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10W-40 oder 5W-40: gleiche Warmklasse, andere Kaltprüfung

Aktualisiert: Oktober 2026

Sie stehen zwischen zwei Kanistern, beide enden auf 40, und der Preisunterschied macht die vordere Zahl leicht zum vermeintlichen Detail. Genau an dieser Stelle trennt sich die Entscheidung. Die 40 beschreibt den warmen Motor, die Zahl vor dem W die bestandene Kaltprüfung. Ob Sie 10W-40 oder 5W-40 einfüllen, steht deshalb in der Zeile Ihrer Bedienungsanleitung und nicht allein auf dem Etikett. Der [Vergleich Motoröl 10W-40](/hub/motorpflege/motoroel-10w40) zeigt Gebinde dieser Klasse. Hier klären Sie zuerst, wann die andere Winterzahl in denselben Motor gehört und wann sie die Freigabe verlässt.

Sie stehen zwischen zwei Kanistern, beide enden auf 40, und der Preisunterschied macht die vordere Zahl leicht zum vermeintlichen Detail. Genau an dieser Stelle trennt sich die Entscheidung.

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Inhalt

Dieselbe 40, andere Zahl vor dem W

Beide Bezeichnungen tragen dieselbe Warmklasse. SAE 40 meint bei 100 °C eine kinematische Viskosität von 12,5 bis unter 16,3 mm²/s. Ein 10W-40 und ein 5W-40 dürfen im heißen Motor also in dasselbe Band fallen. Die Endzahl sagt nicht, welches Öl bei Betriebstemperatur dünner läuft, denn innerhalb der 40 kann das eine am unteren Rand liegen und das andere knapp unter 16,3 mm²/s. Die Zahl vor dem W nennt die kälteste bestandene Stufe. Ein als 10W gekennzeichnetes Öl hat die 5W-Prüfung nicht bestanden oder wird nicht so gekennzeichnet. Die vordere Zahl ist eine Laborschwelle, keine Qualitätsnote für den warmen Betrieb.

Was die Norm wirklich misst

SAE J300 prüft die Winterklasse mit zwei Laborwerten. Für 10W gilt ein CCS-Grenzwert von höchstens 7 000 mPa·s bei −25 °C und ein MRV-Grenzwert von höchstens 60 000 mPa·s bei −30 °C. Für 5W liegt die CCS-Grenze bei höchstens 6 600 mPa·s bei −30 °C und die MRV-Grenze bei höchstens 60 000 mPa·s bei −35 °C. Die 5W-Prüfung sitzt also fünf Grad kälter und verlangt beim CCS einen engeren Wert. Die ADAC-Übersicht ordnet 5W der Prüfung bei −30 °C und 10W der Prüfung bei −25 °C zu. Diese Zahlen sind Pump- und Kurbelgrenzen im Labor, keine Zusage, nach wie vielen Sekunden Öldruck anliegt. Auch der Pourpoint ist nicht die CCS-Grenze. Ein Liqui-Moly-MoS2-Öl kann einen Pourpoint von −36 °C ausweisen und trotzdem nur das CCS-Limit der 10W-Klasse erfüllen. Für 0W-40, 5W-40 und 10W-40 bleibt eine HTHS-Untergrenze von 3,5 mPa·s. Ein 15W-40 unterliegt dagegen einer HTHS-Untergrenze von 3,7 mPa·s. Ein bestandener Labortest ist keine Außentemperatur-Garantie, weil Startanlage, Ölmenge und Freigabe mitentscheiden.

Drei Fälle aus dem Handbuch

Steht im Heft nur 10W-40, ist 5W-40 nicht automatisch die bessere Füllung. Die kältere Winterklasse ersetzt keine fehlende Nennung, und die ACEA- oder Herstellerzeile muss zusätzlich passen. Steht im Heft nur 5W-40, ist 10W-40 nicht die günstige Alternative. Die 10W-Prüfung endet im CCS bei −25 °C, die 5W-Prüfung erst bei −30 °C. Baujahrformeln ersetzen diese Zeile nicht. Fehlt die Anleitung, bleibt der Weg zur Vertragswerkstatt. Nennt das Heft beide Klassen, dürfen Sie wählen, solange die übrige Freigabe dieselbe ist. Mischen erzeugt die fehlende Freigabe nicht. Wie ein kurzfristiges Nachfüllen bis zum Wechsel aussieht, steht auf der Seite Motoröl 10W-40 wechseln.

