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Mohair oder Mohairlook: die Faserzeile entscheidet, nicht der Flaum

Aktualisiert: Oktober 2026

Zwei Knäuel sehen auf dem Foto gleich aus. Beide sind rosa, beide stehen ab, eines heißt Mohair, das andere Mohairlook oder Mohair-Optik. Am Bild erkennen Sie nicht, ob Ziegenhaar, Kaninchenhaar oder Polyacryl im Beutel ist. Mohair oder Mohairlook ist die Frage vor dem Warenkorb, nicht eine Geschmacksfrage hinterher. Entscheidend ist das Wort in der Zusammensetzung. Die Knäuel, bei denen Mohair in der Zeile steht, liegen auf der [Mohair-Wolle-Übersicht](/hub/wolle-garn-zubehoer/mohair-wolle). Wie Sie Prozent, Meter und Nadel danach lesen, steht in der [Kaufberatung](/hub/wolle-garn-zubehoer/mohair-wolle/sub/mohair-wolle-kaufberatung). Diese Seite sortiert zuerst, ob das Knäuel überhaupt in die Kategorie gehört.

Zwei Knäuel sehen auf dem Foto gleich aus. Beide sind rosa, beide stehen ab, eines heißt Mohair, das andere Mohairlook oder Mohair-Optik.

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Inhalt

Drei Namen, drei Fasern

Mohair ist das Haar der Angoraziege, Angora das Haar des Kaninchens, Polyacryl eine Chemiefaser mit eigenem Namen im Anhang der Verordnung (EU) Nr. 1007/2011. Die drei Wörter sind keine Synonyme, auch wenn Angoraziege und Angora im Alltag durcheinandergeraten. Was Sie kaufen, steht auf dem Etikett. „Mohairlook“ und „Mohair-Optik“ sind keine Faserbezeichnungen. Sie beschreiben ein Aussehen. Ein Titel darf so werben, die Zusammensetzung muss trotzdem Polyacryl, Mohair oder eine Mischung mit Anteilen nennen. Umgangssprachlich sagen viele Acryl; die gesetzliche Bezeichnung bleibt Polyacryl. Ein Brennvergleich zu Hause ist kein Weg, das zu klären. Das Etikett ist der Schiedsrichter.

Was „Mohairlook“ im Listing verrät

Wenn der Titel Mohairlook sagt und das Materialfeld Polyacryl oder Acryl, ist das Knäuel ein Imitat. Es gehört nicht in die Mohair-Übersicht. Maschinenwäsche ist bei reinem Polyacryl oft ausgeschrieben, weil die Faser nicht filzt wie Tierhaar. Das macht das Knäuel pflegeleichter und zugleich zu einem anderen Material. Ein Siegel bleibt ein Hinweis auf geprüfte Schadstoffe, kein Beweis für Ziegenhaar. Ein Titel mit Mohair und ein Materialfeld mit Baumwolle ist der nächste Fall, kein Look, aber auch keine klare Zeile. Genthread nennt im Bullet Kid-Mohair, die Überschrift Seide, das Materialfeld Baumwolle. Sie lassen es liegen, bis eine Zeile übrig bleibt. golo schreibt „Angora Mohair“ und nennt im Titel einen Kaschmirfaden – ein Grenzfall der Bezeichnung, nicht ein Acryl-Look.

Wenig Mohair ist nicht kein Mohair

Ein ausgewiesener Anteil, auch 20 oder 25 Prozent Mohair neben einer Partnerfaser, ist eine Mischung mit Mohair. Das ist kein Look ohne Mohair und nicht automatisch ein Lace mit 70 Prozent. Brigitte Nr. 3 nennt 20 Prozent im Bullet und 40 Prozent im technischen Feld. Solange beide Zahlen dastehen, gehört das Knäuel in die Kaufberatung, nicht in die Schublade Optik. Polyacryl ohne Mohair in der Zusammensetzung bleibt draußen. Tomotato schreibt nur „Mohair“, ohne Zahl. Das ist schwächer als 70/30 und ein anderes Problem als ein Look-Titel. Ein Look-Garn kaufen Sie für den Flaum einer Chemiefaser. Die Mischung mit echtem Anteil kaufen Sie, wenn Ziegenhaar im Stück sein soll.

Was Sterne und Siegel nicht beweisen

Hohe Sterne sagen, ob Käufer den Flaum mochten und der Faden sich verarbeiten ließ. Sie sagen nicht, welche Faser im Beutel war, wenn die Zusammensetzung fehlt. OEKO-TEX prüft Schadstoffe am Artikel. Es ist kein Mohair-Nachweis und kein Ersatz für die Faserzeile. Polyacryl verträgt oft die Maschine, die Marken-Mohairs hier sagen nur Handwäsche. Das Symbol lesen Sie auf Mohair-Wolle waschen. Den Typ danach ordnet beste Mohair-Wolle. Steht Mohair mit Prozent in der Zusammensetzung, kaufen Sie das Knäuel als Mohair und prüfen Meter und Nadel. Steht Polyacryl oder ein Look-Titel ohne Mohair-Anteil, kaufen Sie ein Flauschgarn aus Chemiefaser.

