Aufstehhilfe Bett sinnvoll – Wann ist sie sinnvoll?

Eine Aufstehhilfe fürs Bett ist sinnvoll bei Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Sturzrisiko. Welche Warnsignale Sie ernst nehmen sollten und wie Sie vorgehen.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
Eine Aufstehhilfe fürs Bett ist sinnvoll, wenn das Aufstehen aus dem Bett zunehmend schwerfällt, Sie öfter stolpern oder Schmerzen in Beinen, Knien oder Rücken spüren. Typische Warnsignale sind: Sie brauchen mehrmals Anlauf, um hochzukommen, Sie stützen sich an der Bettkante ab oder Sie sind auf Hilfe angewiesen. Wer diese Anzeichen bei sich oder einem Angehörigen bemerkt, sollte mit dem Hausarzt oder einer Pflegeberatung sprechen – für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist ein Rezept nötig. Eine Übersicht passender Modelle finden Sie in unserem Aufstehhilfe-Bett-Vergleich.
Viele zögern, bis ein Sturz passiert ist. Besser ist es, früh zu handeln: Sobald das Aufstehen zur täglichen Mühe wird, lohnt sich die Anschaffung. Die Hilfsmittel sind als anerkannte Mobilitätshilfen im Hilfsmittelverzeichnis gelistet und werden von der Kasse übernommen – vorausgesetzt, der Arzt stellt die Verordnung aus. Die Beratung beim Sanitätshaus ist in der Regel kostenlos und hilft bei der Auswahl des passenden Modells.
Wann ist eine Aufstehhilfe fürs Bett sinnvoll?
Eine Bettaufstehhilfe lohnt sich, wenn das selbstständige Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen am Bettrand zur täglichen Herausforderung wird. Besonders Senioren und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen profitieren: Etwa jede vierte Person über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr, bei den über 80-Jährigen sind es sogar rund ein Drittel. Stürze im Schlafzimmer enden nicht selten mit Hüftfrakturen – und die führen oft zu langfristiger Pflegebedürftigkeit.
Die Aufstehhilfe fürs Bett ist keine Altersfrage, sondern eine Frage der Mobilität. Auch jüngere Menschen mit Arthrose, Rheuma oder nach einer Operation können davon profitieren. Entscheidend ist, dass Sie die Warnsignale ernst nehmen und nicht warten, bis etwas passiert.
Die Aufstehhilfe fürs Bett reduziert dieses Risiko, indem sie Halt beim Aufrichten bietet und die Belastung auf Arme und Oberkörper verteilt. Sie ist sinnvoll bei Arthrose, Rheuma, nach Operationen an Hüfte oder Knie sowie bei allgemeinem Kraftverlust. Auch wer nach einem Schlaganfall oder bei Parkinson eingeschränkt ist, kann von einer Bettaufstehhilfe profitieren. Entscheidend ist: Je früher Sie handeln, desto länger bleibt die Selbstständigkeit erhalten. Viele Angehörige berichten, dass die Aufstehhilfe nicht nur Stürze verhindert, sondern auch die Pflegesituation entlastet – weil der Betroffene weniger auf Hilfe angewiesen ist.
Konkrete Warnsignale
Achten Sie darauf, ob das Aufstehen länger dauert als früher oder ob Sie sich mehrmals abstützen müssen. Weitere Hinweise: Sie wachen nachts auf und kommen allein nicht mehr hoch. Sie haben Schmerzen in Hüfte, Knien oder Wirbelsäule, sobald Sie sich aus dem Bett drücken. Die Balance beim Aufrichten fehlt, Sie fühlen sich unsicher. Oder Sie rufen bereits regelmäßig jemanden, der Ihnen beim Aufstehen hilft.
Auch wenn Sie sich beim Drehen im Bett schwer tun oder das Anheben des Oberkörpers Kraft kostet, kann eine Bettaufstehhilfe entlasten. All diese Anzeichen sind gute Gründe, mit Arzt oder Pflegeberatung zu klären, welches Modell passt. Ähnliche Warnsignale gelten übrigens für den Toilettenstuhl – wer beim Aufstehen von der Toilette Probleme hat, sollte ebenfalls früh handeln.
Arten von Bettaufstehhilfen im Überblick
Es gibt mehrere Varianten: Der Haltegriff ist eine U-förmige Metallkonstruktion am Lattenrost, die beim Aufrichten Halt gibt. Der Bettgalgen hängt über dem Bett und ermöglicht, sich am Griff hochzuziehen – er belastet allerdings die Schultern stark. Die Bettleiter am Fußende funktioniert wie eine Strickleiter und ist gelenkschonender, wenn Sie Schulterprobleme haben. Seitengitter bieten zusätzlich Schutz vor dem Herausfallen.
