Pflegehilfsmittel für Demenzkranke – Besondere Anforderungen

Pflegehilfsmittel Demenz: Einfache, sichere Modelle für Menschen mit Demenz. Toilettenstuhl, Duschhocker, Orientierungshilfen – was Angehörige beachten sollten.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
Pflegehilfsmittel für Demenzkranke müssen einfach bedienbar und sicher sein. Weniger Knöpfe, klare Funktionen, vertraute Formen – Überforderung vermeiden. Ein fahrbarer Toilettenstuhl neben dem Bett, ein Duschhocker mit Rückenlehne und Armlehnen, Piktogramme für Toilette und Bad. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bei Pflegegrad. Eine Übersicht zu Toilettenstühlen finden Sie in unserem Vergleich.
Menschen mit Demenz brauchen Struktur und Orientierung. Technische Hilfsmittel sollten nicht zusätzlich verwirren. Einfache Modelle ohne komplizierte Einstellungen sind oft die bessere Wahl. Wer reisen möchte, findet Tipps in unserem Artikel zu Pflegehilfsmitteln auf Reisen.
Besondere Anforderungen bei Demenz
Bei Demenz nimmt die kognitive Leistungsfähigkeit ab. Hilfsmittel müssen daher intuitiv sein. Wenige Funktionen, klare Bedienung, keine überladenen Oberflächen. Vertraute Formen helfen – ein klassischer Toilettenstuhl wirkt weniger fremd als ein High-Tech-Gerät. Die Person sollte das Hilfsmittel akzeptieren. Zu viel Technik kann abschrecken.
Sicherheit hat Vorrang. Sturzrisiko, Verletzungsgefahr, Weglauftendenz – all das spielt eine Rolle. Haltegriffe, rutschfeste Oberflächen, stabile Konstruktionen. Bei der Auswahl sollten Angehörige die betroffene Person einbeziehen, soweit möglich. Was fühlt sich gut an? Was wird akzeptiert?
Einfach, sicher, vertraut
Einfach bedeutet: Wenige Teile, keine komplizierten Schritte. Ein Toilettenstuhl mit klarem Sitz und Armlehnen – kein Gerät mit vielen Knöpfen. Sicher bedeutet: Stabil, rutschfest, keine scharfen Kanten. Vertraut bedeutet: Formen, die die Person kennt. Ein fahrbarer Toilettenstuhl kann mobil neben dem Bett stehen und ist oft leichter zu akzeptieren als ein fest installiertes WC.
Pflegehilfsmittel für Körperpflege und Toilette
Für die Toilette eignet sich ein fahrbarer Toilettenstuhl. Er kann neben dem Bett stehen, nachts erreichbar sein, und zur Toilette geschoben werden. Armlehnen helfen beim Aufstehen und Hinsetzen. Ein Modell mit schwenkbaren Armlehnen erleichtert den Transfer. Der Eimer sollte leicht zu leeren sein – für Angehörige, die die Pflege übernehmen.
Für die Dusche ist ein Duschhocker mit Rückenlehne oft die bessere Wahl. Die Lehne gibt Halt, Armlehnen bieten zusätzliche Stützpunkte. Menschen mit Demenz können sich unsicher fühlen – die Rückenlehne reduziert das Sturzrisiko. Der Hocker sollte rutschfeste Füße haben und stabil stehen. Einfache Modelle ohne Verstellmechanik sind oft robuster.
Orientierungs- und Sicherheitshilfen
Orientierungshilfen unterstützen Menschen mit Demenz im Alltag. Piktogramme an der Tür: Toilette, Bad, Schlafzimmer. Farbige Markierungen an Treppenstufen. Groß gedruckte Hinweise. Ein Kalender mit dem Datum und der Tageszeit. Medikamentenboxen mit Erinnerungsfunktion. Diese Hilfsmittel reduzieren Verwirrung und geben Struktur.
Bei Weglauftendenz können GPS-Tracker oder Notfalluhren helfen. Die Person trägt ein kleines Gerät am Arm oder in der Tasche. Angehörige können den Standort ermitteln, wenn die Person sich verirrt. Herdsicherungen und Rauchmelder erhöhen die Sicherheit in der Küche. Stolperfallen wie lose Teppiche oder Kabel sollten entfernt werden.
So wählen Sie passende Hilfsmittel
Gehen Sie systematisch vor. Zuerst die Anforderungen klären: Was braucht die Person? Toilette, Dusche, Orientierung? Wie ist der kognitive Zustand? Akzeptiert sie technische Geräte? Dann einfache Modelle auswählen. Im Sanitätshaus können Sie verschiedene Toilettenstühle und Duschhocker ansehen. Lassen Sie die Person probesitzen – spürt sie sich sicher?
Die Beratung im Sanitätshaus ist kostenlos. Erwähnen Sie, dass es um Demenz geht – dann können die Berater Modelle empfehlen, die besonders einfach und robust sind. Die Pflegekasse übernimmt die Kosten bei Pflegegrad. Die 42-Euro-Pauschale für Verbrauchsmittel deckt auch Desinfektion und Handschuhe ab.
Schritt 1: Anforderungen prüfen und einfache Modelle auswählen
Listen Sie die Bedürfnisse: Toilette erreichbar? Dusche sicher? Orientierung im Wohnraum? Wählen Sie dann Modelle mit wenigen Funktionen. Ein Toilettenstuhl ohne komplizierte Verstellung. Ein Duschhocker mit fester Höhe. Prüfen Sie die Sicherheit: Sind die Armlehnen stabil? Steht der Hocker rutschfest? Nach der Anschaffung sollten Sie die Nutzung gemeinsam üben. So gewöhnt sich die Person an das Hilfsmittel und fühlt sich sicherer.
Hilfsmittel für Demenzkranke – Sicherheit gewährleisten
Die Entscheidung folgt einer klaren Logik: Anforderungen prüfen, einfache Modelle wählen, Sicherheit testen. Wer diese Schritte beachtet, findet passende Hilfsmittel für Menschen mit Demenz. Die Sicherheit hat immer Vorrang – Sturzrisiko minimieren, Verletzungen vermeiden, Orientierung geben.
Die Pflegekasse unterstützt mit der 42-Euro-Pauschale und der Übernahme technischer Hilfsmittel. Angehörige können sich bei der Pflegeberatung informieren – die Beratung ist kostenlos. Mit den richtigen Hilfsmitteln lässt sich die Pflege erleichtern und die Lebensqualität der betroffenen Person verbessern.
Häufige Fragen
Welche Pflegehilfsmittel eignen sich für Demenzkranke?
Was muss ich bei Hilfsmitteln für Demenz beachten?
Eignet sich ein Toilettenstuhl für Demenzkranke?
Welcher Duschhocker ist bei Demenz geeignet?
Übernimmt die Pflegekasse Hilfsmittel für Demenz?
Was sind Orientierungshilfen bei Demenz?
Wie wähle ich einfache Hilfsmittel für Demenz?

Mit meinem Hintergrund in der Altenpflege schreibe ich Vergleiche zu Pflegehilfsmitteln, Mobilitätshilfen und Produkten für den Alltag im Alter. Mir ist wichtig, dass die Empfehlungen praxistauglich sind.