Fazit: Zeile vor Flaum

Steht Mohair mit Prozent in der Zusammensetzung, gehört das Knäuel in diese Kategorie. Steht Polyacryl oder ein Look-Titel ohne Mohair-Anteil, ist es ein anderes Material. Steht beides unsortiert in einem Listing, kaufen Sie keins von beiden, bis eine Zeile übrig bleibt.

Häufige Fragen

Ist Mohairlook Mohair?
Mohairlook beschreibt ein Aussehen, keine Faser. Steht in der Zusammensetzung Polyacryl, ist kein Ziegenhaar ausgewiesen. Der Flaum auf dem Foto reicht nicht. Ein Titel mit beiden Wörtern ist Werbung plus die Pflicht, die Faser zu nennen. Sie kaufen das Wort in der Prozentzeile. Fehlt sie, ist der Look-Titel kein Ersatz.
Was ist der Unterschied zu Angora?
Angora ist Kaninchenhaar, Mohair das Haar der Angoraziege. Die Verordnung führt sie getrennt. „Angora Mohair“ in einem Bullet, wie beim golo-Set, sortiert die Tiere nicht. Eine Rezension zu diesem Set beschreibt einen Flachsgriff. Kaschmir im selben Titel ist ein weiteres Haar ohne Prozent. Drei Namen in einer Zeile sind kein klares Etikett.
Woran erkenne ich es ohne das Knäuel aufzuschneiden?
An der Zusammensetzung, die vor dem Kauf sichtbar sein muss: Mohair mit Anteil, Angora mit Anteil oder Polyacryl. Titel, Foto und das Wort Optik reichen nicht. Widerspricht das Materialfeld dem Bullet, nehmen Sie das Listing nicht. Eine Brandprobe am Faden gehört nicht in die Kaufvorbereitung. Das Etikett entscheidet, bevor Sie das Knäuel öffnen.
Darf auf dem Etikett Acryl statt Polyacryl stehen?
Die gesetzliche Faserbezeichnung ist Polyacryl. Acryl ist das umgangssprachliche Wort, und die Verwechslung ist im Alltag verständlich. Sie machen aus dem kürzeren Wort keinen zweiten Skandal und auch keine eigene Faser. Sie erwarten Polyacryl auf dem Etikett, wenn keine Tierhaarzeile daneben steht. Steht Mohair mit Prozent neben Polyacryl, ist es eine Mischung, kein reiner Look.
Ist 25 Prozent Mohair plus Acryl noch diese Kategorie?
Ein ausgewiesener Mohair-Anteil ist eine Mischung mit Mohair, kein Look ohne Mohair. Sie gehört in die Prüfung von Prozent, Meter und Nadel, nicht in die Schublade Optik. Ein Lace mit 70 Prozent ist ein anderer Typ als 25 Prozent plus Chemiefaser. Ein Anteil von null bleibt außerhalb der Mohair-Übersicht. Die Zahl muss dastehen, eine Schätzung aus dem Foto gilt nicht.
Warum ist Look-Garn oft maschinenwaschbar?
Polyacryl filzt nicht wie Tierhaar. Listings von Look-Garnen schreiben deshalb oft Maschinenwäsche. Die Mohair-Zeilen in diesem Vergleich, Silkhair, Landlust, ggh und Tomotato, sagen nur Handwäsche. Waschbarkeit ist ein Hinweis auf die Faser, kein Beweis. Fehlt das Symbol, ergänzen Sie keine Maschine. Das Etikett des konkreten Knäuels bleibt die Grenze.
Hilft OEKO-TEX bei der Faserfrage?
Das Siegel betrifft Schadstoffe, nicht die Frage, ob Ziegenhaar im Knäuel ist. Ein Look-Garn kann es tragen und trotzdem Polyacryl sein. Ein Mohair-Knäuel kann es nicht tragen und trotzdem eine lesbare 70/30-Zeile haben. Für die Faser lesen Sie die Zusammensetzung. Für die Pflege lesen Sie das Symbol. Das Siegel ersetzt keins von beiden.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zum Garnvergleich, Stand 10.10.2026.

  1. Verordnung (EU) Nr. 1007/2011, Faserbezeichnungen und Toleranzen (abgerufen am 10.10.2026)
  2. Textile Exchange, Responsible Mohair Standard (abgerufen am 10.10.2026)
  3. DIN EN ISO 3758:2024-04, Pflegesymbole (abgerufen am 10.10.2026)
  4. GINETEX-Pflegesymbole (abgerufen am 10.10.2026)
  5. OEKO-TEX STANDARD 100 FAQ (abgerufen am 10.10.2026)
  6. Wikipedia: Mohair (abgerufen am 10.10.2026)
  7. Lana Grossa Silkhair, filati.de (abgerufen am 10.10.2026)
  8. ggh Kid, Beispiel Fachhandel (abgerufen am 10.10.2026)