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SMART Festplatte: Rohwert lesen und rechtzeitig sichern

DiagnoseOktober 20266 Min. Lesezeit
Notiz mit SMART-Rohwerten neben einer internen Festplatte und einem USB-Kabel

SMART Festplatte richtig lesen: Rohwert von ID 5, Pending Sector und Betriebsstunden deuten, bevor Sie eine gebrauchte oder Renewed-Platte noch behalten.

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Die gebrauchte 1-TB-Platte liegt auf dem Tisch, das Gehäuse bleibt zu, und das Ausleseprogramm zeigt Grün. In der Zeile der neu zugeordneten Sektoren steht der Rohwert trotzdem nicht auf null. Wer die SMART Festplatte nur an der Ampel misst, verlässt sich auf eine normalisierte Skala, während die Zählung schon läuft. Das gilt für Renewed-Ware im Karton und für die interne Platte, die seit Jahren im Rechner sitzt und heute zum ersten Mal abgefragt wird.

Lesen Sie die Tabelle, bevor diese Platte die einzige Kopie wird. Notieren Sie den Rohwert mit Datum. Steigt er zwischen zwei Ablesungen, sichern Sie, was noch lesbar ist, und ersetzen Sie das Laufwerk. Ein einzelner, stillstehender Sektor ist ein Beobachtungsfall, eine steigende Zahl das Signal, die Platte abzulösen. Am Deckel drehen Sie nicht, und an der Firmware auch nicht.

Kurz gesagt

SMART ist die Selbstdiagnose des Laufwerks: Der Rohwert von ID 5 zählt neu zugeordnete Sektoren, Pending zählt noch instabile Stellen, und der aktuelle Wert kann auf 100 stehen, während der Rohwert schon zählt. Betriebsstunden von null gelten nur für dieses Exemplar. Sichern Sie zuerst, vergleichen Sie zwei Rohwerte, und tauschen Sie, sobald die Zahl steigt.

Was die SMART Festplatte zeigt

SMART steht für Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology. Die Platte führt Zähler über Sektoren, Stunden und Fehler und legt sie in einer Tabelle ab. CrystalDiskInfo unter Windows liest diese Tabelle, sofern die Schnittstelle sie durchreicht. Sie sehen pro Attribut den aktuellen Wert, den schlechtesten Wert, eine Schwelle und den Rohwert. Die Ampel hängt daran, dass der aktuelle Wert noch über der Schwelle liegt, während der Rohwert in derselben Zeile schon zählen kann.

Zwei Minuten reichen für die erste Einordnung. Bleibt die Tabelle leer, haben Sie die Platte nicht geprüft, weil viele USB-Brücken in externen Gehäusen die Werte nicht durchreichen. Der Explorer zeigt das Laufwerk dann normal, und die Diagnose bleibt stumm. Interne SATA-Anschlüsse liefern die Tabelle zuverlässiger als ein kurzes Kabel an der Frontbuchse. Welche Gehäuse und welche nackten Laufwerke in welcher Klasse liegen, sortieren der Vergleich externer Festplatten und der Vergleich interner Festplatten.

SMART sieht schleichende Sektorfehler deutlicher als einen plötzlichen Ausfall der Elektronik. Eine Platte kann heute eine saubere Tabelle zeigen und morgen nicht mehr anlaufen, weil der Controller aufgibt. Dateien bleiben oft noch kopierbar, während der Rohwert schon zählt. Die Tabelle ist ein Frühindiz für dieses eine Laufwerk. Ein gutes Exemplar im Renewed-Karton sagt nichts über das nächste Stück derselben Angebotszeile.

Rohwert, Schwelle und Skala

Jedes Attribut spricht zwei Sprachen. Der Rohwert ist die Zählung, so wie der Hersteller sie ablegt. Der aktuelle Wert ist eine normalisierte Skala, oft von 100 abwärts, und die Schwelle ist die Linie, ab der das Attribut als fehlgeschlagen gilt. Der schlechteste Wert merkt sich die tiefste Stellung dieser Skala. CrystalDiskInfo und smartctl zeigen dieselben Felder, unter smartctl als VALUE, WORST, THRESH und RAW_VALUE.

