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FI Typ B vs. Typ A: Fehlerstromformen und Erblindung

Aktualisiert: August 2026

FI Typ B vs Typ A klingt nach Qualitätsstufe. Es ist eine andere Messaufgabe. Typ A erfasst sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B ist allstromsensitiv und sieht zusätzlich glatte DC – genau die Form, an der ein Typ A ab etwa 6 mA erblinden kann. Preise und ASINs bleiben auf der [Vergleichsseite FI-Schutzschalter Typ B](/hub/elektrotechnik/fi-schutzschalter-typ-b). Die Entscheidungsreihenfolge steht in der [Kaufberatung FI Typ B](/hub/elektrotechnik/fi-schutzschalter-typ-b/sub/fi-schutzschalter-typ-b-kaufberatung). Typ AC ist in Deutschland nach VDE 0100-530 unzulässig; im Altbau ist das Bestand, kein Kauf-Tipp.

FI Typ B vs Typ A klingt nach Qualitätsstufe. Es ist eine andere Messaufgabe. Typ A erfasst sinusförmige Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B ist allstromsensitiv und sieht zusätzlich glatte DC – genau die…

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Inhalt

Welche Fehlerströme welcher Typ sieht

Ein RCD misst die Differenz der Leiterströme. Fließt Strom über Erde am Wandler vorbei, entsteht ein Differenzstrom. Typ A bewertet vor allem 50-Hertz-Wechsel und pulsierende Halbwellen, wie sie einfache Gleichrichter erzeugen. Das deckt Steckdosen, Licht und viele Haushaltsgeräte ab. Glatte DC vormagnetisiert den Eisenkern; ab wenigen Milliampere – Fachkonsens in der Größenordnung 6 mA – kann die Wechselstrom-Auslösung ausfallen. Der Hebel steht dann noch auf Ein, obwohl das Gerät für AC taub geworden ist. Typ F baut auf Typ A auf und ergänzt Mischfrequenzen bis rund 1 kHz plus höhere Unempfindlichkeit gegen Einschaltspitzen. Typische Kandidaten sind einphasige Frequenzumrichter. Glatte DC über der Sättigungsschwelle bleibt auch hier das Problem; Typ F ist kein Ersatz für Typ B, wenn die Topologie glatte Gleichfehlerströme liefert. Typ B nach DIN EN 62423 erfasst AC, pulsierende DC, glatte DC und Mischfrequenzen; Hersteller werben oft mit HF bis etwa 2 kHz. Typ B+ verschärft den vorbeugenden Brandschutz bei noch höheren Frequenzen – Fachhandel, nicht das typische Amazon-Set. A-EV bzw. RDC-DD nach IEC 62955 überwacht typischerweise 6 mA DC fürs Laden und ist keine volle Typ-B-RCD.

Warum Typ B hinter Typ A gefährlich ist

Die Erblindung wird konkret, sobald beide Typen denselben Fehlerstrom sehen. Ein Typ-B-30-mA löst bei glatter DC oft erst in einem höheren Fenster aus – Fachtexte nennen Größenordnungen wie 15–60 mA als zulässigen Bereich, Faustregel, kein Laborwert dieses Vergleichs. Ein Typ A kann schon bei 6 mA DC gesättigt sein. Zwischen diesen Schwellen fließt ein Gleichanteil, der den Vor-FI blind macht, während der Typ B noch nicht getrennt hat. Ein Wechselstromfehler in einem anderen Abgang am selben Typ A findet dann keinen funktionierenden RCD mehr. DIN VDE 0100-530 zieht daraus die Planungsregel: Einer RCD Typ B darf kein Typ A vorgeschaltet sein, den derselbe Fehlerstrom durchläuft. Der Vor-FI muss selbst mindestens Typ B sein, häufig selektiv mit höherem IΔn. Umgekehrt ist Typ A hinter Typ B unkritischer, weil der vorgeschaltete allstromsensitive Schalter die DC mitbewertet. Anschlussrahmen und N-Lage erklärt FI Typ B einbauen. Klassisches Fehlbild: Wallbox-Typ-B in die Unterverteilung, Speisung aber vom Haus-FI Typ A. Zweites Fehlbild: Baustromverteiler mit Typ B per CEE in eine Typ-A-geschützte Steckdose.
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Wann Typ A reicht und wann Typ B nötig ist

