Unabhängiger Vergleich, ggf. Vergütung durch Shop-Links. Mehr Infos

15W-40 oder 10W-40: Winterzahl statt Warmviskosität

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie stehen mit dem Wartungsheft neben dem Kanister. Die Freigabe nennt eine 40er-Klasse, und auf dem Etikett steht 15W-40 oder 10W-40. Die Frage wirkt wie eine Wahl zwischen dick und dünn. Im warmen Motor fallen beide Öle in dieselbe SAE-Klasse 40. Getrennt werden sie durch die Temperatur der Kaltprüfung, nicht durch eine zweite Warmviskosität. Auf der Vergleichsseite [Motoröl 15W-40](/hub/motorpflege/motoroel-15w40) liegen nur Gebinde mit 15W-40. Ein 10W-40 finden Sie dort nicht als zweite Reihe. Am Ende soll klar sein, wann die niedrigere Winterzahl den Start erleichtert und wann das Heft den Tausch verbietet.

Sie stehen mit dem Wartungsheft neben dem Kanister. Die Freigabe nennt eine 40er-Klasse, und auf dem Etikett steht 15W-40 oder 10W-40. Die Frage wirkt wie eine Wahl zwischen dick und dünn.

Unsere Top-Empfehlungen

Inhalt

Dieselbe 40, andere Winterzahl

Die Zahl hinter dem Bindestrich ist die kinematische Viskosität bei 100 °C. Die SAE-Klasse 40 reicht von 12,5 bis unter 16,3 mm²/s. Ein 15W-40 und ein 10W-40 müssen beide in diesem Fenster liegen, sobald das Öl Betriebstemperatur hat. Die Ziffer vor dem W macht 15W-40 im warmen Motor deshalb nicht grundsätzlich dicker als 10W-40. Ein einzelnes Produkt darf im Band höher liegen als ein anderes. Das ist Streuung, keine Regel, nach der SAE 15W immer am zähen Ende steht. Zwei Datenblattzeilen bei 100 °C können 14,0 mm²/s beim 15W-40 und 14,2 mm²/s beim 10W-40 zeigen. Beide erfüllen Klasse 40, und hier ist das 10W-40 einen Hauch zäher. Solche Zeilen tragen die Behauptung nicht, 15W-40 bleibe bei Hitze grundsätzlich zäher. Der Unterschied sitzt in der Kaltprüfung.

Minus 20 und minus 25

Im CCS-Test dürfen beide Winterklassen höchstens 7.000 mPa·s erreichen, allerdings nicht bei derselben Temperatur. 10W hält den Wert bei −25 °C ein, 15W erst bei −20 °C. Die Pumpgrenze von 60.000 mPa·s liegt bei −30 °C für 10W und bei −25 °C für 15W. 15W-40 bei minus 20 Grad meint damit die Kurbelwellenprüfung, nicht das Thermometer an Ihrer Einfahrt. Shoptexte ziehen Pumpgrenze und CCS-Temperatur oft zusammen. Der Pourpoint −33 °C auf einem Datenblatt ist nicht die Startgrenze. Für SAE 15W zählen −20 °C im CCS-Test und −25 °C an der Pumpe. Bei −18 °C am Morgen liegt ein Start noch über der CCS-Temperatur von 15W. Bei −27 °C ist diese Temperatur schon unterschritten, während 10W die 7.000 mPa·s erst bei −25 °C nachweist. Nennt das Heft beide Klassen, ist 10W-40 im Vergleich zu 15W-40 die Klasse mit der kälteren Kaltstartprüfung. Fehlt die Freigabe, bleibt auch dieser Morgen kein Tauschgrund.

Der kleine HTHS-Unterschied

HTHS ist die Viskosität bei hoher Temperatur und hoher Scherung. Nach SAE J300 liegt das Minimum bei 3,5 mPa·s für 10W-40 und bei 3,7 mPa·s für 15W-40. Dieselbe Untergrenze von 3,5 mPa·s gilt auch für 0W-40 und 5W-40. Es handelt sich um eine Klassengrenze, nicht um den Messwert auf Ihrem Kanister und nicht um einen Verschleiß in Prozent. 15W-40 hat unter Last im Lager damit eine etwas höhere Unterkante. Ein konkretes 10W-40 darf über 3,7 mPa·s liegen. Zwei Zehntel mPa·s belegen nicht, dass das Öl bei Hitze zäher bleibt oder weniger verbraucht. Die SAE nennt keine Prozentzahl. Verbrauch entsteht an Kolbenringen, Ventilführungen und am Intervall. Foren warnen, das vermeintlich dünnere 10W-40 mache Dichtungen undicht. Im Warmen ist 10W-40 keine dünnere SAE-Klasse als 15W-40. Eine gehärtete Dichtlippe oder eine fehlende Freigabe erklärt eine feuchte Stelle an der Simmerring-Naht besser als die Winterzahl. Steht 10W-40 im Heft, ist der W-Wert allein kein Dichtungsurteil. Steht er nicht drin, probieren Sie das nicht am eigenen Motor aus.

