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Ganzjahresreifen oder Sommer- und Winterreifen: ein Satz oder zwei

Aktualisiert: 23.09.2026

Sie wollen am Kleinwagen den Keller leeren und fragen, ob Ganzjahresreifen 155/70 R13 den Sommer- plus Wintersatz ersetzen. Der eine Satz löst Wechseltermin und Einlagerung, nicht die Physik: Allwetter bleiben ein Kompromiss. Diese Seite trennt, für wen der Kompromiss reicht und wann zwei Spezialisten die ehrlichere Wahl sind. Die [Produktliste](/hub/13-15-zoll-ganzjahresreifen/ganzjahresreifen-155-70-r13) zeigt lieferbare Allwetter.

Sie wollen am Kleinwagen den Keller leeren und fragen, ob Ganzjahresreifen 155/70 R13 den Sommer- plus Wintersatz ersetzen.

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Inhalt

Was Allwetter können und nicht können

Ein 3PMSF-Ganzjahresreifen darf in Deutschland bei Schnee, Matsch und Eis als wintergeeignete Bereifung gelten — das Piktogramm ist die Rechtsbedingung seit 1. Oktober 2024, kein Grip-Zertifikat. Im Sommer trägt dieselbe Mischung Hitze und trockene Autobahn schlechter als ein Sommerreifen, im Winter Schnee und Eis schlechter als ein Winterreifen. Clubtests in anderen Größen (2026 unter anderem 185/65 R15) beschreiben genau diesen Mittelweg; sie messen nicht 155/70 R13. Analogie erlaubt die Richtung, nicht die Note. Listing-Texte zum Uniroyal AllSeasonExpert 2 in dieser Kategorie loben Nässe und Stadt und nennen kürzere Laufleistung als bei Sommerreifen. Eine Stimme hat Eis und Schnee noch nicht getestet. Das ist Alltagsbild, keine Bremswegtabelle. Wer ein Reifen, zwei Testsieger erwartet, kauft die falsche Geschichte. Auf nasser Landstraße bei 80 km/h zählt Restprofil und Mischungstemperatur, nicht der Shop-Saisontext. Ohne 3PMSF auf der Flanke ist der All-Season-Titel in der DE-Winterlage unbrauchbar. M+S allein reicht nicht. Ob Größe und Alpine überhaupt passen, steht in der Kaufberatung.

Für wen ein Satz reicht

ADAC und TÜV NORD zielen auf Wenigfahrer, milde Regionen, Klein- und Zweitwagen. Das trifft den 13-Zoll-Park: Polo, Lupo, Twingo I, Panda, die stadtbewegten Kleinwagen mit überschaubarem Jahreslauf. Das Fahrzeug darf bei Glätte stehen. Kein Skiurlaub, keine wöchentliche Alpenfahrt, keine 40 000 Kilometer. Dann entfallen zwei Werkstatttermine pro Jahr, ein zweiter Felgensatz und das Lagern in feuchtem Keller. TPMS-Argumente wiegen auf vielen 13-Zoll-Autos wenig, weil RDKS oft fehlt. Der Gewinn ist Organisation, nicht Höchstgrip. Wer den Satz im Herbst kauft und im Februar zum ersten Mal Schnee sieht, merkt den Kompromiss später als der Pendler. Beispiel: Zweitwagen, 6 000 Kilometer Stadt, Region ohne regelmäßigen Packschnee, 155/70 R13 75T im Schein. Ein 3PMSF-Satz mit Nassklasse eher C nimmt den Kalender raus. Sobald derselbe Wagen den täglichen 80-Kilometer-Pendel plus Sommer-Autobahn übernimmt, kippt die Empfehlung.

Wann zwei Sätze

Pendeln bei Nässe und Tempo, Hitze-Autobahn, Bergpass, Skiwoche: Sommer plus Winter in der eingetragenen Größe. Allwetter mit Alpine erfüllen die Pflicht und bleiben auf Eis die schwächere Mischung. Wer gesetzlich erlaubt mit gut verwechselt, steht im Steilhang zu spät. Ein konkretes Gegenbeispiel: morgens 20 Kilometer Landstraße bei null Grad und Niesel, nachmittags Autobahn. Der Winterreifen arbeitet in der Kälte, der Sommerreifen am Nachmittag in der Wärme. Allwetter macht beide Strecken, jeweils mit Abstrich. Wenn eine der beiden Strecken Ihr Risikotag ist, gewinnen zwei Sätze. Hohe Jahreslaufleistung macht den einen Satz nicht automatisch billiger. Polo-Treff-Rechnungen um 40 000 Kilometer im Jahr sehen Allwetter nicht als Sparmodell, weil die Mischung schneller geht. Uniroyal-Langzeitkritik (Vorderachse früher) passt dazu. Österreich ändert die Schwelle: 4 mm in der Winterperiode, nicht 1,6 mm. Ein abgefahrener Ganzjahressatz, der in DE noch legal wirkt, fällt in AT aus der Winterregel.

