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Profiltiefe bei Ganzjahresreifen 155/70 R13: messen, DOT, Achse

Aktualisiert: 23.09.2026

Sie knien neben dem 13-Zoll-Rad, 1-Euro-Münze in der Hand, und wissen nicht, ob der Steg im Profil schon das gesetzliche Ende ist oder nur der Verschleißanzeiger. Bei Ganzjahresreifen 155/70 R13 vermischen sich drei Schwellen: 1,6 mm Hauptprofil nach StVZO, rund 4 mm als Praxiswert für Nässe und Winterlage, in Österreich 4 mm als Winterregel. Diese Seite zeigt, wo Sie messen, wie Sie DOT lesen und wohin zwei neue Reifen gehören. Die [Produktgalerie](/hub/13-15-zoll-ganzjahresreifen/ganzjahresreifen-155-70-r13) bleibt außen vor.

Sie knien neben dem 13-Zoll-Rad, 1-Euro-Münze in der Hand, und wissen nicht, ob der Steg im Profil schon das gesetzliche Ende ist oder nur der Verschleißanzeiger.

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Inhalt

Richtig messen

Gemessen wird in der Hauptprofilrille, an mehreren Stellen über Lauffläche und Umfang, nicht auf dem TWI-Steg. Der Tread-Wear-Indicator sitzt als Quersteg in der Rille und markiert grob das gesetzliche Minimum, sobald das umgebende Profil bündig wird — er ist keine Messkante für 4 mm. Ein Profilmesser mit Skala ist klarer als die Münzmethode; die Euro-Münze hilft nur als grober Goldrand-Check, nicht als Nachweis für die Werkstatt oder die Polizei. Beispiel: Sie messen außen 3,2 mm, in der Mitte 2,1 mm, innen 2,8 mm. Dann gilt die schwächste Stelle der Hauptprofilrille, nicht der Mittelwert und nicht die schönste Schulter. Einseitiger Schulterabbau ist ein Achs- oder Druckthema vor dem neuen Satz. Uniroyal-Langzeitstimmen in der Kategorie nennen die Vorderachse früher platt — das passt zu Antrieb und Lenkung, ändert aber nicht die Regel, neue Reifen nach hinten zu legen. Neureifen in den Listings dieser Größe nennen oft 6 mm Anfangsprofil, Kumho HA32 8 mm; beides sind Shop-Angaben, kein Messprotokoll nach 10 000 Kilometern. Nach dem Aufziehen einmal kalt den Solldruck der Flanke bzw. des Hersteller-Schildes setzen. Kaltes Messen vor der Fahrt; warmes Profil nach der Autobahn täuscht Restgummi vor. Was Sie vorher in den Warenkorb legen, steht in der Kaufberatung 155/70 R13.

1,6 mm und 4 mm

§ 36 StVZO verlangt am Pkw mindestens 1,6 mm Profiltiefe im Hauptprofil. Darunter ist die Bereifung unzulässig. Nassgriff und Aquaplaning lassen schon deutlich früher nach; der ADAC empfiehlt für Allwetter eher in Richtung 4 mm, analog zur Winterpraxis. TCS trennt Allwetter grob: Winterlage 4 mm, Sommerlage 3 mm — das sind Club-Faustregeln, kein deutsches Extra-Gesetz. Konkret: 2,0 mm in Deutschland können noch legal sein und trotzdem auf nasser Landstraße zu spät stehen. In Österreich gilt zwischen 1. November und 15. April situativ Winterausrüstung mit 4 mm; 3 mm Allwetter sind dort in der Winterperiode die falsche Rechnung, auch wenn die Flanke 3PMSF trägt. Allwettermischung härtet mit den Jahren aus, unabhängig von der Resttiefe. Ein acht Jahre alter Reifen mit 5 mm kann chemisch schlechter sein als ein dreijähriger mit 4 mm. Deshalb Alter und Profil getrennt prüfen. Ob Allwetter überhaupt zu Ihrem Fahrprofil passt, klärt der Vergleich Ganzjahr gegen zwei Sätze. Wer 4 mm als persönlichen Tauschpunkt setzt, plant den Termin vor der ersten Glätte.

