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Lagerfett fürs Fahrrad: Kaufberatung zu Stelle und Gebinde

Aktualisiert: Oktober 2026

Vor dem Regal sehen viele Fette ähnlich aus: kleine Fahrrad-Tube, große Kartusche oder Werkstattdose, dazu Begriffe wie NLGI 2, Lithium und K2K-30. Für die private Fahrradwerkstatt muss daraus aber kein Sortiment mit fünf Sorten werden. Der Markenname ist deshalb nicht das erste Kaufkriterium. Diese Lagerfett-Fahrrad-Kaufberatung ordnet zuerst die Schmierstelle, dann Konsistenz, Verdicker und Gebinde ein. Welche Produkte diese Angaben tatsächlich ausweisen, zeigt unser [Lagerfett-Vergleich](/hub/fahrradreparatur/lagerfett). Für klassische offene Lager genügt häufig ein passend deklariertes Mehrzweckfett; Sonderfälle wie Getriebenabe, Kette oder Carbon-Klemmung brauchen dagegen ihre jeweils vorgesehene Lösung.

Vor dem Regal sehen viele Fette ähnlich aus: kleine Fahrrad-Tube, große Kartusche oder Werkstattdose, dazu Begriffe wie NLGI 2, Lithium und K2K-30.

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Inhalt

Zuerst die Stelle, dann die Tube

Lagerfett gehört an langsam bis mäßig schnell laufende Gleit- und Wälzstellen, an denen es im Bauteil bleiben und zugleich Wasser sowie Schmutz abhalten soll. Typische Beispiele sind offene Konuslager in einer Nabe, der Lagersitz eines Steuersatzes oder das Gewinde eines geschraubten Innenlagers. Das heißt nicht, dass jede Stelle gleich behandelt wird: Lose Kugeln bekommen ein Fettbett, ein gedichtetes Industrielager wird bei rauem Lauf normalerweise ersetzt und nicht aufgehebelt. Die Unterschiede zwischen den Bauarten erklären wir ausführlich unter Lagerfett für Nabe, Steuersatz und Tretlager. Ist die Schmierstelle geklärt, wird die Konsistenz zur nächsten brauchbaren Zahl.

NLGI 2 ist die lesbare Konsistenz

Die NLGI-Klasse beschreibt vereinfacht, wie weich oder fest ein Schmierfett ist. Klasse 2 ist bei Mehrzweck- und vielen Fahrradlagerfetten der übliche Ausgangspunkt. Nach DIN 51818 liegt die Walkpenetration für NLGI 2 bei 265 bis 295; für den Einkauf genügt meist die aufgedruckte Klasse. Ein Fett der Klasse 1 ist weicher und nicht automatisch falsch, aber auch nicht allein deshalb besser dosierbar oder geeigneter für ein klassisches Konuslager. Im Vergleich macht die Angabe einen echten Unterschied. Das Divinol-Mehrzweckfett nennt NLGI 2 und eine vollständige Kurzbezeichnung, während beim Nigrin Bike-Care trotz ausdrücklichem Fahrradbezug keine NLGI-Klasse angegeben ist. Lesen Sie daher zuerst die technische Zeile und erst danach Werbewörter wie „Hochleistung“ oder „Premium“. Eine bekannte Marke kann fehlende Konsistenzdaten nicht ersetzen.
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K2K-30 ohne Datenblatt lesen

Eine Kurzbezeichnung wie K 2 K-30 liefert mehr Information als ein langer Produktname. Das erste K steht in diesem Zusammenhang für Schmierfett für Wälz- und Gleitlager. Die 2 bezeichnet die NLGI-Klasse. Der folgende Buchstabe codiert die obere Gebrauchstemperatur; bei K steht er für +120 °C. Die Zahl −30 gibt die untere Gebrauchstemperatur an. Beim Divinol-Beispiel passen dazu die ausgeschriebenen Angaben von −30 bis +120 °C. Nach NLGI folgt der Verdicker. Lithiumseifenfett ist ein verbreiteter Allrounder, während Kalzium- und Kalziumsulfonatfette häufig mit Wasserbeständigkeit positioniert werden. Entscheidend bleibt, was das konkrete Produkt belegt. Wie Sie diese Stofffamilien ohne vorschnellen Sieger vergleichen, lesen Sie unter Lithiumfett oder Kalziumfett fürs Fahrrad.

