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FI Typ A vs. Typ B: wann der Wohnungsstandard endet

Aktualisiert: August 2026

Die Frage FI Typ A vs. Typ B entscheidet sich nicht am Preis und nicht am Amazon-Stern, sondern an der Form des Fehlerstroms. Typ A ist in Deutschland der Wohnungsstandard: sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B ist allstromsensitiv und erkennt zusätzlich glatte Gleichfehlerströme – die Art, die einen Typ-A-Wandler sättigen kann. Wer Wallbox, PV-Wechselrichter oder dreiphasigen Frequenzumrichter plant, muss diese Grenze kennen, bevor das Gerät in den Warenkorb wandert. Welches Modell zur Schiene passt, steht im [FI-Schalter-Vergleich](/hub/elektrotechnik/fi-schalter). Den Einbau übernimmt eine Elektrofachkraft.

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Inhalt

Was Typ A erkennt – und wo er aufhört

Ein Typ-A-FI überwacht den Differenzstrom der aktiven Leiter und öffnet, wenn Strom über Erde abfließt. Er ist für klassische Haushaltslasten gebaut: Steckdosen, Beleuchtung, Herd ohne Umrichter, Waschmaschine mit pulsstromartigen Gleichrichtern. In DIN VDE 0100-530 ist das die Grundauswahl für Anlagen ohne glatte DC. Typ AC – nur sinusförmige Wechselanteile – darfst du in Deutschland nicht nachkaufen; neue Installationen mit AC sind unzulässig. Ein vorhandener AC-Schalter in einer unveränderten Altanlage ist kein Automatismus zum Soforttausch, aber auch kein Freibrief für Erweiterungen. Typ B erweitert die Erfassung: glatte Gleichfehlerströme, Mischströme und höherfrequente Anteile, wie sie Leistungselektronik erzeugt. Typ F sitzt dazwischen und hilft bei einphasigen Frequenzumrichtern. Er ersetzt Typ B nicht, wenn dreiphasige Gleichrichtung oder glatte DC möglich sind. Im Vergleich zum Alltags-Typ-A ist Typ B also kein besserer Wohnungs-FI, sondern ein anderes Messprinzip – teurer, oft vierpolig, und nur dort nötig, wo die Physik des Typ A endet. Die Verwechslung sitzt im Regal: ein 4-poliger 40-A-Schalter sieht immer gleich aus. Die Typkennzeichnung auf dem Gerät und im Datenblatt entscheidet, nicht die Polzahl. 30 mA gegen 300 mA ist eine zweite, unabhängige Achse: 300 mA ist Brandschutz und kein Ersatz für Personenschutz, egal ob das Gehäuse Typ A oder Typ B trägt. Welches Gehäuse zur Schiene passt, filtert die FI-Schalter-Kaufberatung.

Warum glatte Gleichfehlerströme Typ A blenden

Der Summenstromwandler eines Typ-A-FI arbeitet wie ein Transformator. Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichanteile erzeugen in der Sekundärwicklung ein Signal; der Auslöser öffnet. Ein glatter Gleichfehlerstrom magnetisiert den Eisenkern. Ab etwa 6 mA DC kann der Kern so weit in der Sättigung liegen, dass Wechselanteile kaum noch übertragen werden. Der Schalter löst dann auch bei einem gefährlichen Wechselfehlerstrom nicht mehr aus – umgangssprachlich ist er blind. Ein Typ-B-FI mit 30 mA Bemessungsfehlerstrom darf bei glatter DC oft erst im Bereich von etwa 15 bis 60 mA auslösen. Dazwischen liegt die gefährliche Lücke: Der Typ A ist schon gesättigt, der Typ B hat noch nicht geöffnet. Deshalb darf ein Typ B nicht hinter einem gemeinsamen Typ-A-Gruppen-FI hängen, der andere Stromkreise mit schützt. Der Gleichfehler aus dem B-Kreis kann den vorgeschalteten A-Schalter lahmlegen – dann sind auch Küche und Keller ohne wirksamen FI. Im Vergleich zur sauberen Trennung der Kreise ist das die häufigste Planungsfalle: die Wallbox einfach hinter den vorhandenen Wohnungs-FI hängen. Entweder bekommt die DC-Last einen eigenen, passenden Schutz ohne gemeinsamen A-Gruppen-FI, oder die Fachkraft plant die Selektivität neu. Mobile Verteiler an einer CEE-Dose mit Typ A und internem Typ B sind derselbe Fehler in Steckerform.
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Wann Typ B nötig ist – und wann Typ A reicht

