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Vierkant oder Hollowtech: Welches System steckt im Fahrrad?

Aktualisiert: Oktober 2026

Die alte Kurbel ist ab, doch die neue sieht an der Aufnahme völlig anders aus. Bei der Entscheidung Vierkant oder Hollowtech geht es nicht um eine bloße Qualitätsstufe, sondern um zwei inkompatible Verbindungen zwischen Kurbel und Innenlager. Eine Vierkantkurbel wird auf einen konischen Zapfen gezogen; eine Hollowtech-II-ähnliche Kurbel führt eine 24-mm-Welle durch separate Lagerschalen. Wer nur den Kurbelarm bestellt, obwohl das Lager zum anderen System gehört, kann beide Teile nicht zusammenbauen. Die [Kurbelgarnitur-Übersicht](/hub/fahrradersatzteile/kurbelgarnitur) zeigt beide Bauarten, aber zuerst sollten Sie die Welle und danach das Tretlagergehäuse identifizieren.

Die alte Kurbel ist ab, doch die neue sieht an der Aufnahme völlig anders aus.

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Inhalt

Die Welle ansehen: Vierkant, Verzahnung oder 24 mm

Beim Vierkant sehen Sie nach dem Abnehmen des Kurbelarms einen massiven, vierseitigen Wellenstumpf. Die Kurbel besitzt innen eine passende konische Öffnung und wird durch eine zentrale Schraube oder Mutter aufgezogen. Innerhalb dieser Bauart existieren unter anderem JIS- und ISO-Geometrien. Sie sehen ähnlich aus, dürfen aber nicht allein nach dem Wort „Vierkant“ als gleich behandelt werden. Zusätzlich bestimmt die Achslänge, wie weit die Kettenblätter vom Rahmen entfernt stehen. Octalink und ISIS besitzen statt vier Flächen eine Verzahnung. Auch sie verwenden häufig einen Kurbelabzieher, sind aber weder mit Vierkant noch untereinander automatisch kompatibel. Zählen und Form der Verzahnung sowie die konkrete Modellbezeichnung sind wichtiger als der ähnliche Montageablauf. Bei Hollowtech II sitzt die Welle typischerweise fest an der rechten Kurbel. Sie misst 24 mm und wird durch außenliegende oder im Rahmen sitzende Lager geführt; links klemmt ein separater Kurbelarm. Allerdings ist nicht jede 24-mm-Kurbel automatisch ein Shimano-Hollowtech-II-Produkt. Andere Hersteller nutzen denselben Nenndurchmesser mit eigenen Details. SRAM DUB arbeitet beispielsweise mit 28,99 mm und benötigt passende Lager. Die Kurbelgarnitur-Kaufberatung führt von der erkannten Welle zu Achslänge, Zähnen und Kurbellänge.

Das Gehäuse ist eine zweite Entscheidung

Selbst wenn eine neue Kurbel eine 24-mm-Welle besitzt, muss das Lager zum Rahmen passen. Bei einem BSA-Gehäuse sind Gewinde im Rahmen vorhanden; verbreitete Breiten sind 68 und 73 mm. Die rechte BSA-Lagerschale hat ein Linksgewinde. Italienische Gewinde unterscheiden sich unter anderem in Durchmesser und Gewinderichtung. Pressfit-Gehäuse besitzen dagegen kein Schraubgewinde, sondern eingepresste Lagerschalen oder Lageraufnahmen. Messen Sie deshalb die Gehäusebreite und bestimmen Sie den Standard, bevor Sie ein Lagerset auswählen. Die Bromlbe aus dem Vergleich nennt im Bullet BC 1.37 × 24 und 68–73 mm. Das spricht für ein englisches Gewinde, muss aber am Rahmen bestätigt werden. Ein Pressfit-Rahmen wird durch die passende Gehäusebreite nicht plötzlich mit diesem Schraublager kompatibel. Umgekehrt kann eine 24-mm-Kurbel durchaus in unterschiedlichen Rahmenstandards laufen, wenn jeweils das korrekte Lager verwendet wird. Beim Vierkant ist das Gehäuse ebenfalls nicht nebensächlich. Ein vorhandenes BSA-Patronenlager kann im Rahmen bleiben, wenn Norm, Zustand und benötigte Achslänge zur neuen Kurbel passen. Der Wechsel auf eine Hollowtech-II-ähnliche Kurbel bedeutet normalerweise, dass dieses Lager ausgebaut und durch passende Schalen ersetzt wird. Dafür benötigen Sie anderes Werkzeug und müssen Gewinde, Spacer sowie die Vorgaben des Herstellers beachten.

