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Carbonpaste oder Fett an der Klemmfläche des Fahrrads

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie haben eine Dose Fahrradfett in der Werkstatt und eine Tube, auf der Carbon steht, und beide scheinen für die Sattelstütze gemacht. Eine senkt die Reibung, die andere soll sie an der ruhenden Klemmung erhöhen. Am Ende soll klar sein, wann Carbonpaste oder Fett die richtige Wahl ist: Paste auf der Carbon-Klemmfläche, sofern die Anleitung nichts Engeres sagt, Fett an Lagern und nur dort an Carbon, wo der Teilehersteller es ausdrücklich nennt. Die Tuben aus dem Vergleich stehen in der [Vergleichstabelle Carbon-Montagepaste](/hub/fahrradreparatur/carbon-montagepaste).

Sie haben eine Dose Fahrradfett in der Werkstatt und eine Tube, auf der Carbon steht, und beide scheinen für die Sattelstütze gemacht. Eine senkt die Reibung, die andere soll sie an der ruhenden Klemmung erhöhen.

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Inhalt

Zwei Mittel, ein Regal

Fett ist ein Schmierfilm. Es trennt Flächen, die sich bewegen oder sich später wieder lösen sollen, und es senkt die Kraft, die nötig ist, um sie gegeneinander zu verschieben. Eine Carbon-Klemmung braucht das Gegenteil. Sattelstütze, Lenker und Vorbau sollen bei einem niedrigen, gravierten Moment stillstehen. Sinkt die Reibung, muss die Schraube stärker ziehen, damit nichts rutscht. Canyon schreibt im MTB-Handbuch, Carbon-Bauteile grundsätzlich nicht zu fetten, weil Fett sich einlagern und die Klemmung im erlaubten Moment unsicher machen kann. Carbonpaste, auch Friction Paste oder Assembly Paste genannt, legt einen Reibfilm auf dieselbe Stelle. Partikel aus Bims, Silica oder Mikroperlen erhöhen die Reibung mechanisch. Eine partikelfreie Paste wie Motorex soll den Reibwert ohne Körner anheben. Beides ist nicht dasselbe wie Lagerfett, auch wenn das Etikett „Montage“ sagt. Kupferpaste für heiße Gewinde und weiße Reifenmontagepaste sind an dieser Klemmung ebenfalls ein Fehlkauf, keine günstige Alternative.

Was Rahmen- und Teilehersteller schreiben

Canyon und Cube sind an der Klemmfläche eindeutig. Das Rennrad-PDF von Canyon verbietet Fett und Öl auf Carbon-Klemmbereichen. Cube lässt normales Fett nicht zu und nennt Carbonpaste, mit maximal 6 Nm in Stufen an den genannten Teilen. Schmolke formuliert enger und an einer Stelle anders. An der Rahmenklemmung der Stützen TLO und SL ist Paste vorgesehen, und Fett gilt als Notbehelf gegen eine ganz trockene Montage, nicht als Wunschzustand. Am knarzenden Carbon-Sattelgestell will dieselbe Anleitung Fett statt Paste. Das ist keine Erlaubnis, das Sitzrohr einzufetten. Es ist eine zweite Stelle mit einer zweiten Aufgabe. BIKE hat 2004 Fett an Carbon-Stützen abgelehnt, weil die Haftreibung sinke und mehr Klemmkraft Schäden mache, und erwähnt, manche Fette könnten Epoxid angreifen. Das ist eine alte Leserantwort, keine Aussage über jedes heutige Fett. Die Anleitung Ihres Rahmens geht vor.

Das Peaty’s-Paar und das gelöschte Fett

Peaty’s verkauft zwei Mittel, die im Namen beide nach Montage klingen und physikalisch auseinanderlaufen. Assembly Grease soll die Reibung an Lagern, Pedalen, Steuersatz, Achsen und Schrauben senken und ist nach Herstellerangabe carbonverträglich. Max Grip, im Set die ASIN B097C8JJY4, 75 g für 10,99 Euro, ist Bims in natürlichen Ölen und soll Stütze und Lenker klemmen. „Sicher für Carbon“ auf der Assembly Grease wäre kein Argument für die Klemmfläche gewesen. Motorex sitzt zwischen den Schubladen und gehört in keine von beiden ganz. Die Beschreibung nennt eine transparente Paste ohne strukturierte Teile für Carbon und Aluminium, plus Korrosionsschutz und leichtere Demontage. Der Hersteller führt sie als partikelfreie Carbonpaste, nicht als gewöhnliches Lagerfett. Sie ist damit auch nicht dasselbe wie Peaty’s Bims. Vor dem Paste-Auftrag muss eine zuvor gefettete Fläche trotzdem fettfrei sein.

