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FI-Schalter Wallbox: Typ B oder Typ A plus RDC-DD

Aktualisiert: August 2026

Wer eine Ladestation plant, landet schnell bei der Behauptung, ein FI-Schalter Wallbox müsse immer allstromsensitiv und teuer sein. DIN VDE 0100-722 verlangt etwas Präziseres: Schutz gegen glatte Gleichfehlerströme plus einen eigenen Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA am Anschlusspunkt. Das kann ein Typ-B-FI in der Verteilung sein – oder ein Typ A bzw. F, wenn die Box eine RDC-DD nach IEC 62955 ab 6 mA DC mitbringt. Die Geräte stehen im [FI-Schalter-Vergleich](/hub/elektrotechnik/fi-schalter). Den Anschluss verdrahtest du nicht selbst; die Fachkraft liest das Box-Datenblatt.

Wer eine Ladestation plant, landet schnell bei der Behauptung, ein FI-Schalter Wallbox müsse immer allstromsensitiv und teuer sein. DIN VDE 0100-722 verlangt etwas Präziseres: Schutz gegen glatte Gleichfehlerströme plus…

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Inhalt

Was DIN VDE 0100-722 am Ladepunkt verlangt

Jeder individuelle Anschlusspunkt – die Fahrzeug-Steckvorrichtung, nicht irgendwo in der Nähe der Garage – braucht eine eigene Fehlerstromschutzeinrichtung mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA. Ein gemeinsamer Wohnungs-FI, der Küche, Keller und Wallbox gleichzeitig schützt, erfüllt diese Forderung nicht und ist außerdem die klassische Blindfalle: Gleichfehler aus dem Ladekreis können den Typ-A-Wandler sättigen. Der Abschnitt zur Gerätewahl verlangt mindestens Typ A; Typ AC darfst du in Deutschland ohnehin nicht nachkaufen. Der DC-Pfad ist die zweite, unabhängige Pflicht. Glatte Gleichfehlerströme über etwa 6 mA können einen Typ-A- oder Typ-F-FI so vormagnetisieren, dass er Wechselanteile nicht mehr zuverlässig sieht. Deshalb erlaubt 0100-722 zwei gleichwertige Wege: einen Typ-B-FI oder einen Typ A bzw. F in Verbindung mit einer Fehlergleichstrom-Überwachung nach IEC 62955. Diese Überwachung darf in der Festinstallation sitzen oder Bestandteil der fest angeschlossenen Ladestation sein. Die Physik dazu steht unter FI Typ A vs. Typ B; hier diktiert die Norm den Pfad, nicht den Markennamen. Was 722 nicht diktiert, ist ein 300-mA-Gerät. 300 mA ist Brandschutz und kein Personenschutz am Ladepunkt. Listings, die denselben Import einmal als Wallbox und einmal mit 300 mA bewerben, vermischen zwei Schutzzwecke. Die Parameterfolge vor der Bestellung steht in der FI-Schalter-Kaufberatung.

Typ B kaufen oder Typ A plus RDC-DD in der Box

Viele aktuelle Wallboxen werben mit DC-Fehlerstromerkennung. Das ist oft der günstigere Weg, weil in der Verteilung ein Marken-Typ-A mit 40 A und 30 mA reicht – im Set der ABB F204A oder der Schneider Resi9, jeweils vierpolig. Allerdings zählt nicht der Werbesatz DC-Schutz, sondern der Nachweis, dass die Einrichtung der IEC 62955 entspricht und wirklich abschaltet. Steht die Norm nicht in Konformitätserklärung oder Anleitung, klärt die Fachkraft mit dem Hersteller; fehlt der Nachweis, bleibt der sichere Default ein Typ-B-FI. Typ B brauchst du, wenn die Box keine taugliche RDC-DD hat oder wenn die Planung bewusst allstromsensitiv in der Verteilung bleiben soll. Marken-Typ-B liegen grob bei 250–650 €; Import-Typ-B füllen die Lücke um 70–90 €. Der Warmfay 40 A / 30 mA Typ B ist im Sortiment dieser Preisanker, allerdings mit dünner Review-Basis und ohne Käufermessung des DC-Pfads. Er ist kein nachgewiesenes Äquivalent zu ABB- oder Hager-Typ-B. Die 63-A-Schwester trägt GPSR-Lücken sowie Rauch- und Durchbrandmeldungen – das ist ein Vorbehalt für die Abnahme, kein Schnäppchenargument. Unabhängig vom Typ gilt die Reihenschaltung: Ein Typ-B-Abgang oder ein Ladekreis mit DC-Fehler darf nicht hinter einem gemeinsamen Typ-A-Gruppen-FI hängen, der andere Stromkreise mit schützt. Entweder eigener Abgang ohne diesen Mitnutzer, oder die Selektivität wird neu geplant. Mobile Adapter zwischen Steckdose und Auto ersetzen diesen Gebäudekreis nicht.
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40 A gegen 63 A und was im Sortiment taugt

