Rohrreinigungsspirale richtig anwenden: Schritt-für-Schritt Anleitung

Aktualisiert: Februar 2026

Eine Rohrreinigungsspirale ist kein Hexenwerk – aber ein paar Dinge solltest du wissen. Mit der richtigen Technik löst du viele Verstopfungen in einem kurzen Durchgang. Mit der falschen verknäuelst du die Spirale, beschädigst das Rohr oder verschiebst das Problem nur tiefer. Diese Anleitung führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess – von der Vorbereitung bis zur Reinigung danach. Mit Tipps zur Akkuschrauber-Nutzung, Problemlösung bei festsitzender Spirale und klaren Kriterien, wann du lieber den Fachmann rufst. Alle getesteten Modelle findest du in unserem Rohrreinigungsspiralen-Vergleich. Zur richtigen Technik bei Haaren oder Fett findest du spezifische Anleitungen.

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Vorbereitung und Sicherheit: Was du vorher wissen musst

Bevor du mit der Rohrreinigungsspirale beginnst, ist die richtige Vorbereitung entscheidend. Du brauchst die Spirale selbst, natürlich in passender Länge für dein Problem. Nitril- oder Gummihandschuhe sind wichtig, um dich vor Schmutz und Bakterien zu schützen. Ein Eimer für Wasser und Schmutz sollte bereitstehen, und alte Lappen oder Handtücher helfen bei der Reinigung. Optional, aber sehr hilfreich ist ein Akkuschrauber mit niedriger Drehzahl. Falls du den Siphon abbauen musst, kann eine Rohrzange nützlich sein. Wichtig zu wissen: Wenn du vorher chemische Rohrreiniger verwendet hast, warte, bis diese vollständig abgespült sind. Beim Spiralen kann sonst ätzende Lauge spritzen, was gefährlich ist. Eine Schutzbrille ist besonders bei nach oben offenen Abflüssen wie Waschbecken empfohlen. Bei unbekanntem Rohrzustand solltest du vorsichtig sein – die Spirale kann brüchige Rohre beschädigen. Ein wichtiger Vor-Tipp: Oft sitzt die Verstopfung direkt im Siphon unter dem Abfluss. Bevor du die Spirale einsetzt, lohnt es sich, den Siphon abzuschrauben und zu prüfen. Wenn er die Ursache war, sparst du dir das Spiralen. Wenn nicht, kommst du durch das offene Rohr besser an die Verstopfung heran.

Schritt-für-Schritt Anleitung: So wendest du die Spirale richtig an

Der erste Schritt ist die Vorbereitung der Spirale selbst. Ziehe die Spirale aus der Trommel, zunächst etwa 30 bis 50 Zentimeter. Bei Modellen ohne Trommel musst du die Spirale entwirren und den Kopf vorne positionieren. Prüfe die Spirale kurz auf Beschädigungen – verbogene Windungen oder Rost können Probleme machen. Wenn du später mit dem Akkuschrauber arbeiten willst, halte den Bohraufsatz bereit. Der zweite Schritt ist das Einführen der Spirale. Führe das Spiralende in den Abfluss oder ins offene Rohr ein, falls du den Siphon ausgebaut hast. Wichtig: Zunächst gerade schieben, ohne zu drehen. Erste Widerstände sind oft nur Biegungen im Rohr, nicht die Verstopfung selbst. Bei Rohrbiegungen helfen leichte Vor-Zurück-Bewegungen und sanftes Drehen im Uhrzeigersinn, damit die Spirale um Ecken gleitet. Noch kein starkes Drehen an dieser Stelle. Wenn sich die Spirale nicht mehr vorwärtsschieben lässt und du echten Blockade-Widerstand spürst, beginnt der dritte Schritt: Jetzt stärker im Uhrzeigersinn drehen, von oben gesehen. Gleichmäßig drehen, nicht ruckartig. Die Drehung lässt den Kopf in die Verstopfung arbeiten. Wichtig ist, weiterzudrehen, auch wenn es schwer geht – das ist normal. Aber bei plötzlich hartem Stopp solltest du stoppen und nicht forcieren. Der vierte Schritt ist die Bearbeitung der Verstopfung. Wenn du bei der Verstopfung angekommen bist, kombiniere Vor-Zurück-Bewegung mit Drehung. Der Spiralkopf wickelt Material auf, besonders bei Haaren, oder bricht es auf, besonders bei Fett. Mehrmals durch die Stelle arbeiten. Ein Zeichen für Erfolg ist, dass die Spirale plötzlich leichter gleitet und Wasser im Abfluss beginnt abzufließen. Der fünfte Schritt ist das Herausziehen der Spirale. Unter Drehung herausziehen, weiter im Uhrzeigersinn. Das hält aufgewickeltes Material am Kopf. Langsam und gleichmäßig ziehen. Bei Widerstand die Drehung verstärken, nicht reißen. Ein Eimer oder Lappen sollte bereitstehen – am Kopf hängt jetzt Verstopfungsmaterial. Der sechste Schritt ist das Wiederholen und Prüfen. Entferne das Material vom Spiralkopf und wiederhole den Vorgang 2 bis 5 Mal, bis kein Material mehr kommt. Dann lasse Wasser laufen und prüfe, ob es schnell abfließt. Bei anhaltender Verstopfung weiter spiralen oder die Spirale tiefer einführen. Verstopfungen können mehrstufig sein und an verschiedenen Stellen sitzen.

