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Köderfischreuse: Unterschied zu Senke und Setzkescher

Aktualisiert: Oktober 2026

Eine Köderfischreuse sieht im Shop oft harmlos aus: ein kleines Faltnetz, wenige hundert Gramm schwer, dazu ein Futterbeutel und ein Preis unter 20 Euro. Rechtlich und praktisch ist sie aber nicht dasselbe wie eine Köderfischsenke oder ein Setzkescher. Entscheidend ist nicht die Packungsgröße, sondern die Konstruktion. Besitzt das Gerät trichterartige Eingänge, durch die Fische hinein-, aber schwer wieder herausfinden, handelt es sich um eine Reuse. Auf der [Hauptseite zur Aal-Reuse](/hub/angelzubehoer/aal-reuse) gehören neun von zwölf Produkten zu solchen Faltnetzen. Vor dem Kauf sollten Sie deshalb die Geräteart und die Erlaubnis klären, nicht nur die beworbene Zielart.

Eine Köderfischreuse sieht im Shop oft harmlos aus: ein kleines Faltnetz, wenige hundert Gramm schwer, dazu ein Futterbeutel und ein Preis unter 20 Euro.

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Inhalt

Drei Wörter, drei unterschiedliche Geräte

Eine Reuse fängt passiv. Ihre Kehle bildet einen Trichter, dessen weite Seite nach außen und dessen enge Öffnung in den Fangraum zeigt. Ob der Körper 30 × 60 cm misst oder mehrere Meter lang ist, ändert dieses Grundprinzip nicht. Auch eine Sechslochfalle mit mehreren Trichtern bleibt eine Reuse. Eine Senke ist dagegen ein Hebenetz. Sie liegt offen im Wasser, wird überwacht und aktiv angehoben, wenn sich Köderfische darüber befinden. Mecklenburg-Vorpommern nennt für die zugelassene Senke beispielsweise höchstens 1,20 × 1,20 m; Sachsen führt eine Senke bis 150 cm als eigene Geräteart. Eine kleine Reuse kann nicht allein wegen ihrer Größe als Senke behandelt werden. Der Setzkescher dient zum Hältern bereits gefangener Fische und nicht zum selbstständigen Fang. Er hat keine nach innen führende Kehle. In Sachsen wird ausdrücklich getrennt: Eine Reuse darf nicht einfach als Hälter verwendet werden, dafür ist der Setzkescher vorgesehen. Wenn ein Marketplace-Datenfeld ein Produkt „Setzkescher“ nennt, während Titel, Öffnungen und Form eine Fischreuse beschreiben, sollte nicht das bequemere Wort übernommen werden. Genau dieser Widerspruch findet sich beim Jaarssho-Viererset.

Was in dieser Kategorie tatsächlich im Warenkorb liegt

Die Mehrzahl der hier verglichenen Produkte sind kleine Faltreusen. VDSTAR, NEUSID, Tkxjry, Bohrma und Feirdhoo bieten runde Netzkörper von ungefähr 30 × 60 cm im Doppelpack. TUZHE und Yosoo sind sechseckige Fallen mit sechs Eingängen. WINOMO spannt sich wie ein Schirm auf, während WatDenyFine und Jaarssho mehrere leichte Klappfallen liefern. Trotz unterschiedlicher Namen besitzen diese Geräte Öffnungen, durch die Tiere selbstständig in den Körper gelangen. Bohrma nennt eine Maschenweite von 1 cm. WINOMO gibt 5 mm Netzöffnung an, vermischt aber Außenmaße in Zentimetern und Zoll. Mehrere Doppelsets lassen die Maschenweite ganz offen. ZooPaul und Kieferle gehören nicht in denselben Topf: Das ZooPaul-Aalrohr ist laut Titel 75 cm lang und hat zwei Einläufe, die Kieferle-Kunststoffreuse misst im Marketplace 110 × 52 × 30 cm und wiegt 3,5 kg. Die Kaufberatung zur Aalreuse ordnet diese Bauarten nach Preis, Material und Packmaß ein. „Aal“, „Köderfisch“, „Krabbe“ oder „Garnele“ beschreibt, was der Verkäufer anspricht. Der Titel schafft keine Erlaubnis, das Gerät am heimischen Gewässer auszulegen.
Yosoo Yosoo Faltfalle, 6 Löcher

