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Silberlot Kaufberatung: erst die Familie, dann der Silberanteil

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie stehen vor einem Regal, in dem drei dünne Stäbe, ein einzelner umhüllter Stab, eine Elektronikspule und eine Tüte Chips denselben Namen tragen. Am Ende soll klar sein, welche Packung zu Brenner, Kolben oder Kupferrohr gehört. Eine Silberlot Kaufberatung beginnt deshalb nicht beim Prozentwert auf dem Foto. Unter dem Suchwort liegen Silberhartlot, Kupfer-Phosphor-Lot, Schmucklot und silberhaltiges Weichlot nebeneinander. Der [Silberlot-Vergleich](/hub/bastelbedarf/silberlot) zeigt die konkreten Packungen mit Maßen und Preisen. Diese Seite sortiert die Familien.

Sie stehen vor einem Regal, in dem drei dünne Stäbe, ein einzelner umhüllter Stab, eine Elektronikspule und eine Tüte Chips denselben Namen tragen.

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Inhalt

Vier Produkte, ein Suchwort

Hartlot, Kupfer-Phosphor-Lot, Schmucklot und Weichlot unterscheiden sich an der Temperatur und am Werkzeug, nicht an der Farbe der Verpackung. Silberhartlot vom Typ L-Ag45Sn oder L-Ag55Sn arbeitet im Bereich um 650 bis 670 °C und braucht einen Brenner. Kupfer-Phosphor-Lot mit etwa 15 Prozent Silber, im Handel oft BCuP-5 oder CuP 284, ist eine eigene Familie für Kupfer an Kupfer. Schmucklot für 925er Silber kommt in Händlerstufen um 660, 680 und 710 °C, und Weichlot Sn95,5Ag3,8Cu0,7 schmilzt bei 217 °C am Lötkolben. Drei Stäbe L-Ag55Sn kosten blank etwa 38 € und mit Flussmittel etwa 47 €. Die 100-g-Weichlotspule liegt bei etwa 31 € und ist für Cinchstecker gedacht, nicht für ein Messingfitting. Zwanzig kurze 15-Prozent-Stäbe gehören an Kupferrohr, nicht an Edelstahl. 55 Prozent sind deshalb nicht besser als 15 Prozent im Kupferlot.

45 oder 55 Prozent

Erst wenn die Familie Silberhartlot feststeht, lohnt der Blick auf 45 oder 55 Prozent. Felder weist Ag 145 mit 45 Prozent Silber aus, Schmelzbereich 640 bis 680 °C, Arbeitstemperatur 670 °C. Ag 156 steht daneben mit 56 Prozent Silber, Arbeit 650 °C. Die Listing-Angaben L-Ag55Sn um 630 bis 640 °C und der Rothenberger-Stab Typ 670 °C liegen in diesem Band. Der höhere Silberanteil senkt die Arbeitstemperatur und hilft an Edelstahl, Stahl und Messing. Für eine einzelne Kupfer- oder Dachrinnennaht reicht oft der umhüllte 45-Prozent-Stab um 17 €. Cadmiumfrei ist bei den deklarierten Stäben ausgewiesen. Seit dem 10. Dezember 2011 ist Lot mit 0,01 Prozent Cadmium oder mehr nicht verkehrsfähig. Fehlt das Wort auf einer No-Name-Packung, ersetzen Sie es nicht durch eine Vermutung. Wie eine Naht an 925er Silber gestuft wird, steht bei Silberlot für Schmuck.

Was kein Silberlot ist

Neusilberhartlot trägt den Silberklang im Namen und enthält in der üblichen Bezeichnung kein Silber. Der Schmelzbereich liegt bei 890 bis 920 °C, das passende Flussmittel ist die Klasse FH21, nicht FH10. Messing leidet in dieser Hitze. Steht auf der Packung keine Arbeitstemperatur unter 700 °C und keine Silberlegierung, ist es möglicherweise diese andere Familie. Dasselbe gilt für die Weichlotspule in die andere Richtung: Sn95,5Ag3,8Cu0,7 fließt an feinen Kabeln und bindet kein Kupferrohr. 670 °C bleibt Hartlot-Temperatur, auch wenn ein Shop den Stab als Weichlot führt. Wo 15 Prozent am Rohr aufhören, steht bei Silberlot für Kupferrohr.

Flussmittel, Menge, Beschriftung

FH10 gehört zum Silberhartlot, ob es in der Hülle steckt, als 50-ml-Flasche beiliegt oder separat im Schrank steht. Blanke L-Ag55Sn-Stäbe sagen das im Listing ausdrücklich: Flussmittel erforderlich, nicht enthalten. Kupfer-Phosphor-Lot auf Kupfer an Kupfer bringt den Fluss selbst mit. Sobald Messing oder Rotguss der Partner ist, brauchen Sie wieder FH10. Lesen Sie die Packung auf vier Zeilen: Legierung oder Normkurzname, Arbeitstemperatur, Flussmittel ja oder nein, Menge in Stück, Gramm oder Metern. „Niedrigschmelzend“ ohne Gradzahl und Chips mit widersprüchlichen Temperaturen erfüllen keine dieser Zeilen. Wenn die Beschriftung nicht lesbar ist, hilft ein niedriger Preis nicht.

