Dartscheibe Maße DDV WDF: Turniermaße richtig prüfen

Dartscheibe Maße nach DDV und WDF: Durchmesser, Doppel, Triple, Bull, Höhe und Oche korrekt messen und widersprüchliche Angaben klar einordnen.
Inhaltsverzeichnis

Eine als „Turniergröße“ angebotene Scheibe wirkt mit ihren rund 45 Zentimetern zunächst eindeutig. Beim Nachmessen tauchen jedoch schnell widersprüchliche Werte auf: 451 oder 453 Millimeter Durchmesser, sechs oder acht Millimeter für das Triple und je nach Spielart 2,37 oder 2,44 Meter Abstand. Die Dartscheibe Maße nach DDV und WDF lassen sich nur korrekt beurteilen, wenn Sie Boardgeometrie und Aufbau getrennt betrachten. Die WDF beschreibt die Spielfläche, während die DDV-Ordnung für den deutschen Wettkampfbetrieb unter anderem Höhe und Wurfdistanz festlegt.
Kurz gesagt
Ein reguläres Bristle-Dartboard hat nach der maßgeblichen WDF-Fassung einen Außendurchmesser von 451 mm mit 3 mm Toleranz; Doppel und Triple sind innen jeweils 8,0 mm breit. Nach DDV hängt die Bullmitte 1,73 m hoch, die Vorderkante der Oche liegt horizontal 2,37 m vor der Boardoberfläche und die Kontroll-Diagonale beträgt 2,93 m.
Welche Regel für welches Maß gilt
Der häufigste Fehler beginnt nicht beim Maßband, sondern bei der Quelle. Die WDF Playing and Tournament Rules, Revision 20, enthalten die geometrischen Vorgaben für das Board: Außendurchmesser, Bull, 25er-Ring, Radien der Doppel- und Triplefelder sowie Drahtstärken. Ob die Spielfläche einer Dartscheibe dem internationalen Regelbild entspricht, entscheidet dieses Dokument, nicht ein Shoptext oder eine gerundete Verpackungsangabe.
Die Sport- und Wettkampfordnung des Deutschen Dart-Verbands ergänzt die Aufstellung im deutschen Spielbetrieb. Dort stehen die Bullhöhe von 1,73 m, der waagerechte Abstand von 2,37 m und die Diagonale von 2,93 m. Außerdem nennt sie Rahmenwerte für Steeldarts: Ein Dart darf höchstens 30,5 cm lang und 50 g schwer sein. Diese Pfeilgrenzen sagen nichts darüber aus, ob ein Board korrekt vermessen oder montiert wurde.
Die oft genannte PDC ist kein universeller Maßsatz für jede Einzelheit einer Profibühne. Board, Montage, Beleuchtung und Bühnenaufbau sind getrennte Prüfpunkte. Für Heim- oder Vereinssetup genügt kein Kartonaufdruck; entscheidend sind die benötigten Maße und die Regeln des jeweiligen Wettbewerbs.
Warum ältere Zahlen weiter auftauchen
Im Netz stehen weiterhin 453 mm Außendurchmesser oder 6 mm Triplebreite. Solche Angaben können aus älteren Fassungen, abweichenden Messmethoden, vereinfachten Grafiken oder voneinander abgeschriebenen Beiträgen stammen. Prüfen Sie die benannte Regelfassung samt Revisionsstand, damit eine korrekt gemessene Scheibe nicht an einer unklaren Sekundärquelle scheitert.
Feldmaße des WDF-Dartboards
Der Außendurchmesser beträgt 451 mm mit einer Toleranz von plus oder minus 3 mm. Zulässig ist damit ein Bereich von 448 bis 454 mm. Die Händlerangabe „45 cm“ ist nur eine Rundung: 450 mm liegen in diesem Bereich, die Aufschrift bestätigt aber weder die übrigen Radien noch die Breite der Wertungsringe.
Das innere Bullseye misst 12,7 mm im Durchmesser. Der äußere Bullring, also das 25er-Feld, misst 31,8 mm. Vom Mittelpunkt bis zur äußeren Kante des Triple-Drahts nennt die WDF 107,4 mm, bis zur äußeren Kante des Doppel-Drahts 170 mm.