100 Gramm oder die Kartusche

Für ein oder zwei privat gewartete Räder ist eine 100-Gramm-Tube oft die vernünftigste Größe. Sie lässt sich direkt dosieren, bleibt handlich und wird eher verbraucht, bevor Schmutz in das Gebinde gelangt. Im betrachteten Feld kostet Nigrin Bike-Care mit 100 Gramm etwa 4,09 Euro. Eine 400-Gramm-Kartusche lohnt sich, wenn eine Fettpresse vorhanden ist und regelmäßig mehrere Räder oder Maschinen gewartet werden. Divinol liegt bei etwa 8,94 Euro, nennt NLGI 2 und K 2 K-30. Ohne Presse ist die Kartusche für punktuelle Arbeiten jedoch unpraktisch. Ein Liter oder ein Kilogramm ist eine Verbrauchsentscheidung, kein Qualitätsmerkmal. Zéfal Pro II kostet im verglichenen 1-Liter-Gebinde etwa 21,77 Euro und nennt NLGI 2 sowie konkrete Fahrradstellen. Die Menge passt zu Werkstätten und Vielschraubern, nicht unbedingt zu einem Haushalt mit einem Fahrrad.

Wann die eine Tube nicht reicht

Ein gut ausgewähltes NLGI-2-Lagerfett kann viele klassische Metalllager und Gewinde am Fahrrad abdecken. Grenzen entstehen nicht durch den Produktnamen, sondern durch abweichende Funktionen. Bei Carbon-Klemmungen ist ebenfalls zu trennen: In den Lagersitz eines Steuersatzes kann normales Lagerfett gehören, an eine geklemmte Carbon-Sattelstütze dagegen die passende Montagepaste. Das eine schützt und schmiert, das andere erhöht gezielt die Reibung. Vor einem Wechsel der Fettsorte sollten altes Fett und Verunreinigungen entfernt werden, statt unbekannte Rezepturen zu mischen. Den praktischen Ablauf vom Reinigen bis zum Abwischen des Überschusses finden Sie auf der Seite zum Auftragen.

Häufige Fragen

Reicht ein Lithium-Mehrzweckfett NLGI 2 für Konuslager?
Für viele klassische Konuslager ist ein sauber bezeichnetes Lithium-Mehrzweckfett der Klasse NLGI 2 eine plausible Alltagswahl. Voraussetzung ist, dass das Produkt für Wälzlager vorgesehen ist und keine abweichende Herstellervorgabe besteht. Getriebenaben und Freilaufmechanismen sind davon ausgenommen. Die Divinol-Kartusche mit K 2 K-30 erfüllt diese Lesart, ohne das Wort Fahrrad auf der Packung zu tragen.
Was lese ich zuerst auf der Tube?
Prüfen Sie Anwendung, NLGI-Klasse, Verdicker und gegebenenfalls die Temperatur-Kurzbezeichnung. Der Markenname und eine hohe Sternzahl sagen weniger über die Passung zum Lager aus. Eine konkrete Nennung Ihrer Lagerstelle ist hilfreicher als ein allgemeines Fahrrad-Symbol. Steht bei der NLGI-Klasse keine Angabe, lesen Sie das nicht stillschweigend als Klasse 2.
Was bedeutet K2K-30?
Die Kennzeichnung beschreibt ein Lagerfett der NLGI-Klasse 2 mit einer oberen Gebrauchstemperatur von +120 °C und einer unteren von −30 °C. Sie ist eine technische Einordnung, aber keine spezielle Freigabe für jedes Fahrradbauteil. Divinol führt genau diese Zeile auf der 400-Gramm-Kartusche.
Brauche ich das Wort Fahrrad auf der Packung?
Nicht zwingend. Ein dokumentiertes Wälzlagerfett kann passen, obwohl es als Maschinenfett verkauft wird. Für Einsteiger erleichtert ein klarer Fahrradbezug allerdings die Zuordnung, sofern das Listing nicht an anderer Stelle widersprüchlich ist. Nigrin Bike-Care nennt das Fahrrad, lässt NLGI-Klasse und Verdicker aber offen.
Darf dasselbe Fett an die Kette?
Nein, Lagerfett ist für die offen laufende Fahrradkette in der Regel zu zäh und zieht außen Schmutz an. Nutzen Sie ein zur Witterung passendes Kettenöl oder Wachs und halten Sie Bremsscheiben sowie Beläge vollständig frei davon. Zu viel Fett an der Kette sammelt in den Käufertexten zu Nigrin Bike-Care vor allem Dreck.
Was tue ich bei einer Getriebenabe?
Folgen Sie der Wartungsanleitung des Nabenherstellers und verwenden Sie das dort vorgesehene Schmiermittel. Ein allgemeines NLGI-2-Fett ersetzt diese Vorgabe nicht, selbst wenn es für gewöhnliche Nabenlager geeignet ist. Die Fahrradschmiede trennt das vorgesehene Nabenfett ausdrücklich vom Mehrzweckfett offener Konuslager. Die Universaltube bleibt dort außen vor.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen zur Einordnung, Stand Oktober 2026.

  1. DIN 51825:2004-06, DIN Media
  2. DIN 51818:2024-02, Austrian Standards
  3. SKF, Basiswissen Schmierfett
  4. Dötsch, ABC Schmierfette
  5. Liqui Moly Mehrzweckfett
  6. Park Tool, Lubricants and Compounds
  7. Zéfal Pro II Grease
  8. BIKE, Wundermittel aus der Dose