Für Steckdosen und Beleuchtung ohne glatte DC bleibt Typ A der Default – und der günstigere. Typ B für alle Fälle im ganzen Haus verteuert die Verteilung und erzeugt genau die Kaskadenfrage, die man vermeiden wollte. Nötig wird B, wo Betriebsmittel glatte DC über 6 mA erzeugen können: viele dreiphasige Frequenzumrichter, trafolose PV-Wechselrichter, wenn auf der AC-Seite eine RCD errichtet wird, Wallboxen ohne dokumentierte IEC-62955-Funktion. Wärmepumpen sind Datenblatt, nicht Bauchgefühl. Manche Hersteller schreiben Typ B oder B+, manche einphasigen FU-Typen reichen mit Typ F. Wallboxen haben oft interne 6-mA-Überwachung; dann kann Typ A am Stromkreis genügen. Fehlt der Nachweis, wird Typ B zur notwendigen Lösung – 40 gegen 63 A unter FI Typ B für die Wallbox. Der Preisabstand folgt der Elektronik: Import-Typ-B oft 50–100 €, Fachmarke ABB um 245 €. Typ A liegt deutlich darunter. CE macht aus Typ A keinen Typ B, und ein 300-mA-Typ-B ist kein stärkerer Typ A.

Fazit: Buchstabe ist Messaufgabe, keine Güteklasse

Wenn die Last keine glatte DC erzeugt, bleibt Typ A. Wenn Wallbox, trafoloser WR oder FU glatte DC liefern können und keine 6-mA-Überwachung dokumentiert ist, brauchst du Typ B. Hinter Typ A denselben Fehlerstrom zu schicken, ist die gefährliche Kaskade – nicht der Aufpreis. Die Tabelle zeigt Typ-B-Geräte aus dem Set; sie ersetzt keine Typ-A-Liste für den Lichtstromkreis.

Häufige Fragen

Was ist der Kernunterschied zwischen Typ A und Typ B?
Typ A sieht Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B sieht dasselbe plus glatte DC und einen erweiterten Frequenzbereich. Der Buchstabe ist keine Güteklasse und kein „stärkerer Personenschutz“ bei gleichem IΔn.
Was bedeutet: der FI erblindet?
Glatte DC sättigt den Wandler eines Typ A oder F. Danach erkennt das Gerät Wechselstromfehler unzuverlässig oder gar nicht, obwohl der Hebel noch auf Ein steht. Andere Abgänge am selben Vor-FI sind dann mitbetroffen.
Wann reicht Typ F statt Typ B?
Wenn das Datenblatt Mischfrequenz bis etwa 1 kHz nennt und keine glatte DC oberhalb der Sättigung. Einphasige Frequenzumrichter sind der typische Fall. Dreiphasige Umrichter und viele Wechselrichter bleiben Typ-B-Kandidaten.
Ist ein FI Typ A-EV dasselbe wie Typ B?
Nein. A-EV bzw. RDC-DD überwacht vor allem 6 mA DC fürs Laden, meist zusammen mit Typ A oder F. Typ B bleibt die breitere allstromsensitive RCD für Anlagen, in denen glatte DC nicht nur am Ladepunkt vorkommt.
Darf ich einen Typ B hinter den Haus-FI Typ A setzen?
Nicht, wenn derselbe Fehlerstrom den Typ A durchläuft. 0100-530 und Herstellerplanung verbieten genau diese Kaskade. Abgang ohne diesen Vor-FI oder Vor-FI ebenfalls Typ B, oft selektiv mit höherem IΔn.
Braucht jedes Einfamilienhaus einen Typ B?
Nein. Ohne glatte-DC-Verbraucher reicht Typ A. Typ B kommt mit Wallbox ohne 6-mA-Nachweis, bestimmten WP- oder PV-Vorgaben oder Frequenzumrichtern – nicht pauschal mit dem Neubau.
Warum ist Typ B teurer?
Zusätzliche DC-Erfassungselektronik, Prüfung nach 62423, kleinerer Markt. Der Preis sagt nicht, dass 30 mA Typ B mehr Personenschutz wäre als 30 mA Typ A bei passender Last.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen im August 2026.

  1. DKE FAQ DIN VDE 0100-722 (abgerufen am August 2026)
  2. Elektropraktiker: Fehlerstromschutz in Ladeeinrichtungen (abgerufen am August 2026)
  3. ABB Typ B/B+ (abgerufen am August 2026)
  4. StromKompass: RCD-Auswahl (abgerufen am August 2026)
  5. elektro.net: 0100-712 trafoloser Wechselrichter (abgerufen am August 2026)
  6. elektro.net: RCD Wärmepumpe (abgerufen am August 2026)
  7. elektrikerwissen.de: Typ A und Typ B in Reihe (abgerufen am August 2026)
  8. MFM: FI-Schutzschalter-Typen (abgerufen am August 2026)