Für Doppel und Triple gilt jeweils eine innere Breite von 8,0 mm. Sie messen die freie Trefferfläche zwischen den Drähten, nicht die Drahtmitten und nicht eine Strecke einschließlich Metall. Der Draht selbst darf 1,27 bis 1,85 mm stark sein. Schon die gewählte Messkante kann eine vermeintliche Abweichung von mehr als einem Millimeter erzeugen.
Weshalb 6 mm beim Triple irreführen
Die Zahl 6 mm wird in Ratgebern häufig ohne klare Messdefinition wiederholt. Sie ist nicht die innere WDF-Breite des regulären Triplefelds in der hier maßgeblichen Revision. Ein Messschieber und mehrere Messungen an unbeschädigten Segmenten sind belastbarer als ein schräger Blick auf den Farbstreifen.
Spezielle Trainingsboards dürfen Doppel- und Triplefelder absichtlich schmaler halten, damit Sie Präzision üben. Das ist kein Qualitätsmangel, solange das Produkt als Trainingsvariante beschrieben ist. Für Ligaspiele oder die Prüfung eines „Turniermaß“-Versprechens ist ein solches Board nicht der richtige Referenzkörper.
Höhe und Oche nach DDV
Die Mitte des Bulls muss 1,73 m über dem Boden liegen. Messen Sie senkrecht vom fertigen Boden bis zur Bullmitte, nicht bis zur Boardkante. Liegt der Werfer auf einer erhöhten Dartmatte, während unter dem Board der nackte Boden als Bezug dient, stimmt das Verhältnis trotz abgelesener 1,73 m nicht.
Die Oche liegt beim Steeldart 2,37 m von der Vorderseite des Boards entfernt. Maßgeblich ist die dem Board zugewandte Kante der Abwurflinie, denn diese darf beim Wurf nicht überschritten werden. Wer von der Wand statt von der Scheibenoberfläche misst, schenkt je nach Halterung mehrere Zentimeter her. Eine dicke Schutzplatte oder ein Abstandshalter vergrößert den Fehler.
Als Kontrollmaß dient die Diagonale von der Bullmitte bis zur Vorderkante der Oche: 2,93 m. Sie ersetzt nicht beide Einzelmessungen. Eine zu niedrig montierte Scheibe und eine falsch gesetzte Linie können zufällig eine plausible Diagonale ergeben. Prüfen Sie zuerst 1,73 m und 2,37 m separat und nutzen Sie 2,93 m danach zur Kontrolle.
Eine saubere Messreihenfolge
Montieren Sie zuerst das Board so, dass die 20 oben steht und schwarz ist. Stellen Sie dann die Bullhöhe ein und kontrollieren Sie mit einer Wasserwaage, dass die Scheibe nicht sichtbar geneigt hängt. Erst danach messen Sie am Boden von der lotrecht projizierten Boardoberfläche 2,37 m bis zur Vorderkante der Oche. Die Diagonale ist der letzte Schritt, nicht der Ausgangspunkt.
Ein Lot oder Kreuzlinienlaser überträgt die Boardvorderseite auf den Boden. Ein flexibles Maßband, das vom Bull schräg über eine hervorstehende Scheibe läuft, kann verkanten. Nach jedem Verschieben eines Ständers prüfen Sie Höhe und Abstand erneut.
Turniermaß auf dem Karton prüfen
Begriffe wie „offizielle Größe“, „Championship Board“ oder „PDC-Maße“ klingen verbindlicher, als sie häufig sind. Ein Produkt kann ungefähr 45 cm groß sein und dennoch einen abweichenden Spider, andere Ringbreiten oder eine Trainingsgeometrie besitzen. Die gerundete Angabe „45 cm“ ist umgekehrt kein Beweis gegen Regelkonformität, weil 450 mm innerhalb der Toleranz des 451-mm-Nennmaßes liegen.