Mit Akkuschrauber arbeiten: Schneller, aber mit Vorsicht

Die meisten Trommel-Spiralen haben einen Bohraufsatz, entweder 6-Kant oder Innensechskant. Der Akkuschrauber beschleunigt die Arbeit erheblich und spart Kraft. Aber es gibt wichtige Regeln zu beachten. Verwende den Schraubmodus oder Gang 1 – das ist die niedrigste Stufe. Starte langsam, nicht mit Vollgas. Die Rechtslauf-Funktion ist wichtig, im Uhrzeigersinn, genau wie bei der Handkurbel. Behalte das Gefühl bei – leichten Druck ausüben, den Schrauber nicht durchdrücken. Bei Widerstand sofort loslassen, nicht mehr Gas geben. Halte ausreichend Abstand zwischen Hand und Abfluss. Was schief gehen kann: Hohe Drehzahl verwindet die Spirale, sie kann brechen oder das Rohr beschädigen. Vollgas bei Widerstand kann die Spirale knicken oder das Rohr zum Brechen bringen. Linkslauf wickelt Material ab statt auf und kann den Kopf lösen. Schlagbohrer-Modus ist absolut tabu – nur Schraubmodus oder Bohren. Niemals die Spirale um die Hand wickeln – bei Rotation besteht schwere Verletzungsgefahr. Eine gute Empfehlung ist, die ersten Stücke per Handkurbel einzuführen, um ein Gefühl für das Rohr zu bekommen. Erst wenn du weißt, wie sich die Verstopfung anfühlt, wechsle auf den Akkuschrauber. So vermeidest du böse Überraschungen und kannst besser einschätzen, wann du stoppen musst.

Wenn die Spirale stecken bleibt: Ruhe bewahren und richtig handeln

Eine festsitzende Spirale ist ärgerlich, aber lösbar. Das Schlimmste, was du tun kannst, ist mit Gewalt zu ziehen oder zu reißen. Das kann die Spirale verbiegen, Teile im Rohr lassen oder das Rohr beschädigen. Die Grundregel lautet: Nie ruckartig ziehen, nie mit Gewalt arbeiten. Der erste Lösungsschritt ist, den Druck von der Spirale zu nehmen und etwas zurückzuziehen. Dann einige Zentimeter zurückziehen, dabei weiter im Uhrzeigersinn drehen. Der zweite Schritt sind kleine Vor-Zurück-Bewegungen, wenige Zentimeter, unter leichter Drehung im Uhrzeigersinn. Das kann eine Verhakung lösen. Der dritte Schritt ist vorsichtiges gegenläufiges Drehen, minimal gegen den Uhrzeigersinn, um eine Verhakung zu lösen. Achtung: Nicht dauerhaft gegenläufig arbeiten, sonst löst sich der Kopf. Der vierte Schritt ist heißes Wasser, aber nicht kochend, besonders bei Kunststoffrohren. Langsam in den Abfluss gießen, um Material zu lockern. Der fünfte Schritt ist, etwas mehr Spirale nachzuschieben. Dadurch wird der festsitzende Bereich entlastet und kann sich lösen. Wenn sich die Spirale nach mehreren Minuten nicht löst, ist der sechste Schritt wichtig: Stopp. Ein Fachmann hat bessere Werkzeuge und kann die Spirale professionell entfernen, ohne das Rohr zu beschädigen. Versuche nicht, die Spirale mit Gewalt zu entfernen – das führt meist zu größeren Problemen.