Fazit

Wenn Brenner und Metallpartner feststehen, wählen Sie zuerst die Familie und erst danach den Silberanteil. Für den Lötkolben bleibt die Weichlotspule, für Edelstahl und feine Stahlkanten L-Ag55Sn mit FH10, für eine einzelne Kupfernaht oft der umhüllte 45-Prozent-Stab. Kupfer an Kupfer ohne Messingpartner gehört zum 15-Prozent-Phosphorlot. Packungen ohne Temperatur und ohne Cadmiumhinweis legen Sie zurück, bevor der Brenner angeht.

Häufige Fragen

Reicht 45 Prozent Silber oder brauche ich 55 Prozent?
45 Prozent mit Arbeit um 670 °C reichen für viele Kupfer-, Messing- und Dachrinnenstellen, wenn die Fuge eng ist und ein Stab genügt. 55 Prozent arbeiten tiefer, bei Felder Ag 156 um 650 °C, und werden für Edelstahl und feine Stahlkanten genommen. Der Unterschied ist die Temperatur und die Benetzung, nicht eine allgemeine Güteklasse. Für reines Kupfer an Kupfer ist oft das 15-Prozent-Phosphorlot die eigene Familie, nicht der teurere 55-Prozent-Stab.
Ist Silber-Weichlot dasselbe wie Silberhartlot?
Nein. Die Spule Sn95,5Ag3,8Cu0,7 schmilzt bei 217 °C und gehört an den Lötkolben, etwa an Stecker und kleine Elektronik. Silberhartlot arbeitet um 650 bis 670 °C mit Brenner und Flussmittel FH10. Der Silberanteil von 3,8 Prozent macht aus dem Weichlot kein Hartlot. Wer ein Fitting oder einen Edelstahlbügel löten will, liegt mit der Spule in der falschen Familie.
Warum steht auf Neusilber kein Silberanteil?
Weil Neusilberhartlot eine Kupfer-Nickel-Zink-Legierung ist, kein Silberlot. Der Schmelzbereich liegt bei 890 bis 920 °C, das Flussmittel ist FH21. Silberhartlot bleibt darunter, grob 620 bis 680 °C je nach Blatt, und nutzt FH10. Der Name klingt verwandt, die Hitze ist eine andere. Messing kann bei 900 °C schon leiden, bevor eine saubere Naht steht.
Muss das Lot cadmiumfrei sein?
Cadmium ab 0,01 Prozent ist seit dem 10. Dezember 2011 nicht verkehrsfähig. Deklarierte L-Ag55Sn-Stäbe im Vergleich führen cadmiumfrei im Listing. Beim einzelnen 45-Prozent-Stab steht das Wort im Amazon-Rohtext dieser Packung nicht. Fehlt jede Angabe, ist das ein Grund nachzufragen, kein Grund zu raten.
Brauche ich Flussmittel dazu oder steckt es in der Hülle?
Blanke Stäbe brauchen ein passendes Flussmittel, das nicht in der Packung liegt. Umhüllte Stäbe und das Set mit 50 ml Flasche bringen es mit, sofern die Hülle heil und die Flasche nicht eingetrocknet ist. FH10 löst Oxide, es ersetzt keine Reinigung von Fett oder Farbe. Kupfer-Phosphor-Lot auf Kupfer an Kupfer ist die Ausnahme ohne Extraflussmittel. Messing daneben braucht FH10 wieder.
Welches Lot gehört an Edelstahl, welches nur an Kupfer?
Edelstahl, Stahl und Messing gehören zum Silberhartlot mit FH10, im Vergleich die L-Ag55Sn-Stäbe oder der umhüllte 45-Prozent-Stab. Reines Kupfer an Kupfer verträgt Kupfer-Phosphor-Lot mit etwa 15 Prozent Silber. Sobald der Partner Messing, Rotguss oder Stahl ist, trägt das 15-Prozent-Set nicht mehr. Eine Packung, die alle Metalle in einem Satz nennt und keine Temperatur nennt, sortieren Sie aus, bevor Sie den Brenner ansetzen.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zu Silberlot, Stand Oktober 2026.

  1. Felder: Silberhartlote cadmiumfrei (abgerufen am Oktober 2026)
  2. Felder: Kupferhartlote phosphorhaltig (abgerufen am Oktober 2026)
  3. Felder: Elektroniklot Sn95,5Ag3,8Cu0,7 (abgerufen am Oktober 2026)
  4. DKI: Kupferrohr-Installation 2019 (abgerufen am Oktober 2026)
  5. DKI: Löten von Kupfer (abgerufen am Oktober 2026)
  6. DIN EN ISO 18496:2021 (abgerufen am Oktober 2026)
  7. silberlot.com: Cadmium in Hartloten (abgerufen am Oktober 2026)
  8. Armin Hain: Datenblatt CuP 284 (abgerufen am Oktober 2026)
  9. Agosi: Anwendungsfibel (abgerufen am Oktober 2026)