Welche Art am besten passt, hängt von Ihrer Kraft, Ihren Gelenken und der Bettform ab. Manche Modelle lassen sich am Pflegebett befestigen, andere sind freistehend oder wandmontiert. Die Tragkraft liegt typischerweise zwischen 100 und 150 Kilogramm – beim Sanitätshaus wird das passende Modell ausgewählt. Ein wichtiger Hinweis: Wer Schulterbeschwerden hat, sollte eher eine Bettleiter als einen Bettgalgen wählen. Der Bettgalgen erfordert kräftiges Ziehen mit den Armen und belastet die Schultergelenke. Die Bettleiter verteilt die Bewegung über mehrere Sprossen und ist dadurch schonender. Eine Übersicht der Modelle und ihrer Eignung finden Sie in unserem Aufstehhilfe-Bett-Vergleich.
Kosten und Kostenübernahme
Bettaufstehhilfen sind als Hilfsmittel in der Produktgruppe 22 des Hilfsmittelverzeichnisses gelistet. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten, wenn ein Arzt die medizinische Notwendigkeit bescheinigt. Sie erhalten eine Verordnung und reichen diese bei der Krankenkasse oder dem Sanitätshaus ein. Die Zuzahlung liegt bei 5 bis 10 Euro pro Hilfsmittel.
Wer chronisch krank ist oder im Jahr mehr als zwei Prozent der Bruttoeinnahmen für Zuzahlungen aufwendet, kann sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Das muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Bei Ablehnung haben Sie einen Monat Zeit für schriftlichen Widerspruch.
Ohne Rezept müssen Sie die Kosten selbst tragen – je nach Modell zwischen etwa 50 und 200 Euro. Wer unsicher ist, ob eine Aufstehhilfe infrage kommt, kann sich kostenlos bei einer Pflegeberatung informieren. Frühzeitig prüfen lohnt sich, bevor ein Sturz passiert.
So gehen Sie vor: Indikation prüfen und passende Aufstehhilfe finden
Der erste Schritt ist, die Situation realistisch einzuschätzen. Wenn Sie oder ein Angehöriger die beschriebenen Warnsignale zeigen, vereinbaren Sie einen Termin beim Hausarzt oder wenden Sie sich an eine Pflegeberatung. Der Arzt prüft die Indikation und stellt bei Bedarf eine Verordnung aus. Die Pflegeberatung hilft bei der Antragstellung und erklärt, welche Modelle von der Kasse übernommen werden.
Vor dem Aufstehen können Sie den Kreislauf aktivieren, indem Sie Füße und Arme im Bett kreisen lassen. Drehen Sie sich zur Bettkante, zu der Sie aufstehen möchten – so fällt der Transfer leichter. Diese kleinen Gewohnheiten ergänzen die Aufstehhilfe und reduzieren das Sturzrisiko zusätzlich. Wichtig ist auch: Lassen Sie die Aufstehhilfe vom Sanitätshaus anpassen. Eine falsch montierte oder zu niedrig eingestellte Hilfe kann mehr schaden als nützen.
Schritt 1: Beratung und Verordnung einholen
Gehen Sie mit konkreten Beispielen zum Arzt: Wann fällt das Aufstehen schwer? Gab es Stürze oder Beinahe-Stürze? Welche Schmerzen treten auf? Mit diesen Angaben kann der Arzt die Notwendigkeit gut begründen. Das Sanitätshaus passt die Aufstehhilfe an Ihr Bett und Ihre Körpergröße an. Für Senioren mit besonderen Anforderungen gibt es spezielle Modelle – etwa WC-Aufstehhilfen für Senioren, die ähnliche Prinzipien nutzen. Nach der Anpassung sollten Sie die Nutzung einmal unter Aufsicht üben, bevor Sie sie allein anwenden. So stellen Sie sicher, dass Griffhöhe und Position stimmen und Sie sich sicher fühlen.
Häufige Fragen
Wann ist eine Aufstehhilfe fürs Bett sinnvoll?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Bettaufstehhilfe?
Was ist der Unterschied zwischen Bettgalgen und Bettleiter?
Eignet sich eine Bettaufstehhilfe bei Schulterproblemen?
Wann sollte man zum Arzt gehen, wenn das Aufstehen schwerfällt?
Wo bekomme ich Beratung zur passenden Aufstehhilfe?
Kann ich eine Bettaufstehhilfe auch im Pflegebett nutzen?

Mit meinem Hintergrund in der Altenpflege schreibe ich Vergleiche zu Pflegehilfsmitteln, Mobilitätshilfen und Produkten für den Alltag im Alter. Mir ist wichtig, dass die Empfehlungen praxistauglich sind.
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