Was der Wechsel der Winterzahl nicht heilt

Eine andere Zahl vor dem W ändert weder die Aschegrenze noch die Eignung für einen Partikelfilter. VW 504/507, MB 229.51 und aschearme Freigaben gehören auf die Freigaben zu Motoröl 10W-40. Ein 5W-40 mit der falschen ACEA-Klasse schützt den Filter nicht besser als ein 10W-40 mit derselben falschen Klasse. Ein freigegebenes 10W-40 bleibt geeignet, auch wenn daneben ein Kanister mit 5W steht. Grundöl und Winterzahl hängen nicht aneinander. Die kältere Prüfung macht ein 5W-40 nicht zum vollsynthetischen Öl, und 10W-40 ist nicht an teilsynthetisches Öl gebunden. Im hier betrachteten Set sind die behaltenen Gebinde durchweg 10W-40. Ein 5W-40 fehlt, verglichen werden also die Klassen. Wer ein Gebinde sucht, sortiert in der Kaufberatung Motoröl 10W-40 zuerst nach Kreislauf und Handbuchzeile. Die Spec muss die im Heft genannte sein. Die genannte Winterklasse bleibt die Grenze.

Häufige Fragen

Ist die 40 bei 10W-40 und 5W-40 dieselbe Klasse?
Ja. Beide liegen in SAE 40. Bei 100 °C gilt dieselbe kinematische Spanne von 12,5 bis unter 16,3 mm²/s. Für 0W-40, 5W-40 und 10W-40 gilt dazu eine HTHS-Untergrenze von 3,5 mPa·s. Innerhalb dieses Bandes können zwei Öle trotzdem auseinanderliegen, je nachdem ob sie eher am unteren oder am oberen Rand laufen. Die gemeinsame 40 macht sie deshalb noch nicht zum selben Öl im warmen Motor.
Was prüft die 10W, was die 5W nicht?
Die 10W-Klasse wird bei höherer Temperatur geprüft als die 5W. CCS darf bei 10W höchstens 7 000 mPa·s bei −25 °C betragen, bei 5W höchstens 6 600 mPa·s bei −30 °C. Die MRV-Grenze von 60 000 mPa·s liegt bei 10W bei −30 °C und bei 5W bei −35 °C. Ein Öl mit nur der 10W-Stufe hat die kältere 5W-Prüfung nicht nachgewiesen. Die Winterzahl ist die kälteste bestandene Stufe.
Darf ich 10W-40 einfüllen, wenn im Heft 5W-40 steht?
Nein, nicht als Ersatz für die genannte Klasse. Die 10W-Stufe hat die kältere Prüfung nicht bestanden, die der Hersteller mit 5W verlangt. Eine ACEA- oder API-Zeile auf dem 10W-40-Kanister hebt das nicht auf, wenn das Heft diese Winterklasse nicht nennt. Fehlt die Anleitung, klärt das die Vertragswerkstatt. Der Preisunterschied am Regal ist dafür kein Beleg.
Darf ich 5W-40 nehmen, wenn nur 10W-40 im Heft steht?
Nur wenn der Hersteller 5W-40 in derselben übrigen Freigabe ausdrücklich nennt. Steht allein 10W-40 in der Zeile, ist die kältere Klasse kein automatisches Upgrade. Die Warmklasse 40 hat eine Bandbreite, und die Spec auf dem Kanister muss zur genannten Zeile passen. Ein 5W-40 außerhalb dieser Zeile bleibt ein anderes Öl, auch wenn die Endzahl übereinstimmt.
Ist 10W-40 im Winter zu dick?
Das entscheidet die genannte Klasse zusammen mit der Kaltprüfung, nicht eine pauschale Minusgrad-Grenze. 10W ist auf einen CCS-Wert bei −25 °C und einen MRV-Wert bei −30 °C ausgelegt. Ob das für Ihr Auto ausreicht, steht im Heft. Angaben in Sekunden bis zum Öldruck oder eine Erstarrung bei −20 °C sind keine SAE-J300-Werte. Sie ersetzen die Handbuchzeile nicht, wenn Sie zwischen den beiden Kanistern wählen.
Ist 5W-40 immer vollsynthetisch und 10W-40 immer teilsynthetisch?
Nein. Die Winterzahl sagt nichts über das Grundöl. Ein 10W-40 kann teilsynthetisch, mineralisch oder auf PAO- und Esterbasis aufgebaut sein. Ein 5W-40 wird durch die kältere Prüfung nicht automatisch zum hochwertigeren Öl. Entscheidend bleiben die Freigabe im Handbuch und die Klasse, die der Kanister wirklich ausweist. Stehen beide Klassen im Heft, muss die übrige Spec dieselbe sein.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus der Recherche; Stand Oktober 2026.

  1. ACEA Oil Sequences 2023 Light-duty (abgerufen am Oktober 2026)
  2. ACEA Oil Sequences 2021 Rev. 2022 (abgerufen am Oktober 2026)
  3. ADAC Klassifikationen und Spezifikationen (abgerufen am Oktober 2026)
  4. Petro-Canada, Ölklassifizierungssysteme (abgerufen am Oktober 2026)
  5. Liqui Moly MoS2 Leichtlauf 10W-40 (abgerufen am Oktober 2026)
  6. Mobil Super 2000 X1 10W-40 (abgerufen am Oktober 2026)
  7. Lubrizol ACEA C3-23 (abgerufen am Oktober 2026)
  8. Altölverordnung (abgerufen am Oktober 2026)
  9. ADAC, Altöl entsorgen (abgerufen am Oktober 2026)