Wann braucht man einen Toilettenstuhl? – Warnsignale erkennen

Toilettenstuhl wann nötig? Warnsignale: Toilette nicht erreichbar, Inkontinenz, Sturzrisiko, nächtliche Gänge. Arzt oder Pflegeberatung, passenden Stuhl auswählen.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
Ein Toilettenstuhl ist nötig, wenn die Toilette nicht mehr erreichbar ist oder der Weg dorthin zur täglichen Herausforderung wird. Typische Warnsignale: Gehbehinderung, die den Gang zur Toilette erschwert. Nächtliche Gänge, die zu weit sind. Inkontinenz, die schnellen Zugang erfordert. Sturzrisiko beim Gang. Wer diese Anzeichen bei sich oder einem Angehörigen bemerkt, sollte mit dem Arzt oder der Pflegeberatung sprechen. Eine Übersicht zu Toilettenstühlen finden Sie in unserem Vergleich.
Anders als die WC-Aufstehhilfe ist der Toilettenstuhl ein mobiler Stuhl mit Eimer – er steht neben dem Bett oder dem WC und wird nicht am WC montiert. Wer nur Probleme beim Aufstehen von der Toilette hat, braucht eine WC-Aufstehhilfe für Senioren. Wer die Toilette nicht erreicht, braucht einen Toilettenstuhl. Ähnliche Warnsignale gelten für die Aufstehhilfe fürs Bett – wer beim Aufstehen aus dem Bett Probleme hat, sollte früh handeln.
Wann ist ein Toilettenstuhl nötig
Der Toilettenstuhl wird nötig, wenn der Gang zur Toilette nicht mehr möglich oder zu riskant ist. Das kann an Gehbehinderung liegen, an Schwindel, an der Entfernung – besonders nachts, wenn der Weg vom Bett zur Toilette zu weit ist. Auch bei Inkontinenz kann ein Toilettenstuhl neben dem Bett sinnvoll sein: Die Person muss nicht mehr durch die Wohnung laufen, wenn der Drang plötzlich kommt.
Rund 10 Prozent der über 65-Jährigen haben Symptome von Stuhlinkontinenz, in Pflegeheimen ist der Anteil höher. Der Toilettenstuhl ist Teil der Kontinenzförderung – er ermöglicht rechtzeitigen Toilettengang und erhält die Selbstständigkeit. Wer zu lange wartet, riskiert Unfälle und Abhängigkeit von Windeln.
Konkrete Warnsignale
Die Toilette wird nicht mehr rechtzeitig erreicht. Es kommt zu Unfällen oder Verschmutzung. Der nächtliche Gang zur Toilette ist zu weit oder zu riskant. Beim Gehen besteht Sturzgefahr. Die Person ist auf Hilfe beim Toilettengang angewiesen. Es gibt wiederholt Beinahe-Stürze auf dem Weg. Der Weg zur Toilette dauert zu lange. All das sind gute Gründe, einen Toilettenstuhl in Betracht zu ziehen. Wer unsicher ist, ob Toilettenstuhl oder WC-Aufstehhilfe die richtige Wahl ist, findet Orientierung im nächsten Abschnitt.
Toilettenstuhl vs. WC-Aufstehhilfe – wann was
Der Toilettenstuhl ist ein mobiler Stuhl mit Eimer. Er steht frei im Raum – neben dem Bett, neben dem WC oder an einem anderen Ort. Er wird gebraucht, wenn die Toilette nicht erreichbar ist. Die WC-Aufstehhilfe wird am WC montiert. Sie hilft beim Aufstehen und Hinsetzen. Sie wird gebraucht, wenn die Person die Toilette erreicht, aber Probleme beim Aufstehen hat.
Manchmal braucht man beides: Eine WC-Aufstehhilfe am WC für den Toilettengang am Tag. Einen Toilettenstuhl neben dem Bett für die Nacht. Die Entscheidung hängt von der individuellen Situation ab. Das Sanitätshaus und die Pflegeberatung helfen bei der Auswahl.
Indikationen im Überblick
Gehbehinderung, die den Gang zur Toilette erschwert. Sturzrisiko beim Gehen. Nächtliche Gänge, die zu weit sind. Inkontinenz mit plötzlichem Drang. Mobilitätseinschränkung nach Operation oder Schlaganfall. Demenz mit Orientierungsproblemen – der Toilettenstuhl steht an einem festen, bekannten Platz. Alle diese Indikationen können für einen Toilettenstuhl sprechen. Der Arzt oder die Pflegeberatung prüft den Bedarf und hilft bei der Verordnung.
Kosten und Beratung
Toilettenstühle sind im Hilfsmittelverzeichnis gelistet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten mit ärztlicher Verordnung. Die Zuzahlung liegt bei 5 bis 10 Euro. Bei Pflegegrad kann die Pflegekasse auch ohne Rezept zahlen. Das Sanitätshaus berät kostenlos und passt den Stuhl an – Sitzhöhe, Armlehnen, eventuell Rollen.
Fahrbare und stationäre Modelle sind erhältlich. Wer den Stuhl bewegen muss – zur Toilette, in die Dusche – wählt ein Modell mit Rollen. Wer einen festen Platz hat, wählt oft ein stationäres Modell. Die Beratung hilft bei der Entscheidung.
So gehen Sie vor: Warnsignale prüfen und passenden Stuhl finden
Wenn Sie die beschriebenen Warnsignale bemerken, vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt oder wenden Sie sich an die Pflegeberatung. Der Arzt prüft die Indikation und stellt bei Bedarf eine Verordnung aus. Die Pflegeberatung hilft bei der Antragstellung und erklärt, welche Modelle von der Kasse übernommen werden.
Mit der Verordnung gehen Sie zum Sanitätshaus. Dort wird der passende Toilettenstuhl ausgewählt – mit oder ohne Rollen, mit passender Sitzhöhe und Armlehnen. Nach der Anpassung sollten Sie die Nutzung üben: Wie wird der Eimer geleert? Wie funktioniert der Transfer? So stellen Sie sicher, dass alles passt.
Schritt 1: Beratung und Verordnung einholen
Gehen Sie mit konkreten Beispielen zum Arzt: Wann fällt der Toilettengang schwer? Gab es Unfälle oder Beinahe-Stürze? Wie oft müssen Sie nachts aufstehen? Mit diesen Angaben kann der Arzt die Notwendigkeit gut begründen. Das Sanitätshaus passt den Stuhl an und zeigt die Nutzung. Für Senioren mit besonderen Anforderungen gibt es spezielle Modelle. Nach der Anpassung üben Sie die Nutzung einmal unter Aufsicht – so stellen Sie sicher, dass alles funktioniert und Sie sich sicher fühlen.
Häufige Fragen
Wann braucht man einen Toilettenstuhl?
Welche Warnsignale deuten auf einen Toilettenstuhl hin?
Toilettenstuhl oder WC-Aufstehhilfe – was ist der Unterschied?
Ab wann sollte man einen Toilettenstuhl anschaffen?
Eignet sich ein Toilettenstuhl bei Inkontinenz?
Übernimmt die Krankenkasse einen Toilettenstuhl?
Wann zum Arzt bei Problemen mit dem Toilettengang?

Mit meinem Hintergrund in der Altenpflege schreibe ich Vergleiche zu Pflegehilfsmitteln, Mobilitätshilfen und Produkten für den Alltag im Alter. Mir ist wichtig, dass die Empfehlungen praxistauglich sind.


