Unabhängiger Vergleich, ggf. Vergütung durch Shop-Links. Mehr Infos

Aalreuse erlaubt? Gerät, Gewässer und Aal getrennt prüfen

Aktualisiert: Oktober 2026

Ob eine Aalreuse erlaubt ist, lässt sich nicht mit einem bundesweiten Ja oder Nein beantworten. Vor jedem Kauf müssen drei Fragen getrennt geklärt werden: Dürfen Sie dieses Fanggerät führen, ist der Fang von Aal im konkreten Gebiet und Jahr zulässig, und deckt Ihr Erlaubnisschein genau dieses Gewässer? Ein Amazon-Titel beantwortet keine davon. Auch eine kleine „Köderfischfalle“ kann rechtlich eine Reuse sein, wenn sie Kehlen besitzt. Die [Aalreusen im Vergleich](/hub/angelzubehoer/aal-reuse) sollten Sie daher erst nach dieser Prüfung nach Preis und Ausstattung auswählen.

Ob eine Aalreuse erlaubt ist, lässt sich nicht mit einem bundesweiten Ja oder Nein beantworten.

Unsere Top-Empfehlungen

Inhalt

Drei Fragen vor dem Kauf

Der Fischereischein bestätigt grundsätzlich die Befähigung. Der Erlaubnisschein regelt, ob und wie Sie an einem bestimmten Gewässer fischen dürfen. Dazu kommen Landesverordnung, Gewässerordnung, Schonzeiten und aktuelle Schutzmaßnahmen. Eine Geräteart kann landesrechtlich existieren und trotzdem in Ihrem Schein fehlen. Prüfen Sie zuerst die Konstruktion. Eine Reuse besitzt eine oder mehrere Kehlen, also trichterförmige Eingänge, die Tiere in einen Fangraum führen. Eine Senke ist ein offenes Hebenetz, ein Setzkescher dient der Hälterung bereits gefangener Fische. Die Seite zur Köderfischreuse zeigt die Unterschiede. Die Bezeichnung „klein“, „faltbar“ oder „für Köderfische“ schafft keine Sonderklasse. Prüfen Sie danach die Art und den Ort. Selbst wenn eine Reuse geführt werden darf, kann Aal einer Schonzeit, einem Gebietsschutz oder einem aktuellen Fangverbot unterliegen. Küste, Binnengewässer, Grenzgewässer und privat bewirtschafteter Teich können unterschiedlichen Regeln folgen. Eine belastbare Reihenfolge lautet daher: Produktfoto und Kehle identifizieren, Schein und Gewässerordnung lesen, aktuelle Aalregel für Gebiet und Jahr prüfen und offene Punkte schriftlich beim Bewirtschafter oder der Behörde klären.

Was Erlaubnisscheine oft nicht enthalten

Bayern beschreibt Reusen in seinem Informationsmaterial als Geräte, die in der Regel nicht von Anglern eingesetzt werden. Falls Reusen zulässig sind, nennt das bayerische Recht unter anderem eine Maschenweite von mindestens 10 mm. Dieser Wert ist kein bundesweiter Freifahrtschein. In Sachsen macht bereits eine Kehle das Gerät zur Reuse. Das betrifft auch Kleinstreusen, die im Handel als Köderfischfalle erscheinen. Die Senke ist getrennt geregelt. Ebenso wird die Reuse dort nicht einfach zum Setzkescher. Mecklenburg-Vorpommern nennt für die Angelfischerei Handangel und eine Senke bis 1,20 × 1,20 m. Schon das Mitführen fangbereiter anderer Geräte kann als Ausübung gelten. Eine ungeklärte Faltreuse sollte deshalb nicht vorsorglich ans Wasser mitgenommen werden. Auch in Baden-Württemberg kann eine Senke beim Netzverbot ausdrücklich genannt sein, ohne dass damit eine Reuse freigegeben wäre. Für Nordrhein-Westfalen lässt sich aus einem einzelnen Rheinschein kein pauschales Landesverbot oder eine landesweite Freigabe ableiten.
Yosoo Yosoo Faltfalle, 6 Löcher

Testsieger

Yosoo Yosoo Faltfalle, 6 Löcher
7,9/10∼ 11,89 €

Aal an der Küste 2026 und in der Schweiz

Für 2026 gelten an deutscher Nord- und Ostsee besonders klare Einschränkungen. Die Freizeitfischerei auf Aal ist dort ganzjährig untersagt. Das betrifft die Zielart unabhängig davon, ob jemand eine Handangel oder ein anderes Gerät einsetzen möchte. Für die gewerbliche Fischerei wurden getrennte Zeitfenster veröffentlicht: an der Nordsee vom 1. September 2026 bis 28. Februar 2027 und an der Ostsee vom 15. September 2026 bis 15. März 2027. Diese gewerblichen Fenster sind keine Freigabe für Freizeitangler. Die Küstenregel darf nicht ungeprüft auf jedes Binnengewässer übertragen werden. Der Europäische Aal wird von der IUCN als kritisch gefährdet geführt. Eine wissenschaftliche Nullfang-Empfehlung des ICES ist fachlicher Rat, wird aber erst durch konkrete Rechtsakte zur unmittelbar geltenden Fangregel. In der Schweiz gilt seit dem 1. Januar 2021 ein Aal-Fangverbot auf Bundesebene. Grenzgewässer können besondere Abstimmungen erfordern. Für Österreich belegt die Recherche, dass Reusen gesetzlich definiert und tierschutzbezogene Anforderungen gestellt werden; daraus folgt jedoch nicht, dass jede Angellizenz eine Reuse einschließt. CITES-Regeln zum Aalhandel betreffen den Handel mit Aalen, nicht den Kauf einer leeren Reuse.