Wo Fett bleibt

Lager, Pedale, Steuersatz, Achsen und Schrauben, deren Anleitung einen Schmierfilm will, bleiben beim Fett. Dort ist geringe Reibung der Zweck. Eine Carbonpaste mit Körnern in einem Industrielager mahlt. Park Tool sagt für SAC-2 ausdrücklich: nicht für Gewindeflächen, nicht für Lagerschmierung, nicht in die Fettpresse. Das Gewinde einer Klemmschraube kann einen Tropfen des Mittels bekommen, das diese Schraube verlangt. Es bekommt nicht automatisch die Paste, die auf der Klemmfläche liegt. Kupferpaste bleibt am Rad ohne den Hitzegrund, für den sie gedacht ist, und kann auf Beläge wandern. Reifenmontagepaste bleibt an der Felge. Für die Klemmfläche lautet die Empfehlung deshalb Carbon-Montagepaste, dünn und fettfrei, es sei denn, Ihr Teilehersteller nennt Fett ausdrücklich als Notbehelf oder für das Sattelgestell. Die Stütze danach mit Lagerfett zu versiegeln stellt den Zustand wieder her, den Canyon an der Klemme vermeiden will.

Häufige Fragen

Ist carbonverträgliches Fett dasselbe wie Carbonpaste?
Nein. Carbonverträglich beschreibt oft nur, dass das Mittel das Material nicht angreifen soll. Carbonpaste soll die Reibung an einer ruhenden Klemmung erhöhen. Peaty’s trennt das in zwei Tuben: Assembly Grease für Lager und Achsen, Max Grip für Stütze und Lenker. Dieselbe Marke, entgegengesetzte Aufgabe. Der Zusatz auf dem Fett ersetzt die zweite Tube nicht.
Warum rutscht die Stütze nach dem Fetten noch mehr?
Weil Fett die Haftreibung senkt. Dieselbe Schraube, dasselbe Moment, weniger Halt. Canyon beschreibt, dass sich Fett einlagern und die Klemmung im erlaubten Bereich unsicher machen kann. Der Reflex, fester zu ziehen, geht gegen die Gravur. Zuerst muss der Film restlos weg, dann kommt Paste auf die trockene Fläche. Eine dünne Schicht Paste über dem Fett mischt beide Effekte und entscheidet den Konflikt nicht zuverlässig zugunsten des Halts.
Darf Fett aufs Schraubengewinde, wenn die Klemmfläche Paste bekommt?
Ja, wenn die Anleitung dieser Schraube Fett oder ein anderes Gewindemittel nennt. Nein, wenn Sie dafür die Carbonpaste nehmen. Park Tool verbietet die Paste auf Gewindeflächen. Die Klemmfläche und das Gewinde sind zwei Aufträge. Ein Tropfen am Gewinde, der auf die Klemmfläche läuft, ist bereits zu viel und wird vor dem Paste-Auftrag entfernt.
Gehört Lagerfett in den Steuersatz?
Ja, wenn die Anleitung des Steuersatzes ein Fett für Lager nennt. Dort sollen die Flächen gleiten. Carbonpaste gehört dort nicht hin. Dieselbe Dose am Gabelschaft unter dem Vorbau ist wieder die Klemmfrage: Der Vorbau auf Carbon folgt der Montagepaste, das Lager im Steuersatz dem Fett. Ein Mittel für beide Orte ist in diesem Set nicht vorgesehen.
Ist Motorex Fett oder Carbonpaste?
Im Listing heißt es Kohlenstofffett und beschreibt eine transparente Masse ohne strukturierte Teile, mit Korrosionsschutz. Der Hersteller führt das Produkt als partikelfreie Carbonpaste, die den Reibwert anheben soll. Es ist damit nicht das Lagerfett fürs Tretlager und nicht die Bims-Paste von Peaty’s. Der deutsche Name Fett reicht nicht, um es in die Schmierstoff-Schublade zu legen. Der fehlende Amazon-Preis und das Markenfeld SHIMANO bleiben eigene Vorbehalte beim Kauf.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 06.10.2026.

  1. TUNAP Sports, Carbon Montagepaste (abgerufen am 06.10.2026)
  2. Motorex Carbon Paste (abgerufen am 06.10.2026)
  3. Park Tool SAC-2 (abgerufen am 06.10.2026)
  4. Schmolke TLO/SL-Montageanleitung (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)
  5. Canyon, Rennrad auspacken und montieren (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)
  6. DIN EN ISO 4210-9:2023 (abgerufen am 06.10.2026)
  7. BIKE, Wundermittel aus der Dose (abgerufen am 06.10.2026)
  8. Cube, Montagehinweise Drehmoment (PDF) (abgerufen am 06.10.2026)