Der aktuelle Wert kann auf 100 stehen, die Ampel bleibt grün, und der Rohwert zählt schon. Die Skala fällt erst, wenn der Hersteller sie fallen lässt. Western Digital beschreibt die neu zugeordneten Sektoren als Lebensdauer-Merkmal: ein höherer Rohwert heißt mehr ersetzte Sektoren. Wer nur die Spalte des aktuellen Werts fotografiert, dokumentiert die Skala und lässt die Zählung weg. Die 100 ist der übliche Startpunkt der Skala und kein Gesundheitsgrad in Prozent.

Schreiben Sie Attribut, aktuellen Wert, Schwelle und Rohwert mit Datum auf. Für den Anfang genügen ID 5, ID 197 und die Betriebsstunden. Manche Programme zeigen die Nummern hexadezimal: 05 ist ID 5, C5 ist ID 197, dieselbe Zeile. Eine zweite Ablesung am nächsten Tag, nach einem gewöhnlichen Kopiervorgang, zeigt, ob die Zahl steht oder wandert.

Neu zugeordnete Sektoren und Pending

ID 5 heißt Reallocated Sectors, auf Deutsch neu zugeordnete Sektoren. Die Platte hat einem Bereich nicht mehr getraut und die Daten in einen Ersatzsektor aus einer Reserve gelegt. Der SMART ID 5 Rohwert steigt mit der Zahl dieser Ersetzungen, und weil die Reserve endlich ist, heißt ein Anstieg, dass sie verbraucht wird. Ein Eintrag, der seit Jahren stillsteht, ist ein anderer Befund als eine Zahl, die über Nacht wächst.

Ein einzelner neu zugeordneter Sektor ist ein abgeschlossener Tausch. Die Datei kann lesbar geblieben sein. Western Digital ordnet ein Laufwerk mit solchen Neuordnungen trotzdem einem höheren Ausfallrisiko zu. Für Ihre eigene Platte mit einem seit Jahren stabilen Rohwert von eins sichern Sie und lesen am nächsten Tag erneut.

Für eine gebrauchte 1-TB-Platte, die Sie heute kaufen, ist ein Rohwert über null ein Grund, ein anderes Exemplar zu nehmen, weil Sie die Historie dieses Stücks nicht kennen. Im Vergleich der 1-TB-Festplatten liegen neue, externe und Renewed-Angebote nebeneinander. Die Seite kennt den Rohwert Ihres Stücks nicht.

Current Pending Sector, meist ID 197, zählt Sektoren, die unsicher gelesen und noch nicht in die Reserve verschoben wurden. Der Rohwert gehört auf null. Beim nächsten Schreibzugriff kann die Platte sie ersetzen, dann sinkt Pending und ID 5 steigt. Ein späterer Lesevorgang, der gelingt, kann Pending auch senken, ohne dass ID 5 zunimmt.

Pending auf null und ID 5 um dieselbe Zahl höher ist Verbrauch der Reserve. Die Ereigniszeile daneben kann abweichen, weil ein Vorgang mehrere Sektoren betrifft. Zwei Ablesungen an einem Tag ersetzen keinen Dauertest über Monate. Eine Umschichtung von Pending nach ID 5 behandeln Sie als Verbrauch.

Betriebsstunden einer Renewed-Platte

Power On Hours, meist ID 9, zählen die eingeschaltete Zeit. Lagerzeit im Regal zählt nicht mit. Eine Platte kann kalendarisch alt sein und wenig Stunden zeigen, weil sie selten lief. Viele Stunden sagen für sich nichts über den Rohwert daneben.

Eine Renewed Festplatte prüfen heißt, dieses Exemplar zu lesen. Null Betriebsstunden beweisen den Zähler dieses Stücks zum Zeitpunkt der Ablesung. Serie und nächstes Stück im selben Angebot bleiben davon unberührt. Ein gutes SMART-Bild bleibt an diesem Laufwerk hängen.

Käufer von Renewed-Ware schauen genau auf diese Stunden. Ein Bericht nennt einen Ausfall nach 848 Stunden. Das ist ein Einzelfall, kein Mittelwert und kein Grenzwert. Er zeigt, dass eine niedrige Stundenzahl keine lange Restlaufzeit verspricht.