Tausch nur mit Freigabe

Getauscht wird nur, wenn das Wartungsheft beide Klassen nennt. Nennt es ausschließlich 15W-40, bleibt 10W-40 draußen, auch wenn es beim Kaltstart leichter fließt. Die Gebinde dieser Vergleichsseite sind genau diese Klasse. Der Vergleich ist eine Entscheidung vor dem Einfüllen, kein zweites Sortiment. Nennt das Heft beide Klassen, ist 10W-40 im Vergleich zu 15W-40 die passendere Winterklasse für regelmäßige Starts in hartem Frost, allerdings mit der niedrigeren HTHS-Untergrenze von 3,5 statt 3,7 mPa·s. Springt der Motor selten unter −10 °C an und führt das Heft 15W-40 an erster Stelle, spricht wenig für einen Wechsel nur wegen der Winterzahl. 5W-40 kommt nur dazu, wenn das Heft diese Zeile ausdrücklich nennt. 5W-30 und 0W-20 ersetzen eine 40er-Freigabe nicht. Stehen weder 15W-40 noch 10W-40 im Heft, wählen Sie nicht zwischen den Nachbarn. Freigabe und Sorte sortiert die Kaufberatung Motoröl 15W-40. Ob ein Öl mineralisch oder teilsynthetisch ist, steht auf dem Kanister, nicht in der Winterzahl. Menge, Intervall und Altöl gehören in die Anwendung von Motoröl 15W-40. Dieselbe Heft-Regel für den Schlepper führt Motoröl 15W-40 für den Traktor aus.

Häufige Fragen

Bis wie viel Grad unter null ist 15W gedacht?
SAE 15W hält höchstens 7.000 mPa·s bei −20 °C in der Kaltstartprüfung ein. Die Pumpgrenze von 60.000 mPa·s gilt bei −25 °C. Das ist eine andere Aussage als ein Shopschild einsetzbar bis −25 °C, und es ist nicht der Pourpoint. Steht auf dem Blatt −33 °C, beschreibt das die Stockgrenze, nicht den Anlass.
Ist 10W-40 im Winter die sicherere Klasse?
Im Vergleich zu 15W-40 besteht 10W-40 dieselbe Grenze von 7.000 mPa·s bei −25 °C statt bei −20 °C, und die Pumpgrenze liegt bei −30 °C. Das ist der Vorteil beim 10W-40-Kaltstart, allerdings nur mit Freigabe im Heft. Fehlt die Zeile, ist das leichtere Fließen in der Kälte kein Freibrief. Batterie und Starter entscheiden mit.
Darf ich tauschen, wenn beide Klassen nicht im Heft stehen?
Nein. Ohne beide Klassen im Wartungsheft gibt es keinen Tausch von 15W-40 auf 10W-40 oder zurück. Sie wählen dann nicht die näher liegende Winterzahl. Die vorgesehene Viskosität kann 5W-40 sein oder eine andere Klasse. 5W-40 setzen Sie nur ein, wenn das Heft ihn nennt. Liegt nur 15W-40 in der Freigabe, bleibt 10W-40 draußen.
Macht 10W-40 Dichtungen undicht?
Das lässt sich so nicht feststellen. Bei Betriebstemperatur ist 10W-40 keine dünnere SAE-Klasse als 15W-40. Feuchte Stellen an Simmerringen kommen eher von gealterten Dichtlippen, zu hohem Ölstand oder einer fehlenden Freigabe. Nennt das Heft 10W-40, spricht die Winterzahl allein nicht gegen die Dichtungen. Fehlt der Eintrag, ist der Versuch am Motor der falsche Test.
Was bedeutet der höhere HTHS-Wert von 15W-40?
Die Klasse 15W-40 muss mindestens 3,7 mPa·s HTHS erreichen, 10W-40 mindestens 3,5 mPa·s. Das ist die Untergrenze unter heißer Scherung, etwa im Lager. Ihr Kanister kann darüber liegen. Aus 0,2 mPa·s wird kein Verschleißvorteil in Prozent und kein geringerer Ölverbrauch. Den Verbrauch klären Sie am Motor.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 03.10.2026.

  1. SAE J300, Grenzwerte (abgerufen am 03.10.2026)
  2. ADAC, Motoröl-Klassifikationen (PDF) (abgerufen am 03.10.2026)
  3. ACEA Oil Sequences Light-Duty 2023 (abgerufen am 03.10.2026)
  4. LIQUI MOLY Touring High Tech 15W-40 (abgerufen am 03.10.2026)
  5. Produktinformationsblatt Touring High Tech (abgerufen am 03.10.2026)
  6. API Oil Categories und Motor Oil Guide (abgerufen am 03.10.2026)
  7. Altölverordnung (abgerufen am 03.10.2026)
  8. Intertek JASO T903:2023 (abgerufen am 03.10.2026)