Wenn die Reuse ausdrücklich geführt werden darf

Auch eine besondere Reusenerlaubnis kommt meist mit technischen Pflichten. Bayern nennt die bereits erwähnten 10 mm Maschenweite. Am Bodensee können Bügelmaße begrenzt und Drahtreusen ausgeschlossen sein; in der recherchierten Regel erscheint eine maximale Bügelweite von 60 cm. Hessen verlangt bei einem Kehlquerschnitt ab 80 cm² Schutzmaßnahmen für Otter. Je nach Vorschrift muss eine Reuse täglich oder mindestens jeden zweiten Tag geleert werden. Hessen nennt den Namen am ausgelegten Gerät. Für untermaßige, geschützte oder unbeabsichtigt gefangene Tiere gelten die jeweiligen Rücksetz- und Meldepflichten. Steht die schriftliche Erlaubnis fest, trennt die Aalreuse-Kaufberatung Faltnetz, Aalrohr und Bügelreuse. Hinweise zum Stellen, Kennzeichnen und Trocknen finden Sie unter Aalreuse einsetzen.

Häufige Fragen

Darf ich mit einem normalen Angelschein eine Reuse stellen?
In der Regel nicht automatisch. Der Fischereischein allein reicht nicht; Erlaubnisschein, Gewässerordnung und Landesrecht müssen die Geräteart decken. Fragen Sie bei fehlender ausdrücklicher Nennung nach.
Ist eine kleine Köderfalle rechtlich etwas anderes?
Nicht wegen ihrer Größe. Besitzt sie trichterförmige Kehlen und fängt passiv, wird sie als Reuse geprüft. Eine Senke und ein Setzkescher funktionieren anders.
Darf ich 2026 an Nord- oder Ostsee auf Aal angeln?
Nein. Die Freizeitfischerei auf Aal ist 2026 an deutscher Nord- und Ostsee ganzjährig untersagt. Gewerbliche Zeitfenster gelten nicht für Freizeitangler.
Gilt das Küstenverbot auch automatisch im Binnenland?
Nein. Binnengewässer folgen den jeweiligen Landesregeln und Gewässerordnungen. Dort können dennoch Schonzeiten, Fangverbote oder fehlende Geräteerlaubnisse greifen.
Was gilt in der Schweiz?
Seit dem 1. Januar 2021 gilt ein Aal-Fangverbot. Bei Grenzgewässern sollten Sie wegen möglicher Sonderregelungen die zuständige Fischereistelle fragen.
Muss eine Reuse otterfest sein?
Das hängt von Bauart und regionaler Vorschrift ab. Hessen knüpft Anforderungen an einen Kehlquerschnitt ab 80 cm². Auch unterhalb solcher Schwellen bleibt Tierschutz verbindlich.
Darf ich eine ungeklärte Reuse nur mit ans Wasser nehmen?
Das kann bereits problematisch sein. Mecklenburg-Vorpommern behandelt das Mitführen fangbereiter anderer Geräte als Ausübung. Nehmen Sie das Gerät erst mit, wenn die Berechtigung geklärt ist.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus der redaktionellen Recherche; zuletzt abgerufen am 09.10.2026.

  1. Wikipedia: Aalreuse (abgerufen am 09.10.2026)
  2. Fangtechnik.de: Reusen (abgerufen am 09.10.2026)
  3. Engel-Netze: Aalreusen (abgerufen am 09.10.2026)
  4. Engel-Netze: Aalreuse Reusenkörper 80/5 (abgerufen am 09.10.2026)
  5. Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 (abgerufen am 09.10.2026)
  6. Verordnung (EU) 2026/249 (abgerufen am 09.10.2026)
  7. Schleswig-Holstein: Anpassung der Aalverordnung (abgerufen am 09.10.2026)
  8. StMELF Bayern: Merkblatt Fischereirecht (abgerufen am 09.10.2026)
  9. Sächsische Fischereiverordnung (abgerufen am 09.10.2026)
  10. IUCN Red List: Anguilla anguilla (abgerufen am 09.10.2026)
  11. Rote Liste Zentrum: Meeresfische und Neunaugen (abgerufen am 09.10.2026)
  12. Fischereiberatung Schweiz: Aal-Fangverbot ab 2021 (abgerufen am 09.10.2026)