Die Kettenlinie kann sich beim Wechsel ändern

Die Kettenlinie ist der seitliche Abstand des Kettenblatts oder der mittleren Blattebene zur Rahmenmitte. Eine Dreifach-Vierkantkurbel kann beispielsweise mit 47,5 oder 50 mm ausgelegt sein. Bei Hollowtech-Dreifach, Zweifach oder Einfach nennen Quellen wiederum Werte um 50, 48,8 oder 50,4 mm. Diese Zahlen sind Richtwerte für bestimmte Modelle, keine universelle Eigenschaft des jeweiligen Wellentyps. Beim Vierkant beeinflusst die Achslänge die tatsächliche Position stark. Eine längere Achse rückt die Kurbel weiter nach außen, kann aber auch Q-Faktor, Umwerferposition und Gewindeeingriff beeinflussen. Sie sollten eine falsche Kettenlinie daher nicht willkürlich mit einer anderen Patrone „reparieren“, ohne die Freigaben der Kurbel zu kennen. Die Altus FC-M311 nennt 123 mm als Empfehlung, während die Tourney FC-TY501 im vorliegenden Listing 47,5 mm Kettenlinie, aber keine Achslänge ausweist. Beim Wechsel von Dreifach-Vierkant auf 1-fach mit 24-mm-Welle müssen Kettenlinie, Kassette und Kettenhaltung zusammen betrachtet werden. Ein Narrow-Wide-Blatt kann die Kette führen, gleicht aber keine deutlich falsche Blattposition aus. Auch der Umwerfer entfällt nicht sinnvoll, wenn die Kette ohne Kupplungsschaltwerk oder Führung ständig abspringt.

Was die elf Listings tatsächlich behaupten

Die drei Shimano-Dreifachkurbeln FC-TY301, FC-TY501 und FC-M311 sind in den ausgewerteten Listings als Vierkant beschrieben. Auch die BOLANY 104 BCD, die ZUKKA 38T, die Prowheel-Kinderkurbel und die kefeimumu nennen Vierkant beziehungsweise ein quadratisches Loch. Trotzdem bleiben bei mehreren Modellen Achslänge oder Kettenlinie offen. Gleiche Aufnahme bedeutet daher noch nicht gleiche Einbaulage. Die Bromlbe nennt eine 24-mm-Spindel und ein Lager mit englischem Gewinde. Sie darf deshalb als 24-mm-System eingeordnet werden, aber nicht ohne Herstellerbeleg als Shimano Hollowtech II. Das generische 50/34-Doppelblatt ist als Vierkant beschrieben, obwohl es für 9/10/11-fach beworben wird. Gangzahl und Wellentyp sind getrennte Merkmale. Bei der ZUKKA 52T fehlt die Aufnahme vollständig. Die Smallterm verwendet nur den Begriff „Diamantloch“. Beide sollten nicht durch Ähnlichkeit zu anderen Angeboten stillschweigend als JIS-Vierkant behandelt werden.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich Hollowtech II?
Typisch sind eine fest mit der rechten Kurbel verbundene 24-mm-Welle, außenliegende Lagerschalen und ein geklemmter linker Arm. Prüfen Sie dennoch Hersteller und Modell, weil 24 mm nicht exklusiv Shimano gehört.
Kann ich eine Hollowtech-Kurbel auf ein Vierkantlager setzen?
Nein. Das Vierkantlager muss durch ein zum Rahmen und zur neuen Welle passendes Lager ersetzt werden. Auch Kettenlinie und Spacer müssen stimmen.
Was ist Octalink?
Octalink ist eine verzahnte Shimano-Aufnahme. Sie ist weder Vierkant noch Hollowtech II und benötigt eine passende Kurbel sowie das passende Innenlager.
Muss ich JIS oder ISO unterscheiden?
Ja. Beide Vierkantgeometrien können ähnlich wirken, positionieren eine unpassende Kurbel aber anders auf dem Konus. Modell- und Herstellerdaten sind sicherer als eine Sichtprüfung.
Woran erkenne ich BSA oder Pressfit?
BSA besitzt Gewinde im Tretlagergehäuse; Pressfit-Lager werden in glatte Lagersitze gepresst. Entfernen Sie keine Schale nur zum Probieren, wenn der Standard unklar ist.
Ändert sich beim Umbau die Kettenlinie?
Das ist möglich und hängt von Kurbel, Lager, Achslänge, Spacern und Rahmen ab. „Vierkant“ oder „24 mm“ allein legt keinen festen Wert fest.
Was bedeutet Diamantloch?
Es ist der Wortlaut eines Listings, aber keine ausreichende Normangabe. Lassen Sie bestätigen, welche Vierkantgeometrie und Achslänge tatsächlich erforderlich sind.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 11.10.2026.

  1. DIN ISO 6696:2016-07 (abgerufen am 11.10.2026)
  2. DIN EN ISO 4210-8:2023-05 (abgerufen am 11.10.2026)
  3. Shimano FC-TY501 (abgerufen am 11.10.2026)
  4. Kurbelix, JIS und ISO (abgerufen am 11.10.2026)
  5. Fahrradschmiede Berlin, Kaufberatung Innenlager (abgerufen am 11.10.2026)
  6. Bavarian Bike, Tretlager (abgerufen am 11.10.2026)
  7. Pottbikes, Shimano Altus FC-M311 48-38-28 (abgerufen am 11.10.2026)
  8. Praxis Works, 104 BCD (abgerufen am 11.10.2026)