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Kaschmir oder Merino: welche Faser das Stück trägt

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie halten zwei Knäuel, beide weich, eines heißt Kaschmir, das andere extrafeine Merinowolle, und ein drittes mischt beides in einer Zeile. Kaschmir oder Merino ist dann keine Geschmacksfrage aus dem Werbesatz, sondern die Frage, welches Haar im Garn die Mehrheit hat. Weicher und wärmer werden als feste Vielfache verkauft. Die Feinheiten überlappen, der Anteil entscheidet, ob Sie die Ziege spüren oder das Schaf. Die [Vergleichstabelle der Kaschmirgarne](/hub/wolle-garn-zubehoer/kaschmir-wolle) zeigt die deklarierten Mischungen dieser Auswahl. Wie Sie die Prozentzeile lesen, steht in der [Kaufberatung](/hub/wolle-garn-zubehoer/kaschmir-wolle/sub/kaschmir-wolle-kaufberatung).

Sie halten zwei Knäuel, beide weich, eines heißt Kaschmir, das andere extrafeine Merinowolle, und ein drittes mischt beides in einer Zeile.

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Inhalt

Zwei Fasern, ein überlappendes Fenster

Kaschmir ist das Unterhaar der Ziege, nicht die grobe Granne. Das CCMI setzt den mittleren Durchmesser bis 19 Mikrometer, den Variationskoeffizienten bis 24 Prozent und höchstens 3 Prozent Fasern über 30 Mikrometer. Ein Tier liefert etwa 100 bis 200 Gramm im Jahr; schlecht entgrannt kratzt die Granne. Merino ist Schafwolle. Die IWTO-Gruppen liegen im selben Fenster bis unter 19 Mikrometer; superfeines Merino kann gröberes Kaschmir einholen. Kaschmir ist knapper und pflegeempfindlicher, Merino federt und verzeiht Reibung eher. „Dreimal wärmer“ ist ein Shop-Faktor ohne gemeinsame Norm.

Was 10, 20 und 30 Prozent ändern

Unter etwa 20 Prozent Kaschmir ändert sich die Leistung nach dem Kaufratgeber des Herstellerinstituts nicht maßgeblich. Zehn Prozent, wie bei Cashmere 16 Fine neben 80 Prozent Merino extrafine und 10 Prozent Polyamid, sind eine ehrliche Mischung und bleiben ein Merino-Garn mit Kaschmir-Erwähnung. Zwanzig Prozent, wie in der Vip Line mit 80 Prozent extrafeiner Merinowolle, liegen auf der Schwelle, die Masse bleibt Merino. Dreißig Prozent bei Cashmere Kiss, 70 Prozent Merino superfein, gehen über die Warnschwelle und sind immer noch eine Merino-Mehrheit. Polyamid hält die Form, es ist keine Kaschmirzugabe. Hundert Prozent bei Lang Yarns (115 m / 25 g) ist die Aufmachung, in der das Unterhaar das Garn trägt. Was eine Anfassprobe hergibt, steht beim besten Kaschmirgarn.

Weich, warm, pillt

Pilling an feinem Haar ist Reibung, kein automatischer Beweis, dass das Garn falsch war. Unterarme, Tasche und Sitzfläche reiben zuerst. Eine längere Faser und ein festerer Zwirn mildern die Knötchen, sie beenden sie nicht. Kaschmir pillt in diesem Punkt nicht „falscher“ als ein ebenso feines Merino. Es hat weniger Federung, deshalb bleibt eine aufgeraute Stelle sichtbarer, wenn der Zwirn locker ist. Wärme folgt der Luft im Gestrick, nicht einem festen Vielfachen. Stimmen zu Cashmere 16 Fine beschreiben Wärme bei wenig Gewicht und Dehnung – Merino mit wenig Kaschmir und Polyamid. Wer daraus „Kaschmir wärmt immer mehr“ macht, überliest den Anteil. Pflege und Pilling folgen unter Kaschmir waschen.

Wann welche Faser

Soll die Kaschmirfaser den Griff eines Tuchs oder eines leichten Schals auf der Haut tragen, nehmen Sie 100 Prozent oder prüfen eine Mischung deutlich über der Schwelle von etwa 20 Prozent an der gewaschenen Probe. In dieser Auswahl ist das die Zeile Lang Yarns, mit der Einschränkung einer kleinen Bewertungsbasis und einzelner Risse. Für Socken, Bündchen und einen Alltagspullover mit Reibung ist extrafeines Merino die verlässlichere Faser. Polyamid darin hält die Form. Zehn Prozent im Namen lassen das Stück ein Merino-Garn bleiben, auch wenn der Titel Kaschmir voranstellt. Zwanzig und dreißig Prozent sind Mischungen für Schal und leichte Teile, keine zweite Ziege. Das Stopfset repariert ein Loch und entscheidet die Faserfrage nicht. Schurwolle ist das Rechtswort für ungebrauchte Wolle, kein Kaschmir-Siegel.

