Badewannensitz vs. Duschhocker – Was ist besser? Ratgeber

Badewannensitz oder Duschhocker? Die Wahl hängt von Ihrer Badsituation ab. Wir erklären die Unterschiede und helfen bei der Entscheidung für mehr Sicherheit im Bad.
Inhaltsverzeichnis

Kurz gesagt
Die Frage Badewannensitz vs. Duschhocker lässt sich nicht pauschal beantworten – es kommt auf Ihre Badsituation an. Ein Badewannensitz ist für die Badewanne gedacht: Er wird am Wannenrand eingehängt oder steht auf dem Wannenboden und ermöglicht sicheres Sitzen beim Baden oder Duschen in der Wanne. Ein Duschhocker dagegen ist für die Dusche konzipiert: Er steht auf eigenen Beinen und eignet sich nur für ebene Böden. Haben Sie nur eine Badewanne ohne separate Dusche, brauchen Sie einen Badewannensitz. Haben Sie eine separate Dusche, ist ein Duschhocker die passende Wahl. Eine Übersicht der Badewannensitz-Modelle finden Sie in unserem Badewannensitz-Vergleich.
Beide Hilfsmittel werden von der Krankenkasse oder Pflegekasse übernommen, wenn die medizinische Notwendigkeit vorliegt. Entscheidend ist, dass Sie Ihre individuelle Situation prüfen: Welche Art von Bad haben Sie? Wie beweglich sind Sie? Brauchen Sie Unterstützung beim Ein- und Ausstieg? Mit diesen Fragen im Kopf finden Sie die richtige Lösung. Das Badezimmer ist für Senioren eine der häufigsten Unfallorte – rutschige Flächen und eingeschränkte Stehfähigkeit erhöhen das Risiko. Ein passendes Hilfsmittel reduziert Stürze und erhält die Selbstständigkeit.
Badewannensitz vs. Duschhocker – die wichtigsten Unterschiede
Ein Badewannensitz ist speziell für die Badewanne entwickelt. Er wird seitlich am Wannenrand eingehängt oder steht mit eigenen Beinen auf dem Wannenboden. Die Sitzfläche liegt erhöht über dem Wasser, sodass Sie in halber Wannentiefe sitzen können – beim Duschen in der Wanne ebenso wie beim Vollbad. Klassische Modelle haben eine gummierten Aufhängung, die den Sitz fest am Rand fixiert. Es gibt auch drehbare Varianten, die das Ein- und Aussteigen erleichtern, sowie Badewannenbretter, die auf beiden Wannenrändern aufliegen.
Ein Duschhocker ist für die Dusche gedacht. Er steht auf rutschfesten Standfüßen auf einem ebenen Boden – typischerweise in einer Duschkabine oder einer bodengleichen Dusche. Die Beine sind höhenverstellbar, die Sitzfläche oft mit Rückenlehne oder Armlehnen erhältlich. Wichtig: Ein Duschhocker eignet sich nicht für die Badewanne. Der Wannenboden ist gewölbt und bietet keinen festen Stand. Die Füße des Hockers würden rutschen oder kippen – das Sturzrisiko wäre zu hoch.
Gibt es Kombinationsmodelle?
Es gibt Badewannenhocker, die auf eigenen Beinen in der Wanne stehen und teilweise auch in der Dusche genutzt werden können. Diese Modelle sind oft faltbar und transportabel. Allerdings müssen sie auf einer ebenen Fläche im Wannenboden stehen – nicht jede Badewanne bietet das. Zudem sind sie weniger stabil als am Rand befestigte Sitze. Wer sowohl Badewanne als auch Dusche nutzt, braucht in der Regel zwei getrennte Hilfsmittel oder prüft, ob ein Badewannenhocker für beide Situationen geeignet ist.
Wann ein Badewannensitz die richtige Wahl ist
Wählen Sie einen Badewannensitz, wenn Sie nur eine Badewanne haben – mit oder ohne Duschbrause darüber. Das ist in vielen Altbauwohnungen der Fall. Der Badewannensitz ermöglicht sicheres Sitzen beim Duschen in der Wanne und erleichtert den Ein- und Ausstieg. Sie setzen sich seitlich auf den Sitz, heben die Beine nacheinander über den Rand und können sich waschen, ohne in die tiefe Wanne steigen zu müssen.
Auch wer gerne Vollbäder nimmt, aber den Einstieg in die tiefe Wanne scheut, profitiert von einem Badewannensitz. Drehbare Modelle oder absenkbare Varianten erlauben ein kontrolliertes Absenken in das Wasser. Für Senioren mit eingeschränkter Mobilität, die in einer Wohnung mit Badewanne leben, ist der Badewannensitz meist die einzige praktikable Lösung – ein Duschhocker käme hier nicht infrage.