In einer Wohnung ohne Wallbox, ohne PV-Wechselrichter und ohne dreiphasigen Umrichter reicht Typ A mit 30 mA. Ein Typ B ist dort nicht falsch, aber unnötig teuer: Marken-Typ-A liegen grob bei 18–45 €, Import-Typ-B um 70–90 €, Marken-Typ-B oft bei 250–650 €. Der Warmfay Typ B 40 A / 30 mA im Sortiment füllt die Preislücke, hat aber eine dünne Review-Basis und ist kein nachgewiesenes Äquivalent zu ABB- oder Hager-Typ-B. Typ B oder eine gleichwertige DC-Abschaltung brauchst du, wenn glatte Gleichfehlerströme möglich sind: viele trafolose PV-Wechselrichter laut Herstellerangabe, dreiphasige Frequenzumrichter, bestimmte Wärmepumpen und USV. Die Geräteanleitung und DIN VDE 0100-530 stechen den Amazon-Titel. Typ F reicht nur, wenn die Last wirklich einphasig und im F-Bereich bleibt. Für die Wallbox gilt DIN VDE 0100-722 ausdrücklich nicht immer Typ B. Erlaubt ist Typ B oder Typ A bzw. F plus eine RDC-DD-Erkennung ab 6 mA DC in der Box. Welche Variante zur vorhandenen Verteilung und zum Ladestrom passt, steht unter FI-Schalter für die Wallbox. Der Auftrag an die Fachkraft lautet in einem Satz: Welche Fehlerstromformen erzeugt dieses Gerät, und welcher RCD sitzt davor, der andere Kreise mit schützt?

Fazit: Last klären, dann den Typ kaufen

Wenn keine glatte DC im Kreis hängt, bleibt Typ A 30 mA der rationale Kauf. Wenn Wallbox, PV oder dreiphasiger Umrichter im Spiel sind, kaufst du nicht pauschal teurer, sondern klärst DC-Pfad und Reihenschaltung. 300 mA Typ B ist weiterhin Brandschutz, kein Wohnungs-Personenschutz. Die Testtaste sagt über Blindwerden nichts.

Häufige Fragen

Reicht Typ A in einer normalen Wohnung?
Ja, wenn keine Quellen für glatte Gleichfehlerströme an dem Kreis hängen. Steckdosen, Beleuchtung und übliche Haushaltsgeräte sind das Einsatzgebiet von Typ A mit 30 mA. Typ AC darfst du nicht nachkaufen.
Wann brauche ich zwingend Typ B?
Wenn glatte DC auftreten kann und keine andere Einrichtung diese Ströme vor dem Typ-A-Wandler abschaltet. Typisch: bestimmte PV-WR, dreiphasige FU, Wallbox ohne RDC-DD. Die Fachkraft liest Gerätehersteller und 0100-530, nicht den Listing-Text.
Was bedeutet Blindwerden genau?
Glatte DC sättigt den Wandlerkern. Ab etwa 6 mA kann ein Typ-A-FI Wechselfehlerströme nicht mehr zuverlässig sehen. Der Hebel bleibt auf I, obwohl Strom über Erde fließt. Die Testtaste sagt darüber nichts.
Darf Typ B hinter einem vorhandenen Typ-A-Gruppen-FI hängen?
Nicht, wenn derselbe A-Schalter andere Kreise mit schützt. Der DC-Fehler kann den Gruppen-FI blenden. Entweder eigener Abgang ohne gemeinsamen Typ A oder vorgeschaltet ebenfalls mindestens Typ B – das plant die Fachkraft.
Reicht Typ F statt Typ B?
Nur bei passenden einphasigen Umrichtern. Typ F ersetzt Typ B nicht bei glatter DC aus dreiphasiger Gleichrichtung oder bei vielen Wallbox- und PV-Fällen.
Braucht jede Wallbox einen Typ B?
Nein. 0100-722 erlaubt Typ B oder Typ A/F plus RDC-DD ab 6 mA. Viele Boxen bringen die 6-mA-Überwachung mit; dann bleibt oft ein Typ-A-FI im Zuleitungskreis. Die Dimensionierung steht auf der Wallbox-Seite.
Ist ein günstiger Import-Typ-B gleichwertig zu ABB oder Hager?
Der Preisabstand ist real, die Nachweislage oft nicht. VDE im Amazon-Titel reicht nicht. GPSR, Modellbezeichnung und die Einschätzung der Fachkraft zählen mehr als der Sterneschnitt.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 30.08.2026.

  1. DKE DIN VDE 0100-410:2018-10 – zusätzlicher Schutz Steckdosen/Beleuchtung (abgerufen am 30.08.2026)
  2. elektrikerwissen.de – DIN VDE 0100-410 FI-Schutzschalter-Pflicht (abgerufen am 30.08.2026)
  3. Hager-Tipp DIN VDE 0100-410:2018-10 (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  4. DKE DIN EN 61008-1 – Produktnorm RCCB (abgerufen am 30.08.2026)
  5. MENNEKES – FI Typ B, Allstrom und Blindwerden (abgerufen am 30.08.2026)
  6. DKE-FAQ DIN VDE 0100-722 Wallbox (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  7. DGUV FB ETEM – RCD-Prüftaste (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  8. elektrikerwissen.de – Typ A/B in Reihe, Blindwerden (abgerufen am 30.08.2026)