4,5 mm neben 20 Maschen und 27 Reihen auf 10 cm beschreiben diesen Korridor. Die Anleitung nennt eine eigene Maschenzahl. Treffen Sie diese Zahl, gilt Ihre Nadel, auch eine halbe Nummer neben der Banderole. Liegt die Anleitung bei 22 Maschen und der Zettel bei 20, ändern Sie die Nadel, bis 22 dastehen. Wie Sie die Probe messen, steht im Artikel zur Maschenprobe.
20 Maschen auf 10 cm sind zwei Maschen je Zentimeter. 22 Maschen auf 10 cm machen das Teil bei gleicher Maschenzahl der Anleitung knapp ein Zehntel schmaler. Dann gehen Sie eine halbe Stärke nach oben, etwa von 4,0 auf 4,5 mm, und messen wieder 10 mal 10 cm. Zu wenige Maschen führen eine halbe Nummer nach unten. Zwei Millimeter auf einmal werfen die Probe so weit, dass sie wenig mit dem Garn auf dem Zettel zu tun hat.
US 8 entspricht 5,0 mm, eine britische 8 liegt bei 4,0 mm. US 6 sind 4,0 mm, US 7 sind 4,5 mm, US 4 sind 3,5 mm. Eine nackte Zahl ohne „mm“ oder „US“ rechnen Sie nicht um. Die Stricknadeln im Vergleich ordnen die Millimeter, nachdem die Banderole den Korridor genannt hat. Reihen auf der Banderole entscheiden über Ärmel- und Rumpflänge – zählen Sie sie in der Mitte der Probe. Eine Häkelnadel von 2 mm neben der Stricknadel 3,5–4,5 mm ist ein zweites Werkzeug und gehört nicht in die Strickanleitung.
Wenn die Garnbanderole fehlt
Knäuel aus dem Vakuumbeutel kommen ohne Streifen, und das Listing ersetzt ihn nur halb. Titel, Bullet und Materialfeld widersprechen sich in diesen Vergleichen immer wieder: Acryl gegen Baumwolle, eine Nadel von mehreren Millimetern neben einem vierfachen Sockenknäuel, Meter je 100 g neben einem Artikelgewicht für drei Knäuel. Ohne Banderole gewinnen Sie die freundlichere Zeile nicht. Ein Flächenstück stricken Sie darauf nicht.
Die Faserbezeichnung gehört an das Textilerzeugnis. Fehlt jede Zusammensetzung, fehlen Wäsche und Nachkauf. Für Pullover und Decke verlangen Sie beim Händler den Streifen oder ein lesbares Foto mit Faser, Metern, Nadel, Pflege, Farbnummer und Partie. Kommt nichts Lesbares, geben Sie die Lieferung zurück. Ein kleines Teil, das Sie nicht waschen und nicht fortsetzen, können Sie als Probe anfassen – Faser und Gradzahl bleiben dabei offen.
Die 50 g sind eine Nennangabe. Schurwolle bindet aus der Raumluft oft mehr als ein Zehntel ihres Gewichts als Feuchte, Polyacryl etwa ein bis zwei Prozent, Baumwolle dazwischen. 48 oder 52 g auf der Küchenwaage sind damit noch kein falsches Gebinde. Die Banderole wiegt mit, solange sie am Knäuel bleibt. Wiegen Sie ohne Papier, nachdem zwei Knäuel dieselbe Stunde im selben Raum lagen. Ohne Streifen sagt die Waage nicht, ob Sie 133 m oder eine andere Klasse in der Hand haben.
Häufige Fragen
Welche Zahl auf der Banderole ist die wichtigste?
Ist die Nadelstärke auf der Banderole verbindlich?
Was ist der Unterschied zwischen Farbnummer und Partie?
Warum wiegt das Knäuel zu Hause anders?
Was tun, wenn die Banderole fehlt?
Darf ich Yards in Meter umrechnen und vergleichen?
Steht OEKO-TEX immer auf der Banderole?
Wie viele Knäuel extra sollte ich kaufen?

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