Der Bemessungsstrom In ist die Dauerbelastbarkeit der Pole, nicht die Auslöseschwelle bei Fehlerstrom. 11 kW dreiphasig liegen bei etwa 16 A je Außenleiter, 22 kW bei etwa 32 A. Ein 40-A-FI kann beide Fälle thermisch tragen, arbeitet bei 22 kW jedoch näher an der Grenze – vor allem bei warmer Umgebung, vollem Verteiler und wenn noch Last über denselben Schalter läuft. 63 A schafft Reserve, ändert aber nichts am 30-mA-IΔn. Wer glaubt, 63 A löse später aus, verwechselt In mit dem Differenzstrom. Die Vorsicherung und der Leitungsschutzschalter müssen zum FI passen: Ein 40-A-RCCB darf nicht dauerhaft hinter einer 63-A-Sicherung ohne Koordination betrieben werden. Der FI schützt nicht vor Überlast; das bleibt Sache der LS. Ob 40 oder 63 A nötig ist, folgt aus Zuleitung, Gleichzeitigkeit und Herstellerangabe der Box – keine Shop-Formel. Marke und Vorbehalte sortieren die Picks zum besten FI-Schalter, nicht die Ampere-Entscheidung. Im Amazon-Set taugt für den Typ-A-Weg der ABB- oder Schneider-4P 40 A / 30 mA, sofern die Box den 62955-Pfad erfüllt und die Schiene zur N-Lage passt. Für den Typ-B-Weg ohne Markenbudget bleibt der Warmfay 40 A / 30 mA der vorsichtige Import; die 300-mA-Variante ist der falsche IΔn. 16-A-FI/LS sind keine Wallbox-Zuleitung.

Fazit: Nachweis in der Box oder Typ B in der Verteilung

Wenn IEC 62955 belegt ist, reicht oft Typ-A 40 A / 30 mA auf eigenem Abgang. Fehlt der Nachweis, planst du Typ B – Import nur mit Fachkraft-Abnahme. 300 mA und der Wohnungs-FI als Mitnutzer sind Fehlkäufe.

Häufige Fragen

Braucht jede Wallbox einen Typ-B-FI?
Nein. 0100-722 erlaubt Typ B oder Typ A bzw. F plus RDC-DD nach IEC 62955 ab 6 mA DC. Viele Boxen bringen diese Überwachung mit; dann bleibt oft ein Typ-A-FI im Zuleitungskreis. Ohne Nachweis in der Dokumentation plant die Fachkraft Typ B.
Reicht Typ A, wenn die Box DC-Schutz schreibt?
Nur wenn die Einrichtung wirklich IEC 62955 erfüllt und abschaltet, nicht nur misst. Marketing reicht nicht. Im Zweifel Herstellererklärung oder Typ B.
Soll ich 40 A oder 63 A wählen?
In muss zur Dauerlast und zur Vorsicherung passen. 32 A bei 22 kW liegen unter 40 A, lassen aber wenig Reserve. 63 A ist thermisch ruhiger, teurer und bei Importgeräten im Set vorbelastet. Das legt die Fachkraft aus.
Muss der Ladepunkt einen eigenen FI haben?
Ja. Jeder Anschlusspunkt braucht einen eigenen RCD höchstens 30 mA. Die Wallbox hinter dem Wohnungs-FI mitlaufen zu lassen, verfehlt die Norm und riskiert das Blindwerden des Gruppen-FI.
Reicht 300 mA, weil das Listing Wallbox sagt?
Nein. 300 mA ist kein Personenschutz am Ladepunkt. Der Warmfay 40 A / 300 mA Typ B ist ein anderes Gerät als die 30-mA-Schwester, auch wenn beide Typ B heißen.
Darf ich den FI selbst setzen, wenn die Box schon hängt?
Nein. Errichten und Ändern der Anlage ist Facharbeit. Du darfst das passende Gerät beschaffen und die Testtaste später betätigen, sobald die Anlage übergeben ist.
Welches Gerät aus diesem Vergleich kommt für die Wallbox infrage?
Mit nachweislicher RDC-DD in der Box: ABB F204A oder Schneider Resi9, 4-polig, 40 A, 30 mA Typ A. Ohne diesen Pfad: ein Typ-B-FI; im Set der Warmfay 40 A / 30 mA nur mit Vorbehalt, Marken-Typ-B außerhalb der Preislücke.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 30.08.2026.

  1. DKE DIN VDE 0100-410:2018-10 – zusätzlicher Schutz Steckdosen/Beleuchtung (abgerufen am 30.08.2026)
  2. elektrikerwissen.de – DIN VDE 0100-410 FI-Schutzschalter-Pflicht (abgerufen am 30.08.2026)
  3. Hager-Tipp DIN VDE 0100-410:2018-10 (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  4. DKE DIN EN 61008-1 – Produktnorm RCCB (abgerufen am 30.08.2026)
  5. MENNEKES – FI Typ B, Allstrom und Blindwerden (abgerufen am 30.08.2026)
  6. DKE-FAQ DIN VDE 0100-722 Wallbox (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  7. DGUV FB ETEM – RCD-Prüftaste (PDF) (abgerufen am 30.08.2026)
  8. elektrikerwissen.de – Typ A/B in Reihe, Blindwerden (abgerufen am 30.08.2026)