DOT und Alter

DOT auf der Flanke kodiert Werk und die Produktionswoche plus Jahr im Oval (Beispiel 2324 = 23. Woche 2024). Ein gesetzliches Höchstalter für den Pkw-Neukauf gibt es nicht. ADAC-Faustregel beim Neureifen: eher nicht älter als etwa zwei Jahre. BRV-Lesart: drei Jahre fabrikneu bzw. fünf Jahre neu bei fachgerechter Lagerung. Händlertexte mit DOT nicht älter als 36 Monate (so im Uniroyal-Listing) liegen an der weiten Grenze; Rezensionen in derselben ASIN lehnen genau diese 36 Monate als neu ab. Vier Reifen eines Satzes sollten wenige Wochen auseinander liegen, nicht DOT 2019 plus 2025. Restposten ohne lesbare Woche zurückgehen. Das Spec-Feld Baujahr 2017 ohne DOT-Zahl (Quatrac-5-Listing) ist ein Formular, keine Flanke — Woche suchen, nicht das Amazon-Feld glauben. Beule, Gewebebruch, Riss in der Seitenwand: nicht nachschneiden, nicht weiterfahren, Werkstatt. Unruhe nach dem Wuchten ist ein Auswucht- oder Felgenthema, kein Grund, Profilstege abzufeilen.

Zwei oder vier, welche Achse

Neue oder weniger abgefahrene Reifen gehören an die Hinterachse. Hinten hält die Spur, vorne lenkt und treibt bei den meisten Kleinwagen. Ein frisches Paar nur vorne macht das Heck bei Nässe oder Schnee zum ersten, das ausbricht. TCS nennt als Richtwert höchstens etwa 1 mm Unterschied zwischen den Achsen; größere Delta nach dem Messen heißt eher vier tauschen als zwei noch mitnehmen. Nur eine Achse neu, weil das Budget knapp ist: hinten die neuen, vorne die besseren Alten, Profil und DOT dokumentieren, Druck nach Vorschrift. Alle vier, wenn die Alten unter der 4-mm-Praxis oder unter AT-4-mm liegen oder das Alter auseinanderläuft. Zwei neue 155/70 vorne auf abgefahrenen 155/70 hinten ist die Kombination, die das Heck bei Nässe zuerst verliert. Montage: lose Reifen ohne Felge in der Galerie, Aufziehen und Wuchten in der Werkstatt, RDKS nur wo verbaut. Drehmoment der Radnüsse steht im Fahrzeughandbuch. TPMS nach DIY-Felgenwechsel kalibrieren lassen. Wann Profi: unklare 15.1/15.2, Beule, Riss, Gewebe, nicht schließendes Ventil, Unruhe nach Wuchten, Achsvermessung nach einseitigem Verschleiß.

Häufige Fragen

Wann ist 1,6 mm erreicht?
Wenn die Hauptprofilrille an der schwächsten Stelle 1,6 mm unterschreitet bzw. bündig mit dem TWI wird. Dann ist die gesetzliche Untergrenze in DE erreicht — fahren Sie vorher zur Werkstatt, nicht erst auf der Polizeikontrolle.
Reicht die 1-Euro-Münze?
Als grober Blick, nicht als Messung. Der Goldrand ist kein kalibriertes 1,6-mm-Maß und schon gar kein 4-mm-Maß. Profilmesser, mehrere Stellen.
Wohin mit zwei neuen Reifen?
Immer Hinterachse, unabhängig vom Frontantrieb. Vorne die besser erhaltenen Alten, Delta klein halten.
Wie liest man DOT?
Oval auf der Flanke: die letzten vier Ziffern sind Woche und Jahr. 0125 ist die erste Woche 2025. Satzweise vergleichen.
Ist TWI das gesetzliche Minimum?
Der Steg markiert ungefähr 1,6 mm, ist aber nicht der Messpunkt für Restprofil über dem Minimum. In der Rille neben dem Steg messen.
AT mit 3 mm — erlaubt?
In der österreichischen Winterperiode mit Winterausrüstungspflicht zählt 4 mm. 3 mm Allwetter mit 3PMSF erfüllen das nicht. Außerhalb des Zeitraums und ohne Winterlage gelten andere Regeln — vor der Fahrt prüfen.
Alle vier oder nur eine Achse?
Vier, wenn Profil oder Alter eng werden. Zwei nur mit neuen hinten und nachvollziehbarem Restprofil vorne. Eine Achse billig vorne neu ist die falsche Reihenfolge.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. § 36 StVZO – Bereifung, Profil, Alpine, Speed-Hinweis (abgerufen am 23.09.2026)
  2. § 2 StVO – situative Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)
  3. VO (EU) 2020/740 – Reifenlabel (abgerufen am 23.09.2026)
  4. ADAC Ganzjahresreifentests (abgerufen am 23.09.2026)
  5. ADAC Reifenlabel (abgerufen am 23.09.2026)
  6. TÜV NORD Reifenkauf – 3PMSF ab 10/2024 (abgerufen am 23.09.2026)
  7. oesterreich.gv.at – Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)
  8. ADAC Reifenkennzeichnung – Feld 15, DOT (abgerufen am 23.09.2026)