Prüfen Sie vor dem Kauf, ob der Anbieter Außendurchmesser, Bullmaße, Doppel- und Triplering sowie die Bauart aus Sisal oder Bristle nennt. Vergleiche von Bulls-Dartscheiben oder Winmau-Dartscheiben helfen bei der Auswahl, ersetzen aber nicht die Kontrolle des gelieferten Exemplars. Feuchtigkeit oder falsche Lagerung kann ein Board aus Naturfasern zusätzlich verformen.
Für den privaten Trainingsplatz ist nicht jede minimale Abweichung spielentscheidend. Im Verein dokumentieren Sie sichtbare Schäden, lockere Drähte und ungleichmäßige Segmente vor Spielbeginn. Die Spielleitung entscheidet, ob das Board für den Wettbewerb akzeptiert wird.
Softdart nicht automatisch gleichsetzen
Elektronische Boards haben Kunststoffsegmente, ein Gehäuse und je nach Modell andere Abmessungen. Für Softdart wird häufig 2,44 m genannt, manche Regelwerke nennen andere Vorgaben. Übertragen Sie die 2,37 m des Steeldarts nicht auf einen Automaten. Maßgeblich sind die Ausschreibung und die Anleitung des Geräts.
Messen Sie den Mittelpunkt des Bulls, nicht den oberen Rand des Automaten. Ein schwerer Steeldart gehört nicht auf ein elektronisches Board. Wer beide Varianten nutzt, beschriftet die Oche-Markierungen getrennt.
Dartscheibe selbst vermessen
Sie brauchen ein mindestens drei Meter langes Maßband, einen Messschieber, eine Wasserwaage und möglichst ein Lot. Lassen Sie das Board im Raumklima ankommen, bevor Sie direkt nach dem Auspacken an einer kalten oder feuchten Scheibe messen. Prüfen Sie mehrere Richtungen, weil ein einzelner Wert eine leichte Ovalität nicht zeigt.
- Messen Sie den Gesamtdurchmesser waagerecht und senkrecht durch die Mitte. Werte zwischen 448 und 454 mm passen zur Toleranz des 451-mm-Nennmaßes; deutliche Achsenunterschiede weisen auf Verformung hin.
- Prüfen Sie Bull und 25er-Ring mit dem Messschieber, ohne Sisal oder Draht zu drücken. Erwartet werden 12,7 mm für das innere Bull und 31,8 mm für den äußeren Bullring.
- Messen Sie die Ringlage vom Boardmittelpunkt: 107,4 mm bis zur äußeren Kante des Triple-Drahts und 170 mm bis zur äußeren Kante des Doppel-Drahts. Notieren Sie die Messkante, damit die Werte vergleichbar bleiben.
- Bestimmen Sie die freie Feldbreite. Doppel und Triple sollen innen 8,0 mm breit sein. Messen Sie an mehreren Segmenten außerhalb stark bespielter Bereiche.
- Stellen Sie 1,73 m Bullhöhe und 2,37 m horizontale Distanz zur Vorderkante der Oche ein. Bestätigen Sie zum Schluss die Diagonale von 2,93 m.
Notieren Sie Messwert, Messpunkt und Werkzeug. Ein Foto mit schräg gehaltenem Lineal ist wegen Perspektive und Drahtstärke kein zuverlässiger Nachweis. Liegt ein neues Board klar außerhalb der Werte, dokumentieren Sie Verpackung, Produktbezeichnung und mehrere Messungen, bevor Sie reklamieren.
Häufige Fragen
Sind 45 cm und 451 mm bei einer Dartscheibe dasselbe?
Wie breit ist das Doppelfeld nach WDF?
Ist das Triplefeld 6 mm oder 8 mm breit?
Wie hoch hängt das Bullseye nach DDV?
Wie weit ist die Oche vom Board entfernt?
Gilt beim Softdart ein Abstand von 2,37 m oder 2,44 m?
Darf ein Trainingsboard kleinere Doppel- und Triplefelder haben?
Was bedeutet PDC-Maße auf einer Verpackung?

Die Redaktion betreut Vergleiche zu Freizeit, Sport und Nutzung im Freien.


