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Carbonpaste auftragen: fettfrei, dünn, unter der Gravur

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie haben die Tube und den Drehmomentschlüssel in der Hand, und an der Sattelstütze klebt noch ein Film vom letzten Fett. Wenn Sie jetzt Paste darüberlegen und die Schraube bis zum Anschlag ziehen, sitzt die Stütze entweder fest oder sie rutscht beim ersten Antritt. Am Ende soll klar sein, in welcher Reihenfolge Carbonpaste auftragen funktioniert: erst die Fläche, dann ein dünner Film, dann der Wert, der auf Rahmen und Bauteil steht. Die Tuben selbst, mit Preis und Formel, liegen in der [Vergleichstabelle Carbon-Montagepaste](/hub/fahrradreparatur/carbon-montagepaste).

Sie haben die Tube und den Drehmomentschlüssel in der Hand, und an der Sattelstütze klebt noch ein Film vom letzten Fett.

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Inhalt

Fläche vorbereiten

Paste auf einem Fettfilm mischt zwei Mittel, die gegeneinander arbeiten. Das Fett senkt die Reibung, die Paste soll sie an der ruhenden Klemmung erhöhen. Sand und Altersschmutz tun dasselbe wie ein Schmierfilm: Die Körner oder das Gel liegen nicht auf dem Carbon, sondern auf einer Trennschicht. Canyon beschreibt den ersten Schritt so, dass Schmutz und Schmierstoff weg sind, bevor Pinsel oder Ledertuch die eigene Paste dünn verteilen. Ein Bremsenreiniger oder Isopropanol auf einem fusselfreien Tuch reicht, wenn die Fläche danach trocken ist. Wasser allein lässt einen Fettfilm stehen. Kontrollieren Sie beim Reinigen die Zone, die wirklich klemmt, nicht die ganze Stütze. Die gleitende Stange einer Variostütze und die Bremsflanke gehören nicht in diesen Lappen, sobald Paste daran wäre. Wenn das Sitzrohr scharfe Kanten, eine weiche Stelle oder ein sichtbarer Riss zeigt, ist der nächste Schritt nicht die Tube, sondern eine Werkstatt. Eine saubere Fläche macht eine beschädigte Passung nicht rund.

Auftragen und klemmen

Dünn heißt eine geschlossene, durchscheinende Schicht auf dem Klemmbereich, kein Wulst am oberen Rand. Finish Line schreibt ausdrücklich eine dünne Folie auf Vorbau, Lenker, Sattelstütze und Sattelrohr. Finger sind erlaubt, ein kleiner Pinsel auch. Die Fettpresse ist der falsche Dosierer. Park Tool verbietet sie, weil sie für Lagerfett gebaut ist und die Fläche fluten würde. Setzen Sie das Bauteil bis zur Markierung und ziehen Sie schrittweise. Beginnen Sie am unteren Ende des erlaubten Fensters, nicht am höchsten Wert, der irgendwo am Rad steht. Der Drehmomentschlüssel liest den niedrigeren Wert von Rahmen, Klemme und Carbonteil. Steht an der Klemme 6 Nm und an der Stütze 4 Nm, ist 4 Nm die Decke, auch wenn die Paste „weniger Moment“ verspricht. Nach dem ersten Festziehen wischen Sie Reste von der Außenseite, bevor sie an Scheibe oder Reifen wandern.

Was die Paste am Drehmoment ändert

Reibpaste kann das Moment senken, das Sie brauchen, um die Fläche zu halten. Sie hebt die Gravur nicht an. Canyon nennt für die hauseigene Paste bis zu 30 Prozent weniger nötige Klemmkraft und verbietet Fett oder Öl auf Carbon-Klemmflächen. Das sind Herstellerclaims, keine Norm und keine Erlaubnis, über den kleineren gravierten Wert zu gehen. Schmolke gibt für die Stützen TLO und SL 2,5 bis 3,5 Nm an und schreibt, die Paste senke das nötige Moment um etwa 1,5 Nm. Das gilt für diese Stütze, nicht für jede Klemme am Rad. Cube lässt an Carbon maximal 6 Nm in Stufen zu und normales Fett nicht. Ratgeber, die pauschal 4 bis 6 Nm als sicheren Halt für jede Carbonstütze nennen, widersprechen diesem Bild. Ihr Schlüssel folgt der Gravur vor Ihnen, nicht einem Mittelwert aus dem Netz. Wenn zwei Werte dastehen, gewinnt der kleinere.

