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Profiltiefe Winterreifen 4 mm: 1,6 mm reicht nicht

WartungSeptember 20266 Min. Lesezeit
Messung der Profiltiefe an einem 15-Zoll-Winterreifen mit 1-Euro-Münze

Profiltiefe Winterreifen 4 mm: In Deutschland legal 1,6 mm, in Österreich Radial 4 mm. So messen Sie Hauptprofil, Nässe und den richtigen Wechselzeitpunkt.

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Sie halten die 1-Euro-Münze in die Rille, und der goldene Rand schaut schon heraus. In Deutschland wäre derselbe Winterreifen bei 2,2 Millimetern oft noch legal. In Österreich zählt er als Radialreifen dann nicht mehr als Winterreifen. Die Profiltiefe Winterreifen 4 mm ist deshalb kein Schönheitswert, sondern die Stelle, an der Gesetz, Nachbarland und Nässe auseinanderlaufen.

Kurz gesagt

In Deutschland müssen Pkw-Luftreifen am Hauptprofil mindestens 1,6 mm halten; das gilt auch für Winterreifen. Der ADAC rät bei Winter- und Ganzjahresreifen zu 4 mm. In Österreich zählen Radialreifen unter 4 mm nur noch wie Sommerreifen. Messen Sie in den breiten Rillen der mittleren drei Viertel der Lauffläche, nicht an der Schulter.

Gesetz in Deutschland: 1,6 mm

§ 36 StVZO verlangt Profilrillen auf der ganzen Breite und am ganzen Umfang. Das Hauptprofil muss überall mindestens 1,6 Millimeter tief sein. Als Hauptprofil gelten die breiten Rillen im mittleren Bereich, der etwa drei Viertel der Lauffläche einnimmt. Diese 1,6 Millimeter gelten für Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen gleich. Es gibt in Deutschland keine eigene gesetzliche Winter-Profilgrenze.

Die situative Winterreifenpflicht hängt am Wetter und an der Kennzeichnung, nicht an 4 Millimetern. Unterschreiten Sie 1,6 Millimeter, darf der Reifen nicht mehr im öffentlichen Verkehr. Der ADAC nennt 60 Euro und einen Punkt, bei Gefährdung 75 Euro, bei Unfall oft um 120 Euro inklusive Gebühren. Für Modelle mit dokumentierter Kennzeichnung hilft der Vergleich Winterreifen 15 Zoll; die Millimeter am montierten Satz ersetzen Sie damit nicht.

Österreich: 4 mm Radial

In Österreich gilt für Pkw bis 3,5 Tonnen: Winterreifen in Radialbauart brauchen mindestens 4 Millimeter Profiltiefe, Diagonalreifen 5 Millimeter. Unter dieser Schwelle erkennt das Land den Reifen nicht mehr als Winterreifen an. Die Regel gilt auch für Ganzjahresreifen, sofern sie als Winterreifen anerkannt werden sollen. Die Kennzeichnung läuft über M+S oder das Schneeflockenzeichen; anders als in Deutschland ist das Alpine-Symbol dort nicht die einzige zulässige Markierung.

Die Winterreifenpflicht in Österreich ist zeitlich und situativ: vom 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen. Der ÖAMTC betont, dass 4 Millimeter keine Reserve sind, sondern der Beginn der kritischen Phase. Für kleine Zollmaße wie 155/80 R13 gilt dieselbe Millimeterzahl. Messen Sie vor der Fahrt alle vier Räder.

Messen: Hauptprofil, TWI, Münze

Messen Sie das Hauptprofil: die breiten Längsrillen im mittleren Band. Setzen Sie die Sonde auf den Rillengrund neben den Verschleißstegen, nicht auf den Steg selbst. Der kleinste Wert zählt. Die Verschleißanzeiger (TWI) markieren die gesetzliche 1,6-Millimeter-Grenze, nicht den Wechselpunkt bei 4 Millimetern. Die 1-Euro-Münze ist ein grober Feldtest: Der goldene Rand ist knapp über 3 Millimeter breit. Für 4 Millimeter reicht die Münze nicht.