Kosten ohne Märchen

Stückpreise Allwetter 155/70 R13 ohne Montage: Einstieg grob 31–40 €, Mitte um 50 € wo gelistet, Satz-4 grob 130–250 € plus Aufziehen. Zwei Sätze heißen acht Reifen über die Nutzungsdauer plus zwei Wechsel pro Jahr plus Lager. Werkstattpauschalen schwanken regional — konkrete Euro-Beträge erfinden wir nicht. Gegenrechnung: Allwetter-Abrieb oft höher als ein Sommersatz derselben Größe, zweiter Satz entfällt. TÜV-NORD-Lesart: über die Lebensdauer können die Kosten näher beieinander liegen, als der erste Warenkorb suggeriert. Wer keinen Keller hat, kauft Organisation. Wer sowieso zweimal im Jahr in der Werkstatt wuchtet und die Felgen hat, kauft Physik. Ein Budget-Satz um 130 € plus Montage sieht günstiger aus als acht Reifen. Sobald Sie den Allwetter nach drei Sommern und zwei milden Wintern ersetzen, während der Wintersatz noch eine Saison hat, verschiebt sich die Rechnung. Restposten ohne DOT, nur Vorderachse neu, 165/70 statt 155/70: das spart im Shop und kostet in der Kontrolle. Entscheidung: milde Stadt, wenig Kilometer, Auto darf stehen → ein 3PMSF-Satz Exact 155/70 R13. Pendel, Hitze, Berge, AT-Winter mit 4-mm-Druck → zwei Sätze.

Häufige Fragen

Für wen lohnt ein Satz?
Wenigfahrer, milde Lage, Klein- oder Zweitwagen, Glätte-Tage ohne Zwang. 3PMSF und passender Index vorausgesetzt.
Spare ich wirklich Geld?
Oft die Wechsel- und Lagerkosten, nicht zwingend den Reifenverschleiß. Bei hohem Jahreslauf kann der Kompromiss teurer werden als zwei Sätze. Ohne erfundene Jahres-Euro rechnen: vier Allwetter plus Montage gegen acht Spezialisten plus zwei Wechsel.
Darf Allwetter im DE-Schnee?
Mit 3PMSF auf allen Rädern als wintergeeignete Bereifung ja. Das Symbol ersetzt keinen Winterreifen im Griff.
Skiurlaub mit Allwetter?
Rechtlich mit Alpine oft möglich, fahrphysikalisch die schwächere Wahl. Für Pass und Packschnee zwei Sätze oder zumindest echte Winterreifen.
Gilt der ADAC-Kleinwagentest für 13 Zoll?
Nein. 2026 unter anderem 185/65 R15, andere Last, andere Generation. Zielgruppen-Satz (Gelegenheitsfahrer, milde Lage) dürfen Sie übernehmen, die Note nicht.
Was bei täglichem Pendeln?
Eher Sommer plus Winter. Nässe bei Tempo und Hitze belohnen Spezialisten; Allwetter bleiben legal mit 3PMSF, nicht optimal.
Ändert AT mit 4 mm die Rechnung?
Ja. Die Winterperiode verlangt 4 mm, nicht die deutschen 1,6 mm. Ein dünner Ganzjahressatz fällt dort früher aus als in der StVZO-Lesart.

Weiterführende Seiten

Quellenverzeichnis

Fachquellen aus dem Research-Digest; zuletzt abgerufen am 23.09.2026.

  1. § 36 StVZO – Bereifung, Profil, Alpine, Speed-Hinweis (abgerufen am 23.09.2026)
  2. § 2 StVO – situative Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)
  3. VO (EU) 2020/740 – Reifenlabel (abgerufen am 23.09.2026)
  4. ADAC Ganzjahresreifentests (abgerufen am 23.09.2026)
  5. ADAC Reifenlabel (abgerufen am 23.09.2026)
  6. TÜV NORD Reifenkauf – 3PMSF ab 10/2024 (abgerufen am 23.09.2026)
  7. oesterreich.gv.at – Winterreifenpflicht (abgerufen am 23.09.2026)
  8. ADAC Reifenkennzeichnung – Feld 15, DOT (abgerufen am 23.09.2026)