Typische Fehler vermeiden: Was viele falsch machen

Ein häufiger Fehler ist, die Spirale nur durchzustoßen, ohne richtig zu reinigen. Einmal durch ist nicht genug – das stößt die Verstopfung nur tiefer ins Rohr. Mehrmals vor-zurück mit Drehung arbeiten, um Material aufzuwickeln und rauszuholen. Nur so wird die Verstopfung wirklich entfernt, nicht nur verschoben. Ein weiterer häufiger Fehler ist zu viel Druck bei Widerstand. Die Spirale arbeitet durch Drehung, nicht durch Druck. Zu viel Druck presst sie gegen die Rohrwand. Bei alten Rohren besteht Bruchgefahr, bei Kunststoff entstehen Kratzer. Die Spirale sollte durch Drehung arbeiten, nicht durch Kraft. Ein dritter Fehler ist, die Spirale ungereinigt zu verstauen. Material an der Spirale wird ranzig und fördert Rost. Nach jedem Einsatz mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen und vollständig trocknen lassen. Feucht eingerollt rostet die Spirale schnell, besonders bei Federstahl-Modellen. Ein vierter Fehler ist die falsche Drehrichtung beim Rausziehen. Gegen den Uhrzeigersinn rausziehen bedeutet, dass Material vom Kopf zurück ins Rohr fällt. Immer im Uhrzeigersinn weiterdrehen beim Herausziehen, damit das Material am Kopf bleibt. Ein fünfter Fehler ist, Chemie vor der Spirale zu verwenden. Wenn ätzender Rohrreiniger im Rohr steht und du dann spiralst, kann Lauge hochspritzen. Erst mechanisch reinigen, dann chemisch – nie umgekehrt. Die Kombination kann gefährlich sein und das Rohr zusätzlich belasten.

Nach der Anwendung: Reinigung und Nachsorge

Nach der erfolgreichen Reinigung ist die Pflege der Spirale wichtig. Entferne grobe Reste mit einem Lappen, indem du sie abstreifst. Dann unter fließendem heißem Wasser abspülen, um lose Partikel zu entfernen. Mit Spülmittel und einer Bürste gründlich reinigen, besonders den Kopfbereich, wo sich Material sammelt. Gründlich trocknen ist wichtig gegen Rost – mindestens 24 Stunden, bevor du die Spirale wieder einrollst. In der Trommel einrollen oder aufhängen, damit sie vollständig trocknen kann. Für den Abfluss selbst ist Nachsorge ebenfalls wichtig. Wenn du den Siphon abgebaut hast, montiere ihn wieder. Lasse heißes Wasser durchlaufen, aber nicht kochend, besonders bei Kunststoffrohren. Prüfe, ob das Wasser schnell abfließt. Bei Bedarf noch einen Spiraldurchgang machen, wenn noch Reste vorhanden sind. Optional kannst du ein Abflusssieb einsetzen, um zukünftige Verstopfungen zu verhindern. Die regelmäßige Pflege verlängert die Lebensdauer der Spirale erheblich und verhindert Rostbildung.