Häufiger Fehler: nur die Außenschulter prüfen. Ungleicher Abrieb sitzt oft innen. Zweiter Fehler: in einer Zierrille messen, die nie so tief war wie das Hauptprofil.

Nässe verliert früher als Schnee

Der ADAC hat in 185/60 R14 – einer 14-Zoll-Größe aus demselben Kleinwagenfeld – Winterreifen neu (etwa 8 Millimeter), mit 7,5 Millimetern und mit 4 Millimetern verglichen. Auf Schnee war der Unterschied am klarsten. Aus Tempo 30 lag der Bremsweg mit 4 Millimetern schon 3,2 Meter länger als mit dem Neureifen. Die Zugkraft beim Anfahren und an Steigungen brach stärker ein: schon 7,5 Millimeter schafften nur noch etwa 60 Prozent der Zugkraft des Neureifens, 4 Millimeter weniger als die Hälfte. Ein Sommerreifen im Vergleich versagte auf Schnee weitgehend. Auf Nässe schwamm der 4-Millimeter-Reifen bereits bei 63 km/h auf, der Neureifen erst ab 87 km/h. Das ist Aquaplaning, kein Komfortthema. Beim Nassbremsen aus 80 km/h verlängerte sich der Weg um etwa sieben Prozent. Trocken wurden die Bremswege mit weniger Profil sogar kürzer, weil die Blöcke steifer liegen. Im deutschen Winter ist trockene Bahn die Ausnahme. Eine spätere ADAC-Studie mit Reifen, die maschinell auf 4 und 2 Millimeter abgetragen wurden, zeigt den zweiten Knick: Bis 4 Millimeter bleibt der Verlust oft noch vertretbar. Zwischen 4 und 2 Millimetern wird er steiler. Clubtests an einer Dimension sind keine Garantie für Ihren 155er oder 195er. Nässe und Matsch bestrafen fehlendes Profil früher als der eine Schneetag im Januar.

Wechsel, Achsen und Grenzen

Wechseln Sie den Wintersatz, wenn das schwächste Rad 4 Millimeter unterschreitet und Sie Nässe, Schnee oder Österreich ernst nehmen. In Deutschland dürfen Sie bis 1,6 Millimeter weiterfahren; das ist die Untergrenze, nicht die Empfehlung. Die Vorderachse trägt Lenkung und oft mehr Antrieb, deshalb ist sie schneller flach. In Österreich verliert eine Vorderachse unter 4 Millimetern Radial den Winterstatus, auch wenn hinten 6 Millimeter stehen. Neue Reifen gehören in der Regel auf die Hinterachse, wenn Sie nur ein Paar ersetzen.

Eine verhärtete Mischung nach acht Wintern bremst auf Schnee, auch bei 5 Millimetern. Der ADAC nennt acht Jahre als praxisnahe Obergrenze für Winterreifen. Die DOT-Woche an der Flanke zählt, nicht das Kaufdatum. Beschädigung sticht beides: Beule, Gewebebruch, Flankenschnitt. Zwei neue Reifen derselben Achse, nicht ein Einzelstück neben einem flacheren Partner. Winterreifen im Sommer aufbrauchen kürzt den Nassbremsweg gegenüber Sommerreifen nicht; der ADAC rät davon ab. Ein neuer Satz mit 8 Millimetern heilt keine falsche Größe. Feld 15.1 und CoC bleiben vor dem Klick Pflicht. Planen Sie den Kauf, bevor der Satz im November bei 3,5 Millimetern in der Halle liegt. Lose Reifen ohne Felge brauchen Termin, Wuchten und oft RDKS. Achsen tauschen nur, wenn Profiltyp und Laufrichtung das zulassen; laufrichtungsgebundene Profile nicht kreuzweise. Neue Reifen gehören in der Regel auf die Hinterachse, wenn Sie nur ein Paar ersetzen. Nach der Montage messen Sie erneut: falscher Druck ändert den Abrieb in den ersten 1.000 Kilometern. Termin, Wuchten und RDKS rund um den Satzwechsel stehen unter Winterreifen 15 Zoll wechseln.