Können Sie SMART bei einer gebrauchten 1-TB-Platte nicht auslesen, machen Sie das Stück nicht zur einzigen Kopie. Steht Pending nicht auf null, lassen Sie es liegen. Steigt der Rohwert von ID 5 zwischen zwei Lesungen, ebenfalls. Liegt ID 5 schon über null und Sie haben keine eigene Historie, nehmen Sie ein anderes Exemplar, auch bei niedrigen Stunden.

Die Einstiegsklasse bei Renewed ist günstiger, weil diese Unsicherheit im Preis steckt. Kalenderalter, Versandstöße und Monate im Lager stehen nicht in ID 9. Wenige Stunden plus ein Pending-Sektor wiegen schwerer als viele Stunden bei Rohwert null.

Sichern, beobachten, tauschen

Sichern Sie, bevor Sie die Platte prüfen, belasten oder formatieren. Ein Flächentest oder viele Neustarts können aus einem stillen Sektor einen steigenden Rohwert machen. Eine volle 1-TB-Platte über USB zu kopieren dauert oft mehrere Stunden. Formatieren löscht die Dateien und lässt die SMART-Zähler stehen.

Werkzeuge oder eine Firmware, die Zähler auf null setzen, entfernen die Spur, die Sie brauchen. Der Deckel bleibt zu. Datenrettung am geöffneten Laufwerk liegt in einer anderen Preisklasse als ein Ersatzlaufwerk. So gehen Sie an einem Abend vor:

  1. Sie kopieren die noch lesbaren Daten auf ein zweites Medium und öffnen stichprobenartig große und kleine Dateien aus der Kopie.
  2. Sie lesen in CrystalDiskInfo oder smartctl die Rohwerte von ID 5, ID 197 und die Betriebsstunden und schreiben sie mit Datum auf.
  3. Sie nutzen die Platte einen Tag gewöhnlich, ohne Dauertest und ohne das Gehäuse zu öffnen, und lesen dieselben drei Rohwerte erneut.
  4. Sie ersetzen die Platte, sobald Pending nicht null ist oder der Rohwert von ID 5 zwischen den beiden Lesungen steigt.

Steigt die Zahl, schreiben Sie nichts Neues mehr auf diese Platte, weil jeder Schreibvorgang Pending-Sektoren in Neuzuordnungen verwandeln kann. Liefert ein externes Gehäuse keine Tabelle, führen Sie diese Platte nicht als einzige Kopie. Bei manchen externen Serien wechselt der Innenträger über die Jahre. Das Gehäuse ist dann kein festes Datenblatt der Platte darin.

Für SSDs gilt dieselbe Haltung und eine andere Tabelle. Verschleiß und der vom Hersteller genannte verbrauchte Anteil stehen in anderen Attributen. Den Rohwert der magnetischen ID 5 übertragen Sie nicht auf Flash. Eine ruhige zweite Ablesung gilt nur für diesen Tag.