Wohin die Paste nicht kommt

Die Klemmfläche ist der Ort. Gewinde, Lager, Bremsbelag und die gleitende Stange einer Variostütze sind es nicht. Park Tool schreibt das für Gewindeflächen und Lagerschmierung ausdrücklich auf die Karte. Körner in einem Lager mahlen, statt zu trennen. Paste auf der Schraube ersetzt nicht das Mittel, das der Schraubenhersteller für das Gewinde nennt. Wenn die Anleitung das Gewinde trocken oder mit einem Tropfen Fett haben will, bleibt die Paste auf der Klemmfläche und das Gewinde folgt seiner eigenen Zeile. Überschuss an der Bremsscheibe ist ein konkreter Fehler, kein Randthema. Ein Fettfilm auf dem Rotor kostet Verzögerung, eine Paste mit Partikeln erst recht. Dasselbe gilt für die Reifenflanke, wenn Sie den Lenker einbauen und danebengehen. Kommt die Stütze nach dem korrekten Film immer noch nach unten, oder knackt das Carbon, oder arbeitet eine Dropper-Stütze danach hakelig, ist das der Punkt für eine Werkstatt und nicht für eine dickere Schicht.

Häufige Fragen

Wie dünn ist dünn?
Eine Schicht, durch die die Fläche noch durchscheint und die keinen Wulst am Klemmrand bildet. Finish Line nennt das eine dünne Folie. Wenn Paste am oberen Ende des Sitzrohrs herausquillt, war es zu viel, und Sie wischen den Überschuss weg, bevor Sie weiterfahren. Mehr Masse erhöht den Halt nicht zuverlässig. Sie wandert an Stellen, die trocken bleiben sollen.
Muss die Fläche vorher fettfrei sein?
Ja. Fett und Paste auf derselben Fläche arbeiten gegeneinander. Canyon lässt Schmutz und Schmierstoff zuerst entfernen. Ein feuchtes Tuch reicht nicht, wenn ein alter Fettfilm steht. Reiniger, trocknen lassen, dann erst die Paste. Eine Stütze, die schon einmal gefettet war, braucht dieselbe Reinigung, sonst sitzt die neue Schicht auf der alten.
Ziehe ich weniger fest, weil Paste drauf ist?
Sie prüfen von unten im erlaubten Fenster, ob es hält, und Sie überschreiten das Maximum nicht. Die Paste kann das nötige Moment senken. Schmolke nennt an TLO und SL etwa 1,5 Nm weniger, Canyon und Motorex werben mit bis zu 30 Prozent. Beides ist ein Beispiel oder ein Claim, keine Rechenformel für jede Klemme. Der kleinere gravierte Wert bleibt die Decke.
Wohin mit dem Überschuss?
Weg von der sichtbaren Fläche, mit einem Lappen, bevor er an Bremsscheibe, Belag oder Reifen kommt. TUNAP und bike-mailorder beschreiben genau diesen letzten Wisch. Im Sitzrohr einen Klumpen zu lassen, damit mehr hält, ist der Fehler, den die dünne Schicht vermeiden soll. Reste an den Fingern gehören nicht an den Rotor, wenn Sie als Nächstes das Laufrad einsetzen.
Was, wenn es danach immer noch rutscht?
Dann fehlt meist nicht die zweite Schicht. Prüfen Sie Durchmesser, Spiel, Markierung und die Mindesteinstecktiefe, bevor Sie das Moment über die Gravur heben. Eine 27,2-mm-Stütze mit spürbarem Spiel braucht unter Umständen eine andere Passung, nicht mehr Paste. Knackt das Carbon, kommt die Stütze nur mit Gewalt, oder hakt danach die Bremse oder die Variostütze, gehört das Rad in die Werkstatt.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 06.10.2026.

  1. TUNAP Sports, Carbon Montagepaste (abgerufen am 06.10.2026)
  2. Motorex Carbon Paste (abgerufen am 06.10.2026)
  3. Park Tool SAC-2 (abgerufen am 06.10.2026)
  4. Schmolke TLO/SL-Montageanleitung (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)
  5. Canyon, Rennrad auspacken und montieren (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)
  6. DIN EN ISO 4210-9:2023 (abgerufen am 06.10.2026)
  7. BIKE, Wundermittel aus der Dose (abgerufen am 06.10.2026)
  8. Cube, Montagehinweise Drehmoment (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)