Häufige Fragen

Ist 1,6 mm Profiltiefe im Schnee in Deutschland legal?
Ja, wenn das Hauptprofil am ganzen Umfang mindestens 1,6 Millimeter hat und der Reifen die vorgeschriebene Winterkennzeichnung trägt. Legal ist nicht gleich sicher: Lamellen und Wasserkanäle sind dann weitgehend weg. Der ADAC rät bei Winterreifen zu 4 Millimetern. Unter 1,6 Millimetern dürfen Sie den Reifen nicht mehr fahren.
Ab wann muss ich in Österreich Winterreifen tauschen?
Sobald Radialreifen unter 4 Millimeter fallen, zählen sie in Österreich nicht mehr als Winterreifen, sondern wie Sommerreifen. Diagonalreifen brauchen 5 Millimeter. Das gilt auch für gekennzeichnete Ganzjahresreifen. Im Zeitraum 1. November bis 15. April bei winterlichen Verhältnissen reicht deutsches Restprofil von 2 Millimetern dort nicht.
Wie messe ich die Profiltiefe richtig?
Messen Sie in den breiten Rillen des Hauptprofils, also im mittleren Bereich, der etwa drei Viertel der Lauffläche einnimmt. Mehrere Stellen am Umfang, innen und außen in diesem Band. Schulter und Zierrillen zählen nicht. Ein Profiltiefenmesser in Millimetern ist die belastbare Methode. Die 1-Euro-Münze ist nur eine Vorabdiagnose.
Reichen die Verschleißanzeiger (TWI) für den Winter?
Nein. Die Stege in den Rillen markieren die gesetzliche 1,6-Millimeter-Grenze, nicht die 4-Millimeter-Praxis. Ist der Steg ohne Absatz in den Block übergegangen, ist das gesetzliche Minimum schon unterschritten. Für Winter und Österreich müssen Sie daneben messen.
Gelten 4 Millimeter auch für Ganzjahresreifen?
Für die Sicherheit ja: Der ADAC setzt Winter- und Ganzjahresreifen im Wintereinsatz auf 4 Millimeter. In Österreich gilt dieselbe 4-Millimeter-Regel für Radialreifen, die als Winterreifen anerkannt werden sollen. In Deutschland bleibt das gesetzliche Minimum 1,6 Millimeter. Ohne Alpine-Symbol dürfen Sie in Deutschland bei Schnee ohnehin nicht auf die Kennzeichnung zählen.
Darf vorn weniger Profil sein als hinten?
Die gesetzliche 1,6-Millimeter-Grenze gilt an jedem Rad. Unterschiedlicher Abrieb ist normal, oft vorn stärker. Tauschen Sie Achsen nur nach Herstellerlogik und nicht kreuzweise bei laufrichtungsgebundenen Profilen. Unter 1,6 Millimetern an einem Rad ist die Fahrt in Deutschland unzulässig.
Was zählt zuerst: Profiltiefe oder Reifenalter?
Beides kann den Satz beenden. Harte, rissige Mischung mit 5 Millimetern Profil bremst auf Schnee schlechter als ein jüngerer Reifen mit 4 Millimetern. Umgekehrt nützt ein frisches DOT-Datum nichts, wenn die Rillen bei 1,8 Millimetern liegen. Beschädigungen beenden den Reifen unabhängig von Millimetern.
Reicht die Münzprobe statt eines Messgeräts?
Als grober Check ja, als Nachweis nein. Der Goldrand der 1-Euro-Münze liegt knapp über 3 Millimetern. Verschwindet er, liegen Sie über 3 Millimeter, nicht zwingend über 4. Für Österreich und für den ADAC-Wechselpunkt brauchen Sie eine Millimeterangabe. Kaufen Sie einen Profiltiefenmesser für wenige Euro.
Kevin B.
Auto & MotorReifen und Felgen

Er betreut Vergleiche zu Autozubehör und Technik rund um Fahrzeug und Mobilität – mit Fokus auf Alltagstauglichkeit, Montage und Preis-Leistung.

15 Artikel verfasst
Aktualisiert: September 2026

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