Wann ein Duschhocker die bessere Lösung ist
Ein Duschhocker ist die richtige Wahl, wenn Sie eine separate Dusche haben – ob als Duschkabine, bodengleiche Dusche oder Duschbereich. Der Hocker steht stabil auf dem ebenen Boden, ist höhenverstellbar und oft klappbar. Das erleichtert die tägliche Körperpflege ohne die Belastung, in eine Badewanne ein- und aussteigen zu müssen.
Duschhocker sind leicht, mobil und lassen sich bei Bedarf zur Seite stellen. Wer unsicher beim Stehen ist oder Kreislaufprobleme hat, kann sich sitzend duschen und das Sturzrisiko deutlich reduzieren. Die meisten Modelle tragen bis zu 150 Kilogramm und sind mit Rückenlehne oder Armlehnen erhältlich. Welche Variante – mit oder ohne Rückenlehne – für Sie passt, erfahren Sie in unserem Duschhocker-Rückenlehne-Vergleich.
Entscheidungskriterien im Überblick
Die zentrale Frage lautet: Badewanne oder Dusche? Haben Sie nur eine Badewanne, kommt nur ein Badewannensitz infrage. Haben Sie eine separate Dusche, ist der Duschhocker die passende Lösung. Zusätzlich spielen Ihre Beweglichkeit und Ihre Vorlieben eine Rolle. Wer gerne badet, braucht einen Badewannensitz – idealerweise ein drehbares oder absenkbares Modell. Wer nur duscht und eine Dusche hat, ist mit einem Duschhocker gut beraten.
Beide Hilfsmittel sind als Bade- und Duschhilfen im Hilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 04) gelistet. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten mit ärztlichem Rezept, die Pflegekasse bei Pflegegrad auch ohne Rezept. Die Zuzahlung liegt bei 5 bis 10 Euro. Achten Sie auf TÜV- oder GS-Siegel – sie bestätigen geprüfte Qualität und Sicherheit. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie zusätzlich Unterstützung beim Ein- und Ausstieg brauchen, lohnt sich ein Blick auf Badewanneneinstiegshilfen für Senioren – dort finden Sie Haltegriffe, Trittstufen und weitere Hilfen.
So finden Sie die passende Lösung
Gehen Sie systematisch vor: Zuerst klären Sie, welche Badsituation Sie haben. Nur Badewanne bedeutet Badewannensitz, nur Dusche bedeutet Duschhocker. Als Nächstes messen Sie Ihre Badewanne oder Dusche aus – Breite, Tiefe, ebene Flächen. Das Sanitätshaus berät Sie kostenlos und kann das passende Modell empfehlen. Lassen Sie sich die Nutzung zeigen und probieren Sie den Sitz aus, bevor Sie kaufen.
Für die Kostenübernahme holen Sie ein Rezept vom Arzt oder wenden Sie sich an die Pflegekasse, falls Sie einen Pflegegrad haben. Achten Sie auf TÜV- oder GS-Siegel, rutschfeste Oberflächen und die maximale Tragkraft. Ein Hygieneausschnitt in der Sitzfläche erleichtert die Intimhygiene. Nach dem Kauf sollte ein Angehöriger den Sitz zuerst testen – so stellen Sie die Sicherheit vor der ersten Nutzung sicher.
Schritt 1: Badsituation prüfen und Beratung einholen
Notieren Sie sich: Haben Sie Badewanne, Dusche oder beides? Wie ist der Boden beschaffen – eben oder gewölbt? Welche Maße hat Ihre Wanne oder Duschfläche? Mit diesen Angaben gehen Sie zum Sanitätshaus oder zur Pflegeberatung. Dort erhalten Sie eine Empfehlung und können verschiedene Modelle ansehen. Bei der Auswahl achten Sie auf Ihre Körpergröße, Ihr Gewicht und ob Sie Armlehnen oder Rückenlehne brauchen. Nach der Anpassung üben Sie die Nutzung einmal unter Aufsicht, bevor Sie sie allein anwenden.
Häufige Fragen
Kann ich einen Duschhocker in der Badewanne verwenden?
Was ist der Unterschied zwischen Badewannensitz und Duschhocker?
Wann brauche ich einen Badewannensitz?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Badewannensitz und Duschhocker?
Gibt es einen Hocker für Badewanne und Dusche?
Was kostet ein Badewannensitz oder Duschhocker?
Wo bekomme ich Beratung zur Auswahl?

Mit meinem Hintergrund in der Altenpflege schreibe ich Vergleiche zu Pflegehilfsmitteln, Mobilitätshilfen und Produkten für den Alltag im Alter. Mir ist wichtig, dass die Empfehlungen praxistauglich sind.
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