Wann zum Profi? Wann DIY nicht mehr ausreicht

Nicht jede Verstopfung ist ein DIY-Projekt. Es gibt klare Anzeichen, wann du einen Fachmann rufen solltest. Wenn die Spirale nach geduldigen Bemühungen immer noch fest sitzt, ist professionelle Hilfe nötig. Ein Fachmann hat spezielle Werkzeuge, um festsitzende Spiralen zu entfernen, ohne das Rohr zu beschädigen. Wenn Verstopfungen nach mehreren Versuchen immer wieder kommen, deutet das auf ein tieferliegendes Problem hin. Mehrere Abflüsse gleichzeitig verstopft deuten auf ein Problem in der Hauptleitung hin, das du selbst nicht lösen kannst. Unangenehmer Geruch aus dem Abfluss kann auf ein Rohrproblem hindeuten, das professionelle Diagnose erfordert. Bei unbekanntem Rohrzustand im Altbau solltest du vorsichtig sein – ein Fachmann kann den Zustand besser einschätzen. Wenn die Verstopfung sehr tief sitzt und deine Spirale nicht reicht, brauchst du professionelle Ausrüstung. Verdacht auf Fremdkörper wie Spielzeug erfordert ebenfalls professionelle Hilfe. Professionelle Rohrreinigung kostet etwa 80 bis 200 Euro je nach Aufwand und Region. Dafür bekommst du Erfahrung mit komplexen Fällen, Profi-Equipment wie Kamera und starke Maschine, Haftung bei Schäden und Diagnose möglicher Rohrprobleme. Die Investition lohnt sich, wenn DIY-Methoden nicht mehr ausreichen.

Fazit: Die richtige Technik macht den Unterschied

Eine Rohrreinigungsspirale richtig anzuwenden ist keine Hexerei, erfordert aber die richtige Technik und Vorbereitung. Die wichtigsten Punkte sind: Immer im Uhrzeigersinn drehen, sowohl beim Einführen als auch beim Herausziehen. Die Spirale arbeitet durch Drehung, nicht durch Druck. Nach jedem Einsatz gründlich reinigen und trocknen lassen, um Rost zu vermeiden. Bei festsitzender Spirale Ruhe bewahren und nicht mit Gewalt arbeiten. Mit Akkuschrauber nur auf niedrigster Stufe arbeiten und das Gefühl behalten. Wenn DIY-Methoden nicht helfen, ist professionelle Hilfe die bessere Wahl. Die richtige Anwendung verlängert die Lebensdauer der Spirale erheblich und verhindert Schäden am Rohr. Mit dieser Anleitung solltest du die meisten Verstopfungen erfolgreich lösen können.

Häufige Fragen

In welche Richtung drehe ich die Spirale?
Immer im Uhrzeigersinn beim Einführen, Arbeiten und Rausziehen. Die Rechtsdrehung wickelt Material auf statt abzustoßen. Beim Rausziehen weiterdrehen – so bleibt das Material am Kopf.
Wie viel Druck soll ich ausüben?
Wenig bis moderat. Die Spirale arbeitet primär durch Drehung, nicht durch Druck. Zu viel Druck kann die Spirale verbiegen oder bei alten Rohren Schäden verursachen.
Wie lange dauert eine Rohrreinigung?
Sehr unterschiedlich – von wenigen Minuten bei Haaren im Siphon bis zu längeren Durchgängen bei hartnäckigem Fett. Geduld ist wichtiger als Schnelligkeit.
Muss ich Handschuhe tragen?
Dringend empfohlen. Das Material aus dem Rohr ist unhygienisch – Haare, Fett, Bakterien. Nitril- oder Gummihandschuhe schützen und ermöglichen besseren Grip.
Wie oft kann ich dieselbe Spirale verwenden?
Bei guter Pflege viele Jahre. Nach jedem Einsatz mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, vollständig trocknen lassen. Bei sichtbarem Rost oder verbogenen Windungen ersetzen.
Spirale kommt verschmutzt aus dem Rohr – ist das normal?
Ja, das ist das Ziel. Die Spirale holt Verstopfungsmaterial heraus. Je mehr am Kopf hängt, desto besser hat sie gearbeitet. Mehrere Durchgänge machen, bis kaum noch Material kommt.
Was mache ich bei WC-Verstopfungen?
Vorsicht: Die meisten Standard-Spiralen können Keramik beschädigen. Für Toiletten gibt es spezielle Modelle oder Alternativen wie Saugglocke oder Pressluft.

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