Fazit: Mehrheit der Faser statt Werbesatz

Wenn die Kaschmirfaser das Stück tragen soll, brauchen Sie 100 Prozent oder eine Mischung klar über etwa 20 Prozent – geprüft an der gewaschenen Probe. Wenn Alltag, Reibung und Federung zählen, bleibt extrafeines Merino die robustere Basis. Zehn Prozent neben Merino und Polyamid sind ehrlich deklariert und trotzdem vor allem Merino. Mikrometer allein entscheiden den Griff nicht; Entgrannung, Länge und Zwirn zählen mit.

Häufige Fragen

Ist Kaschmir immer feiner als Merino?
Nein. Kaschmir liegt im Mittel bis 19 Mikrometer. Superfeine Merinowolle liegt bei 16,6 bis 18,5 Mikrometer, ultrafeine noch darunter. Die Fenster überlappen. Ein grobes, schlecht entgranntes Kaschmir kann sich gröber anfühlen als ein superfeines Merino. Entgrannt, lang und sauber gezwirnt entscheidet den Griff, nicht das Wort auf dem Etikett allein.
Ab welchem Anteil merke ich Kaschmir in der Mischung?
Das Herstellerinstitut sagt, unter etwa 20 Prozent ändere sich die Leistung nicht maßgeblich. Zehn Prozent neben Merino und Polyamid bleiben deshalb vor allem Merino, auch wenn die Optik flauschig wirkt. Zwanzig Prozent liegen auf der Schwelle, dreißig Prozent darüber. Ob Sie den Unterschied spüren, zeigt die gewaschene Probe gegen ein reines Merino derselben Stärke.
Was bringt Polyamid in so einer Mischung?
Es ist die dritte Faser, nicht mehr Kaschmir. Bei Cashmere 16 Fine sind es 10 Prozent neben 80 Prozent Merino und 10 Prozent Kaschmir. Polyamid soll die Form halten. Es macht die Mischung nicht zum reinen Unterhaar. Die Prozentzeile lesen Sie vollständig, nicht nur das Wort Kaschmir.
Pillt Kaschmir mehr, und ist das ein Fehler?
Feines Haar pillt an Reibstellen. Das ist bei Kaschmir und bei ebenso feinem Merino normal und kein automatischer Reklamationsgrund. Lange Faser und Zwirn mildern es. Ein Versprechen, dass nie Knötchen kommen, trägt das Material nicht. Abreißen zieht die Masche auf.
Warum ist Kaschmir teurer, wenn sich die Mikrometer überlappen?
Weil die Menge knapp ist, nicht weil ein Wärmefaktor in der Faser steckt. Etwa 100 bis 200 Gramm Unterhaar je Tier und Jahr, dazu das Aussondern der Granne. Reines Kaschmir liegt deshalb in der mittleren bis oberen Preisklasse der Garne, Mischungen darunter. Ein günstiger Preis bei fünf oder zehn Prozent ist oft der kleine Anteil.
Heißt mulesingfrei etwas über die Ziege?
Mulesing betrifft Schafe, nicht die Kaschmirziege. Ein Hinweis „mulesingfrei“ sagt etwas über die Schafwolle in einer Mischung, nichts über die Ziege und nichts über den Kaschmiranteil. Auf einem Garn mit 100 Prozent Kaschmir beantwortet er eine Frage, die diese Faser nicht stellt.
Gilt Schurwolle auf der Mischung als Kaschmir-Qualität?
Schurwolle ist die rechtliche Bezeichnung für ungebrauchte Wolle, die noch nicht in einem fertigen Produkt steckte. Sie ist kein Siegel für Feinheit und kein zweites Wort für Kaschmir. 80 Prozent Schurwolle und 10 Prozent Kaschmir sind Merino plus ein kleiner Kaschmiranteil, oft noch mit Polyamid.

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Quellenverzeichnis

Fachquellen zum Garnvergleich, Stand 10.10.2026.

  1. Verordnung (EU) Nr. 1007/2011, Kennzeichnung und Fasernamen (abgerufen am 10.10.2026)
  2. Textilkennzeichnungsgesetz § 4, deutschsprachige Faserangabe (abgerufen am 10.10.2026)
  3. CCMI, Definition von Kaschmir (abgerufen am 10.10.2026)
  4. CCMI, Kaufratgeber Kaschmir (abgerufen am 10.10.2026)
  5. Manufactum, Kaschmir: Menge, Länge, Feinheit (abgerufen am 10.10.2026)
  6. The Good Cashmere Standard (abgerufen am 10.10.2026)
  7. SFA Animal Fibre Standard (abgerufen am 10.10.2026)
  8. Zimpfer, Kaschmirwolle erkennen und auswählen (abgerufen am 10.10.2026)