Testsieger

Yosoo Yosoo Faltfalle, 6 Löcher
7,9/10∼ 11,89 €

Was der Angelschein häufig nicht zulässt

Ein normaler Fischereischein weist die persönliche Befähigung nach, ist aber noch keine pauschale Geräteerlaubnis. Bayern weist in seinem Merkblatt darauf hin, dass Reusen in der Regel nicht für Angler vorgesehen sind. In Mecklenburg-Vorpommern nennt das Gesetz für Angler Handangel oder eine begrenzte Senke; das Mitführen fangbereiter anderer Geräte kann dort bereits als Ausübung gelten. Sachsen macht die Konstruktionsfrage besonders deutlich: Eine Kehle ordnet auch Kleinstreusen als Reusen ein. Gleichzeitig wird die Senke als eigene Geräteart behandelt. Baden-Württemberg zeigt in Erlaubnisverträgen, dass Senken als konkrete Ausnahme genannt sein können, während Reusen nicht automatisch enthalten sind. Die datierten Einzelheiten stehen auf der Seite Ist eine Aalreuse erlaubt?.

Folge für Kauf und Nutzung

Kaufen Sie eine Köderfischreuse erst, wenn Ihr Schein genau diese Geräteart deckt. Wenn lediglich eine Senke genannt wird, suchen Sie ein offenes Hebenetz in der zulässigen Größe statt einer Faltfalle mit Trichtern. Wenn Sie Fische nach dem Fang kurz hältern dürfen, benötigen Sie einen regelkonformen Setzkescher und keine Reuse. Ist die Reuse zugelassen, vergleichen Sie Maschenweite, Eingänge, Entnahmeöffnung und Gestell. Eine angegebene 5-mm-Netzöffnung hält andere Größen zurück als 10 mm; die rechtlich richtige Masche ergibt sich dennoch erst aus der örtlichen Vorschrift. Beim Stellen besitzt eine kleine Faltreuse meist kein Leitnetz und sollte an einer natürlichen Kante liegen. Den Ablauf von Befestigung bis Kontrolle beschreibt Aalreuse einsetzen.

Häufige Fragen

Ist eine Köderfischreuse eine kleine Senke?
Nein. Eine Reuse besitzt Kehlen und fängt passiv. Eine Senke ist ein offenes Hebenetz, das aktiv angehoben wird. Die Größe allein ändert die Geräteklasse nicht.
Woran erkenne ich die Kehle?
Sie sieht wie ein nach innen enger werdender Trichter aus. Die äußere Öffnung ist größer, die innere eng. Bei Sechslochfallen sind mehrere solcher Trichter rund um den Körper verteilt.
Darf ich eine Reuse als Hälter verwenden?
Nicht automatisch. Sachsen trennt Reuse und Setzkescher ausdrücklich und lässt die Reuse nicht einfach als Hälter gelten. Lesen Sie die örtliche Gewässerordnung.
Warum nennt ein Listing dieselbe Falle Setzkescher?
Marketplace-Felder werden oft uneinheitlich gepflegt. Entscheidend sind Konstruktion und Funktion, nicht das Datenfeld. Besitzt das Gerät Fangkehlen, sollte es als Reuse geprüft werden.
Ist „für Köderfisch“ eine eigene Erlaubnis?
Nein. Die beworbene Zielart ändert die Gerätebestimmung nicht. Erlaubt sein müssen sowohl das Fanggerät als auch Zielfisch, Gewässer und Zeitpunkt.
Fängt eine Falle Aale, weil es im Titel steht?
Der Titel ist kein Nachweis. Eingangsgröße, Masche, Stellung und Gewässer beeinflussen den Fang. Zusätzlich muss der Aalfang im jeweiligen Gebiet und Jahr erlaubt sein.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus der redaktionellen Recherche; zuletzt abgerufen am 09.10.2026.

  1. Wikipedia: Aalreuse (abgerufen am 09.10.2026)
  2. Fangtechnik.de: Reusen (abgerufen am 09.10.2026)
  3. Engel-Netze: Aalreusen (abgerufen am 09.10.2026)
  4. Engel-Netze: Aalreuse Reusenkörper 80/5 (abgerufen am 09.10.2026)
  5. Verordnung (EG) Nr. 1100/2007 (abgerufen am 09.10.2026)
  6. Verordnung (EU) 2026/249 (abgerufen am 09.10.2026)
  7. Schleswig-Holstein: Anpassung der Aalverordnung (abgerufen am 09.10.2026)
  8. StMELF Bayern: Merkblatt Fischereirecht (abgerufen am 09.10.2026)
  9. Sächsische Fischereiverordnung (abgerufen am 09.10.2026)
  10. IUCN Red List: Anguilla anguilla (abgerufen am 09.10.2026)
  11. Rote Liste Zentrum: Meeresfische und Neunaugen (abgerufen am 09.10.2026)
  12. Fischereiberatung Schweiz: Aal-Fangverbot ab 2021 (abgerufen am 09.10.2026)