Häufige Fragen

Welcher SMART-Wert ist gefährlich?
Gefährlich für die einzige Kopie sind ein Pending-Rohwert über null und ein Rohwert von ID 5, der zwischen zwei Ablesungen steigt. Die normalisierte 100 steht daneben oft noch und nimmt der Zahl nichts von ihrem Gewicht. Ein einzelner, seit langem stiller Sektor auf der eigenen Platte ist ein Fall für Sicherung und Beobachtung. Bei einer gebrauchten Platte ohne Historie reicht schon ID 5 über null, um ein anderes Exemplar zu nehmen. Aus der Skala leiten Sie keine Prozentgrenze ab, ab der die Platte rechnerisch tot wäre.
Ist ein einzelner reallozierter Sektor schon das Ende?
Ein einzelner neu zugeordneter Sektor ist ein abgeschlossener Tausch in die Reserve, und die Datei kann an dieser Stelle noch lesbar sein. Der Zähler muss danach nicht weiterlaufen. Western Digital ordnet ein Laufwerk mit solchen Neuordnungen trotzdem einem höheren Ausfallrisiko zu. Auf der eigenen Platte sichern Sie und lesen den Rohwert am nächsten Tag erneut. Steigt er, ersetzen Sie das Laufwerk. Beim Kauf ohne eigene Historie ist schon dieser eine Sektor ein Grund, das Stück nicht als einzige Kopie zu behalten.
Was sind Pending Sectors?
Current Pending Sector, meist ID 197 oder hexadezimal C5, zählt Stellen, die unsicher gelesen wurden und noch nicht in der Ersatzreserve liegen. Der Rohwert gehört auf null. Liegt er darüber, sind die Stellen instabil. Ein späterer Schreibzugriff kann sie ID 5 zuschlagen. Ein späterer erfolgreicher Lesevorgang kann die Pending-Zahl auch ohne Neuzuordnung senken. Fällt sie auf null, prüfen Sie, ob ID 5 im selben Zug gestiegen ist. Sonst halten Sie eine Umschichtung für eine Entwarnung.
Zählen Power-On-Hours bei Lagerware?
Power On Hours zählen die Zeit, in der die Platte eingeschaltet war. Monate im Regal erhöhen den Zähler nicht. Wenige Stunden heißen deshalb nicht, dass das Laufwerk kalendarisch neu ist. Null Stunden beweisen nur den Zähler dieses Exemplars zum Zeitpunkt der Ablesung, nicht die Serie und nicht das nächste Stück im selben Angebot. Ein Käuferbericht zu einer Renewed-Platte nennt einen Ausfall nach 848 Stunden. Das ist ein Einzelfall und kein Grenzwert für jede Platte.
Warum steht Current auf 100 und der Rohwert nicht auf null?
Der aktuelle Wert ist eine Skala des Herstellers, oft mit dem Startpunkt 100. Er fällt erst nach der Regel, die der Hersteller in diese Skala gelegt hat. Der Rohwert zählt währenddessen schon. Die Ampel bleibt grün, solange der aktuelle Wert über der Schwelle liegt. Wer nur die 100 fotografiert, dokumentiert die Skala. Bei neu zugeordneten Sektoren ist der Rohwert die Zählung der ersetzten Stellen. Die 100 ist kein Gesundheitsgrad in Prozent.
Gilt das für SSDs gleich?
Die Haltung ist dieselbe, die Tabelle eine andere. Auch eine SSD führt SMART, doch Verschleiß, Ersatzblöcke und der vom Hersteller genannte verbrauchte Anteil stehen in anderen Attributen. Den Rohwert der magnetischen ID 5 übertragen Sie nicht auf Flash, auch wenn dieselbe Nummer dort auftaucht. Lesen Sie die Abnutzung, die der Hersteller für diese Serie dokumentiert. Ein ansteigender Medienfehler bleibt ein Grund zum Sichern und zum Tausch, auch wenn die Spalte anders heißt.
Kann ich die SMART-Werte zurücksetzen?
Formatieren setzt die Zähler nicht zurück. Es löscht die Dateien und lässt ID 5, Pending und die Betriebsstunden stehen. Werkzeuge oder eine neue Firmware, die diese Zähler auf null setzen, entfernen die Spur, an der Sie den Anstieg erkennen, und gehören nicht in diese Prüfung. Eine danach leere Tabelle wäre kein Beleg für eine fabrikneue Platte. Lesen Sie den Rohwert so, wie die Platte ihn ablegt, und entscheiden Sie anhand von zwei Ablesungen.
Was tun, wenn die Zahlen steigen?
Sichern Sie, was noch lesbar ist, schreiben Sie nichts Neues auf diese Platte und ersetzen Sie sie. Die Ersatzreserve füllen Sie am Tisch nicht auf, und der Deckel bleibt zu. Bis das neue Laufwerk da ist, arbeiten Sie von der Kopie auf einem zweiten Medium. Eine zweite Ablesung mit Datum zeigt, dass der Rohwert gewandert ist, ohne dass Sie das Gehäuse geöffnet haben. Das reicht als Befund für den Umtausch oder die eigene Entscheidung, das Stück aus dem Betrieb zu nehmen.
Daniel R.
ElektronikUnterhaltungstechnik

Als Technik- und Gaming-Enthusiast betreut er Vergleiche zu Elektronik, Gadgets und Unterhaltungstechnik – getestet am Alltagsnutzen.

Aktualisiert: Oktober 2026

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